I read: Julian Fellowes „Past Imperfect“ and Kate Tempest „the bricks that built the houses“

both in English and both not my cultural background. Fellowes (born 1949) draws the map of customs of the English aristocratic and upper class, Tempest (born 1985) outlines people in south-east London on the dole and in drug dealings. Julian Fellowes’ book – him being 10 years younger than me – feels astonishingly close. It is a pleasure to get involved in his reflections about time gone by. He has an understated modest way of admitting himself (first-person narrator) as being part of and close to that social class. Describing himself and them and their choices and outcomes. His reasoning about the cultural and sociological changes and not-changes within four decades. What a great example of maturity to look upon live, especially that of couples. A pure invitation for food for thought.

First I listened to the audio book „Past Imperfect“ read by Julian Fellowes himself. I was so fascinated by it that I decided to read the (e)book too. Which I am doing now and have luckily not finished yet.

Kate Tempest’s book is my first read-up-to-the-end about a person – here the girl Harry – who deals in drugs. She makes her living with it, her goal is a dream. Her brother is permanently beside himself with the help of drugs. Then there is the parents generation and a sweet girl who earns her money with massages (without doing sexual things) who follows her dream to dance. It was interesting, the more I read the better I liked the lot of them. So far I had always stopped reading a book when the milieu seemed sordid (? is that the right English word?) to me. Am I narrow-minded? Or do I have an age thing? Or both? This is a Bloomsbury Book and advertised on the cover as Sunday Times Bestseller. So I ask myself is this setting in the England of today complying with the standard? The new norm? I wish, somebody from England would comment on this.

I read Kate Tempest’s „the bricks that built the houses“ because Chris Difford recommended on his online course on lyrics to read amongst others Kate Tempest. Only yesterday watching once more Lesson One I realized I should have read her poems. I will.

How come THE IDLER? I am a member and I dare say: I benefit from it. Having learned amongst other interesting things the beginning of Ukulele-handling and playing, I now wanted to have a look into „Lyrics- with Chris Difford“ hence Kate Tempest.

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Dorothea Sayers wrote:

„Power is the relationship between somebody who expresses his will and somebody who does it.“ I was rather young when I read this. 20 years maybe and I knew how I could resist any claim on me – just not to do what I was told. It was such a revelation!

Another sentence of this wonderful lady:

There is a secret stirring in this world: a thought that seeks impatiently its word.

I feel this is what makes people write – me too. I wanted to grasp in my 3 books and now in my blog what makes me tick – and so happily at that.

 

…kleiner Nachtrag zum letzten Blog:

Das soll nicht heißen, dass jede Frau besser ist als jeder Mann. Es gibt nette Männer und blöde Männer, nette Frauen und blöde Frauen – und bei beiden Geschlechtern alle Abstufungen dazwischen. Ich wollte nur sagen, dass das Lebens-Grundgefühl extrem unterschiedlich ist….meiner Meinung nach.

Heute war mein 4. Geburtstags-Mittagstisch mit Mel, meiner jüngsten Freundin (34). Wir waren im „Barefood Deli“ von Til Schweiger. Wir hatten einen Spitzen-Zweier-Platz. Tische aus Holz, bequeme Stühle, Blumen und Kerzen auf dem Tisch. Die Ober in Olivgrün oben und Grau unten, mit schwarzen Servierschürzen. Das Geschirr ist aus Emaille. Es gibt 4 Gerichte als Mittagstisch. Mel hatte ein Wiener Schnitzel mit einem kleinen (!) Schüsselchen Kartoffelsalat (14,90€), das sie aber nicht gänzlich leer gegessen hat. Ich hatte in einem Blechnapf Zucchini-Spaghetti Aglio ed Olio et Peperoncini (12,50€) mit ein wenig Käse drauf. War köstlich! Sah aber wenig aus. Zweimal hat jemand gefragt, ob es uns schmeckt. Ja. Beim zweiten Mal hatte Mel den Nachtisch im Auge, weil sie meinen Napf wohl zu leer fand. Sie wollte nichts mehr, ich auch eigentlich nicht, aber dann haben wir uns für den Tagesnachtisch „Mousse au Chocolat“ mit zwei Löffeln entschieden. Allerdings kam der Espresso sofort und danach hatten wir keinen Hunger mehr auf Nachtisch und wollten ihn abbestellen. Das war nicht möglich. Er kam, der Nachtisch. Nur ein Glas mit Sahne und geriebener weißer Schokolade, Orangen, Sesam und noch was drauf, aber im Grunde nur geschlagene Sahne. Mel hat zwei Hapse probiert, ich 10. War sehr heftig, zu fett, nicht zu empfehlen. Großer Raum in der Lilienstraße 5-9. Viele Kinder, familienfreundlich. Mel sah toll aus. Wir haben uns bestens ungestört unterhalten, der kleine Spaziergang ging dann bis zum Rathaus. Mel dann zurück zur Arbeit, ich zu Cos – shoppen… Mel, ich danke dir!

Selbst der dödeligste Mann hat ein befriedeteres Lebens-Grundgefühl als die beste Frau!

Wenn ein Mensch – ‚Mensch‘ ist ein Wort aus der jiddischen Sprache. In den Sprachen, die ich spreche, ist »Mann« das Synonym für Mensch – geboren wird, schaut man zwischen die kleinen Beine: Ist es ein männliches Wesen, dann schiebt sich eine riesige bejahende Wolke, aus Hoffnung, Schutz und Versprechen um es herum; ist es ein Mädchen, erscheint ein stacheliger Mangel in der Ferne, der ein Leben lang gestillt werden will.

Zugegeben, so haben Frauen zweifellos viel mehr kleine Freuden als Männer, weil sie immer irgendwie einen kleinen Mangel stillen können. Aber in einer wirklich schweren mangelhaften Situation nähert sich die große stachelige Wolke und droht mit Verschlingen.

Es gibt nur ein Mittel dagegen: sich selbst bedingungslos zu lieben. In manchen Frauenzeitschriften steht schon mutig: Ich liebe mich selbst, aber das ist immer mit einem WEIL versehen. Bedingungslos! Das ist das Geheimnis! Einfach, weil es mich gibt und ich mein Geschenk für die Welt entdecken und übergeben kann.

Ja, ich bin immer anders als jede/r andere auf der Welt. Ich schaffe meine Welt mit meinem Geist. Die Wirkung der Überzeugung der bedingungslosen Selbstliebe kann man von innen, aber auch von außen in der entschiedenen Wiederholung vor dem Spiegel entfachen.

Bei mir wirkt es besonders gut vorm Spiegel, wenn ich etwas Blödes gemacht habe und das auch einräume und sage:«Stimmt, das und das war echt blöd von dir, aber ich liebe dich bedingungslos und das nächste Mal versuchen wir, es besser zu machen.« Dann strahle ich mich an. Wir: Mein Geist und mein Körper, wir sind ein tolles 78 jähriges Team!

Woher ich diese männlich bejahende Wolke kenne?

Ich habe schon zweimal erleben dürfen, wie selbstverständlich auch fremde berühmte Männer einen vermeintlich jungen Mann fördern: Einmal habe ich unter dem Pseudonym ‚Eli‘ einen preisgekrönten Wissenschaftler angeschrieben und eine absolut ermunternde Antwort erhalten.

Dann habe ich David Hockney unter demselben Eli Scherf  Namen angeschrieben, um ihn zu fragen, ob ich sein Bild des Stuhls, dessen Perspektive er umdreht – vorne schmal, hinten breit; wie meine neue Theaterform: 1 Problem und paralell 2 Lösungswege auf der Bühne – als Cover für die Veröffentlichung meiner Simultantheater-Form nehmen darf. Auch da habe ich gestaunt: ein Brief von David Hockney landete n meinem Briefkasten mit einer sehr freundlich formulierten positiven Antwort, ja, sogar mit einer Bitte um mehr Information. Beide Male war es ein zutiefst befriedigendes und ungewöhnliches Gefühl, so vorbehaltlos Zuspruch zu erhalten. Ich erinnere mich, dass ich nach dem Erhalt im Fitness-Studio war und wie schwebend meine Übungen gemacht habe. Aber in meiner Antwort an Hockney war im Text der Name Elisabeth ausgeschrieben: oh weh, eine Frau- gehört nicht zur unserer Gruppe! Ich habe nie eine Antwort erhalten.

P.S. Simultantheater ist die Bezeichnung dieser Theaterform vom Betrachter her. Weil ich in der Argumentation meiner These vertreten wollte, dass man gleichzeitig zwei Handlungen  auf der Bühne verfolgen kann. Paralell-Theater wäre die richtige Bezeichnung für das Geschehen von der Bühne aus gesehen.

By the way: Es ist schön, von Shirley Mclaine und Jane Birkin – zu lesen, wie sie die Sache mit dem Altern meistern. Auch einen schönen Satz vom 90 jährigen Claude Lanzmann im »Paris Match« habe ich gelesen. Er möchte 120 Jahre alt werden, aber ist sich nicht sicher, ob er den Glauben daran aufbringen kann. Ja, so denke ich auch, aus dem Geist wird alles geboren, alles, auch das lange Leben.

 

Dreimal hat mich Deutschland verblüfft!

»Die Mauer ist weg!« rufe ich ins Telefon. »Welche Mauer?« fragt Rainer ratlos. »Die Berliner Mauer!« Ja, damit hatte keiner gerechnet. Ich erinnere mich daran, wie wir auf der Autobahn den Menschen in den Trabbis fröhlich und bewegt – jch mit Tränen der Rührung in den Augen – zugewinkt haben.

Im September 2015 lebe ich in Wien und traue meinen Augen nicht: die Flüchtlinge dürfen nach Deutschland. Tränen des Herzens drängen sich wieder in meine Augen, als ich sehe, dass und wie die Deutschen den Flüchtlingsströmen – sie herzlich willkommen heißend – zuwinken. Gelebte Mitmenschlichkeit!

Gestern Abend bin ich wieder perplex: die Documenta 14, die vom 10. Juni bis zum 17. September 2017 in Kassel stattfinden wird, hat vorab eine Documenta in Athen. Ich bemerke erst da an mir selbst, dass ich Griechenland nur noch unter Geld-Gesichtspunkten sehe – kritisch, mit dem Wunsch nach Solidarität schon, aber »irgendwie müssen sie den Karren ja auch selbst in den Dreck gezogen haben«. Was für eine blöde Schwingung ist das denn, besonders wenn es die ganze Welt denkt und solche Schwingungen schwer und hoffnungslos über dem Land hängen lässt. Da sehe und lausche ich verblüfft auf 3 Sat-Kulturzeit, was sich in Athen tut. Eine Documenta! Endlich, endlich einmal wieder »geldfreie« Berichterstattung. In der Mediathek kann man den Bericht abrufen. Ich war so froh, habe mir die planenden Künstler vorgestellt, diesen langen Prozess einer Ausstellung. Toll!! Da werde ich diese Objekte später in Kassel mit ganz besonders frohen Augen anschauen. Menschen sind schon wunderbar.

 
Der dritte Geburtstagslunch. Im Tassajara, einem vegetarischen Restaurant in Eppendorf, mit Marita, die ich schon ca. 43 Jahre kenne, von meiner 1. Schule, der Wolfgang-Borchert-Schule in der Erikastraße. Das war ein sehr guter schulischer Einstieg für mich. »Mein Mutterhaus«! Marita war die Musik-Dame, zu allen Gelegenheiten: mit Gesang, am Klavier und zum Fasching am Akkordeon. Bei meinen Theaterststücken mit den Lehrern eine super-verlässliche Souffleuse und ihr Mann, Nico, das Herzstück der Beleuchtung. In der »Gesellschaft zur Förderung des Simultantheaters« über Jahre beide verlässliche Mitstreiter, 2. Vorsitzende, Schatzmeister, Auf- und Abbauer bei unseren 6 großen Jahres-Bällen Marita Sopran auf der Bühne zum Dinner vom gigantischen Buffet beim Singspiel (Libretto und Komposition: Rainer Naujoks! Ja, mein Mann!) Kurz: unsere gegenseitige Gesellschaft vertraut, das Restaurant aber hat keine Mittagstisch-Speisekarte mehr, es schmeckt noch, aber man soll wohl aus der Gesamt-Karte bestellen. Wir waren nicht begeistert, hatten das Gefühl, dass etwas zurückgedreht worden war. Das nächste Mal gehen wir ins »Bar Celona« gegenüber. Anschließend kleiner Spaziergang bis zum Marie-Jonas- Platz, vorbei an meiner alten Wohnung in der Eppendorfer Landstraße, in der ich 25 Jahre gewohnt habe – anfänglich, nach meiner Scheidung, in einer Wohngemeinschaft.
Noch etwas Schönes am Altsein: man kann an viel Erlebtes voller Freude zurückdenken!

Mein 2. Geburtstags-Lunch und ein Mini-Klassentreffen nach 40 Jahren

Meine Freundin Aga kenne ich bereits 57 Jahre. Wir haben gemeinsam die Kindergärtnerinnen-Ausbildung im Diakonissen-Mutterhaus in Münster in Westfalen gemacht. Genau in der Stadt, aus der jetzt meine mir liebsten Tatort-Krimis mit den Kommissaren Prahl und Liefers kommen, die am kommenden Sonntag – morgen – wieder ermitteln. Es gab auch schon eine Freundschafts-Sendepause mit meiner längsten Freundin, aber die Vertrautheit mit den gegenseitigen Leben hat gewonnen – glücklicherweise!

Kleiner Nachtrag zum letzten Eintrag: meine Freundin Doro kenne ich seit 30 Jahren. Wir haben uns in der Friedensinitiative Eppendorf kennen gelernt, in der ich in einer Theatergruppe friedensfördernde Theaterstücke mit den Teilnehmerinnen durch Improvisation erspielt und aufgeführt habe. Seitdem spielen wir immer noch zusammen, aber jetzt einmal monatlich gemeinsam Streichquartett, sie an der Bratsche – edel: Viola – ich am Cello.

Gestern war ein Mini-Klassentreffen mit vier Schülern und einer Schülerin, die ich – bis auf einen Schüler – 40 Jahre nicht gesehen hatte. Alle waren nur ein Jahr in meiner Klasse. Meiner ersten! Rückläufer aus Realschulklassen, die einen Schulabschluss in einer Hauptschulklasse erreichen wollten. Ach, jeder Einzelne so pfiffig! Herrlich! Das Mädchen hatte damals einen Status-Verlust zu verkraften und die Mutter zu versöhnen, spielte aber nachmittags Tennis und fiel auf diese Weise aus dem Selbstverständnis der übrigen Klasse raus. Was bemerkt wurde. Unter den Jungens ein männlicher Sonnenschein, den die Klasse zu schätzen wusste – einschließlich der Lehrerin! Das Theaterstück »Drei Männer im Schnee« war der große Abschluss. Die Aufführung war so gut, dass wir zur Weihnachtsfeier des »Rauhen Hauses« Hamburg eingeladen wurden und für unser Gastspiel 400 DM für die Abschluss-Klassenreise bekamen. Auf dieser Reise musste ich dann 2 Schüler wegen Alkohol-Missbrauch nach Hause abholen lassen. Letzten Donnerstag habe ich erst erfahren, dass die anderen Übeltäter wegen Alkohol bereits in ihren Betten lagen und gehorsam friedlich schliefen. Jetzt habe ich darüber herzlich lachen können. Als die Klasse bei der Abschluss-Zeugnis-Übergabe über die Bühne flanierte, waren die Kollegen überrascht, denn alle wirkten wie Realschüler. Ich war stolz wie Oskar und habe gesagt: «Tja, das sind ja auch meine!« Es war ein schönes Treffen. Wie Nektar für die Ohren einer Lehrerin, von ihnen zu hören, dass ihnen das Jahr bei mir den Glauben an ein schönes Leben wiedergegeben hatte. Ich war sehr gern Lehrerin.

Der 2. Geburtstagsmittagstisch fand in einem sehr edlen Lokal in Poppenbüttel statt: Stock’s Restaurant. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln – ich finde, wie es sich gehört – dreimal umsteigen und kleinem Fußweg – sind wir durch die Tür eingetreten, die nie und nimmer Autofahrer nehmen würden, weil sich der Parkplatz für Limousinen an der anderen Seite befindet. Die dünne Blonde mit dem Pferdeschwanz fand das ganz schön igitt. Dass meine Freundin einen Fensterplatz bei ihrer telefonischen Reservierung gewünscht und zugesagt bekommen hatte, fand sie ziemlich deplatziert. Ihr Gesichtsausdruck «Ach du liebe Zeit, zwei Frauen, kein Mann und dann zu Fuß. Das Letzte!« Der Raum ist sehr schön: viel Licht, Kerzen und die Farben Gold, Schwarz und dunkles Mauve an den Wänden. Wir bekamen die Karte geschlossen gereicht, Stammgäste oder Männer bekommen sie geöffnet. Interessant! Meine Freundin hat Kalbsleber auf Bohnen mit Kartoffelbrei mit gelegentlich genussvollen Lauten gegessen, ich war leider so uninspiriert, dass ich nicht den „Sylter Fischtopf“, sondern Fisch und Chips bestellt habe, was sehr übersichtlich auf dem Teller lag. Aber die Crème Brullée hat alles wieder wettgemacht. Der Mittagstisch kostet € 9.90 und der Nachtisch genauso viel. Das großzügige Trinkgeld meiner Freundin hat unsere freundliche Bedienung endgültig überzeugt, dass wir das richtige Publikum für das Etablissement waren.

Der anschließende Spaziergang im Alstertal an diesem ersten Sommertag im Frühling war ein großes Vergnügen. Das Reden beim Gehen mit 57 Jahren intimer Kenntnisse übereinander hat eine einzigartige Qualität. Aga kennt noch meine beiden Eltern, hat miterlebt, wie meine Mutter uns vor der Teilnahme am Kirchenchortreffen freitags abends gerettet hat und wie wir – wie angestochen – schnell in unsere Betten gehüpft sind, wenn der Schlüssel meines Vaters – ein strahlender Tenor, der am liebsten Opernsänger geworden wäre  und nun Küster der Marienkirche in Minden in Westfalen war – im Schloss zu hören war. Bis zum AlsterEinkaufsZentrum sind wir gekommen, dort ein bisschen herumgebummelt und dann mit dem 276 Bus fast eine Stunde bis zum Borgweg – eine regelrechte Stadtrundfahrt und ohne Umsteigen – zurück gefahren. Es war ein wundervoller Tag. Agalein, ich danke dir!

Pulse of Europe & Charles Eisenstein & 1. Geburtstagslunch

Mich begeistert der von Charles Eisenstein beschriebene Paradigmen-Wechsel der selbstverständlichen und wissenschaftlich bewiesenen Beantwortung der Frage WER BIN ICH in der bisherigen Geschichte der Welt.

BISHER: Ich bin ein unabhängiges Individuum unter anderen unabhängigen Individuen in einem Universum, das von mir unabhängig ist. …. Ich bin eine im Fleisch gefangene Seele, abgetrennt von der Welt und abgetrennt von anderen Seelen.

JETZT:

»Mein Sein ist Teil von deinem Sein und jenem aller anderen Lebewesen, meine Existenz ist beziehungsvoll.

Was ich anderen antue, das tue ich mir selber an.

Jede und jeder hat der Welt ein einzigartiges Geschenk zu geben.

Der Sinn des Lebens ist es, unsere Geschenke zu geben und unser Potenzial zu verwirklichen.

Jede Handlung ist bedeutsam und hat eine Auswirkung auf den Kosmos.

Wir sind grundsätzlich ungetrennt voneinander, von allen Wesen und vom Universum.

Jede Person, der wir begegnen, und jede Erfahrung, die wir machen, spiegelt etwas in uns selbst wider. Es ist vorgesehen, dass sich die Menschheit vollständig der Gemeinschaft allen Lebens auf Erden anschließt und dass wir die Fähigkeiten, die uns als Menschen eigen sind, dem Wohle und der Entwicklung des Ganzen zur Verfügung stellen.

Sinn, Bewusstsein und Intelligenz sind intrinsische Eigenschaften der Materie und des Universums.« (intrinsische bedeutet: von innen her kommend.)

(zitiert nach: S.27f. Charles Eisenstein in »Die SCHÖNERE WELT, die unser Herz kennt, ist möglich« Scorpio Verlag, München 2014)

Pulse of Europe

Ich hatte ja im letzten Eintrag geschrieben, dass ich mit dem Lesen dieses ermunternden Buches begonnen habe. Umso überraschter war ich am letzten Sonntag bei meinem ersten Besuch um 14 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt – bei strömendem Regen -, als aus den Lautsprechern und individuellen Kommentaren zu hören ist, dass man sehr zufrieden sei, denn »den Niederlanden haben wir geholfen, dass nicht die menschenausgrenzende Partei gewonnen hat. Jetzt wollen wir Frankreich unterstützen«.

Ich war freudigst überrascht. Ganz im Sinne des neuen Paradigmas sind wir bereits alle eins und können mit unserer positiven Energie gezielt Frankreich erreichen und ermuntern. »Wir sind alle eins und deswegen können wir uns im Guten wie im Bösen erreichen«. Es überrascht auch nicht der Hinweis aus dem Lautsprecher, man möge bitte keine Plakate mit einer NICHT-BOTSCHAFT entrollen. »Wir wollen nur FÜR etwas sein.«

Es macht Sinn, dass wir die für Frankreich leicht umgedichtete Europa-Hymne singen, denn musikalische Wellen reisen noch effektiver als Sprech-Chöre. Und so singen wir unter dem Glasdach gegenüber dem Rathaus – ganz ein Herz und eine Seele:

Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.

Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.

Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt,

alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

 

Vive la France – restons ensembles, freudig winken wir euch zu,

doch die Wahlen, die bevorsteh’n, lassen uns hier keine Ruh‘.

Wollt ihr wirklich Grenzen ziehen, wo jetzt off’nes, weites Land?

Schließlich wind wir alle Menschen, sollten gehen in Hand und Hand.

 

Einigkeit ist unsere Stärke, in der großen, weiten Welt,

friedlich miteinander leben, das ist das, was wirklich zählt.

Lasst uns diesen Frieden sichern, lasst uns für Europa sein!

Seit‘ an Seite wollen wir stehen, stimmt in diesen Chor mit ein.

 

Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.

Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.

Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt,

alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

 

 

Und nun der geradezu fürstliche 1. Geburtstags-Lunch mit Doro.

Gerade mit ihr gehe ich sowieso oft lunchen, meist im Imbiss NoNe oder im Bistro Casa Nova, beides im Hofweg, empfehlenswerit und zum Preis von 6,50 € oder so. Deswegen hatte ich ja so kühn einen Mittagstisch mit kleinem Spaziergang als Wunsch an alle Freundinnen geäußert. Aber der Auftakt hier wird unerwartet großartig. Doro hat bei Goffredo, einem Italiener in der Papenhuder Straße, einen Tisch gebucht. Jeder Mittagstisch bedeutet hier: ein Menu. Die Suppe ist fein, heiß und aus Tomaten mit Bohneneinlage. Das Hauptgericht kann man aus 8 Vorschlägen auswählen. Doro wählt ein Ziegenravioli in Sauce mit Basilikum, ich sehe während des Bestellvorganges einen Teller einige Tische weiter ankommen:«Den möchte ich auch!« Ich habe eine tolle Wahl getroffen: poachierter Lachs, 2 Riesengarnelen, Avocado, Mango auf einem Bett aus Blattsalaten in einer herzhaften Mangovinigraitte. Es schmeckt wun – der – bar. Ich genieße! Danach gibt es noch ein Walnuss-Eis mit Amaretto-Stückchen. Dann einen italienischen Caffé. Ein Festmahl, liebe Doro! 1000 Dank!!! Und spazieren gehen wir an der Alster auch noch.

Als weiteres Highlight während dieses Besuches: plötzlich kommt eine junge Frau ins Lokal, deren Erscheinung gleich mit mir spricht. Auch sie mustert mich immer wieder fragenden Blickes. Sie sitzt an dem Fensterplatz, den wir nicht mehr reservieren konnten. Schließlich erahne ich, dass es eine erwachsen gewordene Schülerin aus einer meiner Klassen sein könnte. Mir fällt auch der Anfang ihres schönen Namens ein, ich frage schüchtern:« Kennen wir uns nicht?» Sie lächelt:«Ja!« »Bist du…« Sie verbessert nur die zweite Hälfte ihres Doppel-Vornamens, steht auf und sagt:« Oh, können wir uns einmal umarmen?« Den Impuls empfinde ich auch gleich und ich fühle Freude und mich 20 Jahre jünger, denn solange sind unsere tägliche Treffen her. Wir setzen uns wieder. Ich will mich meiner viel zu großzügigen Freundin wieder zuwenden, sage aber noch schnell «Ich habe dich einfach weiter geduzt und das kannst du jetzt auch. Ich bin Elisabeth.« Sie lacht. Es ist ihr Geburtstag und ihre Familie – Vater, Mutter, Bruder – kommen auch noch. Tatsächlich ist ihr Vater, aber besonders auffallend ihre Mutter im Erscheinungsbild keinen Tag älter geworden und sie fragen mich freundlich, ob ich noch arbeite. Ich lache und sage:«Nein, nein, ich bin 78 Jahre alt!« Ihre verwunderten Gesichter schmeicheln mir.

Alle 11 Minuten verliebt sich jemand auf Parship!

Seit Wochen sehe ich in Hamburg an Bushaltestellen diese riesengroße Mitteilung. Ich nehme an, das soll eine Erfolgsmeldung sein. Ach du liebe Zeit! Für wen? Sich zu verlieben ist nicht schwer, aber daraus ein vertrauensvolles Geflecht herzustellen, das (bebesonders Frauen erst) zum ersehnten Glücksfrieden trägt, das würde ich gern veröffentlicht sehen.

Verlieben meint doch oft nur, dass jemand auswählt, zugreift und zu träumen beginnt. Man hat für Liebeswünsche einen leeren Kleiderständer gefunden hat, an dem die eigenen Hoffnungen aufgehängt werden können.

Träumen Männer und Frauen dasselbe? Ich glaube nicht. Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen denken, wenn der erste Abend, die erste gemeinsame Nacht gut war, könnte sich daraus ersehntes Langfristiges ergeben.

Ich wüsste gern: alle wie viele Minuten/Stunden/Tage/Monate im Jahr findet ein Mensch etwas Verlässliches bei Parship.

Wie es funktionieren kann, habe ich in meiner Geschichte »How I looked for a husband and found one in three weeks« aufgeschrieben, im ersten Buch „anders denken – ewig leben“ und am 18. Dezember 2016 auch hier im Blog veröffentlicht.

Männer sind vor dem ersten Körperkontakt offen und diskussionsfreudig – if at all! Das ist der Moment, wo eine Frau klar formulieren muss, was sie sucht. Das ist der Aufhänger, damit ein Mann sich möglicherweise auch später noch erinnert, was ihre sachliche Forderung an ihn war. Das kann zum Anlass für ihn werden, sich auf der ihm vertrauten Ebene des Verstandes selbst zu befragen. Jede Frau, die sich hingibt, hat schon verloren: war es nicht gut, spielt alles keine Rolle, aber wenn es gut war, hat er nun das Sagen. So ist das meiner Erfahrung nach. Und ich habe viel Erfahrung in meinen 17 Jahren als Single gemacht. Der Spruch meiner Mutter gilt nach wie vor: Er muss dich immer ein wenig mehr lieben, als du ihn!

Übringens halte ich es für ein Emanzipations-hang up, dass auch gut verdienende Frauen immer noch nach einem ihnen  finanzielle oder sozial überlegenen Mann suchen, auch da, wo sie Sicherheit geben könnten. Wie viele schüchterne, mittellose, liebenswerte Künstler würden perfekte Partner abgeben! Aber den Stillen in der Ecke wollen Frauen nicht, es muss immer ein George Clooney sein. Blöd!

 

Denk-Anleitungs-Vorschlag zum Andere-Nicht-(Ver-)-Urteilen.

In der Zeitschrift »OYA – anders denken. anders leben« (über diesen meinen Büchern ähnlichen Titel habe ich sie zufälig im Netz entdeckt)  habe ich eine wundervolle Anleitung gefunden, die es einem richtig leicht macht andere nicht zu verurteilen. Das 2. Buch meiner Trilogie hat ja schon im Titel des Wortgebildes »Ur-Teilen» den Aspekt, das Urteilen als Teilung des ursprünglich Zusammengehörigen bedeutet.

Der magische Satz hier in diesem Artikel:

»Befände ich mich in der Gesamtheit deiner Umstände, würde ich mich genauso verhalten wie du.«

Ich habe den Satz in kritischen Situationen ausprobiert: er funktioniert. Man baut ein großes Tor der Empathie. Mehr als man möchte, sieht man plötzlich die Welt aus der Sicht des Be-/Ver-Urteilten.

Dieser Denk-Ansatz stammt aus dem Buch »Die schöne Welt, die unser Herz kennt, ist möglich« von Charles Eisenstein (Scorpio, 2014, 354 Seiten, ISBN 978-3943416763, 18,99 €) ich habe es mir gleich geholt und lese es nun begeistert.

Nahaufnahme: Zurück aus dem Harz.

Erfahrung gemacht! Es war alles bestens. Das Hotel »Walpurgishof« in Hahnenklee liegt gegenüber der Stabskirche. Einer Kirche nur aus Holz, ohne einen einzigen Nagel! Ein nordisches/norwegisches Gotteshaus in Deutschland.

Teppichboden im Hotelzimmer

Der Teppichboden in den Zimmern des familiengeführten Hotels hat mich begeistert. Egal, wie es draußen ist, man sieht auf farbintensive Blüten und Ranken. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wusste, was mich jedes Mal erfreut, wenn ich das Zimmer betrete. Der Boden, auf dem ich mich bewege! Im 3. Stock steht das Bett unter dem angeschrägten Dach. Die Matratzen des Doppelbettes sind schmal und gut. Möglicherweise die Zimmer für den phänomenalen Aldi-Preis ab € 99 für 2 Nächte im Doppelzimmer mit Halbpension in einem 4 Sterne Hotel- gilt bis Ende August 2017. Die bequemen Sessel und die kleine Bank vor dem Bett – auf der wir weiße Badeschuhe, Bademäntel und Sauna-Handtuch vorfinden – sind gemütliche Zutaten, um abends auf dem Flachbildschirm eine österreichische Film-Komödie zu sehen.

Stabskirche Außenansicht

Stabskirche Innenansicht

Das Fenster ist die Tür zu einem geräumigen Balkon mit zwei Stühlen. Auflagen vorhanden. Man sieht direkt auf die aparte Stabskirche. (Geöffnet von 11-16 Uhr.) Zum Glockenspiel um 15 Uhr müssen wir nur die Tür kippen und hören das zarte Konzert-Gebimmel.

Als Info: ab 15 Uhr kann man in sein Zimmer, um 11 Uhr muss man es verlassen. In Goslar auf dem Bahnhof bekommt man von 13 – 14.30 Uhr KEIN Taxi. Es gibt nur 20 Wagen und die sind ALLE durch Abonnements mit der Stadt verpflichtet, Schüler in ihre oft entlegenen Ortschaften nach Hause zu fahren. Wir haben uns ganz schön aufgeregt – bis wir das wussten. Vermutlich war ein Kind krank und wir konnten nach einer halben Stunde nur deswegen ein Taxi ergattern.
Das Hotel war vollkommen ausgebucht. Lauter freundliche Menschen in Paaren, Familien oder Gruppen. Angenehmes Miteinander. Alle wollen wandern. Und genau deswegen waren wir ja auch dort: Wanderschuhe bereits ab Hamburg.

Wald

Die Wege sind gut ausgeschildert. Einige sollen sogar Rollator-begeh-fähig sein! Das ist doch toll. Wir sind gut ausgeschritten und haben tief durchgeatmet. Ja, man kann nach der ca. einstündigen ICE Fahrt (frühstücken – keine Platzreservierung nötig!) und im gepflegten Bummelzug von Hannover nach Goslar gemütlich reden und Landschaft sehen. Von Goslar werden wir demnächst den Bus nehmen. Den Fahrplan habe ich mir an der Rezeption geben lassen.
Das Frühstücksbuffet ist üppig. Ich, als gebürtige Westfälin – Minden ist meine Herkunftsstadt. Da war mein Vater an der Marienkirche Küster und bei den wenigen Abendandachts-Vertretungsdiensten für ihn habe ich dort gefühlt erfahren, dass Kirchen nicht leer sind, wenn die Gemeinde fort ist und man Licht ausgemacht hat. Kein Wunder, dass ich so einen engen Draht zu Unsichtbarem habe! Die Westfälin in mir ist also besonders entzückt, als ich dünne Picker (erinnerungsvolle Reibekuchen/Kartoffelpuffer und nicht von Pfanni!) neben dem Rührei entdecke. Für das Abendessen müssen wir uns bei Ankunft zwischen 18 und 19 Uhr entscheiden. Als wir für den späteren Termin erscheinen, finden wir ein kaltes und warmes Buffet vor. Alles von guter Qualität: Antipasti, Salate, Fisch- und Fleischgerichte, Kroketten, Pasta, Brot, Butter, Käseplatte und Dessert. Am Sonnabend ist nach dem Abendessen sogar Disco angesagt. Das Servicepersonal ist aufmerksam: der Tisch sieht immer appetitlich aus. Lobenswert auch, obwohl das Haus vollbelegt ist, hört man keine Geräusche von Nachbarn. Das Bad ist perfekt – mit allen Zutaten und einer überraschend wohlriechenden Wasch-Shampoo-Lotion.

Auf dem ersten Spaziergang am Freitag entdecken wir am Hindenburgplatz (schrecklicher Name, oder?) ein Bäckerei-Café mit den schönsten Kuchenstücken. Wir nehmen für Samstag bereits die Auswahl vor: Apfelstrudel mit echter Schlagsahne – ich schaffe es nicht aufzuessen, so üppig ist mein Teller beladen. Nur der warme Strudel mit Vanillesoße bei meiner Freundin neben mir wird bis zum Schluss genossen. Rainer konnte leider bei diesem ersten Ausprobieren nicht dabei sein, weil er sich einen Bänderriss zugezogen hatte.

Schwimmen kann man vor dem Frühstück nicht, denn der noch kleine blitzsaubere Wellnessbereich (Erweiterungsumbau 2018) öffnet leider später. Die Massage (€ 5 Gutschein bei Buchung) erweist sich für mich im Nachhinein nicht als das Gelbe vom Ei.
Auf dem Rückweg erneut Taxi, Regionalzug bis Hannover und ICE Bordrestaurant mit Imbiss. Empfehlenswert: Maultaschen mit Kartoffelsalat und Speckstippe – nicht für mich Vegetarierin -, aber der Salat mit gegrilltem Hirtenkäse. Nett, sich unterhaltend essend durch die Landschaft nach Hause zu gondeln. Ich bin zufrieden! Wir können also ohne Flugzeug und Auto viel Natur abwechslungsreich genießen. Schön!

Afternoon Tea im Vier Jahreszeiten!

Noch ein Geschenk. Und was für ein besonders ausgefallenes Geschenk! Mein Geburtstag scheint gar nicht aufzuhören, denn es geht noch weiter: einen Lunch im Segelclub an der Alster – Eintritt nur für Mitglieder (vielleicht!). Die Karte swipt man einfach durch ein Lesegerät und der Sesam öffnet sich. So nah an der Alster isst man nur selten. Und noch einen Mittagstisch im Celona. »Dann ist aber auch gut » – wie der Hamburger sagt. Mit Sicherheit habe ich am Ende dieses Jahres einen umfassenden Überblick über die schönsten Ausgeh-Essens-Formen: bei »Hellem« hin, bei »Hellem« zurück; im Vergleich zum Abendpreis moderat und man kann aus dem Fenster klar die Welt sehen.

Rainer und ich wollen uns den Harz erwandern. Lange habe ich nach einem erschwinglichen Hotel als Basis der Unternehmung gesucht. Wir schwimmen gern vorm Frühstück, saunen wenn möglich vorm Abendessen und wollen nicht fliegen, da unser ökologischer Fußabdruck schon groß genug ist. Da ist der Harz passend. Schwer war es, aus den vielen Angeboten etwas zu finden und dazu noch mit unseren Anforderungen zu einem einladenden Preis. Aber, siehe da, Aldi macht’s möglich. Das Erlebnis werde ich das nächste Mal berichten.

Mein 78. Geburtstag!

Meine zentrale Lebensaufgabe: alle Erfahrungen positiv interpretieren. Aus Schatten Licht zu machen. Und mich aber und abermals selbst als Ursache der Auswirkungen meines Lebens zu sehen. In keinem Fall in eine Opferposition zu rutschen.

Diese Gedanken haben mich wesentlich beim Schreiben des zweiten Buches meiner Trilogie beschäftigt, in der Thema war, mit dem Urteilen aufzuhören. Müsste es nicht eher heißen: mit dem Ver-Urteilen? Es ist nicht einfach zu bestimmen, wo das Ver- beginnt. Das Einteilen in Kästchen mit Aufkleber ist der Anfang der Aktion, etwas von sich wegzuschieben.

Ich habe hier an anderer Stelle schon einmal beschrieben, wie ich einen Abend empört eine sich aufdrängende Teilnehmerin verurteilt habe, die die gesamte Aufmerksamkeit der Gruppenleiterin in Anspruch genommen und die Tröstung einer offensichtlich Leidenden verhindert hatte. Als die Leiterin uns am Schluss aufgefordert und ermuntert hat, den Menschen zu umarmen, den wir heute am ärgerlichsten fanden, habe ich mir ein Herz gefasst und die gehasste Person umarmt – und sie begriffen. Sie war die Hilfsbedürftige und nicht – ich urteile schon wieder! – kurz: ich habe ihre Not mitempfunden. Punkt! Warum konnte ich nicht einfach Teilnehmerin sein in einer Runde mit unterschiedlichen Menschen. Wie langweilig wäre eine Welt, in der alle gleich denken und handeln. Binsenweisheit! Aber: nicht stehen bleiben bei den unangenehmen Gefühlen, sondern sie bemerken, verstehen und interpretieren.

Mich wurmt natürlich etwas. Vermutlich die Tatsache, dass den chinesischen Liebesroman nur Doris lesen möchte? Ich habe mich über ihren Kommentar gefreut. Was ist das Positive an den vielen, fehlenden Ermunterungen? Ich muss nicht monatelang einen Roman in mein Blog tippen und korrigieren. Ich habe Zeit geschenkt bekommen für Aktuelles. Das ist gut, Licht ist! Ich strahle. Freude! Heute kommt noch ein positiver Kommentar von frauapfelkern (sehr sehens- und lesenswerter Blog!) Aber nun freue ich mich schon, dass ich den Roman links liegen lassen kann. Ja, ich bin das astrologische Zeichen «Fische« und mir gefallen beide Richtungen.

Sonnabend habe ich Geburtstag. Meinen 78.! Neun Freundinnen sind zu einem »Zweiten Frühstück« geladen. Gestern habe ich schon geräumt, um den Refektoriumstisch, den ich in London während meines Theater Studiums gekauft habe, mit ausreichend Plätzen decken zu können. Vorigen Freitag habe ich ein Songbook zusammengestellt. Mit Zentangle Technik ein Hintergrundblatt gemalt, mit Bildern illustriert, in DINA3 15 Stück fotokopieren und mittig heften lassen. Anschließend mit meinem chinesischen Namen in Ying und Yang und meinem Glücksstempel rot gestempelt und schließlich mit einem schmalen dunkelroten Band am Rücken versehen. Sie sehen wunderschön aus. Ich bin so gespannt, ob meine Freundinnen zu singen bereit sind. Ich möchte sie auf der Ukulele begleiten.
Heute treffe ich mich mit meiner Tochter (51) in Lüneburg zum »Konditorn« und ein bisschen Shoppen. Quasi eine kleine Vorfeier. Ich stamme aus einer Familie mit sechs Kindern. Vielleicht feiere ich deswegen bevorzugt mit Menschen, die ich durch Neigung in mein Leben gezogen habe. Ich finde alle Geladenen überaus attraktiv – natürlich auch die, die nicht kommen können und die, die ich aufgrund von Platzmangel nicht mehr einladen konnte.
Bloggen ist für mich, was für andere beispielsweise Stricken ist: Das Erlebte ist meine Wolle, meine Art es aufzuschreiben – das Erzählen und Interpretieren – ist gleichzeitig Farbgebung und Strickmuster. Natürlich freue ich mich, wenn das fertige Stück wahrgenommen wird – OBWOHL ich von dem »Pullover« den größten Vorteil habe. Ich kann ihn »anziehen«, heißt: wann immer ich möchte: nachlesen und mein Leben noch einmal erleben – genießen.
Geburtstag! 32 Mails direkt oder als Meldung über Facebook-Geburtstagswünsche aus der ganzen Welt. Naja, der halben Welt oder über Deutschland hinaus. Zu und zu angenehm!
Mein Geburtstagsfrühstück war wun-der-schön. Das Songbook habe ich nicht umsonst gebastelt, auf der Ukulele nicht vergeblich geübt. Alle 7 Songs wurden gesungen und Mel hat uns mit dem IPhone gefilmt. »Du hast beim Spielen und Singen nicht ein einziges Mal gelacht!« hat sie mir hinterher überrascht gemeldet. Na, ich war angestrengt konzentriert!
Ich hatte mir von allen einen Mittagstisch mit Spaziergang gewünscht. Witzigerweise haben das nicht alle realisiert und so gab es sehr nette Gewinne. Eine nahrhafte Creme von Lancôme für reife Haut. Feuchtigkeits-Bodylotion von »Occitane« plus Mittagstisch im Goffredo, Papenhuder Straße. Das Buch »Noah will nach Hause« von Sharon Guskin, weil ich mich so sehr für das Leben nach dem Tod interessiere (ich sterbe ja nicht, ich gehe »nur« dahin, woher ich gekommen bin) plus einem 60€-Wertegutschein-Kreditkarte für mein Lieblingskino Passage. Von meiner Tochter am Donnerstag das Buch »Elisabeth, ein Name – 25 besondere Frauen« aus dem Elisabeth Sandmann Verlag (ein sehr empfehlenswertes Geschenk für Elisabeths und Namensableitungen!). Traumhafte Blumensträuße, einen Blumen-Gutschein über 30€ aus dem Blumenladen »Himmel und Erde« (den jeder Hamburger im Hofweg einmal besuchen müsste). Eine Karte mit einem selbst gemalten schönen Tulpenstrauß mit der Einladung in ein vegetarisches Restaurant plus Bummel in Eppendorf. Ein Glas mit excellentem Müsli von meiner jüngsten Freundin (37 Jahre) plus Mittagstisch im »barefood – DELI« mit Spaziergang. Noch mehr farbenfrohe Blumen – und das im Februar! – und Lunch im »Stocks Fischrestaurant«. Und eine entzückende Karte – ach, eigentlich müsste ich sie alle hier zeigen, so witzig, so originell, so frauenfreundlich sind sie alle, mit Einladung ins Rexrodt, Papenhuder Straße. Warum schreibe ich alles so genau auf? Damit Jüngere eine Vorstellung von einem 78.Geburtstag kriegen und um es selbst nachlesen zu können. Stichwort: »Geburtstags-Pullover«!