Diese Stiftung in der Schweiz lanciert  ihren 15.Wettbewerb.

„Sie sind über 70 Jahre alt, schreiben, forschen, musizieren oder komponieren? Dann laden wir Sie ein, sich an unserem Wettbewerb zu einem der folgenden Themen zu beteiligen: …“

Und hier findet man ein genauere Beschreibung zu den gewünschten Einsendungen. Meine Reaktion war mein folgender Brief:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ihre Ausschreibung für den 15. Wettbewerb im Magazin der Wochenzeitschrift DIE ZEIT entdeckt und mich angesprochen gefühlt. Warum? Weil sich meine Kreativität gerade im Alter entfaltet hat. Das war meine erste Assoziation: ein Wettbewerb für Menschen, die erst jenseits des 70. Lebensjahres künstlerisch aktiv werden. Oder betrifft der Wettbewerb die Über-70jährigen, die schon immer künstlerisch aktiv waren und es auch im höheren Alter weiterhin sind? Mit denen kann ich wettbewerbsmäßig natürlich nicht mithalten.

Ich war ein Leben lang begeistert Lehrerin und habe die große Vergünstigung gehabt, alle sechs Jahre, also immer dann, wenn eine Klassenstufe von der 5.-10. Klasse von mir als Klassenlehrerin zu Ende geführt worden war, für ein Jahr ins Ausland gehen zu können. So habe ich an der ’Central School of Speech and Drama’ in London ein Jahr studiert, nach sechs Jahren wieder ein Jahr in Paris an einer Theater-Arbeit geschrieben, die ich nach weiteren sechs Zwischen-Jahren in einem einjährigen Aufenthalt in Rom zu Ende geschrieben habe.

Nach der Alters-Pensionierung habe ich an der Uni Hamburg Chinesisch studiert und bin mit 66 Jahren für ein Jahr nach Shanghai gegangen und habe dort meinen Lebensunterhalt mit Sprachenunterricht verdient.

Mit 71 Jahren habe ich drei Monate in New York an einem Kurs Memoir-Writing teilgenommen und danach drei Bücher geschrieben, die ich privat veröffentlicht, beworben und verkauft habe. Zu der Zeit habe ich begonnen wöchentlich einen Blog zu schreiben.

Mit 76 Jahren war ich zwei Monate in Wien, um meine literarischen Schreibfähigkeiten zu verbessern. Die Wiener Erfahrungen sind schon Teil meines Blogs.

 

Seit 2012 und

dies soll mein Wettbewerbsbeitrag sein

schreibe ich wöchentlich einen

Blog:

www.elisabethscherf.wordpress.com

 

Mit 72 Jahren habe ich begonnen und schreibe heute – 79 Jahre – jede Woche einen Beitrag. Er wird weltweit gelesen: in den USA, Kanada, Russland, Australien, Japan und den europäischen Staaten. Es geht darin nicht um typische Fraueninhalte, sondern um philosophische, kulturelle, politische, fremdsprachliche Themen.

Ich möchte meinen Blog als literarischen Beitrag anbieten. Ich wage es, weil ich Blogs als Literaturform in Wettbewerben bereits genannt gesehen habe.

Gerade im Alter ist dieses Medium interessant, weil es einen geistig aktiven Menschen über seine körperliche Beweglichkeit hinaus am kreativen Ausdruck und Austausch der Gesellschaft teilnehmen lässt.

Ich bin gespannt, was Sie zu meinem Wettbewerbsbeitrag sagen.

Mit sehr freundlichen Grüßen nach Zürich

Elisabeth Scherf

Ich habe mich angemeldet, aber keinen Fragebogen zugeschickt bekommen. Vielleicht hätte ich den Brief dann nicht mehr geschrieben. Ich habe diese Mail an die angegebene Mailadresse gesandt, aber der Postmaster hat sie zurückgeschickt. Solche Vergeblichkeiten nehme ich immer als Zeichen: diese Sache war nicht für mich gedacht. Und darum landet mein Wettbewerbsbeitrag in meinem Blog: zu schön, so wird er aufbewahrt und meine anfängliche Begeisterung war nicht umsonst. What’s more: vielleicht liest ja jemand diesen Beitrag weltweit und kann die Wettbewerbsaufforderung viel besser ‚bedienen‘ als ich.

„Die Arbeiten können von Einzelpersonen oder von Personengruppen stammen und in Deutsch, Französisch, Italienisch, Romanisch oder Englisch abgefasst sein.“

Über 70 zu sein kriegen meine Leser bestimmt gut hin. Haha… Viel Vergngen beim Schreiben, Abgeben und gespannten Warten.