„the measure of a life well lived upon turning eighty“

(der Wert eines gut gelebten Lebens, wenn man achtzig wird)

Ich habe mich gefreut, als ich diesen Text auf Facebook entdeckt habe. Wie ein Geburtstagsgeschenk, denn am Montag werde ich 80 Jahre alt und finde es wunderbar. Es ist lustig, dass Oliver Sacks genau das bedauert, was ich ausgiebig gemacht habe: scheu gewesen zu sein, nicht andere Sprachen gelernt und auch nicht in anderen Kulturen gelebt zu haben.

Genau das habe ich gemacht: ich war nie scheu – aber das war kein Verdienst; ich habe viele Sprachen gelernt: Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch und nun Niederländisch. Das waren und sind wunderschöne Anstrengungen. Und ich habe in unterschiedlichen Kulturen gewohnt und gelebt. Das waren Erfahrungen mit Höhen und Tiefen – allerdings nie grenzwertig.

Hier nun Oliver Sacks: the measure of a life well lived upon turning eighty

“Living has yet to be generally recognized as one of the arts,” proclaimed a 1924 guide to the art of living. That one of the greatest scientists of our time should be one of our greatest teacher in that art is nothing short of a blessing for which we can only be grateful — and that’s precisely what Oliver Sacks (July 9, 1933–August 30, 2015), a Copernicus of the mind and a Dante of medicine who turned the case study into a poetic form, became over the course of his long and fully lived life.

In his final months, Dr. Sacks reflected on his unusual existential adventure and his courageous dance with death in a series of lyrical New York Times essays…

In the first essay, titled “Mercury,” he follows in the footsteps of Henry Miller, who considered the measure of a life well lived upon turning eighty three decades earlier. Dr. Sacks writes:

Last night I dreamed about mercury — huge, shining globules of quicksilver rising and falling. Mercury is element number 80, and my dream is a reminder that on Tuesday, I will be 80 myself.

Elements and birthdays have been intertwined for me since boyhood, when I learned about atomic numbers. At 11, I could say “I am sodium” (Element 11), and now at 79, I am gold.

[…]

Eighty! I can hardly believe it. I often feel that life is about to begin, only to realize it is almost over.

Having almost died at forty-one while being chased by a white bull in a Norwegian fjord, Dr. Sacks considers the peculiar grace of having lived to old age:

At nearly 80, … , I feel glad to be alive — “I’m glad I’m not dead!” sometimes bursts out of me when the weather is perfect… I am grateful that I have experienced many things — some wonderful, some horrible — and that I have been able to write a dozen books, to receive innumerable letters from friends, colleagues and readers, and to enjoy what Nathaniel Hawthorne called “an intercourse with the world.”

I am sorry I have wasted (and still waste) so much time; I am sorry to be as agonizingly shy at 80 as I was at 20; I am sorry that I speak no languages but my mother tongue and that I have not traveled or experienced other cultures as widely as I should have done.

But pushing up from beneath the wistful self-awareness is Dr. Sacks’s fundamental buoyancy of spirit. Echoing George Eliot on the life-cycle of happiness and Thoreau on the greatest gift of growing older, he writes:

My father, who lived to 94, often said that the 80s had been one of the most enjoyable decades of his life. He felt, as I begin to feel, not a shrinking but an enlargement of mental life and perspective. One has had a long experience of life, not only one’s own life, but others’, too. One has seen triumphs and tragedies, booms and busts, revolutions and wars, great achievements and deep ambiguities, too. One has seen grand theories rise, only to be toppled by stubborn facts. One is more conscious of transience and, perhaps, of beauty. At 80, one can take a long view and have a vivid, lived sense of history not possible at an earlier age. I can imagine, feel in my bones, what a century is like, which I could not do when I was 40 or 60. I do not think of old age as an ever grimmer time that one must somehow endure and make the best of, but as a time of leisure and freedom, freed from the factitious urgencies of earlier days, free to explore whatever I wish, and to bind the thoughts and feelings of a lifetime together. (kopiert aus dem facebook account www.brainpickings.org)

Was für ein wohltuender zusammenfassender Rückblick. Musste ich etwas endure = erleiden, aushalten, überstehen? Richtig schlimm war nur der Anfang meines Lebens: 1939 war der Beginn des 2. Weltkrieges. Bis zum 6. Lebensjahr musste ich oft in den Keller und habe unzählige Male nach dem Bombenalarm gesehen, wie anstelle eines Gebäudes plötzlich erschreckend freier Raum „in den Himmel ragte“. Aber ich habe gedacht, dass das hier unten auf der Erde so ist, keine Ausnahme, sondern der Normalfall. Wie angenehm, dass das immer besser wurde. Ich bin für alle meine Jahre sehr dankbar!

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Es riecht nach Frühling

Normalerweise reagiere ich darauf mit reiner Freude. Aber nach dem letzten – für unsere Breiten und Land- und Forstwirtschaft zu intensiven Sommer – reagiere ich nicht ungeteilt mit Freude. Kommt noch Winter? Heißt das, unser Winter ist bereits vorbei? Ist das gut? Ist das ein Stöhnen des Planeten in so freundlicher Verkleidung?

Ich hoffe, alles ist gut. Ich weiß aber, alles steht nicht zum besten: was man so hört und liest von den Gesetztemachern und Ministern: sie kämpfen, dass die Wirtschaft floriert und finden Wirtschaftswachstum nach wie vor ein selbstverständliches Ziel und das wichtigste Ziel. Merkwürdig!

Ist die Menschheit so beschränkt? Man liest wieder Aufrüsten, mehr Geld für Verteidigung. Eigentlich müssten wir ganz schnell wieder und zwar länderübergreifend die Friedensinitiativen zurück ins Leben rufen. Allerdings ist der Reichtum enorm ungerecht verteilt. Ich lebe auf der Haben-Seite. Ich habe gut reden!

Mit Angst reagieren ist aber nicht gut. Sich einsetzen für den Planeten, mehr Gerechtigkeit denken, wünschen und vorstellen.


Privat Bücher auf den Markt bringen zu können

ist einer der großen Vorteile des Internets. Wissen unabhängig vom Geld zugänglich zu machen, das ist eine Errungenschaft, die mich begeistert. Früher war Bildung nur mit Geld zu bekommen. Heute reichen Interesse, Neugierde und Zeit, um an Informationen zu kommen. Wer denkt, er hat der Menschheit etwas mitzuteilen, der kann das tun.

In der letzten Woche kam das Jahresprogramm des Evangelischen Studienwerkes, das meine drei Studienaufenthalte – Graduiertenstudium in London an der Royal Central School of Speech and Drama, Promotions-Aufenthalte in Paris und Rom – großzügig finanziert hat. Aufmerksam lese ich das Studienprogramm jedes Jahr durch: spricht mich etwas an? Und da, freudig traue ich meinen Augen nicht und lese es zweimal: Schauspiel und Machtspiele – Theorie der Selbstermächtigung bei Macchiavelli.

Das ist doch mein Promotionsthema! Bei meinem Wunsch, meine Parallel- oder Simultantheater Idee in der Geschichte des Theaters einzuordnen, ist Macchiavelli der Schreiber des ersten Theaterstückes für diese scheinbar glorreiche Erfindung – immer „Entdeckung“ genannt, als handele es sich um einen neuen Kontinent – der Perspektivbühne. Bis heute ist diese Bühnenform des Fürsten, des alles beherrschenden Fluchtpunktes, das Theater des Bürgers – unser Theater!

Kein Wunder, der Kapitalismus könnte sich keine bessere neue Religion ausdenken. „Nikolaus von Kues [kuːs], latinisiert Nicolaus Cusanus oder Nicolaus de Cusa, war ein schon zu Lebzeiten berühmter, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker. Er gehörte zu den ersten deutschen Humanisten in der Epoche des Übergangs zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit.“ (aus Wikipedia) Er hat diese neue „Religion“ kirchlich mit dem Hinweis möglich gemacht, dass wir von Gott im strengen Sinne gar nichts wissen können. Das ist die Geburtsstunde des abgesegneten Egoismus.

Gott oder der Schöpfer oder die Quelle allen Seins ist natürlich der wesentliche Teil der Menschheit. Religion (von lateinisch religio ‚gewissenhafte Berücksichtigung‘, ‚Sorgfalt‘, zu lateinischrelegere ‚bedenken‘, ‚achtgeben‘,…“ (aus Wikipedia) ist im Sinne des Bezugspunktes unserer Gedanken und Handlungen auf keinen Fall wegzudenken.

In dem Augenblick, in dem der Mensch aufhört seine ihm innewohnende Stimme zu hören, hört er auf ein mitfühlendes Wesen zu sein. Er verliert seine Selbstbeurteilungskraft. Denn natürlich ist meine Mitwelt ein Maß für Handlungen! Die Perspektivbühne als Form hält aber das Publikum in der Regel im Dunkeln und hat das eine Ziel des Theaterstückes im Fokus, das ist der Fluchtpunkt. Wieso, man sieht doch keinen Punkt. Nein, das ist der Held und sein Schicksal. Hier müsste ich auch noch mehr erklären. Ich weiß…

Ich merke schon, ich könnte immer so weiterschreiben. Wie anders war das im griechischen Theater: die Sonne als Scheinwerfer, im gleichen Licht der Erkenntis sind Schauspieler und Publikum: das Theaterstück als Denkvorlage für menschliches Verhalten

Und dann mein Paralellel- oder Simultantheater, das zwei Lösungen eines Problemes auf zwei Bühnen gleichzeitig darstellt und dadurch beurteilende Überlegung provoziert. Im Hinblick worauf ist dieses oder jenes besser?

Ich habe gestern dann gleich meine Doktorarbeit aus dem Bücherreagal geholt. Mit gemischten Gefühlen! Ich habe damals nichts ändern wollen und deswegen keinen Doktortitel bekommen. Wir haben die Arbeit dann aber doch privat als Buch in 100 Exemplaren verlegt.

Ich beginne in meiner alten Arbeit von 1993 über die Perspektivbühne und das Theaterstück von Macchiavelli „Mandragola“ zu lesen. Alles leuchtet mir ein, es ist klar geschrieben, sauber mit Zitaten versehen. Es liest sich viel besser als ich dachte. Es stimmt alles noch und wäre heute wichtiger denn je, denn jeder Film ist Perspektivform in unendlicher Verfielfältigung. Nehmen wir damit nicht einen großen Teil unserer Wirklichkeit wahr?

Rainer war einer der wenigen, die die Idee meiner neuen Theaterform vollkommen verstanden haben und gut fanden. Mein Doktorvater auch und zweifellos Marita und Nico und deren Tochter Christina. Ich war ganz begeistert, als sie eines Tages vom Bremer Theater nach Hamburg kam und mir von einer Bühnenbildnerin berichtet hat, die meine Arbeit gelesen und zum ersten Mal begriffen habe, was Theater überhaupt bedeute.

Jetzt überlegen wir, ob wir der Idee noch einmal ein Forum verschaffen sollten. Spannend!


Mein Alltag

ist wieder frei für andere Dinge. Mein Geburtstagsbuch – 92 Collagen und 105 locker oder auch dicht beschriebene Seiten – ist in 50 Exemplaren gedruckt und das verschicke und verteile ich nun bis zu meinem 80. Geburtstag. Die Reaktionen erfreuen mein Herz!

Es war VIEL schöne Arbeit über viele Monate und das heißt, dass ich nun wieder mehr Zeit für meine normalen Aktivitäten habe: Holländisch-Übungen machen, chinesische Lehrfilme auf http://www.ChinesePod.com ansehen und die Übungen ausfüllen, chinesische Schriftzeichen analog – also in echt (Tinte auf Papier) schreiben, denn die verlernen sich so etwas von schnell!!!, Ukulele übend spielen. Ich möchte ja nicht nur zur Ukulele singen, sondern auch Musikstücke darauf zupfen können. Das ist allerdings noch in weiter Ferne, steht aber auf meiner Agenda. Dann jeden Tag wenigstens 5500 Schritte gehen und Freundinnen zum Lunch treffen.

Das Pflaster in der City von Utrecht

Es geht weiter mit meinem anregenden und gerade richtig aufregenden Leben. Im Sommer wieder Utrecht für 10 Tage. Der Zeitpunkt unseres Aufenthaltes ist bestimmt durch das in Utrecht stattfindende „Festival Alter Musik“.

Für alle Jüngeren: ich bin in einem Monat 80 Jahre alt und fühle mich so etwas von wohl in meiner Haut. Ich liebe meinen Körper, dieses wunderbar konstruierte Gebäude, das meine Seele trägt. Ich denke manchmal, meine Seele freut sich so viel und farbig mit anderen und allein, deswegen geht es meinem Körper so gut. Also: entwerft euch in Ruhe auf eine lange Zukunft hin!

Ich bin begeistert

von der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens, kurz BGE genannt. Begeistert heißt, es treibt mich um: ich finde es spontan wunderbar und dann wieder unrealistisch und im Rahmen unseres Wirtschaftsystems vielleicht nur eine Einladung an die Wirtschaft, alles teurer zu machen.

Ich komme zwischen meinen politischen Meinungen: das BGE ist „DIE Lösung für viele Probleme“ und „lieber nicht, wie SOLL das funktionieren“ zu keiner endgültigen Haltung. Darum war es für mich wie eine Gebetserhörung als ich gelesen haben, dass der Verein „https://www.mein-grundeinkommen.de“ ein Buch über die Erfahrungen von Menschen herausgibt, die für ein Jahr bereits ein BGE erhalten haben. Das habe ich sofort vorbestellt und gestern lag es in meinen Händen!

Michael Bohmeyer Cornelia Cornelsen „Antworten aus der Praxis WAS WÜRDEST DU TUN? Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert“

Es ist schon ein Vergnügen allein die Fotos von den Verfassern zu betrachten. So jung ist der Micha, geb. 1984, der sein Glück des finanziellen Unabhängigseins – er hat mit 16 Jahren schon begonnen IT Firmen zu gründen und sie mit Anfang 20 Jahren so gewinnbringend verkauft, dass er in den Genuss eines selbstverdienten Bedingungslosen Grundeinkommens kommt und aus diesen Erfahrungen seines Denkens und Fühlens diesen Verein gründet, der fremde Menschen – Crowdfunding! – bittet, ohne gewinnbringende Gegenleistung Geld zu spenden, um anderen ein bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr zu geben. Zu seiner eigenen Überraschung finden sich enorm viel Menschen, die von 1€ bis erheblich mehr erst spenden und dann (Vereinsgründung!) selber darum bitten, eine bestimmte Summe als Lastschrift monatlich einzuziehen.

In dem Bericht des Buches ziehen Micha, dem sich glücklicherweise Cornelia zugesellt hat, durch Deutschland und machen eine kulturanthropologische Forschungs-Reise um herauszufinden, was dieses bedingungslose Geld für ein Jahr mit den Empfängern gemacht hat.

Wie ein Krimi liest sich, was die Erfahrungen dieser Reise auch mit den Gedanken und Gefühlen der beiden „Wissenschaftler“ macht.

Welche Vorurteile/Vorannahmen tragen sie unbewusst mit sich herum. Die ersten vier Lotteriegewinner – ja, es funktioniert als Lotterie – wollen überhaupt nicht mit den beiden sprechen!!! Haha – bedingunslos?! – so war das nicht gemeint. Das ist auch so toll, dass sie nicht beschönigen und nicht endgültig sagen wollen, ob es umfassend eine gute Idee für alle sein könnte. Was sagt ein Jahr aus, kann man das hochrechnen? Wirklich spannend für mich! Ich bin begeistert, weil für mein Denken etwas von diesem Bericht abhängt. Ein bisschen wie ein Real-Krimi.

Ich will auch Mitglied werden und 5€ monatlich einzahlen. Übrigens kommen die Spender – anfänglich gegen ihren Widerstand – auch jedesmal in die Lotterietrommel. Es kann jeden treffen!

Ich bin erst auf Seite 78. Aber die beiden Verfasser können gut schreiben und so macht das Lesen richtig Spaß! Ich denke und fühle mit ihnen. Ich bin begeistert! Es wird ein schönes Wochenende, denn das Lesen dieses Buches wird meine Hauptaktivität – neben einigen Niederländisch-Übungen und wenigstens 33 chinesischen Schriftzeichen und meinem üblichen Spaziergang an der Alster. Ein Wochenende ist doch zu schön, oder?


Brexit – Brexit – Brexit

Ich hätte nicht gedacht, dass der Brexit auch so unmittelbar bei mir ankommt. Ich stehe hundert Prozent zu Europa!

Ich erinnere mich an meine Studienzeit in London ‚Royal Central School of Speech and Drama‘. Ausländer von uns 12 graduate students waren Cheryl aus Südafrika, Roslyn aus Ireland und ich aus Deutschland. Ich war die erste Deutsche überhaupt in dieser erlesenen Einrichtung: 156 Drama Teachers hatten sich beworben und nur 12 wurden ausgesucht. Das wusste ich glücklicherweise nicht, denn sonst hätte ich es nie gewagt. Ich vermute obendrein, dass ich einen prominenten Fürsprecher hatte: George Rapp, ein Freund von Erich Fried.

Jeder von uns hatte die Aufgabe, den Nationalfeiertag zu gestalten. Ich habe den Europa-Tag anstelle des damaligen deutschen Nationalfeiertages gewählt. Das kam aber nicht gut an: „Ach, sieh an, ihr Deutschen wollt eurer Geschichte entkommen und wählt euch eine neue Heimat: Europa!“ Ich glaube, sie hatten recht. Für mich als Deutsche war Europa eine attraktive Alternative.

Ich erinnere mich auch an einen Writing Course der Arvon Foundation in Dartmouth. Während eines Spaziergangs sagte Doreen ganz versonnen zu mir: „Weißt du, der Krieg war furchtbar für uns Engländer, aber der Zusammenhalt, der gemeinsame Einsatz, das Bewusstsein: wir sind alle Engländer! und kämpfen für UNSERE gemeinsame Sache, das war ein Gefühl, das ich ganz wunderbar fand und seitdem nie wieder gehabt habe.“

Aus diesen kleinen persönlichen Erfahrungen heraus vermute ich, dass die Engländer mit der zukünftigen vermutlich sehr schwierigen Situation zu unser aller Erstaunen beeindruckend solidarisch umgehen werden. Sie werden schmerzhaft, aber fühlbar ihr Englisch-Sein erleben. Sie werden sie annehmen, durchstehen und gestalten. Nicht umsonst lieben wir alle die englische Kultur, ihre Filme, Bücher, ihr Theater. Wir werden an diesem Erlebnis alle eine Erfahrung machen, etwas lernen.

Natürlich hoffe ich, dass man danach eine neue Gemeinschaftsform mit England findet. Denn England gehört zu Europa. Natürlich!

Ich habe 93 Collagen komponiert

und 105 Seiten dazu geschrieben. Jetzt liegen 210 Seiten beim Drucker. Gut, dass erst ich und dann Rainer eine Erkältung hatten. So waren die Tage frei, um die notwendigen letzte Arbeiten daran zu machen: einscannen, lektorieren, Probedruck machen. Eine richtige Arbeit! Das wird mein Geburtstagsgeschenk für Freundinnen und Freunde werden, da niemand zu einem großen Fest zu meinem 80. Geburtstag eingeladen wird! 105 Seiten Farbdruck – das kostet nicht wenig. Allerdings würde es noch mehr kosten einen Raum anzumieten und ein köstliches Kaffeetrinken, Abendessen und ausreichend Getränke zu servieren. Deswegen bekommen also alle von mir ein Geschenk.

Rainer und ich sind auf meinem Geburtstag verreist. Mit der Vergünstigung eines Hotel-Gutscheins für 7 Tage von der Zeitung „DIE ZEIT“ ist dieser Luxus möglich. Schwimmen vorm Frühstück, Frühstück, lange Spaziergänge, Ruhen und Lesen, Saunen in der Wellness-Abteilung und dann Umziehen und zum Abendessen. Wunderbar!

Wenn/Falls mich Freundinnen und Freunde fragen, was ich mir wünsche, dann antworte ich: „Einen Mittagstisch mit dir. Denn da können wir eins-zu-eins genüsslich lange miteinander reden.“

Beim Ausschneiden der Fotos mein Leben noch einmal Revue passieren zu lassen, das war ein Vergnügen. Schade, habe ich manchmal gedacht, dass ich zu der Zeit noch nicht wusste, dass mit 80 Jahren alles so schön sein würde. Ich bin dankbar und glücklich über alle „Stufen“ – so nennt Hermann Hesse die Stationen des Lebens. Natürlich finde ich besonders gut, dass ich jetzt so ein Gefühl von ANGEKOMMEN – HURRA!!! habe und alle meine Pläne für die Zukunft so freudvoll und gelassen angehen kann.

Über diese Pläne ein anderes Mal: Ich mache sie schon – übe – lerne gerade Ungewohntes und erlebe mich wieder neu. Ich meine damit nicht die Niederländische Sprache und alles was damit zusammenhängt. Haha – ein bisschen Spannung muss sein…

Mein Weihnachtsgeschenk von Rainer – meine Bilder von der Ausstellung: https://elisisbildermappe.jimdofree.com/

Ein Geschenk für alle: https://nur-positive-nachrichten.de

ist diese Seite im Internet. Beim Lesen werde ich schon froh und bin begeistert, was für phänomenal einfallsreiche und tatkräftige Menschen meine Zeitgenossen sind. Ja, so macht die Welt Spaß!

Am meisten begeistern mich die Earthships. Viele Wissenschaftler forschen ja nach dem lebenswertesten oder auch nur Überleben-möglich-machenden Bau von Spaceships auf dem Mars oder auf dem Mond. Earthships sind Häuser oder besser: dem menschlichen Körper – Gefühl wundervoll wohltuende Bauten. Ganz im Sinne des Antroposophen Rudolf Steiner, der unsere im wiederholt 90° Winkel gebauten eckigen Häuser gar nicht sanft genug für unser Wohlbefinden fand. Auf dieser Seite: https://nur-positive-nachrichten.de könnt ihr sehen, wie „Häuser“ aussehen können, die sich einem anschmiegen. Obendrein kostet der Baustoff nur den Transport, denn alles ist aus Abfall: alte Autoreifen, Flaschen, Dosen, Kästen und einfach alles wird da zum Baustoff recycled, was man täglich mit schlechtem Gewissen wegwirft.

Regenwasser wird aufgefangen, aufbereitet und versorgt den Lebensraum mit Wasser, Sonne stellt die Energie für alles her. Pflanzen haben besondere Räume im Bau/Gebäude/Haus – ach, was sage ich: im Earthship. Man muss vor normalen Katastrophen keine Angst haben. Ich denke an Stromausfall oder Versorgungsschwierigkeiten und/oder so etwas. Ein Earthship ist autark.

Das ist aber nur ein Beispiel unter den 99 Tatsachen, die sich auf dieser Welt verbessert haben und von denen wir viel zu wenig hören. Rainer will schon lange keine Tagesschau mehr sehen, weil die täglich mehrmals vornehmlich Angst schürt. Ich glaube, ich höre in diesem neuen Jahr auch damit auf und schaue immer wieder mal in https://nur-positive-nachrichten.de

Das ist einfach und gut und jeder positiv gestimmte Mensch macht die ganze Welt leichter und froher. Wer macht mit?

Der neunzigste Geburtstag

meines einzigen Bruders. Wir waren sechs Geschwister, also haben auch noch vier ältere Schwestern meine Kindheit bevölkert, d.h. die waren alle immer schon ‚groß‘ und Vorbilder und meine Erzieher. Plus Mutter und Vater war meine Kindheitsfamilie ein wunderbares Übungsfeld für ‚Menschheit‘ und wie ich es machen muss, um zwischen allen ICH zu werden.

Da ich die Jüngste bin, eine Schwester bereits gegangen ist und die anderen nicht mehr beweglich genug sind, um mal kurz zu einer Geburtstagsfeier zu fahren, bin ich zitiert worden. Denn mein Bruder feiert seit 90 Jahren seinen Geburtstag am 2. Weihnachtstag. Das ist ein Schicksal, das er gut meistert. Am 2. Weihnachtstag von Hamburg nach Dortmund fahren zu müssen, kann auch ein Schicksal sein. Das war es aber nicht! Ja, es waren Massen auf den Bahnsteigen, aber alle sehr entspannt. Die Züge waren realtiv pünktlich und wie ein Scherz war die Ansage bei einem Personalwechsel, man warte noch auf den Zugführer, er habe sich verspätet. Aber der Zug fuhr dann doch bald los. Es war eine schöne Feier. Erstaunlich war eine eineinhalb stündige interessante Diskussion in großer Runde über den Zustand der Welt und die Kraft des Einzelnen.

Ein Jahr ist wieder vorbei. Es war wunderschön. Ich habe viel gelebt: mich viel gefreut, viele liebe Mitmenschen getroffen, viele Ideen gehabt, meine Gesundheit dankbar genossen, erstaunlicher Weise nachhaltig abgenommen und immer wieder froh auf der Statistik dieses Blogs verfolgt, dass auf der ganzen Welt einzelne Menschen meinen Blog lesen: das hat mein Leben immer wieder mit einem kleinen Sonnenschein übergossen und dafür bin ich euch und Ihnen sehr dankbar. Ich wünsche euch und Ihnen allen nah und fern ein wunderschönes 2019!


„Der kleine Lord“

ist der Film, der für mich alljährlich den Beginn des Weihnachtsfestes markiert. Je öfter ich ihn sehe und dadurch nicht mehr vom Erfassen des Handlungsablaufs absorbiert bin, stelle ich fest, was für eine wunderbare Symphonie dieser Film ist. Welche besten „Weihnachtsgefühle“ er zum Klingen bringt und das in einer so unterhaltenden, ansprechenden froh machenden Weise wie ein Klavierkonzert von Mozart.

Brunen in der Eingangshalle unseres Hamburger Rathauses, fotografiert, als ich auf meine chinesische Freundin Min gewartet habe.

In diesem Film ist auf perfekte Weise Politik in individuelles Gefühl übersetzt. In einer Weise, die jeder empfindet und versteht. Wie klar Demokraten und Aristokraten charakterisiert werden! Wie eindeutig Armut dargestellt wird. Wie dem Bauern Higgins das schlechte Wetter mit der minderwertigen Ernte persönlich zur Last gelegt wird! Alec Guiness ist ein großer Schauspieler, wie differenziert glaubwürdig er die Transformation vom vereinsamten, verhärteten Despoten zum mitfühlenden Mit-Menschen in diesem Film verkörpert! Das ist wunderbar! Er kann es mit dem Schauspieler aufnehmen, der den Jungen spielt: Ricky Schroder, geboren 1970. Er ist heute fast 50 Jahre alt und neben Schauspieler auch Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Übrigens kommen seine Vorfahren väterlicherseits aus der Umgebung von Hamburg. Sehr sensibel und schön finde ich jedesmal, dass der kurze Zeit rivalisierende Lord-Nachkomme nie direkt gezeigt wird und so keine Konkurrenz zwischen den Kinder-Darstellern entsteht.

Genug geschwärmt. Mal sehen, ob meine Nostalgie so weit geht, dass ich mir Heiligabend auch „Sissi“ ansehe. Das habe ich in Shanghai natürlich getan und mich über Romy Schneiders fehlerloses Chinesisch gewundert. Kleiner Scherz! Romy Schneider ist mein Alter. Wie habe ich für sie geschwärmt! Im Laufe der Zeit war ich immer lieber ich und nicht – wie der Teenager – sie. Sie hat natürlich immer weiter einen Platz in meinem Herzen. Aber wie Marilyn Monroe eher einen des Mitempfindens. Als Christine Kaufmann bei mir im Wohnzimmer gesessen und mir aus erster Hand erzählt hat, wie Marilyn – genau wie sie jetzt bei mir – bei Tony Curtis und ihr im Wohnzimmer gesessen und über Probleme geklagt habe, da wurde mir immer klarer, dass Glanz auch eine andere Seite haben kann – nicht muss. Wann Christine mit Freund bei mir gewohnt hat? Bevor ich nach Paris gegangen bin 1985. Aber sie hat dann doch nicht meine Wohnung für mein Parsi-Jahr übernommen. Und sie war wirklich so hübsch, immer, auch ungeschminkt. Diese Frage nach der Natürlichkeit ihrer Schönheit wurde mir immer wieder gestellt.

Ich wünsche allen ein wunderschönes Weihnachtsfest!