Ich bin jedesmal begeistert, dass immer wieder so viele aufgeschlossene interessierte unterschiedliche Freundinnen und Bekanntinnen kommen, um die Fortsetzung meines Memoiren-Romans zu hören. Es sind natürlich auch Männer, freundliche Männer, dabei, aber die sind entschieden in der Minderheit. Sagen wir: einmal waren es 4 Männer und 13 Frauen, letztes Mal 3 Männer und 6 Frauen und in dem Verhältnis spielen sich die Lesungen meist ab. Ohne jeden Zweifel ist mein Buch eines für Frauen. Ich würde sogar sagen, es ist eines, das besonders Frauen froh macht. Es kommen Männer darin vor, sogar ziemlich viele – wie ich beim Vorlesen zu meiner Überraschung feststelle – aber die Frauen in meinem Buch bekommen die Schokolade, Schokolade in allen Geschmacksrichtungen. Für jede ist wohl etwas dabei – denke ich. Und das ist auch gut so, denn das können sie, können wir sehr gut gebrauchen. Besonders dann, wenn wir froh und heiter mehrere Hundert Jahre leben wollen.Letztes Mal habe ich die chinesische Kurzgeschichte „Diese eine Schüssel Wan Tan“ vorgelesen. Mir kommen immer noch die Tränen – und das über eine ganze DIN A4 Seite – wenn ich sie laut oder leise lese. Darum habe ich auf dem Spaziergang an der Alster vor der Lesung ausdrücklich um einen spirituellen Helfer gebeten, der meine Tränen im Zaun hält und mich die Geschichte so lesen lässt, wie man nach David Oistrachs Worten Bachs Suiten auf der Geige spielen muss, nämlich so, dass die Zuhörer fühlen und nicht man selbst. Das hat geklappt, denn am nächsten Tag hat mir Anka gesagt, dass sie ganz schön mit den Tränen gekämpft habe.