drei Äpfel

Ja, auf diese drei Äpfel bin ich stolz. Zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich die zweidimensionale Fläche trägt ein dreidimensionales Objekt – die Äpfel. Toll! Gratulation! Ideelle Selbst-Umarmung! Ich habe das nur geschafft, weil ich so nebenbei an den Malstunden und Malaktivitäten meiner Freundin Marita partizipiert, in Kunstbüchern die so überzeugenden dreidimensionalen Objekte wie gerade gemalt, also flach, imaginiert habe UND dieses Mal einfach richtig hingucken konnte. Darum ist der Schatten auch so prominent geworden. Die Mittagssonne knallte ins Fenster, das sich nach Süd-Westen öffnet. Ein Atelier hat Licht von Norden!

Ja, oder?

Die Leinwände hatte ich bei Aldi erstanden. Den Malkoffer mit Staffel auch. Am Schluss wird das Bild mit der schönsten Zutat verschönt, die es überhaupt gibt. Mit einer „Farbe“, die eine wundervolle eigene Ausstrahlung hat.

mit Gold

Jedes Bild bekommt eine Goldquelle mit auf den Weg. Gold reflektiert jeden Lichtschimmer im Zimmer und das können wir doch im Augenblick gut gebrauchen. Gold ist in der Geschichte der Kunst ein ganz besonderes Material. Es war für die Darstellung von Menschen vorbehalten, die ihren Charakter bereits – wohltuend für die Gemeinschaft zur Liebe geöffnet hatten. Menschen, die schon mehr begriffen hatten, wozu diese Veranstaltung zwischen Geboren werden und wieder Gehen gut sein soll, die bekamen einen Heiligenschein, weil ihr Licht in Gold als Vorbild dienen konnte. Häufig wurden diese Personen auch etwas größer gemalt.

Das änderte sich dann schlagartig mit der „Erfindung“ der Perspektive: da gibt es einen Punkt, auf den alles zielt und der ist völlig unabhängig von Inhalten. HInten das Kleinste und berechenbar die Größen von vorn bis dahin. So ging nach und nach viel von den menschlichen inhaltlichen Bemesseungsmaßstäben verloren. Ich weiß, das ist sehr verkürzt, aber wir sind alle so in dieser Wahrnehmungsform gefangen, das man kaum um sie herum kommt – auch im eigenen Denken. Meine Simultantheater-Idee wäre eine Alternative: sowohl als auch. Ein Problem kann ich so oder so weitergestalten. Auf der Bühne kann ich es -künstlich – sogar gleichzeitig in den beiden Entwicklungen zeigen. Man würde wunderbar lernen, das man immer zwei Möglichkeiten hat. Wir sind aber immer gefangen im Fluchtpunkt, dem einzigen Weg und Ziel. Die simultane Alternative lernen wir nicht. Wieviel Kreativität die Perspektive wegkappt!

erster Versuch

Ja, so male ich zwischendurch und freue mich an den Farben und am Gold. Die chinesische Übersetzung fasziniert mich immer weiter. Die Übersetzungshilfe auf meinem Handy, in die ich die chinesischen Zeichen mit der Finger reinmalen kann, ist ein Riesengeschenk, eine große Erleichterung. Wenn mir die deutsche Übersetzung nicht gefällt, gehe ich zur englischen, danach zur italienischen und dann zur niederländischen Sprache. Das ist natürlich eine große Hilfe für die facettenreiche Widergabe. Gestern bin ich allerdings auf allen Sprachkanälen aus dem Lachen nicht herausgekommenn. Verdreht war die Übersetzung in allen Sprachen, aber in Deutsch war sie besonders: „Der hochmütige Knoten ihres Brötchenkopfes…“ Es musste daraus werden: „auf ihrem Kopf löste sich der Knoten ihrer Hochsteckfrisur“. Das war für den Algorithmus zu viel.

Allen ein wunder-wunderschönes Wochenende mit eigenen Umarmungen. Hoffentlich Sonne, Regen wäre auch nicht schlecht. Neulich in der Zoom-meeting sagt Nele beim Hereinkommen:“Also meine Internetverbindung war heute so schlecht!“ Ich, begeistert, dass ich das Schicksal nicht allein hatte: „Ja, bei mir auch. Immer wenn ich dachte, es steht, dann war es wieder weg!“ Sagt André lachend:“Bald redet man über das Internetverbindung wie über das Wetter: „War bei euch auch Sonnenschein? Na, endlich – und so“. Wir haben gelacht!