hieß das Aufsatzthema im Kindergärtnerinnen Seminar in Münster im zweiten Jahr meiner schönen Ausbildungszeit dort. Nach dem Schreiben treffen wir die Mitschülerinnen, die gerade abgegeben haben und noch den konzentrierten und hochroten Kopf der gerade geleisteten Anstrengung haben. „Was für ein Thema! ruft die besonders attraktive Carla und lässt sich erschöpft auf den Sessel fallen. Das war richtig schwer, so Intimes über meine Beziehung zu schreiben.“ Wir sehen sie entgeistert an. „Was meinst du damit.“ „Ja, fandet ihr das einfach? Zu beschreiben, was ihr mit eurem Freund macht?“ Wir sind noch verblüffter. „Ja, das war doch das Thema: „Sollte jeder etwas zum Liebhaben haben.“ „Quatsch!“ rufen wir – das sagte man 1959 noch gern – das Thema war: Sollte jeder Mensch ein Hobby haben. Das sollte ein deutsches Wort für Hobby sein. „Oh Gott!“ Tiefer Seufzer, hochroter Kopf! Ich weiß nicht mehr, wie sie aus der Nummer rausgekommen ist. Thema verfehlt, Sechs? Wohl nicht. Bestimmt hat unsere Dozentin nicht wenig geschmunzelt.

Ecke

 

Diese Anekdote ist mir bei diesem Foto wieder eingefallen, weil es viele ‚Liebhabereien‘ von mir zeigt.

Mittig das neue Kleid für das neue Sommerwetter, links davon mein Cello, das ich zum Streichquartett spiele, auf dem – übrigens Schrank mit Vasen – eine Portrait, das ich aus Pappmachée gemacht habe von Hatschipsut, einer Pharaonin, die 20 Jahre Frieden und intensive öffentliche Bautätigkeit geschaffen hat und nach ihrem Tod von der Bildfläche raikal radiert wurde. Erst jetzt ist ihre Grabstätte als ihre wieder entdekt worden.  – Ja, die damaligen Männer wussten schon um die Kraft von Vorbildern!

Neben dem Schrank das elektrische Klavier mit Anschlagdynamik, das ich mir mit sehr freundlichen Ratenzahlungen von Marita und Nico gekauft hatte, als ich noch vermutete, dass ich mein Leben bis zum Ende allein gestalten müssen würde und die Klaviermusik ein guter Geselle sein könnte. Ich spiele es immer wieder. Ich übe gar nicht, aber die Noten von Anne Terzibatschitsch helfen mir zu sehr schönen Musikerlebnissen. Ich spiele immer ab und mit ihren Noten kann das fast jeder.

Über dem Klavier hängt meine Ukulele, die ich fast täglich spiele und zu der ich mit Freude singe – immer besser werde ich da.

Rechts von der Ukulele hängt ein Bild von Dante, das mich seit meiner Scheidung begleitet und mir immer ein Vorbild war. Ich glaube, wegen des Bildes und durch das Bild habe ich  WOLLEN gelernt. Die wichtigste Zutat zu meinem wundervollen Leben. Was den Muskel des Wollens betrifft und wer ihn entdecken und stärken will: das ist ein Thema in meinem ersten Buch.

Kleiner Hinweis: der Film von AGNES VARDA und einem jungen Event-Künstler AUGENBLICKE ist sehr berührend. Es ist ein Dokumentarfilm, der eine Geschichte erzählt. Wie ermunternd auch, dass eine Frau mit 93 Jahren 90 Minuten so kraftvoll mit ihrem sehr sympathischen Partner gestalten kann. Sehr empfehlenswert! Läuft augenblicklich im Abaton und darum veröffentliche ich diesen Beitrag auch schon heute.