von der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens, kurz BGE genannt. Begeistert heißt, es treibt mich um: ich finde es spontan wunderbar und dann wieder unrealistisch und im Rahmen unseres Wirtschaftsystems vielleicht nur eine Einladung an die Wirtschaft, alles teurer zu machen.

Ich komme zwischen meinen politischen Meinungen: das BGE ist „DIE Lösung für viele Probleme“ und „lieber nicht, wie SOLL das funktionieren“ zu keiner endgültigen Haltung. Darum war es für mich wie eine Gebetserhörung als ich gelesen haben, dass der Verein „https://www.mein-grundeinkommen.de“ ein Buch über die Erfahrungen von Menschen herausgibt, die für ein Jahr bereits ein BGE erhalten haben. Das habe ich sofort vorbestellt und gestern lag es in meinen Händen!

Michael Bohmeyer Cornelia Cornelsen „Antworten aus der Praxis WAS WÜRDEST DU TUN? Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert“

Es ist schon ein Vergnügen allein die Fotos von den Verfassern zu betrachten. So jung ist der Micha, geb. 1984, der sein Glück des finanziellen Unabhängigseins – er hat mit 16 Jahren schon begonnen IT Firmen zu gründen und sie mit Anfang 20 Jahren so gewinnbringend verkauft, dass er in den Genuss eines selbstverdienten Bedingungslosen Grundeinkommens kommt und aus diesen Erfahrungen seines Denkens und Fühlens diesen Verein gründet, der fremde Menschen – Crowdfunding! – bittet, ohne gewinnbringende Gegenleistung Geld zu spenden, um anderen ein bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr zu geben. Zu seiner eigenen Überraschung finden sich enorm viel Menschen, die von 1€ bis erheblich mehr erst spenden und dann (Vereinsgründung!) selber darum bitten, eine bestimmte Summe als Lastschrift monatlich einzuziehen.

In dem Bericht des Buches ziehen Micha, dem sich glücklicherweise Cornelia zugesellt hat, durch Deutschland und machen eine kulturanthropologische Forschungs-Reise um herauszufinden, was dieses bedingungslose Geld für ein Jahr mit den Empfängern gemacht hat.

Wie ein Krimi liest sich, was die Erfahrungen dieser Reise auch mit den Gedanken und Gefühlen der beiden „Wissenschaftler“ macht.

Welche Vorurteile/Vorannahmen tragen sie unbewusst mit sich herum. Die ersten vier Lotteriegewinner – ja, es funktioniert als Lotterie – wollen überhaupt nicht mit den beiden sprechen!!! Haha – bedingunslos?! – so war das nicht gemeint. Das ist auch so toll, dass sie nicht beschönigen und nicht endgültig sagen wollen, ob es umfassend eine gute Idee für alle sein könnte. Was sagt ein Jahr aus, kann man das hochrechnen? Wirklich spannend für mich! Ich bin begeistert, weil für mein Denken etwas von diesem Bericht abhängt. Ein bisschen wie ein Real-Krimi.

Ich will auch Mitglied werden und 5€ monatlich einzahlen. Übrigens kommen die Spender – anfänglich gegen ihren Widerstand – auch jedesmal in die Lotterietrommel. Es kann jeden treffen!

Ich bin erst auf Seite 78. Aber die beiden Verfasser können gut schreiben und so macht das Lesen richtig Spaß! Ich denke und fühle mit ihnen. Ich bin begeistert! Es wird ein schönes Wochenende, denn das Lesen dieses Buches wird meine Hauptaktivität – neben einigen Niederländisch-Übungen und wenigstens 33 chinesischen Schriftzeichen und meinem üblichen Spaziergang an der Alster. Ein Wochenende ist doch zu schön, oder?


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