gut alt = viel Schönes erlebt

Während meines Graduierten Studiums in London an der Central School of Speech and Drama – inzwischen geehrt mit „Royal Central..“. – hatte ich Kostümkunde bei Claire. Um ein Verhältnis zur Bedeutung von Kleidungsstücken etc. zu bekommen, haben wir eines Tages eine besondere Übung gemacht. Jeder von uns musste auf die Bühne und die Geschichte seines Aussehens berichten. „Diese Haarfrisur trage ich seit . . . , ich hatte ein Bild von der Schauspielerin . . . gesehen und fand das toll. Mein Vater wollte nicht, dass ich meine Haare abschneide, aber meine Mutter hat mir beigestanden. Diesen Pullover habe ich . . . gekauft. Ich fand die Farbe so schön. Erst hat die Verkäuferin meine Größe gar nicht mehr gefunden, aber dann doch. Ich war so froh. Für mich bedeutet diese Farbe . . . Meine erste Liebesgeschichte war gerade auseinander gegangen und ich dachte: mit dem Pullover und der Farbe wird alles wieder gut. Die Hose? Weiß ich gar nicht mehr, eben eine Jeans. Hab ich schon ewig. Die Schuhe . . . habe ich auf einer Reise nach . . . gekauft. Den Ring an meiner rechten Hand habe ich von meiner Mutter geschenkt bekommen.“

Diesen letzten Satz habe ich erstaunlicherweise oft von Schülerinnen gehört, mit denen ich im Theaterkurs genau diese Übung gemacht habe. Sowohl in London als auch hier, in der damals Gesamtschule Eppendorf in Hamburg, haben immer alle allen fasziniert zugehört und zugesehen.

Ich kann nicht vergessen, dass wir in London auch noch unsere Unterwäsche erwähnt haben und Eddie aus seiner Jeans den Rand einer feuerroten Unterhose hervorleuchten ließ. Er gehörte nicht zu den attraktiven Männern und hat uns mit seiner Erklärung in sein Innerstes sehen lassen. Er wusste das und hat schamvoll lächelnd gesagt, dass er rote Unterwäsche trägt, weil die attraktiver machen soll. Das hat uns kurze Zeit gerührt.

Genauso oder vielleicht sogar noch mehr als die Kleidung kann die Wohnung persönliche Geschichten erzählen. Bei mir ist das total so. Über der Tür hängt ein Bild aus einer Bilderserie mit 24 Fotos „Madame lag noch in den Federn“, das das Musée d’art Moderne de la Ville de Paris von meiner Freundin Gudrun von Maltzan gekauft hat. Sie ist leicht im Netz zu finden. Sie hat sich in den unterschiedlichsten Stilen immer wieder neu sehr erfolgreich ausgedrückt.

Hier waren wir mit einer ganzen Künstlergruppe in Aix en Provence. Es war ihre Epoche mit Fotos, in die sie mit Bundtstiften gemalt hat. Mit der Begründung, ich sei so schön bäuerlich, wollte sie einen Nachmittag mit mir als Model Aufnahmen machen. Ich war empört: bäuerlich! Rund gesund, naiv und strahlend!? Ich hätte so gern ein wenig was Schwindsüchtiges gehabt. Nicht als Krankheit, aber doch so einen intellektuellen Anstrich. Sollte man mein Leben lang sehen, dass ich gebürtig aus der Kleinstadt Minden komme?

Alle anderen haben auf mich eingeredet. Ich sei eben richtig ein Typ und das habe man selten. Unverfälscht, . . . usw. Ich habe mich überreden lassen und freue mich heute über diese hüsche 40jährige, die im Unterrock, gut geschminkt, den Kaninchen Tee serviert. Alle 24 Fotos sehen toll aus.

Rechts über meinem Schreibtisch hängt ein Bild mit Fotos von Gudrun von der gemineamen Ferienreise durch Amerika. Ja, durch: von New York mit dem Greyhound Bus nach San Fransisco mit Gudrun und Kate van Houten (die auch einfach im Netz zu finden ist). Wir haben immer bei ihrer Familie oder Freunden gewohnt. Angenehm! Dieses Bild habe ich für meinen Fernseher eingetauscht, den ich nicht mehr brauchte, als ich Paris nach einem Jahr wieder verlassen habe.

Der Gateleg Table ist aus meiner Londoner Zeit, die Lampe ein DIE ZEIT-Werbegeschenkt. Der Kerzen-Obst-Ständer wird Weihnachten mit einem Zusatz zum Weihnachtsbaum. Gekauft bei Christel Naefke – ein damals tolles Geschäft an der Eppendorfer Landstraße!!! Die Lampe hat Tom vom Lampenhaus Wetter in Eppendorf auf meine Skulptur aungebracht. Er hat im „Sommernachtstraum“ von Shakespeare die männliche Hauptrolle gespielt. Die Säule ist eine von zweien, die ich für die Bälle der Gesellschaft zur Förderung des Simultantheaters gekauft habe. Als Untersatz für die Blumen rechts und links vor der Bühne in der wunderschönen Aula mit Kasettendecke und Balkon in dem Schulgebäude Curschmannstraße in Eppendorf.

Auf dem Relief darunter ist ein sehr lebendiger Drachen in Beton gegossen. Diese Technik habe ich bei Mona Schewe-Buggea (Website!) gelernt. Sie gibt immer noch Kurse. Das Bild über dem Sessel habe ich auf einem Ferien-Kursus in Dänemark bei Jutta Schmidt (Website: Kunstschule 1.1.2) gemalt.

Der Sessel war meine erste Hilfe, als ich erfahren habe, dass damaliger Mann sich in eine Freundin von mir verliebt hatte. Ich habe den Sessel in einem Antiquitäten-Shop in der Hegestwraße für 90 DM gekauft. Die jugendlichen Besitzer fanden ihn scheußlich bieder und ich sollte ihn nur schnell wegholen. Er hat mich über die schlimmsten Momente diese Zeit umfangen und getragen. Diesen kühnen, enorm teuren Bezug hat er viel später bekommen.

Ich denke, in dieser Art der Geschichten könnten viele Menschen – je älter, desto mehr – ihre Kleidung und ihre Wohnung mit den dazugehörigen Träumen, Enttäuschungen und Hoffnungen erzählen, oder? Es kann sehr unterhaltsam sein. So macht älter werden noch mehr Spaß!

„I need data. Without clay no bricks.“ – „Ich brauche Daten. Ohne Lehm keine Backsteine.“

das vorige jahrhundert – einfach übermalt

Sherlock Holmes braucht Daten/Informationen, sonst kann er den Fall nicht lösen. Das lässt Arthur Conan Doyle seinen Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Doktor Watson sagen. Stephen Fry liest diese Geschichten so klar, gut verständlich und sanft, dass ich dieses Buch nachts im Bett erst hören „darf“, wenn ich mich nach dem Hören schwieriger Audiobooks bei mir bedanke. Zu schön, wie jeder Fall im gemütlichen Wohnzimmer in der Baker Street beginnt.

Wo doch heutzutage Daten das neue Öl darstellen, aus dem die digitale Welt gebaut wird. Vor wenigen Jahren wäre ich über diesen Satz nicht gestolpert. Aber nun fand ich ihn bemerkenswert

Französische Bücher zu hören ist kein Kinderspiel.

Dafür belohne ich mich? Augenblicklich beispielsweise für ein Buch von Stefanie Grimaldie „Le premier jour du reste de ma vie.“  Liest die Autorin selbst, ist das Gelesene oft schwer zu verstehen. Aber hier liest eine Schauspielerin und dennoch. Sie spricht so undeutlich, zu begeistert und schnell, dass ich ständig nachhinke. Eben habe ich das Buch zum Lesen auf meinen Kindle geholt. Man kann gedruckte Bücher aus Frankreich ja nur schlecht beziehen. Ich hoffe, dass ich nach der Lektüre alles einfacher verstehen kann.

Meine größte augenblickliche Lesefreude ist die niederländische Autorin Simone van der Vlugt. Sie schreibt wunderbar! Einige ihrer Bücher sollen ins Deutsche übersetzt sein. Ich lese auf Niederländisch und schlage nur noch wenig im Übersetzer nach. Freude!!! Es ist die Detektivin Lois Trilogie, die mich so gefangen genommen hat: 1. Aan niemand vertellen, 2. Morgen bin ik weer thuis und 3. Vraag niet waarom. Literarische Krimis, die in jedem Moment interessant und beruhigend sind. Natürlich fließt auch einmal Blut. Aber nie wird mit dunklen Stimmungen hantiert. Man sieht, fühlt und begreift ununterbrochen. Richtig schön!

Jane Austins „Sense and Sensibility“ habe ich gerade zuende gehört. Ungekürzt. Wie die schreiben kann! Sie war und ist eine Inspiration für viele Schriftstellerin nach ihr.

mein Selbstportrait von mir gemacht und von Mel auf meiner Ausstellung erworben

So freue ich mich immer, wenn ich nachts wach werde, weil Bücher auf mich warten. Alte Menschen werden doch manchmal nachts wach. Die Zeit kann ich gut gebrauchen! Literatur ist wundervoll!

Was Freude macht

Aktiv sein macht augenblicklich besonders viel Freude. Wenn Musik dabei ist steigt die Stimmung besonders fühlbar und nachhaltig. Klaviermusik höre ich am liebsten von anderen gespielt. Obwohl ich mir das Gerät eigentlich zum Selberlernen angeschafft habe. Ein wenig kommt bei meinem Spielen auch dabei heraus. Aber ich spiele eben nur gern und übe ungern. Ich wollte das Klavier zum Alleine-Musik-Machen haben! Das habe ich nicht geschafft, jetzt ist es für gemeinsames Musizieren da. Über dem Klavier hängt meine Ukulele und auf der spiele ich tatsächlich täglich. Ich spiele sie und singe dazu. Und meine Stimmung steigt sofort erfreulich.

Anfänglich habe ich schon beim G-Griff gedacht, dass ich ihn nie hinkriegen werde, aber: siehe da, mein Online Course von der Idler Website war so gut, dass ich drangeblieben bin. Da saßen fünf Leute und übten auch. Vier junge Mädchen und ein älterer Herr. „Wenn der das kann, dann kann ich es auch“, hat mir mein Inneres gesagt. Und so war und ist es. Jetzt kann ich schon viele Griffe im Schlaf und das Liederrepertoire wird immer umfangreicher.

Mir fällt dabei auf, dass viele Lieder von Männern gemacht sind, die ihre lieben Frauen ansingen. Besonders auffallend ist das bei „Good Night, Ladies!“ Da wird musiklaisch bekümmert Abschied genommen und dann geht es extrem fröhlich weiter „Merrily we roll along…“ auf zu neuen Ufern.

Bei dem Lied „Scarborough Fair“ ändere ich das fröhlich, aus „she was a great love of mine“ wird bei mir „he was a great love of mine“. Nicht „then she’ll be…“, sondern „...he’ll be…“ Da macht das Singen noch einmal soviel Freude. Innerlich schmunzel ich. Bei „Greensleeves“ leide ich natürlich trotzdem mit dem abgewiesenen Lover. Ich mag Männer ja gern!

Neu ist im Repertoire „Best of Max Raabe, Songbook for Ukulele“. „Guten Tag, liebes Glück“ ist entzückend. Obwohl ich merke, dass der Schmelz des Liedes in der stimmlichen Gestaltung von Max Raabe liegt.

Auf dem Vasenschrank steht eine Skulptur aus Pappmaché. Und das wollte ich hier empfehlen. Aus schlichtem Zeitungspapier kann man mit Tapetenkleister wunderbar einen festen pampigen Brei machen und dann damit Plastiken formen. Getrockenet lassen sie sich gut bemalen. Das ist kreativ und kostet fast nichts. Für jedes Alter geeignet.

Meine Figur soll Hatschepsut darstellen – oder besser: an sie erinnern. Sie war eine Altägyptische Königin und regierte fast 20 Jahre, von 1479 bis 1458 v. Chr. Ihre Zeit war besonders blühend und fast ohne Krieg. Das nenne ich Regierungskunst. Ihr Grab wurde erst 1799 entdeckt.

Unter meinem Cello, das ich glücklicherweise oft mit Rainer für Celloduette (eigentlich -duos) aktivieren kann – riesengroße dankbare Freude! – steht mein Frosch aus Marmor geschlagen. Weil ihn in Naturfarbe keiner erkennen konnte, habe ich ihn – wie es im Alten Griechenland Brauch war – bunt angemalt. Da war es allen klar: ein Frosch!

Auf der Erde krabbelt meine Schildkröte aus Travertin geschlagen, einem sehr italienischen Stein. Um solche Skulpturen zu schlagen bedarf es natürlich eines kleinen Ateliers. Das hatte ich auf der Dachterrasse und da trinken wir nun immer Kaffee, wenn es nicht warm genug draußen ist.

Hier ist alles für unser Streichquartett aufgebaut. Schon mit den selbst neu bezogenen Stühlen. Aber Streichquartett ist augenblicklich nicht möglich.

Ich wünsche allen Musik im Leben und gute Ideen für Aktivitäten. Und danke, dass in dieser Zeit auch Fremde oft so freundlich lächeln. Ich lächel eifrig zurück – manchmal sogar zuerst.

Das fand ich lieb.

Ich bin ja ein Chinesisch-Fan. Ich habe es an der Uni HH studiert, ein Jahr in Shanghai gelebt und nun versuche ich es mit Hilfe einer wunderbaren Website http://www.chinesepod.com gegenwärtig zu halten. Täglich bemühe ich mich, wenigstens einen der kurzen Filme zu sehen, der dann in Englisch durchleuchtet wird. Das macht Spaß und lehrt mich Neues.

Manchmal entscheide ich mich auch zum Chinesisch Lesen und Schreiben. Im März habe ich dann begonnen Charles Dickens OEuvre „Great Expectations“ auf Chinesisch zu lesen. Inzwischen haut mich auch nicht mehr um, dass die Chinesen einfach ein berühmtes Plot nehmen und andere Personen, Orte und Aktivitäten an die Stelle setzen. Uns „sträubt sich das Fell“ ob dieser Kopier-Unbekümmertheit. So habe ich Jane Austins „Emma“ auch schon in total chinesischen Umständen gelesen. Es wird durchaus auf Jane Austin hingewiesen, aber unser Gefühl für Copyright muss richtig beruhigt werden.

Ich habe also im März zu lesen und schreiben begonnen. Chinesepod war also für eine Weile out. Nun ist ja die Corona Krise. Das ändert offensichtlich alles. Da bekomme ich doch tatsächlich Ende März diesen freundlichen Brief aus Shanghai:

  Dear Elisabeth,

My name is Elsha Yiu, and I’m the Academic Director here at ChinesePod.

Just to let you know, we at ChinesePod are still working from home during the crisis. I ran some statistics on our current users, I have seen that you have used Chinesepod in January and February, but have not logged in for the entire March! So I want to reach out and help you find out how the ChinesePod system can work for you – as it already helped tens of thousands of students learn and master Mandarin Chinese.

Trust me, learning and mastering Mandarin Chinese is not as hard as you think, the beginnings are a little hard – but please let me help you find a way. With our app, the recap system and our various products to integrate the learning experience into the flow of your day, you can do it.

Hope to hear from you, and stay safe!
Elsha Yiu, 姚頌莊Academic Director | ChinesePod LLCelsha@chinesepod.com212-666-8000 | Office212-763-3755 | Directwww.chinesepod.com|

Dass sich am anderen Ende der Welt Menschen um mich Sorgen machen! Das fand ich sehr lieb. Hat mein Herz berührt!

Darum habe ich gleich geantwortet:

你好很可爱的Elsha Yiu,

我非常高兴你管我。你找到我没看chinesepod。你说的很对。但是我不病。也没有对chinese pod 失去兴趣。原因是这个:我买了chinese graded reader “美好的 前途”(上)。所以我现在每天都读书和写半夜中文字的这本书。

我跟chinesepod 非常满意。那么好的想法。我用chinesepod因为我不想忘了我学了的中文。我学了中文在汉堡大学。我是一个退休的老师。 退休以后我学习汉语。然后我一年来了住在上海。在上海我教了英文,法语,德文。我也说意大利语。但是在上海没人想学习。

我是八十一岁。我非常喜欢学习和生活外国里。我现在总是教我学习的外语。我的学生给我机会复习。

Den Rest des Briefes erspare ich euch. Ich konnte ihn leider nicht kopieren, weil dann einige chinesische Zeichen einfach zu Kästchen werden. Aber ich habe mich doll gefreut über die chinesische Aufmerksamkeit.

Dieses Foto habe ich gestern auf meinem Einkaufsweg am Hofkanal entlang aufgenommen. Ist das nicht sehr österlich? Ich dachte, das ist ein schöner Ostergruß. Macht es euch allen rundherum so schön ihr könnt. Das machen wir auch. Frohe Ostern allen Lieben und beste Gesundheit mit viel Sonne und frischer Luft.

Immer in der Schwingung der Freude zu sein,

das habe ich mir 2011 vorgenommen. Auf diese schöne Idee bin ich durch die Bücher von Kerstin Simoné gekommen. Thoth beschreibt da die vornehmste Aufgabe für die Lebenszeit: immer in der Schwingung der Freude zu sein, seine Gedanken selbst steuern zu lernen und nicht ständig zu werten und (ver)urteilen. Grundeinstellung zu allem: ICH LIEBE MiCH BEDINGUNGSLOS. Die Schwingung der Freude kann ich sehr schnell bei mir herstellen. Wie?

Magnolien vorm Fenster

Morgens beim Aufwachen docke ich gleich an die „helle Wolke“ an. Lasse mir nur Positives einfallen. Für Unangenehmes denke ich mir gleich eine neutrale oder positive Interpretation aus. Dann liebe ich mich bedingungslos mit einem freundlichen Lächeln im Spiegel – als Erinnerung! Ich sehe mein Gesicht und meine Gestalt heute lieber als vor 50 Jahren. Und da war ich bestimmt knackiger, hübscher, ansehnlicher. Aber damals hatte ich immer etwas an mir harsch zu kritisieren. Heute bin ich einfach ich. So wohltuend. Da beginnt der Tag schon mal sehr schön!

Glücklicherweise merke ich inzwischen ganz schnell wenn meine Stimmung sackt. Das zu merken bezeichne ich als den 1. Schritt. Dann überlege ich sofort, für wieviele Dinge im Leben ich total dankbar bin. 2. Schritt! Das sind so viele: dass ich lebe, wo ich lebe: in Europa, Deutschland, Hamburg. Wieviele schwierigere Umstände hätten möglich sein können! Dann bin ich meist schon wieder oben (3. Schritt!), aber ich könnte stundenlang so weiter aufzählen. Sogar die Schwierigkeiten fallen mir als wunderbare Lern-Probleme ein: daran könnte ich gut weiterwachsen. Mit dem Gefühl der Dankbarkeit ist die Schwingung der Freude wieder voll in ihrer Frequenz.

Jetzt ist ja die Corona Krise. Die erlebe ich wie eine neue Spielanordnung. So: Aha, es gibt neue Bedingungen unter denen ich leben und lernen soll, darf, kann. Wie kann ich jetzt in der Bedingungslosen Selbstliebe, in der Schwingung der Freude, im Steuern meiner Gedanken, im Nicht-(Ver)urteilen bleiben. Das mit dem Bewerten und Urteilen fällt mir immer noch schwer. Aber ich übe – wenn ich es merke. Das tue ich oft erst hinterher.

Zu meiner großen Freude habe ich in Bezug auf Schwingung und Frequenz nun folgenden Text als App erhalten. Ich war überrascht, weil ich nicht wusste, dass man meine Schwingung der Freude messen und in Zahlen ausdrücken kann. Für mich ist das ein Gefühl. So wie Sonne im Bauch: leicht, warm und hell.

Hier der Text:

„Wie bei jedem anderen Virus hat COVID-19 eine niedrige Schwingung (ca. 5,5 Hz-14,5 Hz). Bei 25,5 Hz und höher stirbt das Virus.
Für eine Person, die in hohen Schwingungen lebt, d.h. in Verbindung mit der Seele ist, ist es nicht gefährlicher als eine akute Atemwegsinfektionen, weil der Körper eines gesunden Menschen höher „schwingt“. Nur gelegentlich rutscht er aus verschiedenen Gründen in niedrigere Schwingungen.
Die Gründe dafür können mehrere Störungen in der Energiebilanz sein… (Müdigkeit, emotionale Erschöpfung, Unterkühlung, chronische Krankheiten, Nervenspannung, Stress, Überforderung usw.).
Das Virus ist in der Natur, also außerhalb des Körpers, nicht widerstandsfähig…
Die durchschnittliche Gesamtfrequenz der Erde beträgt heute 27,4 Hz und wäre daher destruktiv für das Virus, aber es gibt Orte, an denen diese Frequenz reduziert wird, d.h. natürliche oder künstlich geschaffene geopathische Gebiete (Krankenhäuser, Gefängnisse, Elektroleitungen, U-Bahn und öffentliche Elektrofahrzeuge, Einkaufszentren, Büros, Kneipen usw.), wo die Schwingungen unter 20 Hz fallen.
Für Menschen mit niedriger Vibration ist dieses Virus gefährlich:
So hat Schmerz eine Schwingung von 0,1 bis 2 Hz;
Angst – von 0,2 bis 2,2 Hz
Ärger/ Wut – von 0,6 bis 3,3 Hz
Entzündliche Prozesse – von 0,9 bis 3,8 Hz;
Innere Unordnung – 0,6 bis 1,9 Hz;
Stolz -0,8 Hz;
Größenwahn-Megalomanie-3,1 Hz;
Einsamkeit – 1,5 Hz;
Überlegenheitsgefühl – 1,9 Hz;

STATTDESSEN…
Großzügigkeit – 95 Hz;
Dankbarkeit – 45 Hz;
Dankbarkeit von Herzen – 140 Hz und mehr;
Wertschätzung – 144 Hz und mehr;
Einfühlungsvermögen – 150 Hz
Liebe (wie man sie zu jemandem sagt), das heißt, wenn eine Person versteht, dass Liebe ein gutes, helles und großes Gefühl ist, aber noch nicht gelernt hat, mit dem Herzen zu lieben, Vibration-50 Hz; „ich liebe dich“
DIE LIEBE, die eine Person mit ihrem Herzen zu allen Menschen ohne Ausnahme und allen Lebewesen fühlt – 150 Hz und mehr;
Bedingungslose Liebe – 205 Hz und mehr.


Seit Jahrtausenden betrug die Frequenz unseres Planeten 7,6 Hz. Die Physiker nennen es Schumann-MRT und es liegt an dem Schlag, der durch die Strahlen im Raum zwischen Erde und Ionosphäre erzeugt wurde, der als Wellenführer und Resonator spielt.
Der Mensch fühlte sich unter diesen Bedingungen wohl, da die Vibrationsfrequenz seines Energiefeldes dieselben Parameter, 7,6-7,8 Hz, hatte.
Die Frequenz von Schumann hat sich jedoch rasch erhöht. Wir folgen der Dynamik:
Januar 1995 – 7,80 Hz
Januar 2000 – 9,3 Hz
Januar 2007 – 9,80 Hz
Januar 2012 – 11,10 Hz
Januar 2013 – 13,74 Hz
Januar 2014 – 14,86 Hz
März 2014 – 15,07 Hz
April 2014 – 15,15 Hz.
2020 haben wir 170 hz erreicht.
Auch wenn wir die Situation wissenschaftlich betrachten, wird klar, dass eine Person, die ihre Schwingung nicht erhöht, bald auf die eine oder andere Weise den Planeten verlassen wird, und weder die hohen Sozialbereiche noch das angesammelte Kapital helfen werden…

Also sollten wir keine Angst haben!

Du kannst deine Schwingung erhöhen, indem du mit dir selbst in Verbindung gehst und bewusstes Verhalten von Einheit und Liebe aktivierst, dich regelmãssig in der Natur bewegst, meditierst und
jede negative Emotion vermeidest, denn sie schließt den Zugang zum höheren Bewusstsein aus.
Autor: Unbekannt, gefunden von Renata Beffa“

Der Text hat mich gefreut und darum gebe ich ihn hier weiter.

Simultantheater und Theatre of Simultaneous Perception (in Deutsch and in English)

Weltfrauen-Tag aber: Gleichheit ist undenkbar! (1)

Entweder-oder ist eine Binsenweisheit. Seine Struktur als Denkmuster ist die Zentralperspektive.

Augenpunkt, Fluchtpunkt, Rahmen des Ausschnitts und alles ist bereit für den begeisterten Ausruf in der Renaissance „Was für eine süße Sache ist die Perspektive“.

Die Zentralperspektive erweckt den Eindruck, dass sich die in einem Bild dargestellten Objekte so verhalten, wie sie es in der Realität tun würden. Alle Linien, die in die Tiefe des Raums gehen, verlaufen zu einem Fluchtpunkt, der an der Horizontlinie liegt.

„Mit den Begriffen Humanismus und Renaissance beziehen wir uns auf jene künstlerisch-literarischen Perioden – in gewisser Weise überschneiden sie sich -, die dem 15. und 16. Jahrhundert zugeschrieben werden können. In dieser Epoche in Italien wie in anderen europäischen Ländern ist man Teil einer umfassenden Neubewertung des Menschen, der im Gegensatz zum mittelalterlichen Denken zum Eckpfeiler des Universums wird. Der Mensch tritt an die Stelle Gottes, weil er sein eigenes Schicksal konstruieren, Natur und Geschichte kontrollieren kann, ohne auf göttliche Fürsprache zurückgreifen zu müssen. “ (Übersetzt von mir. Zitiert aus https://www.studenti.it/umanesimo-e-rinascimento-riassunto.html)

ESSERE UMANO – wie im Originaltext – bedeutet  „männliches Wesen“. Wie in fast allen Sprachen werden Frauen unter dem Wort Mann zusammengefasst: homme, man, uomo usw. Das deutsche Wort Mensch stammt aus dem Jiddischen. Was für eine wohltuende Ausnahme! Mensch meint nicht Mann oder Frau, sondern beides.

Gott wird in den Himmel entlassen. Auch die Natur ist zu vernachlässigen. Frauen als Teil der Natur werden „natürlich“  unwesentlich.

Wo kann man am besten zeigen wie man sich die Welt vorstellen und denken soll? Auf der Bühne! Im Theater!

Kein anderer als Niccolò Macchiavelli schrieb das erste Stück für diese Theaterform.  Ein Stück, in dem eine tugendhafte Frau durch ihre korrupte Mutter und ihren korrupten Beichtvater schließlich dem Fluchtpunkt willig wird. Dem Mann. Dem Held der Verschwörung.  
Da die Zentralperspektive auch die Konstruktionsform der Kamera ist, werden wir auch heute in Film und Fernsehen kontinuierlich mit der Realität der Zentralperspektive bombardiert. In Form von entweder-oder. Der unsichtbare Fokus dahinter ist immer der Mann.   
Frauen wollen Männern gleichgestellt sein. Innerhalb des Gedankenmusters der Zentralperspektive kann dies jedoch nur bedeuten, dass Männer ihren Machtplatz verlieren.  
Warum liegt mir dieses Thema so am Herzen?  
Während meines Theaterstudiums in London an der Central School of Speech and Drama hatte ich eine Vision von einer ganz anderen Art von Theater.
Camden, Kentish Town, Patshull Road; während ich duschte, sah ich plötzlich über dem abfließenden Wasser eine rotierende Plattform, in die zwei kleine rotierende Plattformen eingelassen waren. Ich wusste sofort, dass alles eine Theaterbühne bedeuten sollte. Ich sah, dass auf der großen Bühne ein Problem aufgetreten war und plötzlich dieselben Schauspieler gleichzeitig auf jeder der beiden kleinen Drehbühnen auftraten und dasselbe Problem auf zwei verschiedene Arten lösten - simultan.  Ich war beeindruckt und glücklich. Die Idee des Simultantheaters war geboren. 

Die Lösung in gleichzeitigen alternativen Prozessen zeigt Kontrast als Dimension. Ein neues Denkmuster wird provoziert: SOWOHL ALS AUCH. Männer verlieren ihre Position nicht und Frauen gewinnen sie. Gleichheit wird denkbar!

David Hockney hat in den frühen Achtzigern das Dilemma der Zentralperspektive erkannt und in dem Stuhl im anders dargestellt. Der Stuhl wird nach hinten nicht schmaler wie in der Zentralperspektive. Hockney hat argumentiert, dass der Mensch klein sei und der menschliche Blick in die Schöpfung Gottes sich dann unendlich weite. Mann, Frau und Natur ist alles EINE Schöpfung Gottes.

Das hat mich damals so begeistert, dass ich ihm geschrieben habe mit der Bitte, seinen Stuhl als Demonstration zeigen zu dürfen. Ich habe mich in der Anfrage Elis genannt und wie man auf dem Foto sieht habe ich  auch eine Antwort erhalten. So schön ist es, ein junger Mann mit einer Idee zu sein. Elis, nicht Elisabeth! Dann habe ich ihm, wie gewünscht, mein Konzept zugesandt — und nie wieder etwas von ihm gehört. Ich hatte mit Elisabeth unterzeichnet. Als Mann hätte ich vermutlich wenigstens eine Absage bekommen. – Das Thema liegt mir am Herzen, weil ich eine Frau bin!

IN ENGLISH

World Women’s Day  but: equality is unimagenable! (1)

Either-or’ is a well known truism. Its structure as a thinking pattern is the Central Perspective.

Eye point,vanishing point, the frame of the cut-out and everything is ready for the enthusiastic exclamation in the Renaissance „What a sweet thing is the perspective“.

The central perspective creates the impression that the objects depicted in an image behave like they would in reality. All lines that go into the depth of the room run towards a vanishing point that lies on the horizon line.

“With the terms Humanism and Renaissance we refer to those artistic-literary periods – in a way they overlap – that can be attributed to the 15th and 16th centuries. In this epoch in Italy like in other European countries, one is part of a substantial reassessment of man who, in total contrast to medieval thinking, becomes the cornerstone of the universe. Man takes the place of God, namely because he can construct his own destiny, control nature and history without having to fall back on divine intercession.” (Translated by me. Quoted from https://www.studenti.it/umanesimo-e-rinascimento-riassunto.html)

ESSERE UMANO – as in the oiginal text – translates into “male being”. As in almost all languages, women are subsumed under the word man: homme, man, uomo etc. The German word Mensch comes from Yiddish. What a wonderful exception! Mensch is neither man nor woman, but both.    

God is released into heaven. Nature too is to be neglected. Women as part of Nature are ‘naturally’ out of focus.  

Where can you best show the way how to imagine and think? When performing! On stage! In the theatre!
None other than Niccolò Macchiavelli wrote the first play for this form of theatre. A play in which a virtuous woman, through her corrupt mother and her corrupt confessor, finally becomes willing to the vanishing-point. The man. The hero of the plot. 
Since the central perspective is also the construction form of the camera we are today continuously bombarded in films and television with the reality of the central perspective. In the form of either-or.  
Women want to be ​​equal to men. But within the thought pattern of the central perspective this can only mean for men to loose their place of power.  
 

Why is this argument so dear to me?

During my graduate theater studies in London at Central School of Speech and Drama I had a vision of a completely different kind of theatre.

Camden, Kentish Town, Patshull Road; I was taking a shower  and suddenly to my feet over the draining water I saw a rotating platform into which two small rotating platforms were incorporated. I knew immediately this ment a theatre stage.

I saw a problem had arisen on the big stage and the very same actors suddenly appeared at the same time on each of the two small revolving stages and solved the same problem in two different ways – simultaneously.

I was impressed and happy. The idea of ’Theater of Simultaneous Perception’ was born.   

The solution in alternative processes shows contrast as a  dimension. It provokes a new possible thinking pattern: As WELL AS. Men do not loose their position amd Women get it too. Equality is conceivable!  

David Hockney recognized the dilemma of the central perspective in the early eighties and depicted it in a chair in reverse perspective. The chair does not become smaller backwards which is the way of the central perspective. Hockney argued that man is small and that the human gaze into God’s creation in this way of representation expands indefinitely.

Man, woman and nature are all creations of God.  At that time I was so enthusiastic that I wrote to Hockney asking him to be allowed to show his chair as a demonstration of my Simultaneous Theatre. I called myself Elis and, as you can see in the photo I received an answer. It’s so nice to be a young man with an idea. Elis, not Elisabeth! Then, as requested, I sent him my concept – and never heard from him again. I had signed with Elisabeth. As a man, I would possibly at least have had a rejection. 

My being a woman makes the subject also dear to me!



 

Ein Besuch im Simultantheater (4)

Hamburg hat das erste Simultantheater-Haus. Die gläserne Kuppel glitzert in der Sonne.

Manche gehen besonders gern in die Matinee-Vorstellung. Immer noch ist es ungewohnt ein Theaterstück unter der Beleuchtung der Sonne zu sehen.

Fast wie im Antiken Griechenland. Die Zuschauer haben damals im Amphitheater ihren Platz eingenommen bevor die Sonne aufging. Die Sonne war der große Scheinwerfer: das Stück konnte beginnen. Das Licht der Erkenntnis strahlte über alle.

Auch im Simultantheater hat es seinen besonderen Charme im Licht der Sonne auf den   Amphitheater-Plätzen rings herum Platz zu nehmen und auf die große Drehbühne hinunter zu sehen.

Spannend ist der Anfang des Stückes. Auf der sich sehr langsam drehenden Bühne wird die Ausgangssituation dargestellt. Das Problem ist nicht gleich klar. Wer von den dargestellten Personen wird irgendwann nicht wie angenommen weiteragieren? Wo ist die Zäsur?  Derjenige, der eine andere Richtung einschlagen will, wird gedoppelt, hat ein zweites Ich auf der zweiten kleinen Drehbühne.

Die beiden in die große Drehbühne eingelassenen kleineren Drehbühnen setzen sich langsam in Bewegung. Die große Drehbühne dreht sich weiter langsam in entgegengesetzter  Richtung. Gleichzeitig verfolgt man nun die zwei Möglichkeiten eine Situation zu leben. Wie eine Einübung in persönliche Freiheit.

Die Schauspieler spielen immer zum Publikum, egal wie sie sich drehen und wenden.

Die Körpersprache der Schauspieler ist frei. Die Bühnen drehen sich und so spielen sie nicht aus einem Rahmen heraus.

Manche Simultantheater-Besucher lieben besonders den Moment, wenn ein neuer Darsteller auf die Bühne kommt und alle Spieler bewegungslos einfrieren. Wie Skulpturen stehen sie mitten in ihren Bewegungen eingefroren da! Gelassen hat man Zeit sie zu betrachten.  

Keiner wundert sich, dass die beiden gleichzeitig agierenden und sprechenden Darsteller tadellos zu verstehen sind. Vielleicht hätte man das früher nicht so einfach aufnehmen können? Man sieht ja kein neues Problem, sondern lediglich eine andere Möglichkeit desselben.

Viele Zuschauer haben während der Aufführung sogar schon eine weitere Möglichkeit in petto. Zu schön, wie viel Auswahl wir Menschen haben und oft nicht sehen und leben. Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als auch.

Kontrast ist das Spannungsmittel dieser Theaterstücke. Ist es auf der einen Bühne angenehmer, neigt der Zuschauer selber auch zu  dieser Lösung. Dann aber scheinen beide Leben gut. Was nun mit den Emotionen? Gibt es das? Beides ist gut? Da bleibt das Urteilen auf der Strecke. Dann ist es plötzlich auf der ursprünglich negativeren kleinen Drehbühne viel besser. Schon bekommen wir etwas Abstand zum Geschehen. Man ist schließlich kein Blatt im Wind. Und als beide Bühnen keinen Grund zur Freude zeigen entwickelt man plötzlich Empathie. Ja, so sind wir Menschen! Diese Kontraste produzieren neue Gefühle!

David Hockney – ein anderer Blick auf die Welt (3)

David Hockney „Stuhl aus dem Jardin du Luxembourg“

In diesem „Stuhl aus dem Jardin du Luxembourg“  von David Hockney ist das Umdenken von  der Vorstellung Zentralperspektiven-Zwangsjacke zur Vorstellung des offenen Blickes für die ganze Schöpfung repräsentiert.

Ein Fotoapparat – die Zentralperspektive schlechthin: der Fotografierende=Augenpunkt, der Apparat in die Richtung des zu Fotografierten=Rahmen, das Scharfgestellte=Fluchtpunkt, hätte den Sitz des Stuhles ganz anders gezeigt. Der Stuhl wäre uns vorn wirklichkeitsgetreu erschienen. Das entspricht dem Rahmen. Dann hätte die Perspektivmaschine Kamera den Sitz des Stuhles nach hinten schmaler gemacht. Ganz im Sinne des Fluchtpunktes.

David Hockney hat das in der Jahreswechselausgabe der VOGUE 1986 (?) so gesehen, dass der Mensch die Augen öffnet und SIEHT – und Gottes Schöpfung unermesslich groß ist. Die Wahrnehmung verengt sich nicht auf einn Punkt, sondern der Blick wird weit.

Ziemlich erfolgreich und folgenschwer hatte die Männerbewegung des „Umanesimo“, mit der Zentralperspektive Natur und Frau unwesentlich und für eigene Zwecke benutzbar gemacht.

Nun ist das allerdings keineswegs für jeden Mann ein Grund zum Jubeln! Ein Mann besitzt zwar das einzig möglich DENKWÜRDIGE menschliche Geschlecht, aber Maschinen haben ihren eigenen unerbittlichen Mechanismus: Jeder Mann, der nicht dem Ideal des zentralperspektivischen Fluchtpunktes entspricht – einzig, mächtig und strahlend – muss sich als defizitär erleben. Der einzige Trost, der ihm immer wieder bleibt ist der, dass er wenigstens keine Frau ist.

Der erste philosophische Zentralperspektiven-Spezialist Niccolò Macchiavelli hat die Fadenzieh-Vermessungstechnik in seinem bis heute wahren Anleitungsbuch der Macht geschrieben. „Der Fürst“ heißt das Buch. Der Fürst, im Kleinstaatenland Italien, DER prächtige Alleinherrscher. Er ist der ideale Fluchtpunkt, das Ideal des Fluchtpunktes. Im Kleinstaatenland Deutschland kam diese Form – perfekt durch Albrecht Dürer vermittelt – sehr gut an.

Macchiavelli wusste auch, durch welches Medium diese Sichtanordnung der Welt perfekt und ohne Nennung der Strippenziehung zu vermittelt war: durch das Theater!

Quantenphysik + ein neues Wort: disruptiv (2)

Das Adjektiv disruptiv bedeutet „etwas Bestehendes auflösend oder zerstörend“.

Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Innovationen und Forschung verwendet. Eine „disruptive Technologie“ ist eine neu aufgekommene Technik, die eine alte obsolet* macht und damit völlig ablöst oder weitestgehend verdrängt. Beispielsweise hat das Auto die Kutsche verdrängt, das Smartphone hat andere Mobiltelefone sowie zahlreiche weitere elektronische Geräte abgelöst und die Digitalkamera hat die Fotofilmindustrie schwer getroffen.

*Als obsolet bezeichnet man im Deutschen Dinge,  Ideen, Anschauungen und ähnliches, wenn sie überholt und nicht mehr üblich sind. Obsolet ist also alles, was durch Neues ersetzt und damit überflüssig geworden ist. (zitiert http://www.neues wort.de)

So disruptiv die Quantenphysik für das Grundlagenverständnis der Wirklichkeit in der Physik, so disruptiv ist die Vorstellung des Simultantheaters für das, was wir assoziieren, wenn wir das Wort Theater hören.

Simultantheater: Dasselbe entwickelt sich gleichzeitig  in zwei Möglichkeiten. In der Folge der Vorstellungsfähigkeit jedes Einzelnen, was bis jetzt als Ver-zwei-flung hier als Kontrast der eigenen Möglichkeiten zu erfahren.

In de Quantenphysik vielleicht so:

Zwei Quantenphysiker an zwei unterschiedlichen Orten am Telefon. Beide bester Stimmung. Das ist nicht ihre erste Untersuchung eines Quants. Sie haben jeder ein – ihr – Ergebnis gehabt.

Physiker A: Jetzt gucken wir uns dieses winzige kleinste Teilchen unserer großen Wirklichkeit, das Quant, mal ganz genau an, mein Lieber! Es ist ein Teilchen, sage ich dir!

(A. denkt nicht nur, sondern hat bereits ein Ergebnis gehabt: die Beschaffenheit ist ein Teilchen.

Physiker B: Haha, das machen wir! Ich weiß bereits, dass es eine Welle ist.

(B. andere denkt nicht nur, sondern hat wiederholt das Ergebnis gehabt: die Beschaffenheit ist eine Welle.)

 A. + B.: Einer nur kann Recht haben!“ (Beide sind sich ihres Sieges sicher, denn entweder-oder. So war es immer schon.)  

Aber das Quant ist nicht an sich ein Ding, sondern – ÜBERRASCHUNG – durch die Erwartung des Untersuchenden nimmt es die Gestalt an, die der Untersuchende erwartet: für den Teilchen-Überzeugten wird es zum Teilchen, für den Welle-Überzeugten wird es zur Welle. Sowohl-als auch! A. findet, was er  gedacht hat, B. findet auch was er gedacht hat.

Das ist so unglaublich und unvorstellbar, dass bei allem Geschrei über Quantencomputer und ihre alles überragenden Eigenschaften und Möglichkeiten dieses Moment hinten runter fällt: Die Gedanken der Untersuchenden haben Wirklichkeit erzeugt.

Gedanken erzeugen die kleinsten Bausteine der Welt! Oder: Was wir erwartend denken, ist für unsere Wirklichkeit fundamental. Das ist disruptiv!

Dasselbe so und anders.

In diese neue Welt  als Vorstellung von Wirklichkeit gehört mein Simultantheater. Dieses Theater ist nicht in Bau, Bühne und Zuschauerraum größer und schöner und so weiter, sondern total anders.

Wie anders? Es gibt bisher kein Gebäude, das ein Simultantheater beherbergen könnte und es gibt auch keine Theaterstücke dafür. Bis auf die, die ich selbst – oder mit dem  Hamburger Richtertheater zusammen – geschrieben habe.

Das ist für mich das Kriterium: Die äußere Form und der in ihr dargestellte Inhalt entsprechen sich. Für das Fürstentheater aus der Renaissance, das bis heute in Bau und Inhalt als  Bürgertheater übernommen wurde, schrieb Niccoló Macchiavelli das erste Theaterstück. Die Aussage der bürgerlichen Theaterform ist das heimliche Versprechen der Individualität. Jeder Mann kann zum Fluchtpunkt, dem Fürst, werden. Jederman, was die Frauen mit einschließt, eher nicht: das geht nur in der Operette mit der lustigen Witwe.

Das Simultantheater muss ein Rundbau sein, in dem das Publikum im Kreis um die Bühne amphitheater-mäßig sitzt und auf das Bühnengeschehen hinunter sieht. Die runde Bühne dreht sich langsam in eine Richtung. Das bedeutet, die Schauspieler müssen nicht darauf achten, dass sie dem Publikum den Rücken zukehren. Sie spielen nicht aus einem Bilderrahmen. Wenn das Theaterstück einen Krisenpunkt, erscheinen auf zwei kleineren Drehbühnen, die in große Drehbühne eingebaut sind und sich in Gegenrichtung drehen, die Personen des Stückes in doppelter Ausführung. Die Praxis hat gezeigt, dass schon wenige Indizien (Kostüm + Maske) dem Publikum klarmachen, dass es sich um dieselbe Person handelt.

Anekdote

Die 10. Klassen Schüler meines Theaterkurses wollten irgendwann „endlich“ einmal in meiner neuen Theaterform ein Stück improvisieren. Ich hatte mich immer sehr zurückgehalten, wollte mit meinen Ideen nicht „nerven“. Entstanden ist dieses Stück, das vor den großen Ferien vor der Schulgemeinde ab 8. Klassen vorgeführt wurde. Natürlich noch in der einzigen Bühne, die wir hatten, aber eingeteilt in rechte Bühnenhälfte und linke Bühnenhälfte.

Wenn ich das jetzt beschreibe, kann ich die beiden Geschehen nur nacheinander berichten, aber vorstellen muss man es sich gleichzeitig – was den besonderen Witz und neue Gefühle produzierte.

Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Hälfte der Bühne sieht man einen Vater, der vorbildlich die Feriengarderobe von Mutter und Kind in den Koffer faltet. Sie reden rechts und links dasselbe, was man so vor Ferienbeginn sagt: Mallorca, Hotel, Wetter.

Hinter den Zuschauern kommt zweimal dieselbe Sekretärin des Vaters im Trenchcoat – glücklicherweise gab es zwei im Fundus! – in Richtung Bühne und sagt auch rechts und links gleichzeitig Folgendes:

Sekretärin: Jetzt fährt der schon wieder mit seiner Frau in die Ferien! Jetzt reicht es mir. Heute fällt die Entscheidung!“

Sie kommt gleichzeitig auf der Bühne an, klingelt. Auf beiden Seiten öffnet die Frau mit dem neugierig interessierten Kind hinter ihr, das sofort auf beiden Seiten ruft:

Kind: Oh, Tante Monika, gehen wir wieder ein Eis essen?

Sekretärin (erregt schluchzend): Ich bin die Geliebte ihres Mannes. Seit 10 Jahren die Geliebte ihres Mannes!

(Da erscheint der Mann hinter dem Kind.)

Vater: Monika, was willst du denn hier?

Sekretärin: Jetzt ist Schluss mit dem Theater, Bernhard. Jedes Jahr versprichst…. (das Übliche)

Kind (begeistert); Tante Monika!

Mutter links: Was, du hast eine Geliebte?  Mutter rechts: Deine Sekretärin deine Geliebte!

Vater links: Was redest du da.             Vater rechts: Was redest du da?

Kind links Wir fahren in die Ferien.             Kind rechts: Wir fahren nach Mallorca!

Sekretärin: Entscheide dich jetzt.          Sekretärin rechts: Entscheide dich!

Vater: Zerstöre nicht mein Leben.         Vater: Zerstöre nicht mein Leben.

Mutter:  10 Jahre!                                   Mutter rechts: Moment mal. Du hast eine Geliebte!

Links beginnt die Mutter zu schluchzen, ihr Mann umarmt sie zärtlich. Da zieht Sekretärin einen Revolver aus der Trenchcoat-Tasche und erschießt erst den Vater, dann die Mutter, dann sich. Nach jedem Schuss ruft das Kind den Namen des zur Erde Fallenden: Papa!, Mama!, Tante Monika!

Rechts geht die Mutter nach hinten in den Raum, nimmt eine Handtasche, eine Jacke und einen Schlüssel und wendet sich freundlich an die verblüffte Sekretärin.

Mutter rechts: 10 Jahre schon. Da hätten sie wirklich früher kommen sollen. Das Kind kennen sie, hier sind die Autoschlüssel, gepackt ist fast. Meine Sachen im Koffer sind für Sie oder wen auch immer. Ich habe die Kreditkarte hier. Ich komme zurecht. Schöne Ferien!

Da sich das gleichzeitig abspielt, hört man hier auch das Kind rufen: Papa!, Tante Monika! Und lauter Mama, Mama.

Das Stück war ein rasanter Erfolg mit viel Gelächter.

Heute Weltfrauentag, aber: Gleichberechtigung ist nicht denkbar! (1)

‚Entweder-oder’ ist unsere Binsenwahrheit. Als vermessene Struktur hat dies die Zentralperspektive als Denk-Vorbild zementiert. Augenpunkt – Fluchtpunkt, ein Rahmen, der den Ausschnitt begrenzt und fertig ist alles für den begeisterten Ausruf aus der Renaissance „Was ist die Perspektive für ein süßes Ding“.

„Mithilfe der Zentralperspektive entsteht der Eindruck, als würden sich die dargestellten Objekte eines Bildes so verhalten, wie sie es auch unter Sehbedingungen in der Wirklichkeit tun würden. Dabei verlaufen sämtliche Linien, die in die Tiefe des Raumes gehen, auf einen Fluchtpunkt zu, der auf der Horizontlinie liegt.“ (zitiert aus Wikipedia unter dem Stichwort Zentralperspektive)

„Con i termini Umanesimo e Rinascimento indichiamo quei periodi artistico-letterari, in un certo senso sovrapponibili, ascrivibili ai secoli XV e XVI. In questa epoca, in Italia come negli altri paesi dell’Europa occidentale, si assiste ad una sostanziale rivalutazione dell’essere umano che, in totale contrasto con il pensiero medievale, viene considerato il cardine dell’Universo. L’uomo prende il posto di Dio, dunque, in quanto capace di costruire da sé il proprio destino, di dominare la natura e di storia senza dover ricorrere rendersi protagonista della all’intercessione divina. (zitiert aus https://www.studenti.it/umanesimo-e-rinascimento-riassunto.html)

„Mit den Begriffen Humanismus und Renaissance bezeichnen wir jene künstlerisch-literarischen Perioden – in gewisser Weise überlagern sie sich – die dem 15. und 16. Jahrhundert zuzuschreiben sind. In dieser Epoche ist man in Italien wie in anderen europäischen Ländern Teil einer substanziellen Neubewertung des Menschen, der, im totalen Kontrast zum mittelalterlichen Denken, zum Eckpfeiler des Universums wird. Der Mann  nimmt den Platz Gottes,  ein und zwar weil er sein Schicksal selbst konstruieren/bauen, die Natur und die Geschichte beherrschen kann ohne auf göttliche Fürsprache zurückfallen zu müssen.“ (übersetzt und von mir)

ESSERE UMANO = Mensch, aber UOMO = Mann. Wie in fast allen Sprachen wird Frau unter dem Wort Mann  subsumiert: homme, man, uomo etc. Das deutsche Wort Mensch, das aus dem Jiddischen kommt, ist eine wohltuende Ausnahme.  In der Vorstellungsform der Perspektive ist die Frau als Mensch nicht repräsentiert. Klarer Maskulismus. Nein, keine Not für einen –ismus, denn die andere Ausgabe des Menschen, die Frau, ist aus dem Vorstellen und Denken gelöscht.

Klar, das war eine große Freude: man glaubte und empfand die Wirklichkeit realistisch repräsentieren zu können und Gott wurde in den Himmel entlassen. man kam nun –Dankeschön! – ohne ihn zurecht. Man heißt tatsächlich der Mann. Denn die männliche Ausgabe des Menschen hatte gleichzeitig mit Gott auch Frau und Natur aus dem Fokus genommen.

Wie und wo kann man Vorstellen und Denken am besten zeigen?  Beim öffentlichen Darstellen und Erörtern auf der Bühne.

Kein Geringerer als Macchiavelli hat für die betörende Form der Zentralperspektive das erste Theaterstück geschrieben. Ein Stück, in dem eine tugendhafte Frau durch ihre korrumpierte Mutter und ihren korrumpierten Beichtvater schließlich dem Fluchtpunkt-Mann, dem Held des Plots, willig wird. Mutter und Priester sind die inhaltlichen Linien, die zum konstruierten inhaltlichen Fluchtpunkt führen.

Die Zentralperspektive wird die Konstruktion für bauliche und inhaltliche Form. Da die Zentralperspektive auch die Konstruktionsform der Kamera ist und alle bürgerlichen Bühnen weiterhin die zentralperspektivische Bühnenform des Fürsten haben, werden wir alle mit dieser Form, in der nur einer, der Mann, der Fluchtpunkt sein kann, ununterbrochen in Filmen und Fernsehen bombardiert. Bombardiert heißt: alle Denkvorgänge sind nur denkbar im Sinne von entweder-oder.

Folglich ist es kein Wunder, dass Gleichberechtigung nicht vorstellbar, nicht denkbar ist. Nur einer kann den Fluchtpunkt bedeuten. So kann die Vorstellung von Gleichberechtigung nur zur Vorstellung des totalen Verlust des Mannes, der alleinigen Männer-Macht sein. Diesen einzigen Punkt will die Frau nun einnehmen?!? Wir, die Männer, sollen nicht nur die zweite Reihe, sondern als Hauptwesen verschwinden?

Interessant, dass mit den Frauen die Natur ebenso zur Verfügungsmasse ohne eigene Rechte wurde. Das dramatische Ergebnis für Mutter Erde, unseren Planeten sehen wir täglich deutlicher.

Warum ist gerade mir dieser Sachverhalt so klar?

Weil ich während meines Graduierten-Theaterstudiums in London eine Vision von einer vollkommen anderen Theaterform hatte. Erst im Nachhinein habe ich langsam begriffen, wie grundsätzlich neu und anders war, was ich da rechts neben meinen Füßen gesehen hatte.

Das war damals so: Ich stand in Kentish Town/Camden in der Patshull Road unter der Dusche und habe plötzlich  über dem abfließenden Wasser eine Vision gehabt: eine Drehbühne habe ich gesehen, in die zwei kleine Drehbühnen eingearbeitet waren. Auf der großen Bühne war ein Problem aufgetreten und da waren diesselben Darsteller plötzlich zweimal anwesend und haben auf den kleinen Drehbühnen jeweils das eine Problem gleichzeitig in zwei ihrer Persönlichkeit entsprechenden Möglichkeiten weitergespielt, gelebt und gelöst. Ich war beeindruckt und beglückt und habe alles schnell aufgeschrieben. ‚Theatre of Simultaneous  Perception’ Theater der simultanen Wahrnehmung’ habe ich diese Theaterform in London genannt. In Deutschland dann Simultantheater.

Wieso dasselbe in doppelter Erscheinung in alternativen Lösungsverläufen als Faszination den Kontrast als erstrebenswerte Dimension vor Augen führt, ein SOWOHL-ALS AUCH als neue Vorstellungsdenkform provoziert, das werde ich in meinem nächsten Blog (2) schreiben.

In dieser Vorstellung wird Gleichberechtigung denkbar!

David Hockney hat in den frühen Achtzigern das Dilemma der Zentralperspektive erkannt und in dem Stuhl (aus dem Jardin de Luxembourg, ich habe in der Zeit ein Jahr in Paris gelebt) in umgekehrter Perspektive, also mit normalem Blick abgebildet. Er hat auch argumentiert, dass der Mensch klein sei und der menschliche Blick in die Schöpfung Gottes sich dann unendlich weite. Mann, Frau und Natur = alles eine Schöpfung Gottes.

Das hat mich damals so begeistert, dass ich ihm geschrieben habe mit der Bitte, seinen Stuhl als Demonstration zeigen zu dürfen Ich habe mich da Elis genannt und wie man auf dem Foto sieht, auch eine Antwort erhalten. So schön ist es, ein junger Mann mit einer enormen Idee zu sein. Elis, nicht Elisabeth! Dann habe ich ihm, wie gewünscht, mein Konzept zugesandt — und nie wieder etwas von ihm gehört. Ich hatte mit Elisabeth unterzeichnet. Eine Frau!!! Ach du liebe Zeit! Als Mann hätte ich bestimmt wenigstens eine Absage bekommen.

Neben dem Stuhl sieht man ein kleines Simultantheater Modell, das Philine mir während meines Jahres in Rom gebastelt hat.

P.S. Zufällig habe ich gestern, am Sonnabend, den 7.3.20 auf Phoenix den Dokumentarfilm „Insel der Frauen“ gesehen. Gleichberechtigung besteht in wenigen Ecken der Erde! (?) Sehr interessant wie männliche und weibliche Macht verteilt sind.