…die Grünen haben genug gute Leute!

Gestern beim Ma Jong Spielen: „… und wenn das so weitergeht, habt ihr denn genug gute Leute?“ Begeistert kann ich das bejahen. Ich war auf der Vorstellungsrunde der bundesweiten Kandidaten, die sich für die Kandidatur der Europaabgeordneten auf der Durchreise zur Wahl nach Berlin in Hamburg zwischengestoppt und vorgestellt haben. Beeindruckend! So viele junge, weitgereiste, ehrenamtlich erfahrene, begeisterte Männer und Frauen! Und das waren lediglich die Europakandidaten. Toll!

Herrlich und im Gedächtnis ist ein Kandidat geblieben. Ein aus Liebe zugereister (?) Engländer nun mit deutschem Pass, der erst einmal die englische Flagge mit Schwung und einem „Brexit weg“ – Ausruf hinter sich auf den Boden flattern ließ und dann einen wunderschönen Zug – aus dem Kinderzimmer seines Sohnes – hochhielt und begeistert ausrief: „Ich wünsche Züge von Kopenhagen nach Sizilien!“

Ich erinnere mich nicht an seine Ausschmückungen – jeder Kandidat hatte nur 10 Minuten -, aber meine Fantasie hat diesen Zug gleich ausgeschmückt: mit geräumigen hübschen Abteilen, Schaffnern, die freundlichst bedienen, nachts Betten bauen, Toiletten mit Duschen, morgendlichem Frühstück, Restaurants und Bars und Filmabteile.

So komfortabel, dass kein Mensch mehr wie eine Sardine in die Büchse geklemmt mit einem Flugzeug fahren MÖCHTE. Immer pünktlich! Abteile sind so zu reservieren, dass bis Sizilien Freunde zusteigen könnten und die Ferien so schon auf dem heimischen Bahnhof beginnen. Wieviel neue Arbeitsplätze und wie schön geschont wäre die Natur.

Das war nur EIN Kandidat! Die Grünen haben viele. Die Zukunft kann kommen! Frohe Pfingsten!

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Überlegungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen BGE

Hannah Arendt „Vita activa“

„1. Kapitel – Die menschliche Bedingtheit

Mit dem Wort Vita activa sollen im folgenden drei menschliche Grundtätigkeiten zusammengefasst werden: Arbeiten, Herstellen und Handeln. Sie sind Grundtätigkeiten, weil jede von ihnen einer der Grundbedingungen entspricht, unter denen dem Geschlecht der Menschen das Leben auf der Erde gegeben ist.

Die Tätigkeit der Arbeit entspricht dem biologischen Prozeß des menschlichen Körpers, der in seinem biologischen Wachstum, Stoffwechsel und Verfall sich von Naturdingen nährt, welche die Arbeit erzeugt und zubereitet, um sie als die Lebensnotwendigkeiten dem lebendigen Organismus zuzuführen. …

Im Herstellen manifestiert sich das Widernatürliche eines von der Natur abhängigen Wesens, … Das Herstellen produziert eine künstliche Welt von Dingen, … In dieser Dingwelt ist menschliches Leben zu Hause, das von Natur aus in der Natur heimatlos ist, …

Das Handeln ist die einzige Tätigkeit der Vita activa, die sich ohne die Vermittlung von Materie, Material und Dingen direkt zwischen Menschen abspielt. Die Grundbedingung, die ihr entspricht, ist das Faktum der Pluralität, nämlich die Tatsache, daß nicht ein Mensch, sondern viele Menschen auf der Erde leben und die Welt bevölkern. … Für Menschen heißt Leben – wie das Lateinische, also die Sprache des vielleicht zutiefst politischen unter den uns bekannten Völkern, sagt – soviel wie „unter Menschen weilen“ (inter homines  esse) und Sterben soviel wie „aufhören unter Menschen zu weilen“ (desinere inter homines esse).“ Zitiert aus Hanna Arendt, „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ Piper Verlag, 20. Auflage März 2019, Hervorhebungen von mir E.S.

Es ist sehr spannend zu lesen, wie Arbeit Aufgabe der Sklaven war, Herstellen die Tätigkeit der Handwerker, Handeln erst die edelste Bestimmung des Menschen. Die politische Form des UnterMenschenSeins haben wir bereits in der Demokratie – und letzte Woche zu meiner Freude getätigt. Aber noch lange nicht alle Menschen haben die Bedingung, ohne Sorge um Lebenserhalt und geschaffene notwendige Dinge – wie Wohnung und Kleidung und Bildung und so – sich der edelsten Bestimmung des freien Menschen zu widmen.

Vielleicht müssen wir umdenken und nicht mehr den Arbeitsplatz-Besitz als oberstes Gut des Politik zu sehen, sondern die digitale Revolution nutzen. Alle können ernährt werden und die notwendigen Dinge erhalten und dann den augenblicklich noch sorgengetrübten Blick dem Handeln unter Menschen zuwenden: Kultur und Politik.

Einige Superreiche – wie ich lese und höre – sind bereit abzugeben. Ja, mehr von ihnen als man meint. Sie ahnen, dass eine Welt mit wenigen Reichen und vielen Bekümmerten auch für sie nicht mehr lebenswert sein wird.

Meine Überlegungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen BGE

Ich bin begeistert über den Wahlkampf der GRÜNEN!

Ok, ich gebe zu: ich gehöre zu denen, über die ich begeistert bin. Ich habe mein Scherf-lein beigetragen. Klar, Scherf ist nur mein angeheirateter Name, aber immerhin seit 55 Jahren. Ich bin sicher, wir werden am Sonntag ein gutes Ergebnis einfahren – so sagt man ja wohl. Ich werde auf keiner Wahlparty sein, sondern gemütlich mit Rainer vorm Fernseher sitzen und jeder neuen Hochrechnung mit angehaltenem Atem entgegen-fern-sehen.

Ansonsten ist mein neues Thema Quantenphysik, Quantencomputer, Quantenwirtschaft, Künstliche Intelligenz, Robotik und die selbstverständliche Folge des Bedingungslosen Grundeinkommens für jeden. Gerade beendet habe ich das Buch von Anders Indset „Quantenwirtschaft – Was kommt nach der Digitalisierung?“ Viele gute neue Ideen. Ja, so viele, dass ich es noch einmal lesen werde. Dann habe ich zwei kurze Einführungen in die Quantenphysik gelesen und war jedesmal erleichtert, dass auch den Physikern immer ein unerklärlicher Rest bleibt. Einer hatte sogar die selbsterkannte These der Hypothese der Inneren Welt (HIW), eine nicht zubeweisende Annahme – wie der Name Hypothese schon sagt. Die klarste Einführung habe ich in der Business – Vogue vom April 2019 gefunden. Talia Gershon ist Wissenschaftlerin und Strategin im IBM Research Center in Yorktown Heights, eine Stunde nördlich von Manhattan im Bundesstaat New York. Ihr Artikel, getitelt „Das kommt auf uns zu“ beschreibt Quantencomputer. Ein solches – noch! – Riesending ist da abgebildet. Aus einem Artikel im Spiegel erfahre ich später, dass diese Quantencomputer auf minus 275° gekühlt werden müssen. Da denke ich gleich: an die Energie-Verbrauch-Anforderung denken wir oft zu spät. Ihr Lehr-Video heißt „Wired“. Natürlich auf Englisch. Alles sehr, sehr spannend!

Natürlich geht das Normale weiter: jeden Tag singe ich drei Lieder und begleite mich dazu auf der Ukulele, sehe eine Lektion Chinesisch auf Chinesepod – sehr zu empfehlen für alle, um Chinesisch zu lernen oder wenigstens den Stand zu halten. Dann muss ich natürlich auch jeden Tag Holländisch machen, denn sonst lerne ich es nie fließend. Heute kommt wieder Birgit und wir reden 2 Stunden Niederländisch. Was ich leider nicht schaffe: jeden Tag ein Gedicht zu lesen. Darum hier noch kurz ein Gedicht für alle

Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)

Mailied

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch.

Und Freud‘ und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd‘, o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb‘, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb‘ ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud‘ und Mut

Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

3. PolitSalon mit Sina Imhof

Tatsächlich, nachmittags wurde das Wetter besser und wir konnten auf der Dachterrasse mit der Veranstaltung anfangen. Die Vorstellung jeden einzelnen Gastes ist für die die eingeladenen Grünen – Politiker besonders schön, weil sie ungewöhnlicher Weise wissen, zu wem sie sprechen: alle Gäste sind vorher unbekannt, gehören keiner Organisation an und nun bekommt plötzlich jedes Gesicht eine Vergangenheit – immer ein bisschen in Bezug auf meine Geschichte mit ihnen. Alle sind schon sehr besonders, das fällt mir beim Vorstellen auf.

Dann geht es ins Wohnzimmer ‚runter und Sina erzählt von ihrem Weg in die Politik der Grünen und dann über ihre Arbeit als Stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Jetzt ist sie Spitzenkandidatin für die Grünen in den Bezirkswahlen am nächsten Sonntag. 39 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, ökologisches Jahr, Jurastudium mit Schwerpunkt Umweltrecht. Der Architekt, der die juristische Bibliothek am Rotherbaum gebaut hat, ist auch unser Gast und hört sicher mit Wohlgefallen, dass von einem Teich im Inneren für sie ein erfrischendes Plätschern beim intensiven Lernen ausging. Leider wurde die ungewöhnliche Besonderheit erst überdeckt, dann zugebaut, weil ein Professor mit Laptop hineingefallen sein soll. So die Anekdote – oder Wahrheit, wie ich sie verstanden habe.

Wie ‚hart‘ am Bürger/an der Bürgerin Bezirkspolitik ist, beeindruckt uns alle. Wie oft wir persönlich an den Entscheidungen dabei sein könnten, überrascht uns. „Wie erfährt man denn diese Termine?“ „Ja“, sage ich, „ich bekomme alle diese Infos rechtzeitig. Ihr müsstet nur Grüne werden.“ Alle lachen. „Da fragt man sich doch, woher die Politikverdrossenheit kommt, wenn alles so eifrig bedacht wird!“ findet Bernd.

Ich habe einen Artikel über die Arbeit auf der Bezirksebene im ‚Hamburger Abendblatt‘ gelesen und war enttäuscht, dass die Bezirksebene eigentlich nur Senatsbeschlüsse umsetzt und stets unter der Aufsicht der Finanzbehörde handelt. Ulrike findet das gerade eine Stärke und stimmt mit Sina überein, die uns erklärt, dass Hamburg eben eine Einheitgemeinde sei. So passe doch alles fein zueinander. Wenn eine Gemeinde eines kleineren Ortes so entscheidet und die Nachbargemeinde ganz anders, dann sei das für die Menschen an der Grenz-Schnittstelle manchmal ganz schön gewöhnungsbedürftig.

Katrin findet im geselligen Teil, nach der Buffet-Eröffnung, komisch, dass wir mit unseren 10. Klassen nicht einmal zu solchen Sitzungen gegangen sind. Das wäre doch ein guter Hinweis auf Lokalpolitik gewesen. Ich halte dagegen: „Es war in der 10. Klasse schwierig genug in der Jetztzeit anzukommen. so viel Stoff musste da bewältigt werden, oder?“ „Stimmt auch wieder“, findet sie.

Ach ja, das Buffet. Rainer hat sich wieder übertroffen. Es sieht wunderschön aus und schmeckt auch so gut wie es aussieht. Extrem schlanke Freundinnen gehen locker drei bis vier Male zum Buffet. Alles ist köstlich! Lothar hat Erdbeeren mitgebracht. Rainer hat sie gleich dazugestellt. Sie schmecken frisch am besten. Cornelia hat Wiener Apfelstrudel von Eppendorfs Leisiffer mitgebracht. Sie hat lange in Wien gelebt und berichtet, dass sie alle Wiener Freunde überzeugen könne, dass dieser Strudel in Hamburg besser sei als in Wien. Sie kriegt den Wiener Slang ziemlich gut hin. Zum ersten Mal hat Rainer auch Süßes zubereitet: Rumkugeln! Heftig hüftig, sage ich mal, aber sooo gut. Acht Gäste finden eine Tasse Kaffe dazu angemessen.

Es beginnt immer – drei Male bis jetzt – um 19 Uhr und so um 23.30 Uhr sind alle glücklich und zufrieden gegangen. Dann beginnt für Rainer die Etappe des Abwaschens und für mich die des Zurück – und Aufräumens. Und lange nach Mitternacht sinken wir vor das Fernsehen, finden aber nichts harmlos Entspannendes. Es ist ja auch wirklich Zeit zum Schlafen! Zufrieden schlafen wir ein.

Warum blogge ich?

habe ich in Wien fotografiert und leider nicht den Künstler dazu geschrieben

Für mich ist mein wöchentliches Schreiben tatsächlich ein Logbuch. Also ein Tagebuch, das ich im Internet hinterlege. Ich schreibe meine Erlebnisse und Einsichten auf und erhoffe mir davon, dass ICH sie immer wieder nachlesen kann. Dann schreibe ich alles auf, weil ich sehr zufrieden und froh bin und denke, dass ANDERE das lesen und davon lernen oder in irgend einer Form vielleicht für sich gebrauchen könnten.

Ich habe ja schon ganz schön viel hinter mir, denn 80 ist ja schon ein biblisches Alter. Ich empfinde mich auch als Beispiel für eine Frau, die in dieser Zeit an diesem Ort lebt. Wenn ich dann einmal meinen wunderbaren Körper – mein Gefährt für meine Erlebnisse – verlassen habe und wieder nach Hause gegangen bin – wo ich hergekommen bin, könnte ich im Nachhinein hier auf der Erde als Beispiel wahrgenommen werden – oder auch nicht. Aber beides ist gut. Ich freue mich erst einmal an meinem Schreiben. Das ist schon einmal gut.

Meinen Blog lesen nicht viele Menschen. Aber aus allen Ecken der Welt finden sich immer wieder Menschen ein. Ich kann nicht nachverfolgen, wer mich gelesen hat, aber – wie schon mehrfach beschrieben – lesen, bestimmt meist Frauen – vornehmlich aus Deutschland und Österreich, aber auch aus der Schweiz, Luxembourg, Frankreich, Niederlande, England, Honkong, USA und noch weiteren anderen Staaten. Das freut mich. 50 Menschen sind es mindestens jede Woche.

Ich kann sehen, welche Artikel aufgerufen werden und da steht an erster Stelle mein Beitrag: „Deutschland heißt auf Chinsesisch…“ Die Statistik differenziert zwischen Leser und wieviel Artikel gelesen wurden. Leser sind dunkelrot, der Balken wächst dann hellrot an. Morgens schaue ich nach und freue mich dann schon wieder.

Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich mit meinem Blog Geld verdiene. Nein. Ich bekomme kein Geld für die Reklame, die freundlicherweise für mich in meinem Blog nicht erscheint. Aber ich zahle auch nichts für mein Blogger-Vergnügen. Damit die netten Menschen von wordpress.com meinen Blog betreuen, setzen sie Reklame darunter. Das finde ich total ok. Mir wurde gesagt, dass die Reklame durchaus sensibel ausgesucht wird. Also hier – an wer immer das ausführt – ein sehr herzliches Dankeschön!

80. Geburtstag und Grünen-Wahlkampf

Ich habe ja zu meinem 80. Gebutstag 90 Collagen mit erzählendem Text 50 Mal drucken lassen und mit Dank an Freunde/Freundinnen verschenkt. Wenn mich jemand gefragt hat, was ich mir wünsche, habe ich gesagt:„Eine Einladung zu einem Mittagstisch.“ Wie gut diese Idee war, erfahre ich nun schon monatelang. Es ist einfach wunderbar: wir sitzen uns zu zweit gegenüber, essen – was ich besonders gern tue!!! – und erzählen uns aus unserer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es ist „zu und zu schön“ – Kempowsky-Zitat, meine Altersklasse kennt das.

Nun habe ich wieder zwei total ausgeuferte Geburtstags-Einladungen gehabt. Donnerstag mit meiner Freundin Aga (79) , mit der ich schon 60 Jahre befreundet bin – gemeinsame Zeit im KIndergärtnerinnen Seminar in Münster – und Mel (36), die ich vor vielen Jahren auf einem Schreibworkshop der VHS über ‚Die Heldenreise‘ kennen gelernt habe. Sie kommt in meinem Blog schon einmal heftig vor, weil sie eine Lesung in der ‚Alten Wache‘ in Ludwigslust organisiert hat.

Meine kulinarischen und örtlichen Genüsse: mit Aga zuerst in der Bar im 5. Stock des ‚Fontenays‘ zum Apéritif Campari mit Orangensaft und zwei Schüsselchen – viel zu leckerer – warmer Nüsse. Die Aussicht von dort oben auf die Alster und ihre traumhafte Umgebung verführt zu entzückten Ausrufen! Danach ins Restaurant ‚Louise‘ in der Marie-Luisen-Straße zu einem köstlichen Mal: Brot, Gruß aus der Küche, Jakobsmuscheln an Tortellini mit Trüffel umgeben von Spinat ung Gemüse – alles ein Hochgenuss. Was für ein Abend und ‚way too‘ much als ‚Mittagstisch‘. Aber was für eine Freude! Danke!!!

Freitag dann mit Mel in ihrem spritzigen Audi-Dienstwagen hinter das Stilwerk an den Hafen. Hier liegt eine besonders erlesene Fressmeile Hamburgs. Da Rainer und ich kein Auto mehr haben, kommen wir so gut wie nie mehr in diese Gegend. Da hat Mel ein First Class Sushi Restaurant, das Hensler- als ‚Mittagstisch‘ – hahaha – ausgesucht. Es ist tatsächlich mittags, Sonne und Regen draußen, aber Mel sagt, sie stellt zusammen, ob es mir recht ist. Ich werfe zufällig einen Blick in die Karte und erschrecke ob der Preise. Das soll ich mal schön lassen, wir feiern Geburtstag! Die Sushis und Sashamis (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben, so neu ist das für mich) sind phänomenal und das krosse Hühnchen mit japanischem grünen Salat ist eine lohnende Vegetarier-Übertretung für mich. Mammamia, kann Essen gut sein. Ich bin happy! Danke!!!

Um 10 Uhr war ich schon auf der Mahnwache ‚FridaysforFuture‘ auf Initiative meiner Freundin Andrea (52) und müsste nun nach meiner japanischen Mahlzeit um 15 Uhr auf dem Winterhuder Markt zum Werben für die Grünen sein, aber ich rufe Babette an, denn auch Mel hat noch eine Folge-Location für mich: wir gehen ins ‚Schmidt‘ gegenüber und essen Pfirsichtarte und ich trinke den notwendigen Mittagskaffee, einen Macchiato. Dann werde ich von ihr zum Winterhuder Marktplatz im Dienstwagen – für pensionierte Lehrer eine sehr weit ‚wegge‘ Vorstellung – kutschiert.

Da suche ich auf dem Markt die von Babette angekündigten ‚Beachflag‘. Das Wort hatte ich noch nie gehört: eine aufrecht stehende feste Fahne. Wir stehen außerhalb des Marktes vor der Haspa. Auf dem Markt darf keine Wahlwerbung gemacht werden. Wir sind zu dritt und sollen nur von dort oder um den Markt herum Werbung machen. Ich schnappe mir meinen grünen Beutel, nehme Material für Europa- und Beszirkswahl und nehme mir die Geschäfte links und rechts Richtung U-Bahn Hudtwalker Straße vor. Die Geschäftsinhaber sind supernett. Eine Inhaberin entpuppt sich sogar als Grüne ‚Karteileiche‘ wie sie sagt und ist durch mich dazu angeregt, wieder richtig mitzumachen. Ich lasse auf Wunsch viel Material für ihre Tochter dort, die zum ersten Mahl wählt. Aber auch die anderen bitten mich teilweise sogar, Material auszulegen. Mensch, das ist ja nett! Sie freuen sich über meine Begeisterung.

Dann gehe ich zur Beachflag zurück, da steht Priscilla. Sie hat tolle goldene Turnschuhe an. Scharf! Sie muss gleich weg und Thorsten ist schon weg. Es sollen noch zwei kommen, aber niemand taucht auf. Ich muss um halb Sechs weg, denn um sieben Uhr haben wir Gäste, unsere Doppelkopfrunde. Rainer hat gekocht und ich muss den Tisch noch decken und den Spieltisch hinräumen. Am Schluss des Spieles habe ich meinen Dame-Partner aus den Augen verloren und merke, dass ich ganz schön – aber glücklich – erschöpft bin.

Gleich geht es auf den Goldbekmarkt. Klar! Ich möchte alles dafür tun, dass die Grünen ganz viele Stimmen bekommen und ganz, ganz viel auf den Weg bringen, damit der Planet, unsere wunderschöne Erde, immer mehr aufatmen, Luft holen kann. Ohne sie sind wir nichts!

…ein normaler Dienstag…

Aufgestanden, meditiert-fokussiert, Wäsche von gestern gebügelt – lasse ich nie liegen! – Blumen frisch gemacht, 15 Minuten die Cello-Soli in dem Streichquartett von Pichl in A-Dur geübt, eine Stunde Italienisch gegeben – großen Spaß mit Gaby, Diäko Diätessen gegessen, mit Bernd telefoniert und ihn zu Ostern eingeladen – da sich an seinen Plänen unvorhergesehen viel geändert hatte – , auf der Dachterrasse dem Buchsbaum und den Rosen den ersten Dünger gegeben und gegossen, eine Stunde gelesen in Jane Austin und dann in der Leseprobe von „Wir und die intelligenten Maschinen: …. von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt, dann Kaffee mit Rainer, Tisch zurecht gemacht für Wolfgang, auch Italienisch – macht immer großen Spaß -, dann zu Lidl – Teil des Einkaufs für Ostern – neu „Brigitte“ gekauft– für gute Bilder für Collagen und so Neuigkeiten aus dem Hause Gruner &Jahr und gleich schlechtes Gewissen gekriegt bei dem Artikel über die Tatsachen, wie viel CO2 verursachen Whatsapp, Mails und alle Internetaktivitäten, 10 Minuten Chinesisch gelesen, 10 Minuten Niederländisch gelesen, Abendessen und vorm Fernseher einen Film auf arte über den Brexit ‚The Clock is Ticking…’  gesehen – Bannier sehr sympathisch, immer wieder vor Ort, immer ruhig und freundlich. Wieder ein schöner reicher Tag! Allerdings nicht Ukulele gespielt und dazu gesungen, aber Cello gespielt. Auch kein Gedicht gelesen und DAS hatte ich mir neu vorgenommen – ganz in der Nachfolge Goethes: jeden Tag ein Lied und ein Gedicht. Auf dem Schrittzähler: 5500 Schritte gegangen . War alles wunderschön! Danke!

Schöne Ostertage wünsche ich allen!

Dies auf Facebook gelesen und ein MUSS für jeden Europäer:

Das Gespräch

Albrecht Müller: Guten Tag, Herr Todenhöfer. Sie haben ein großes Buch geschrieben. Der Titel ist provokant: “Die große Heuchelei. Wie Politik und Medien unsere Werte verraten.” Ich hätte eine so klare Botschaft nicht erwartet, erläutern Sie bitte die Begründung für diesen harten Titel.

Jürgen Todenhöfer: Das ist der Versuch, die Geschichte des Aufstiegs der Europäer und der Amerikaner in den letzten 500 Jahren ehrlich zu beschreiben. Und ich glaube, dass diese Geschichte der europäisch-amerikanischen Zivilisation umgeschrieben werden muss: wir, die Europäer und die Amerikaner haben die Welt ja nicht durch, wie wir immer sagen, durch unsere Werte und durch besondere Genialität der sogenannten weißen Rasse erobert, sondern durch eine grenzenlose Brutalität, die wir aber, und es gab auch andere brutale Weltmächte in der Geschichte der Menschheit, die wir aber, und das unterscheidet uns von anderen Großmächten, systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=50984 hier UNBEDINGT weiter lesen!

Frieden schaffen…

…ohne Waffen, ergänzt da fast jeder meiner Generation. Neulich ging das Foto vom ‚Sleep over‘ von Yoko Ono und John Lennon auf Facebook herum. Das war doch eine witzige Aktion! Was war daran so friedensfördernd? Dass dieses ungewöhnliche Verhalten der beiden – einen sehr intimen Moment: ein Paar im gemeinsamen Bett – öffentlich zugängig wurde. Mit dem Hinweis, dass sie das für den Frieden machen. Es hat gewirkt, wie man an dem erneut geposteten Bild auf Facebook sehen konnte, bis heute: wenn man es sieht, denkt man zumindest das Wort Frieden. Seit ich mehr über Quantenphysik zu wissen meine, ist das bereits eine Ermunterung für Frieden auf der Welt. Das Wort mit seinem Inhalt rutscht wieder ins Bewusstsein! Das haben die beiden gewusst. Schon damals. Auf jeden Fall in diesem Sinne gehandelt: dem Wort Frieden Leben eingehaucht.

Frieden! Ich bin seit 2 Jahren Mitglied bei den Grünen. Frieden war zur Gründung dieser Partei ein total wichtiges Thema. Ich sehe Petra Kelly vor meinen inneren Augen, wie sie eindrücklich redet. Und Heinrich Böll auf einer schlicht erbauten Tribühne. Heute reden alle von der Notwendigkeit sich zu schützen: durch eine EuropaArmee vielleicht, durch mehr Geld für Rüstung, durch lauter Aktionen, die mir Krieg als Ziel zu haben scheinen. Dabei weiß jedes Kind, dass Frieden das beste Mittel gegen Krieg ist. Die Menschen spielen bei Krieg irgendwie keine Rolle mehr. Die Zivilbevölkerung kommt ‚leider‘ dabei um – Kollateralschaden! – und Soldaten schießen auf Menschen, gegen die sie persönlich gar nichts haben (können), weil sie sie gar nicht kennen. Allerdings scheint das noch menschlich zu sein, denn noch schlimmer ist der Kriegsmaschinerie-Krieg, wo Drohnen und schlimmere Geräte die Vernichtung übernehmen. Von Atombomben mag ich gar nicht reden. Und doch habe ich gehört, dass die USA gefährliches Kriegs-Gerät auf deutschem Boden stationieren. Dass bei einem möglichen Schlag von dem immer mehr umzingelten Russland aus, stellvertretend für die USA Deutschland den Schlag abkriegen würde. Ich hoffe, ich irre mich.

Ich will mich für den Gedanken an Frieden einsetzen. Dafür habe ich diesen wunderschönen Satz DIE WELT IST IN FRIEDEN UND ICH BIN ES AUCH auf drei Collagen gestaltet. Dann habe ich daraus Postkarten drucken lassen, auf denen vorne das Bild ist und hinten der Text. Die Karte, die einem am besten gefällt, kann man dann hinstellen, damit der Willensmuskel – siehe letzten Blog-Beitrag! – Unterstützung erfährt.

Ich habe den Text ein wenig gekürzt, damit er leserlich auf die Rückseite der Postkarte passt. Eine Übersetzung ins Englische fand ich gut.

„Ich habe dies von einer Freundin erhalten, die Quantenphysik studiert. Wer teilnehmen möchte, ist herzlich willkommen. Mit Hinsicht auf die Ereignisse,

die in der Welt gerade jetzt stattfinden, 
bitte ich Sie, diese Idee zu teilen. In der Art und Weise wie

John Lennons wunderbarer Song „Imagine“

Millionen von Menschen inspirierte, wollen wir es auch machen mit der Bewegung

 „Wasser trinken und den Frieden nähren“.


 Die Grundidee der Kampagne „Wasser trinken und den Frieden nähren“ ist es, im Moment des Wassertrinkens den nachfolgenden Satz zu verinnerlichen/zu sagen/zu denken:
„DIE WELT IST IN FRIEDEN UND ICH BIN ES AUCH.“

Bilden wir einen Fluss von hochfrequenten Schwingungen zugunsten des Friedens. Die Kraft des Gebets wird sich jedes Mal vervielfachen, wenn jemand der Bewegung beitritt.
Gemäß der Quantenphysik schafft die systematische Wiederholung von Gedanken, Musik und Wörtern günstige Bedingungen, um die Realisierung von Mentalisierungs-Zielen zu erleichtern.
 
„Wenn diese Botschaft dein Herz berührt, danke, dass du dich dafür einbringst, die Welt zu einem Ort des Friedens zu machen.“

(Die Übersetzung habe ich bequem mit Google – Übersetzer gemacht, deswegen diese andere Schrifttype.)

"I received this from a friend who is studying quantum physics. 
Anyone wishing to participate is welcome. 
With regard to the events, that are taking place in the world right now, 
I ask you to share this idea. 
In the way how John Lennon's wonderful song "Imagine" millions of people inspired, we want to do it with the movement  
"Drink water and nurture peace".   
The basic idea of ​​the campaign "Drinking water and nurturing peace" is to internalize / say / think the following sentence 
at the moment of drinking water:
"THE WORLD IS IN PEACE AND SO AM I."
Let's build a flow of high-frequency vibrations in favor of peace.
The power of prayer will multiply each time someone joins in the movement. According to quantum physics, 
the systematic repetition of thoughts, music and words 
creates favorable conditions 
to facilitate the realization of mentalization goals.
"If this message touches your heart, thank you for making 
the world a place of peace."
 
 
 
 
 
 


wer WOLLEN will braucht einen WILLENS-MUSKEL

Während meiner Lehrerinnen-Schulzeit bat mich meine 10. Klasse einmal entnervt, ich solle ihnen doch einmal etwas beibringen, was im Leben wirklich wichtig sei. Darauf bin ich sofort eingegangen und habe gefragt, ob sie alle WOLLEN könnten. Wollen? Und wie! Was sie nicht alles gleich erhalten und haben und behalten wollten. Immer als Hilfsverb benutzt. Ich meinte aber, so ein bisschen reines Wollen, als Vollwerb: du nimmst dir etwas vor und tust es. Unverständnis. „Wie oft sagt ihr: Auf meinem nächsten Zeugnis will ich mich in Englisch eine Zensur verbessern. So etwas! Den Muskel, mit dem man das schafft, den kann man trainieren.“ „Aha? Wie?“ „So!“

Ich bitte alle, auf ein Stück Papier zu schreiben, was sie gleich während meines Unterrichts nebenher machen wollen: aus dem Fenster sehen, dem Nachbarn eine Nachricht zukommen lassen, in die Schultasche, die Federtasche oder auf die Uhr sehen, heimlich gähnen etc. Diese Notiz sollen sie in die Schultasche stecken.

Dann beginne ich meinen Unterricht. Wir haben das Fach Deutsch und ich erzähle eine kurze Geschichte. Ein Junge und ein Mädchen verlieben sich nach vielen bereits gemeinsam verbrachten Schuljahren in der 9. Klasse ineinander. Sie geben sich das coole Versprechen einer beziehungsmäßigen Freiheit. Man müsse nur ehrlich sein: falls einer sich anderweitig verliebe, müsse er es dem Partner das nur sagen. Nach einem Jahr verliebt sich das Mädchen in einen anderen Jungen. Sie berichtet das Ende ihrer Liebe und am darauffolgenden Wochenende begeht der Junge Selbstmord.

Die Reaktion der Klasse ist ein Gefühls-Tsunami. Die Jungen halten erschüttert mit dem Jungen, die Mädchen sind ganz auf der Seite des Mädchens: es habe eine Verabredung gegeben und an die habe sich das Mädchen doch gehalten. Die Jungen sind empört und argumentieren, dass man bei einer ersten Liebe doch erst entdecken musste, dass Liebe keine coole Angelegenheit sei. Die Mädchen reagieren geradezu höhnisch: “Ach, sagt bloß, das habt ihr auch schon gemerkt?“

Vorsichtig versuche ich immer wieder dazwischen zu gehen, aber es soll ausdiskutiert werden. Ich verspreche, die Deutschstunde am folgenden Tag dazu noch einmal ’herzugeben’. Ich bitte die Schüler, noch schnell die Zettel mit den WOLLENs-Absichten herauszuholen und zu prüfen, welchen Punkt sie bedacht und ausgeführt haben. Schockstarre!

Es ist mucksmäuschenstill. Nicht einer hat mehr an das gedacht, was er eigentlich tun WOLLTE.

Betroffenheit in der Klasse. Kann man das lernen? Man kann! Ich verteile kleine Karteikarten und fordere sie auf, eine WOLLENS-ÜBUNG für den Nachmittag zu entwerfen. Das könnte sein: eine bestimmte Tätigkeit zu einer bestimmten Uhrzeit auszuführen.

Beispielsweise um drei Uhr den Kühlschrank einmal öffnen und wieder schließen oder

zu einer anderen vorher bestimmten Uhrzeit

  • ein Fenster öffnen und wieder schließen oder
  • einen Menschen anrufen oder einmal in die Luft springen etc.

Alle schreiben und bitten mich, diese spezielle Hausaufgabe im Pult wegzuschließen, das würde ihnen helfen, daran zu denken. Am nächsten Tag frage ich in der Deutschstunde nach den Hausaufgaben. Es habe keine gegeben! Wie bitte? Ich hole die Karteikärtchen aus dem Pult und lese Namen und Willens-Absicht vor. Nur zwei Mädchen haben ihr Vorhaben ausgeführt. Der Rest ist erschüttert und will von nun an seinen Willensmuskel allein trainieren.

In jedem Buch meiner Trilogie – meine bücher website: www.welt-ohne-geld.com – habe ich über den Willensmuskel geschrieben. Weil ich ihn für einen extrem wesentlichen Bestandteil für ein glückliches Leben halte.