Sonntag haben wir auf WDR einen abendfüllenden Film über Amsterdam gesehen. Das hat mich wundervoll motiviert, weiter eifrig Niederländisch zu lernen. Was für ein schönes nächstes Aufenthaltsziel habe ich da! Die begeisterte Filmemacherin hat einmal wissen wollen, wie denn auf Niederländisch »wunderschön« heiße und konnte die Antwort dann nicht umsetzen. Da war ich stolz, weil ich alles verstanden hatte »heel erg mooi«. Niederländisch ist herrlich. Ich habe den witzigen Spruch gelesen: Niederländisch wurde zum Spaß ausgedacht und hat sich dann als so amüsant herausgestellt, dass man es beibehalten hat. Ja, man muss beim Lernen oft schmunzeln. Aber es ist nicht leicht zu lernen. Die Medien »assimil« und »babbel« machen es mir aber möglich.

Seit der Fertigstellung der Elbphilharmonie, die ich von innen und außen schön finde, bin ich traurig, dass ihr Name so verhunzt worden ist. Von »oben« quasi, wo doch jedes spektakuläre Bauwerk seinen Spitznamen durch die Benutzung und Gefühle von »unten» erfährt.
Da hat bestimmt irgendein erschöpfter Mann abends beim Feierabendbier in einer städtebaulichen Männerrunde gesagt »Ich muss noch mal schnell in die Elphi.« und ein Scherzkeks vom Dienst – ein anderer Mann – hat neckisch zurückgegeben »Und was sagt deine Frau dazu?« Worauf alle anderen Männer röhrend gelacht haben: In allen Köpfen hat sich ein Mann ein Stück Cowboy-Freiheit bewahrt und eine Frau stand in Gedanken mit dem Nudelholz hinter der Tür. Man merkt schon, für mich ist Elphi die Abkürzung von Elphriede, also die Lieselotte am Hafen…
Verschenkt und versenkt hat man die Möglichkeit, viele Millionen Male »Harmonie«, ja sogar »Viel-Harmonie« zu sagen. Elb-viel-Harmonie! Wie wunderschön! Namen sind nicht Schall und Rauch, sondern sie haben eine energetische Ausstrahlung. Noch mehr, sie schließen sich an die Wolke ähnlicher Energie an. So verstehe ich den Bibelspruch »Wer da hat, dem wird gegeben. Wer da nicht hat, dem wird genommen was er hat – hätte haben können.« Harmonie zieht Harmonieverwandtes an, so wie Menschen, die glücklich sind, weil sie alles positiv interpretieren, von der Wolke des Positiven unmittelbar Unterstützung finden. Die alles negativ sehen, verbinden sich mit der Energiewolke der Enttäuschungen dieser Welt und haben es dann richtig schwer.
Ich halte mich nicht an die Verballhornung des wunderschönen Namens der ELBPHILHARMONIE, ich sage und schreibe immer weiter Elbphilharmonie.

Ich bin erstaunt, wie schnell eine Aktion gegen Herrn T. zu zivilem Widerstand wird. Ich habe den Mitschnitt aus dem britischen Parlament gesehen, wo gefordert wird, Herrn T. wieder auszuladen. Gefreut habe ich mich gleichzeitig über die Mitteilung, dass zwei Drittel der Hamburger Abgeordneten eine Ausladung von Herrn T. zum Gipfel unterschrieben haben.
Ich habe mich gefragt: Wie greift diese plötzliche Macht eines Mannes, über den wir alle im vorigen Jahr nur lachen konnten? Ich erkläre es mir so: Hinter jedem Abgeordneten existiert ein Lobby-Büro, also ein Abgesandter  (meist Jurist) des großen Geldes, der sofort um finanzielle Einbußen fürchtet. Hinter jedem Journalisten steht die Furcht vor dem Anzeigen-Verlust – also auch wieder die Angst vor finanziellen Einbußen.
Eine Möglichkeit, aus diesen Maulkorb-Abhängigkeiten herauszukommen, sehe ich in der Politik – dem gemeinsamen Verhalten einer Menschengruppe – von Rob Hopkins Transition Towns. Eine Bewegung, die aus England kommt und Aufklärung und Wissen vermittelt, um Gemeinden und Städte resilient, d.h. widerstandsfähig und unabhängig vom großen Geld zu machen.
Wir müssen essen und wohnen und dafür hat Rob Hopkins – und inzwischen viele mit ihm – sehr gute Ideen. Europaweit sind junge Leute schon aktiv. Teilweise, weil eine Lebenskarriere wie früher gar nicht mehr möglich ist. Auf WWW.TRANSITIONNETWORK.ORG kann man mehr erfahren. In Deutsch: Transition Networks in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich war zu einem Wochenendkurs von Transition Towns in Bielefeld, um fundierter im 3. Buch meiner Trilogie über die Alternative einer Welt ohne Geld schreiben zu können. Titel »Von allem weniger und von Liebe mehr – eine Welt ohne Geld«. http://www.welt-ohne-geld.de

Gestern war ein Tag ohne Sprachen-Besuche und Verabredungen und da gab es plötzlich einen Moment, in dem ich nur zufrieden war. Ich meine, ich habe richtig gespürt, dass ich glücklich bin. Ich habe um mich geschaut und schmunzelnd laut »Danke!« in die Welt gesagt.

Nachmittags habe ich auf dem Poelchaukamp einen neuen Friseur ausprobiert. Domnick, der soll es sein. Zu Hause dann auf dem Sofa gelümmelt, die neue »Brigitte« gelesen und auf dem Laptop »The Transition Movement meets De-Growth« über den http://www.Earthbook.tv -kanal über Youtube gesehen.
Ein Gespräch zu »Alternatives to Capitalism« in einem Südsee-Ambiente zwischen Palmen saß eine Journalistin und einer der beiden Gründer von Totnes – einem Ort in England, wo eine Gemeinschaft bereits alternativ nach Prinzipien der Transition Town Movement lebt. Richard Swift, ein kanadischer Journalist, war über Skype zugeschaltet. Hinter dessen Kopf konnte ich an der Wand 2 chinesische Schriftzeichen entdecken. Das eine war die zweit Hälfte von »Freund«, das andere das Schriftzeichen für »gut.«.
Das Gespräch über den augenblicklichen Zustand der Welt – und hier war noch nicht Herr T. im Spiel -, war beängstigend spannend.

Was ich so gar nicht kapieren kann, ist: warum alle Deutschen jahrelang Englisch lernen und ihr Sprachfähigkeiten auf dem Niveau des Schulabschlusses lassen, was grade mal zum Reisen reicht. Ich frage mich immer wieder, ob die alle nicht ahnen, dass ihnen eine Welt an Information, Kunst und Weltbewegung verloren geht?

Mein Vorbild: der adlige Gelehrte, so als Bild. Diktiert sich selbst, was er lesen und lernen will. Welche Länder er etwas gründlicher erkunden und erleben möchte. Der an Bildung interessierte Rentier. Auf jeden Fall verfügt er über die Geld-Mittel für sein tägliches Brot und kann seinen Tageslauf frei wählen. Das ist das Schönste am Alt-Sein. Jung hatte ich diese Möglichkeit nicht. Ich lerne und dann belohne ich mich nach meinem Gutdünken. Wobei Lernen wirklich Neues meint. In meinem Fall immer weiter Chinesisch, ganz neu Niederländisch und die Ukulele. Belohnung kann auch Shopping sein! Meine Belohnung heute ist beispielsweise der Roman von Romain Gary, den Lesley Blanch – remember? Meine letzte Lektüre! – als Journalistin der Vogue lesen musste – und 1 Jahr später war sie mit ihm verheiratet. Den habe ich über amazon aus Süd-Frankreich second hand zugesandt bekommen. Er heißt »Education européenne« ich fand diesen Titel bemerkenswert, denn das Buch ist 1956 erschienen. Übrigens ist mein Lesen ein Kompliment an Lesley Blanch und erst dann an Romain Gary. Ich lese nämlich vornehmlich von Frauen geschriebene Bücher, weil ich die Welt nach Vorstellung der Männer nicht noch mehr in meinem Kopf Herberge geben will.
Wie schaffe ich es, im Sinne Goethes, mein eigener Herr und Knecht zu sein? Will sagen: Woher nehme ich die Power, das zu tun – das über Jahre das auszuführen, was ich mir vorgenommen habe? Das kann man im 1. Buch meiner Trilogie »anders denken – ewig leben« im Kapitel über Willensmuskel erfahren.
Heute mache ich mal Reklame für meine Bücher, aber wenn nicht hier, wo dann? Mir ist klar, dass die meisten Freunde- und Freundinnen-Leser alle drei Bücher bereits haben, ja, sogar verschenkt haben, aber dennoch. Es macht mir auch Spaß, weil ich inhaltlich voll hinter allen drei Büchern stehe und mich richtig freue, dass ich sie geschrieben habe.

Jetzt einmal eine praktische Lebenserkenntnis als Tipp.
Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich bei Kochsendungen den Umgang mit Knoblauchzehen sehe. Wissen die Köche alle nicht, dass in jeder einzelnen Zehe ein Kern steckt, der bitter ist und schwer im Magen liegt oder zum unangenehmen Geschmackserlebnis werden kann? Zumindest ungekocht in einer Salatsoße?
Wie man es besser macht, habe ich von einem aus Wien stammenden kochbegeisterten Freund in London erfahren. Man halbiert die Zehe und nimmt den weißgrünen Kern heraus.
Hier noch das Rezept für die Sauce Nicoise, die ich ihm abgeguckt habe. Ich mache immer gleich 2 Marmeladengläser – Bonne Maman Größe – als Vorrat. Ich schreibe sonst keine Rezepte und mache alles frei nach Schnauze, darum hier eine ca. Auflistung.
6 große Knoblauchzehen, den Kern entfernen, durch die Knoblauchpresse geben und viel Salz darauf, vermischen und eine Weile einwirken lassen. Dann zu einem Brei zerquetschen. In eine Schüssel 2 Esslöffel mittelscharfer Senf, 2 Teelöffel Zucker, frisch gemahlener Pfeffer und 3 Esslöffel guten Essig geben. Die Knoblauchmasse dazugeben, alles mit dem Schneebesen vermischen und dann in den Brei unter dem Schneebesen Olivenöl einfließen lassen. Ich habe dieses Mal auch Kürbiskernöl und Walnussöl und Apfelessig – Reste aus dem Lidl Angebot von Weihnachten – zugefügt. Man muss mein Rezept selbst ausprobieren. Aber die Richtung stimmt so. Augenblicklich sind damit bei uns kurz aufgekochte Brokkoli, noch schön feste Bohnen und geschälte, scharf angebratene bunte Paprika gewürzt. Es schmeckt köstlich!