Wir Grünen duzen uns und darum sage ich: Katharina war bei uns und das war ein Höhepunkt in unserer kurzen Politsalongeschichte. Warum?

Jeder fängt in gleicher Weise an: 3 Tage – davon 2 sehr intensive Vorbereitungen. Rainer sammelt schon seit August interessante neue Salatrezepte und muss ein Woche lang Einkaufslisten mit Sonderzutaten kaufen. Ich muss weiße Decken und Servietten im Schrank haben. Rainer ist der Koch, ich bin die Bühnenbildnerin. Hier die Sicht des Wohnzimmers in Richtung Wandbild – von mir in Pappmaché gearbeitet. Es drückt die Quintessenz einer spirituellen Reise in die Bretagne aus.

Gegenrichtung zum Fenster

Das Buffet habe ich leider nicht fotografiert, weil Rainer dieses aufbaut während die Gäste bereits im Wohnzimmer sitzen. Jetzt liegen die Salatbezeichnungen des vegetarischen Buffets neben mir im Bett: Rosenkohlsalat – besonders bestaunt und gelobt, Mittelmeer-Salat, Sellerie-Obst-Salat – mit Ananas und Ei, mein Liebling, Couscous-Salat . den mochte Serbey Lagodinsky am liebsten, jetzt noch verbessert, Käsesalat, Alles- Grüne-Salat, selbstgemachter Hummus und dann eine ganze Batterie von köstlichem kleinen Fingerfood-Gebäck, das frisch aus dem Ofen kommt.

Ich stelle Katharina alle Gäste vor, dann ist sie an der Reihe. Sie erzählt aus ihrem sehr geschäftigen politischen Alltag. Wir hören ihre Pläne für Hamburgs Zukunft. Ja, sie sieht die ganze Stadt, schließlich ist sie stellvertretende Bürgermeistern! Sie begeistert uns allerdings genauso als Wissenschafts-Senatorin mit ihren Visionenen für Hamburg: „Mit Bodenschätzen sind wir nicht gesegnet, unsere Ressourcen liegen hier!“ Sie tippt an ihre Stirn: „Zwischen unseren Ohren!“ Bildung, Hamburg attraktiv für Wissenschaftler machen durch excellent ausgestattete Forschungseinrichtungen, die schließlich die wirtschaftliche Produktion anwerfen. „Wir kaufen nicht die Produkte der nächsten Digital-Transformation – die kommt, ob wir wollen oder nicht -, sondern diese Produkte und Innovationen kauft man bei uns!“ Politik machen, das heißt: sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Ja, Hamburg ist eine tolle und erfolgreiche Stadt! Aber was bringt die Zukunft? Die müssen wir heute schon gestalten. Die ausgezeichneten deutschen Wissenschaftler dürfen nicht in die USA abwandern. Ausländische Spitzenkräfte müssen sich nach Hamburg sehnen. Hier bei uns müssen sie Forschungseinrichtungen plus attraktive Infrastruktur für ihre Familien finden.

Eine Stunde ist herum. Alle haben Hunger und es duftet verführerisch. Da kommt noch eine kleine Einlage von mir. Ein Wahlkampf kostet Geld. Interessanterweise bekommt eine Partei im Nachhinein von der Bundesrepublik Zuschüsse, die unter dem Volumen von Mitgliederbeiträgen und Spenden liegen. Von der letzen Wahl sah das so aus. Der schwarze Strich ist nict die Andeutung eines Kastens, sondern das Spendenvolumen der CDU

mein Spendenaufruf

Nun habe ich das Buffet freigegeben, aber Ulrike St. wollte noch etwas über Katharina persönlich wissen, ihren Weg zur Politik. Und das hat uns geradezu umgehauen. Ihr müsst es selbst googeln. Es ist mehr als beeindruckend. Eine perfekte Ausbildung zu einem/r weltoffenen, europäitschenPolitikerIn. Besser kann man sich auf das höchste Amt in einer Stadt, die das Tor zur Welt ist, nicht vorbereiten. Chapeau! Wie alt ist sie denn, fragen sich alle – wie ich hinterher erfahre. Wie kann sie all das in ihr kurzes Leben gepackt haben. Sie hat uns überzeugt.

Nun geht es zum Buffet und ich denke, nun kommt der gemütliche Teil und auch für Katharina Entspannung. Aber nein! Alle wollen unbedingt noch eine Diskussionsrunde. Und so kann sie – auf meine Aufforderung – nur die Sitzseite ändern, damit die andere Gäste-Seite auch mühelos sehen kann, wie lebendig und engagiert sie unsere Fragen behandelt. Irgendwie straff geht es also weiter bis ich eine klitzekleine Pause zum Unterbrechen benutze und Kaffee und Rainers selbstgemachte 3 Sorten Pralinen anbiete. Aber den Genuss versagen sich viele, sie gehen. Um sieben sind sie gekommen, nun ist es etwas nach Zehn. Wir bleiben zu neunt (schreibt man 9 Personen so?) zurück. Auch Pralinen und Kaffee, oder gerade Pralinen und Kaffee heizen eine weiterhin lebendige auch kontroverse Diskussion an.

Dann gehen alle. Rainer und ich stellen nun den normalen Zustand der Wohnung wieder her: Rainers Reich ist die Küche, ich rangiere Tische und Sessel, aber Rainer trägt heute Morgen erst die Stühle zurück auf die Dach-Terrasse. Nach einer Stunde sitzen wir vorm Fernseher und sehen mal, was die Leute nachts so im Fernsehen serviert bekommen.

Heute Morgen wird Rainer und mir in der Nachbetrachtung erst klar, dass dies der erste PolitSalon war, bei dem von Angang bis Ende die Politik im Mittelpunkt stand. Die ersten Anrufer heute Morgen bestätigen unsere Einschätzung: es war wirklich ein PolitSalon. Danke an Katharina Fegebank, danke an alle Gäste und Rainer und ich waren auch top. Schönes Wochenende!

Das muss ich noch nachtragen: wir hatten so schöne „Gewinne“!!!! Wunderschöne Blumensträuße, Weine, feinste Pralinen, hochwertiges Olivenöl zu Spaghetti mit fleur de sel mit Trüffel, wundervolle Seife aus Madeira und eine CD von Oskar Wilde „Das wunderschöne Leben“ So’n bisschen wie Weihnachen. Freude!