Alexander Iskin

so heißt der Künstler, dessen Geist offensichtlich nicht geruht hat, bis er eine Lösung für das „Dilemma“ gefunden hat, dass ein „wahrer“ Künstler sich ausdrücken MUSS und den es anschließend danach DRÄNGT, Menschen das von ihm geschaffene Neue zu präsentieren. Das ist und war doch das Künstler-Problem unter den neuen Spielregeln! Dass sie geweint haben – zu recht geweint haben – dass sie nicht mehr auftreten und ausstellen können. Gleichzeitig wurde die Innenstadt immer trostloser.

Nichts ist trauriger als drei leere Geschäfte nebeneinander. Wieviel Trauer und Verzweiflung kann ich mir hinter jeder Schließung vorstellen! Totales Mitgefühl! Und gleichzeitig habe ich nach einer gewissen Zeit danch gesucht, ob oder dass eine*r Künstler*in eine neue Idee kriegt. Eine Idee zu den neuen Spielregeln! Keinem wurde vor oder bei der Geburt versprochen: es wird so sein und immer so bleiben. Das Kreative an Menschen ist doch, dass sie gar nicht anders KÖNNEN als sich an jede Situation irgendwie anzupassen, oder?

Die Idee,

seine Idee war, die neuerdings leeren Geschäfte in seinen Plan der Begegnung einzubinden! Er hat die Wände eines Schaufensters weiß gestrichen, sein Gemälde, seine Skulptur ausgestellt und an die Schaufensterscheibe gut leserlich geschrieben, dass man ihn unter folgender Telefonnummer anrufen und mit ihm über sein Bild diskutieren kann.

Kunstausstellung anders!

Und tatsächlich haben einzelne Menschen mit ihm gesprochen. Ein Junge hat mit ihm über die Rekonstruktion der Teile seiner Skulptur diskutiert, bzw. auf Anregung des Jungen wurde sie in unterschiedlicher Weise zusammengefügt und sinngemäß von dem Jungen und dem Künstler kommentiert. Kunst und Gesellschaft sind sich wieder begegnet! Das ist Kunst!

Einige Menschen können sich besser ausdrücken und die anderen erkennen an ihrem Endeergebnis vielleicht Eigenes. Die Zutaten hier waren Malen und Plastizieren auf der einen Seite und eine leere Innenstandt mit leeren Schaufenstern auf der anderen Seite. Maler und Zuschauer, Produzent und Empfänger.

Auf meine kleine Weise habe ich für mich persönlich auch eine Lösung gefunden. Vielleicht ist Übersetzen nicht so kreativ oder nur ein Zwischenschritt, aber Bücher wollen auch einen Empfänger. Mein schöner chinesicher Roman hat mich ganz in seinem Bann. Hin und wieder muss ich tief durchatmen: „Ihre Lippen flattern wie zwei Blütenblätter in der ersten Blüte.“ Das ist dann doch harter Tobak für mich. Ich schlucke und denke schließlich: so steht es da aber. Wie total überrascht bin ich dann über die fassungslose Abruptheit vier Zeilen weiter. Da kontrolliere ich dann jedes einzelne chinesische Zeichen auf seine korrekten Übersetzungsmöglichkeiten.

Chinoiserie in New York gekauft
ein Schminkkasten mit Spiegel und Schublädchen

Meine kreative Lösung zu dem Dilemma: wie erreichen meine lustvollen kreativen Anstrengungen ein Publikum, habe ich nun gefunden: heute treffe ich bereits zum zweiten Mal meine Freundin, mit der ich vor 62 Jahren das Kindergärtnerinnen Seminar im Diakonissen Mutterhaus in Münster ( sieht das nicht schon herrlich aus?) besucht habe und lese ihr meine Übersetzung vor.

Beim ersten Mal hat Rainer einen Apfelkuchen gebacken, der jeden weiteren Tag noch besser schmeckte und ich habe mein Vorlesen heimlich aufgenommen. Man hört also am Anfang noch Geschirrklappern und dann Rainers „Tschüss“. – „In Hamburg sagt man Tschüss“ und „Mit meiner Mutti durch dick und dünn“ waren zwei Titel, die ich nie zu verraten Jochen schwören musste. Deswegen sind sie mir unvergesslich. Jochen ist leider schon vor langer Zeit gegangen. Die Titel sind in meiner Erinnerung geblieben!

Kommode und Spiegel im Wohnzimmer, Kommode aus London, -Spiegel aus Paris!

Aga war mehr als gnädig über mein heimliches Aufzeichnen. Nun kann ich an Freundinnen, die ich nicht treffe, die Aufnahme über Whatsapp schicken. Ich bin glücklich!

Eigentlich sollte dieser blog die Üverschreift haben: Garmisch kann auch nicht schöner sein! Mit diesen Fotos darunter

dieser Sonnenhimmel
und weiter Schnee!

Aber heute ist es so sonnig, dass ich den Frühling schon riechen kann. Allen ein gelungenes Wochenende mit allem, was für jeden so dazu gehört. Schön, dass es euch gibt. Und großen Dank, dass ihr mich lest: Hersteller und Empfänger gehören doch doll zusammen! Danke!