ist der Film, der für mich alljährlich den Beginn des Weihnachtsfestes markiert. Je öfter ich ihn sehe und dadurch nicht mehr vom Erfassen des Handlungsablaufs absorbiert bin, stelle ich fest, was für eine wunderbare Symphonie dieser Film ist. Welche besten „Weihnachtsgefühle“ er zum Klingen bringt und das in einer so unterhaltenden, ansprechenden froh machenden Weise wie ein Klavierkonzert von Mozart.

Brunen in der Eingangshalle unseres Hamburger Rathauses, fotografiert, als ich auf meine chinesische Freundin Min gewartet habe.

In diesem Film ist auf perfekte Weise Politik in individuelles Gefühl übersetzt. In einer Weise, die jeder empfindet und versteht. Wie klar Demokraten und Aristokraten charakterisiert werden! Wie eindeutig Armut dargestellt wird. Wie dem Bauern Higgins das schlechte Wetter mit der minderwertigen Ernte persönlich zur Last gelegt wird! Alec Guiness ist ein großer Schauspieler, wie differenziert glaubwürdig er die Transformation vom vereinsamten, verhärteten Despoten zum mitfühlenden Mit-Menschen in diesem Film verkörpert! Das ist wunderbar! Er kann es mit dem Schauspieler aufnehmen, der den Jungen spielt: Ricky Schroder, geboren 1970. Er ist heute fast 50 Jahre alt und neben Schauspieler auch Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Übrigens kommen seine Vorfahren väterlicherseits aus der Umgebung von Hamburg. Sehr sensibel und schön finde ich jedesmal, dass der kurze Zeit rivalisierende Lord-Nachkomme nie direkt gezeigt wird und so keine Konkurrenz zwischen den Kinder-Darstellern entsteht.

Genug geschwärmt. Mal sehen, ob meine Nostalgie so weit geht, dass ich mir Heiligabend auch „Sissi“ ansehe. Das habe ich in Shanghai natürlich getan und mich über Romy Schneiders fehlerloses Chinesisch gewundert. Kleiner Scherz! Romy Schneider ist mein Alter. Wie habe ich für sie geschwärmt! Im Laufe der Zeit war ich immer lieber ich und nicht – wie der Teenager – sie. Sie hat natürlich immer weiter einen Platz in meinem Herzen. Aber wie Marilyn Monroe eher einen des Mitempfindens. Als Christine Kaufmann bei mir im Wohnzimmer gesessen und mir aus erster Hand erzählt hat, wie Marilyn – genau wie sie jetzt bei mir – bei Tony Curtis und ihr im Wohnzimmer gesessen und über Probleme geklagt habe, da wurde mir immer klarer, dass Glanz auch eine andere Seite haben kann – nicht muss. Wann Christine mit Freund bei mir gewohnt hat? Bevor ich nach Paris gegangen bin 1985. Aber sie hat dann doch nicht meine Wohnung für mein Parsi-Jahr übernommen. Und sie war wirklich so hübsch, immer, auch ungeschminkt. Diese Frage nach der Natürlichkeit ihrer Schönheit wurde mir immer wieder gestellt.

Ich wünsche allen ein wunderschönes Weihnachtsfest!

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