ist bei uns ein geflügeltes Wort mit Fortsetzung geworden. Das geht so: „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ – „Ja, ganz viele, aber keine will putzen!“

PUTZEN, so ärgerlich vorher, so anstrengend dabei und so schön hinterher. Altern ist in Bezug auf Putzen recht angenehm, bis man entsetzt bemerkt, dass man, mit Brille betrachtet, keineswegs in einem so gepflegten Haushalt lebt, wie man geglaubt hat.

Meine erste spontane Reaktion tendiert zum Brille-Absetzen. Aber es kommen ja auch Jüngere beispielsweise ins Bad! Am liebsten und wildesten putze ich immer für PolitSalons. Das lohnte sich ja auch: Mit Ehrengast waren wir immer 25 Personen. Da wurde die Wohnung zur Inszenierungsplattform einer Theateraufführung! Das ist mein Metier! Für so etwas setze ich mich total ein. Aber augenblicklich? Putzen? Das will mal wieder so richtig keine von den vielen Personen in mir! Dabei ist doch Frühling, Elisi!

Blick auf Garten und Pergola und Vogelhäuschen mit Gästen

Unsere Vogelhäuschen werden so begeistert frequentiert, dass wir schon zum dritten Mal Vogelfutter nachkaufen müssen. Das ist ein Kommen und Gehen! Schwierigkeiten bekomme ich mit den Tauben. Beide Häuschen sind so klein oder flach konstruiert, dass nur Singvögel hinein können, aber die Tauben sind so frech, lassen sich kaum vertreiben und – haben eben auch Hunger. Aber wir Hamburger füttern keine Tauben und so bleibe ich eifrig am Vertreiben.

Und auf der Dachterrasse hat zwischen Rainers und meinem Bronzekopf – die Geschichte dieser Skulpturen habe ich schon erzählt im Blog oder in meinem ersten Buch oder so – ein Eichhörnchen sein Nest gebaut. Ganz schön verteidigungsbereit ist so ein kleines Eichhörnchen. Aber wir haben es durch unser Verhalten beruhigen könne. Es hat aus nächster Nähe zugeschaut, was wir machen. Im Internet habe ich dann nach dem richtigen Verhalten geforscht und erfahren, dass Mutter Eichhörnchen nach 6 Wochen sowieso ein anderes Quatier mit den Jungen aufsucht. Na gut!

Ansonsten übersetze ich meinen chinesischen Roman „Die Wildgans“ begeistert weiter, veröffentliche es aber schon seit Wochen nicht mehr, weil ich an der Statistik bemerkt habe, das sowieso keiner liest. Kann ich auch verstehen. Das war zu Annokrach-Zeiten so, dass man ein Buch in Folgen präsentiert bekam. Meine Übersetzungsbegeisterung hat das allerdings nicht geschmälert und Aga bekommt beim Osterkaffee das nächste Kapitel wieder vorgelesen. Beeindruckt bin ich immer häufiger von der italienischen Übersetzung. Die übersetzen wirklich korrekt, wo die anderen häufig nur hilflos zusammenfassen. Ja, Marco Polo und die Jesuiten! Vermutlich haben die Italiener die längste Erfahrung mit der chinesischen Sprache.

Das wollte ich nach den gelungenen Äpfeln malen. Hahaha!!! Birne mit rotem Bäckchen! Mal einfach so!
Jaja, so kann es kommen!

Rainer ist immer mein bester Kritiker: „Und was ist das da rechts?“ Ja, was ist das? Das soll die vierte Birne sein! Ja, malen, nicht wünschen! Gar nicht so einfach! Aber ich habe mich drangemacht:

„Kuscheln auf Orange“

Einen Titel hat das Birnenbild schon. Es ist korrigiert, aber die letzte Verschönderung kommt noch! Und die veröffentliche ich nicht, sondern nach Corona gibt es eine Ausstellung auf der Dachterrasse oder im Treppenhaus oder so – – – – und dafür putze ich dann. Und nicht nur die eine, die nie will, sondern alle meine Personen putzen mit und Rainer macht sicher ein schönes Buffet!

In diesem Sinne – der Dankbarkeit für alles Schöne und der großen Hoffnung auf noch gelungenere Bilder und freiere Zeiten mit vielen Einsichten – wünsche ich allen ein schönes Wochenende!