Vogelfutter – Freuden

Das Vogelfutterhäschen von Manufactum

„Es gibt sie noch, die guten Dinge“, so heißt Manufactums Werbeslogan. Ich finde dort immer etwas zu kaufen. Meist Seife. Als ich dieses Vogelhaus – von Behinerten, pardon: voll-in-Ordnung. Werkstätten gebaut, gesehen habe, hat es mich angelacht und ich habe es erworben. Gewundert hat uns dann zuhause in den nächsten Tagen, wie lange die Vögel gebraucht haben, um das Futter für sie bei uns zu entdecken.

nur die kleinen Vögel können hinein

Gar nicht so leicht, ein Beweisfoto hinzukriegen, denn meist sind sie schon wieder weg, wenn man dann schließlich das Handy gezückt hat. Die Kohlmeisen setzen sich gar nicht erst hin! Herkommen, Korn im Flug noch aufpicken und weg. Die Rotkehlchen sind anders. Vor meinem Fenster liegt das Futter sogar nur draußen auf dem geraden Metall-Fensterbrett. Ein Rotkehlchen fand das wohl total „geil“, bermerkt mich gar nicht hinter dem Fenster, weil es mir den Rücken zukehrt, in die Natur schaut, sich richtig groß macht, also aufplustert und so aussieht:

verglichen mit s.o. ganz schön mächtig
so klein bei normaler Aufnahme

Es bevorzugt die dunklen Körner. Es muss edles Futter sein, ich habe es zusammen mit dem Häuschen bei Manufactum gekauft. Manchmal werde ich erzieherisch und denke, nein, erst sollen sie alles aufpicken, aber dann finde ich das Kommen und Gehen so erfrischend und erfreuend, dass ich wieder ein paar große Löffel mit den beliebten dunklen Körnern dazwischen hinstreue. Zu schön!

Auf der Innenseite des Fensters am Tisch sitze ich mit aufgeschlagenem Laptop, großem, in Shanghai gekauftem, Chinesisch-Deutschen Wörterbuch, das auch alle feinen deutschen Bedeutungs-Möglichkeiten eines chinesischen Zeichens angibt. Einem weiteren, das auf dem lateinischen Alphabeth aufgebaut ist und daher Pinyin, die chin. Umschrift, und Deutsch als Nachschlagewerk hat. Dann meine wunderbare kurze Übersetzungshilfe für Student*innen – noch aus meiner Hamburg-Uni-Chinesisch-Studienzeit und mein Handy mit der Übersetzungshilfe: von jeder Sprache in fast alle Sprachen, in die ich die chin. Zeichen mit dem Finger glücklicherweise zeichnen kann. Sonst müsste ich ständig die linke Seite des Zeichens – das Radikal – heraussuchen und dann die Rechte Seite durchzählen auf die Anzahl der Striche, die zum Herstellen nötig sind. Jajaja, very complicated, aber deswegen für mich schöner als jeder Krimi, denn am Schluss kommt eine konstruktive Liebesgeschichte heraus und nicht ein bösewichtiger Täter.

http://www.welt-ohne-geld.de – im Menu wählen: – Eine Wildgans

Hier findet man die Übersetzung der letzten Woche. Zu und zu schön! Wer sich wohl daran außer mir erfreut? I wonder!

Die detektivische Übersetzungsarbeit macht weiter großes Vergnügen. Dachte ich letzte Woche noch, dass mein Held der Geschichte ein höchstens 18 Jähriger junger Mann ist, der melancholisch seinen Kopf ans Fenster lehnt und den grauen Himmel als Ausdruck seiner Stimmung sieht, dann weiß ich jetzt schon mehr. Das Bild wird bunter. Unter einer großen dicken Zwei 2 findet man die Fortsetzung dieser Woche.

(Jetzt muss ich noch einmal die Übersetzung durchsehen und dann wird Rainer die Fortsetzung auf die website setzen. Ich schaue mal zu, dann kann ich das nächste Woche vielleicht allein.

Auf jeden Fall wünsche ich allen Freundinnen, Freunden und Lesern eine wunderschöne Woche mit lauter erfrischenden Gedanken und Spaziergängen!

Meine zweite Umarmung

Mein erstes Projekt als Umarmung schreitet gut voran. Ich habe schon ganz schön Nachkorrigieren müssen beim weiteren Entfalten der Ausgangssituation. Das ist das/der Plot! So im Sinne von: sein Blick „ruht“ nicht auf den grauen Wolken, sondern er „starrt“ in den grauen Himmel. Er ist total durcheinander. Und nicht im Sinne von „Stimmung“, hier muss das Wort „Laune“ wohl eher hin. Er ist aufgewühlt! Und zwar ungemein. eine längst vergessene Liebe hat sich ankündigungslos in sein Leben zurück katapultiert: um zehn Minuten nach zehn erhält er die kurze Nachricht, dass sie um elf Uhr bei ihm „aufschlagen“ wird. Dieser heftige Terminus aus der Jugendsprache von vor 10 Jahren – ist hier angebracht. Bedeutet: bei ihm ankommen wird.

Mein lieber Mann – großen Dank, ohne ihne wäre ich längst nicht so fit im Internetbedienen – wird auf meiner Website http://www.welt-ohne-geld.de eine Seite ins Menu setzen, auf der man meine Übersetzung dann fortlaufend mitlesen kann. Augenblicklich besteht das Menu dieser Seite noch aus folgenden Überschriften: Meine Bücher – Kommentare – Über mich – Links – Videos – Kontakt – Zum Hören – Simultantheater – Short Stories. Dazu kommt nun: Eine Wildgans auf dem Wipfel des Baumes, ein Liebesroman von Qiong Jiao.

Diese drei schönen Menschen habe ich auf meinem letzten Spaziergang durch Uhlenhorst entdeckt. Ganz abgesehen von meinen Projekten umarmt mich zeitnehmend auch mein täglicher Spaziergang von wenigstens 5000 Schritten. Sonntags ist es an der Alster so gedrängt mit Menschen, dass ich oft Nebenstraßen suche. Nach wie vor sind die prustenden Jogger ein wenig ärgerlich, weil sie ihren Atem kilomenterweit unbekümmert auspusten und man ihnen oft nicht einmal ausweichen kann. Aber wenn man an der Alster rechts geht und der Gegenverkehr sich auch an Rechts-Gehen hält, dann ist es alles nicht so schlimm.

Gestern war der Wind so heftig, dass ich mir die Entstehung des Schuten-Hutes plötzlich vorstellen konnte: ich musste den Schal um meinen Hut binden, um nicht die ganz Zeit meinen Hut festhalten zu müssen. Damit nicht das lächerliche Bild entstand: „Alte Frau, die – vergeblich – hinter ihrem Hut herläuft“.

So, nun aber zum 2. Projekt: Gesang und Ukulele! Es ist schwierig, die Datei mit meinen 4 Balladen-Liedern „I am Sailing“, „Streets of San Francisco“, „Alice does not live here any more“,“Lady in Black“ hierhin runter zu laden. Also allgemein hörbar zu machen. Aber ich habe meine Aufnahme an Freunde über Whatsapp gesendet und ich habe total begeisterte Rückmeldungen bekommen. Eine Freundin, die gerade zur Reha ist, hat sogar geappt, bei ihr seien Tränen geflossen und es sei für sie ein wunderschönes Neujahrskonzert gewesen. Da habe ich mich natürlich gefreut!

Zur Ukulele täglich zu singen, das ist auch sehr einnehmend und dadurch umarmend. Augenblicklich kämpfe ich besonders mit der Verteilung des Textes von „La Donna è mobile“. Dieses Projekt ist auch sehr, sehr schön und nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich bekomme aber genauso viel Energie in der Form von gestalteter Erfahrung zurück.

Ein schönes Wochenende, eine schöne Woche! Ich freue mich so über alle Leserinnen und Leser. Ich danke euch von ganzem Herzen für die Zeit, die ihr da mit mir und meinen Erfahrungen verbringt.

So, nun ist auf meiner Website http://www.welt-ohne-geld.de im Menu unter „Eine Wildgans“ die Übersetzung dieser Woche zu finden. Viel Vergnügen beim Lesen!

Projekte umarmen mich

Das Schöne am Älterwerden ist doch, dass man schon so viel gesehen, erlebt und eingesammelt hat. Auf diesem Bild ist im Hintergrund der schöne Ausblick aus einem der zwei kleinen Fenster im Wohnzimmer. Das kleine Holzdach ist ein Vogelfutterhaus, das auch besucht wird. Auf der Fensterbank rechts steht der David-Kopf, den wir in Rom auf dem Forum Romanum bei den „Fliegenden Händlern“ gekauft haben. In Rom kam es Rainer irgendwie albern vor, aber nun erinnert die Skulptur mich sanft an unser Jahr in Rom. Die weißen Rosen sind aus dem Weihnachtsstrauß, die ich in dieser Vereinzelung noch einiege Tage länger – mir zur Freude – am Leben erhalten konnte. Und den chinesischen Drachenkorb habe ich während meines Jahres in Shanghai auf einem Antique-Floh-Markt gekauft. Man soll früher darin – in den beiden Etagen – Essen mitgenommen haben.

Jetzt ist er eine heftige Erinnerung an China. Hier dockt auch meine 1. Projekt-Umarmung an. Eine Umarmung ist ja immer eine bestätigende Versicherung: wir mögen uns! Mit der chinesischen Sprache geht es mir beispielsweise immer wieder so. Als ich noch klein war – so ungefähr 30 oder 40 Jahre alt – habe ich mir mein Alter immer so vorgestellt: wie ein gebildeter Aristrokrat tagsüber in meiner Bibliothek mit Blick auf den gepflegten Garten am Schreibtisch zu sitzen und eine persönliche Forschungsarbeit weiter zu verfolgen, die nur mir – eigentlich war es ja fast immer ein Mann – eine zu überwindende intellektuelle Schwierigkeit bereitet. Die ich aber schon hinlänglich beherrsche, so dass ich daran „nur“ entschieden und heftig weiterforschen muss.

Genau das mache ich jetzt. Nur für mich übersetze ich einen Roman von Qiong Jiao aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wieviel Werkzeug ich dazu brauche, das sieht man auf dem Bild. Erst muss ich die komplizierten chinesischen Zeichen überhaupt deutlich entziffern können. Deswegen die Lupe! Dann muss ich herausfinden, was der Radikal (meist die linke Seite des Zeichen) sist. Also wo ich zu suchen anfangen kann. Dann zähle ich wieviele Striche nach dem Radikal auf der meist rechten Hälfte des Zeichens stehen und dann finde ich unter der Nummer des Radikals, unter der Anzahlnummer der Striche mein Zeichen. Erleichterung! Dann steht da eine Seitennummer, die ich aufschlage, auf der ich nun noch einmal mein Zeichen suchen muss. Ich muss mich dann fragen, ob ein nach meinem gesuchten Zeichen im Buch eventuel ein weiteres Zeichen steht, das aus dieser Kombination eine erweiterte oder erstaunlich andere Bedeutung macht. Das muss ich dann an dem Inhalt des Romans in Deutsch anpassen. Also suche ich im Computer auch nach deutschen Synonymen. Viele Zeichen kenne ich natürlich, aber nicht die ganze Reihe ihrer Übersetzungen. Dafür habe ich eine Art Schüler-Nachschlagewerk. Genug! Man merkt bestimmt, dass ich wie wild beschäftigt bin. Ein bisschen wie Kreuzworträtseln. Das mag ich nicht, aber das stelle ich mir bei schwierige Rätseln auch so vor.

Bloß dass hier ein wunderschönes Gefühlsgeflecht als Geschichte entsteht. Die chinesische Schriftstellerin ist quasi die emotionale Lehrerin aller Chinesen. Es gibt fast keinen chinesichen Mann oder keine Frau, der und die nicht die Gestaltungswelten des Gefühls wesentlich durch diese tolle Autorin erlernt hätte. Tatsächlich haben das in China alle von mir Befragten bestätigt. Klar, mit 12 fragt sich jeder Junge: wie schaffe ich eine Freundin zu bekommen, jedes Mädchen: was passiert eigentlich in der Liebe. Das beschreibt Qiong Jiao in allen Situations-Variationen der Beziehungs-Emotionen: Mutter-Kind, Mutter-Vater, Großeltern-Eltern, Bruder-Schwester, Bruder-Bruder, Schwester-Schwester, Vater-Sohn, etc. In ihrem Vorwort schreibt sie, dass sie alle Arten der Liebe vorstellt und gestaltet, nur eine Liebe nicht. Die Vaterlandsliebe! Ich war platt. Diese Form der Liebe hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

Als ich in Shanghai mein ersten Roman kaufen wollte, habe ich zur Verkäuferin gesagt, dass ich gern einen Liebesroman hätte. Ohne mit der Wimper zu zucken hat sie sich umgedreht, mich ihr folgen lassen und schließlich auf ein freistehendes kleines hellgrünes Regal gezeigt: über 70 Liebesromane nur von dieser Autorin. Ich war so baff, dass ich nach ihrem ersten Roman verlangt habe. Der war aber ausverkauft. Da habe ich den zweiten genommen. Den habe ich nach meiner Rückkehr aus Shanghai übersetzt und dann – quasi als Mitbringsel aus China für meine Freunde – bei Einladungen mit Buffet, Kapitel für Kapitel vorgelesen. Es gab Abende, da musste man einfach Tränen wegwischen. So tiefgreifend kann diese Schriftstellerin in die menschliche Seele tauchen und die Worte und Wörter finden, um diesen Gefühlsschatz so wiederzugeben, dass man abstandslos nachempfindet. Das ist für mich gelungene Gefühlserziehung und meiner Meinung nach auch unbedingt auf die 6000 Jahre alte chinesische Kultur zurückzuführen. Chinesen haben meiner Meinung nach mehr Räume der Empfindung. Das ist mein persönlich erlebter Eindruck.

Ich überlege, ob ich meine Übersetzung vielleicht in meinem Blog zum Nacherleben veröffentliche. Mal sehen. Noch kämpfe ich sogar mit der Überschrift: „Eine Wildgans auf dem Wipfel des Baumes“? Wildgans könnte aber auch Graugans heißen und Wipfel des Baumes ebenso gut Spitze des Baumes oder oben im Baum, etc. Scheinbar ist die Hauptperson ein Mann, deswegen will ich nicht Die Wildgans sagen. Im Chinesischen gibt es kein Der, Die, Das. Auch keine Mehrzahl, die dem Wort inhärent ist. Also: ein fröhliches Kreuzworträtseln. Es unterhält mich so tief, dass ich mich in einer wohligen Umarmung fühle. Kein Druck, ich MUSS das ja nicht machen, aber von Satz zu Satz bekomme ich Futter. Weil ich alles Schwere so richitg mag, passt es auch zu mir.

So, der Blog ist nun länger geworden als beabsichtigt habe. Auch ausführlicher in Bezug auf Chinesisch. Was meine 2. Projekt-Umarmung ist, das schreibe ich das nächste Mal. Euch allen wünsche ich eine soche Umarmung, deren Dauer und Wärme man selbst bestimmen kann. Es lohnt sich!

Kleine Diebe – große Diebe * in der Welt

 A ruba poco si va in galera, a rubar tanto si fa carriera. Dies war das italienische Sprichwort von meinem vorletzten Blog. Es heißt übersetzt: Wer wenig stiehlt, kommt ins Gefängnis, wer viel stiehlt, macht Karriere.

Früchte und Kerzen – das neue Jahr

Eine Freundin, die meinen Blog abonniert hat – freut mich sehr, Heike! – hat mir gleich ein entsprechend deutsches Sprichwort ge-appt: Kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen. Dazu habe ich dann selber noch eine Entsprechung gefunden, die sich mit dem ersten sogar reimt: Die Kleinen ertränkt man, die Großen lässt man saufen.

Im englischen Sprichwort – proverb oder saying – heißt es: A thief passes for a gentleman, when stealing has made him rich. Einen Dieb hält man für einen Gentleman, wenn ihn Stehlen reich gemacht hat.

Im französischen Sprichwort – proverbe – heißt es: Les petits voleurs sont pendus, devant les grands voleurs, on enlève le chapeau. Die kleinen Diebe werden gehängt, vor den großen zieht man den Hut. Gleich darunter habe ich ein anderes schönes französisches Sprichwort gefunden. Qui a tué un homme est un meurtrier ; qui en a tué des milliers est un héros. Wer einen Menschen getötet hat, ist ein Mörder; wer Tausende getötet hat, ist ein Held.

Für die chinesische Variation zum Thema habe ich – auf Chinesisch!!! meine größte intellektuelle Lebensleistung! – vier chinesische Freundinnen angeschrieben und von zweien gleich eine Antwort bekommen.

Sprichwort heißt = cheng2 yu3:  = 成语 und das ist das Wort Sprichwort im chinesischen Zeichen.  Das Sprichwort heißt übersetzt: Der Dieb, der einen Haken stiehlt, wird zum Tode verurteilt. Der Dieb, der ein Land stiehlt, wird König (Fürst).

彼窃钩者诛。 wer das in Pinyin, der chin. Aussprache lesen möchte: bi3, qie4,gou1,zhe3, zhu1 窃国者为诸侯 qie4, guo2,zhe3,wei4, zhu1, Hou2, die Zahl gebt immer den musikalischen Ausspracheton an. Hier noch einmal in Kurzform: 窃钩者诛,窃国者侯 stehlen Haken bestraft man, stehlen Land werden Fürsten. In Chinesisch wird alles immer so kurz wir möglich ausgedrückt. Deswegen entstehen viele Zeichengrundverbindungen – meist 4 Zeichen -, deren Bedeutung man kennen muss.

Blumen erfreuen das ganze Jahr

Übrigens muss ich für Sprichwörter keine Interpretation bringen. Sprichwörter sind – wie Märchen – Volksweisheit – meist durch bittere Erfahrung erhärtet. Interessant wie weltumspannend, oder?

Meine Wünsche an das neue Jahr sind immer Wünsche an mich. Nur ich kann mich damit beglücken. Meine Wünsche für dieses Jahr: mich im Chinesischen immer weiter auf dem Weg zu nähern eine aktuelle chinesische Liebesgeschichte auf Chinesisch lesen zu können. In der Geschichte dieses Gefühls ist man besonders empathisch und intuitiv.

Dann wünsche ich von mir, dass ich immer geübter auf der Ukulele werde und vor allen Dingen die Ukulele zu zupfen lerne. Die nötige Notenliteratur dafür habe ich schon. Als Neuzugang für mein Gehirn habe ich mir einen Mathematik-Abreiß-Kalender für jeden Tag zugelegt. Sprachenkalender hatte ich in allen meinen Sprachen-Arten. Jetzt muss ich mal etwas für neue Synapsen-Verbindungen tun. Ich bin gespannt!

Im Sinn von Offenheit, Entschlossenheit, Neugierde – und natürlich stets der Produktion der Schwingung der Freude auf der entschlossenen praktizierten Überzeugung Ich liebe mich bedingungslos! wünsche ich uns allen ein wunderschönes 2021.

Jeder hat ein Gesicht

und das sieht man täglich wenigstens einmal an. Männer –  manche Männer – vielleicht nur einmal am Tag. Frauen täglich, mehrmals, kritisch, sehr kritisch, ja – oft unversöhnlich. Das Geld hat es geschafft, alle Frauen, fast alle Frauen, viele Frauen unzufrieden mit ihrer Erscheinung zu machen.

Ich rede aber erste einmal nur vom Gesicht. Den Körper lasse ich mal in Ruhe. Gelobt sei dieser treue Freund jetzt schon mal so nebenbei. Ein Leben lang dient er, ungeachtet häufiger übler Beschimpfungen. (Ich sage neulich zu einer Freundin:“ Du bist aber schön schlank.“ Da greift sie oberhalb ihrer Taille und fragt provokant: „Schlank?“)

Ich glaube nicht, dass Männer sich dieses – inzwischen fast angeborene – Drama auch nur im Ansatz vorstellen können. Warum ist das so? Durch ein schönes Gesicht vergrößert sich der weibliche Einflussbereich auf Männer? Allerdings sind Männer inzwischen auch schon ganz schön auf Schönheit aus. Früher haben Ärzte für die umfassende Gesundheit gesorgt, jetzt gibt es (junge) Chirurgen, die jedes Gesicht „verschönern“ – meist heißt das gleichzeitig verjüngen -, was das nötige Geld dazu mitbringt.

Überrascht habe ich vor Jahrenden – also in ihrer blendenden Zeit – in einem Interview mit Claudia Schiffer gelesen, dass sie sich morgens überhaupt nicht schön findet und überhaupt auch immer wieder etwas an sich auszusetzen findet. Wie bitte?

Und die süße Meg Ryan, die in „When Harry met Sally“ umwerfend reizend aussah und spielte. Man konnte sich nicht sattsehen an ihr. Als die ersten Bilder nach ihrer Schönheits-OP erschienen, hätte ich heulen können. Es war, als hätte man mir etwas Schönes weggenommen.

Warum erzähle ich dies? Weil man selber immer ein bisschen ist wie alle Menschen, wie alle Frauen, oder? Dabei hatte ich es leichter. Ich war nie schön. Allerdings war ich wohl nicht unsexy, denn ich hatte in den 17 Jahren meines Single-Lebens – die Zeit zwischen meinen beiden Ehen – immerhin viele Lover. Einer interessanter, klüger, liebenswerter als der andere. Mein einziges Auswahl-Kriterium für alle war: nie einen Partner aus einer Beziehung!!!! Ich dachte damals, Männer sind da ja locker, nach dem Motto: “Ich werde ja wohl zwei Frauen unglücklich machen können!“ Ich wollte keine Frau in meine Position bringen, immerhin war ich als Ehefrau mit einer Freundin betrogen worden.

Das waren die Sechziger. Eine kulturpolitisch besondere Zeit. Dann kam Aids und alles wurde anders. Und so unbekümmert wie das hier zu lesen ist, war es für mein Herz auch nicht.

Ich war durchschnittlich ansehnlich. Das hat geholfen, dass ich Aussehen nicht als Trumpf genährt habe. Ich erinnere mich an die 6oer Jahre, ich war da 30 Jahre alt. Ich hatte stets den 400 ml Riesentopf Nivea Creme im Wohngemeinschaftsbad stehen. Meine kosmetisch gepflegte Mitbewohnerin hat mich zart darauf hingewiesen, dass ich im Alter ganz schreckliche Haut bekommen würde. Ich habe nur gelacht. Und nun sehe ich ungeschminkt und mit zurückgehaltenem Haar glücklich so aus:

ICH

Wer das sieht, der erschreckt sich vielleicht. Ich mich nicht. Ich sehe mich allmorgendlich so und sehe mich dann liebevoll an. Ich bin so einverstanden mit mir und meinem Aussehen. Keineswegs mit dem Gefühl: da kann man nichts machen. Sondern so als Erfolg!

ein wunderschöner Ort

So wie diese Bibliothek empfinde ich mein Gesicht. Ich kann die unterschiedlichen Bücher aus dem Regal nehmen. Beispielsweise das, in dem ich wieder vor der Central School of Speech and Drama in London zum Aufnahme-Gespräch sitze, recht früh bin – typisch für mich – und alle Student*innen vorbeikommen sehe. Wie wird mir da der Charakter der Schule klar: so viele grundsätzliche unterschiedliche eigenwillige junge Männer und Frauen! Wie gern möchte ich dazu gehören.

Oder: Proben mit dem Richtertheater. Alle tummeln sich in der Requisite und werden gleich in kleinen Gruppen Themen wie: Mitgefühl, Abscheu, Unbekümmertheit, Lebensfreude als stumme Bilder darstellen.

Oder: ich sitze in meiner Klasse und habe gerade mitten in einer Deutschstunde gefragt: „Seid ihr eigentlich glücklich?“ und erhalte die überraschendsten, höchst privaten Antworten, die in mir einen leisen Zweifel ob meiner Frage aufkommen lassen. Aber so ein liebevoller Moment ist das!

Oder ich stehe in Shanghai mit der freundlichen chinesischen Nachbarin in meinem Wohnzimmer und hinter meiner kräftigen metallenen Wohnungstür stehen zwei Chinesinnen mit meiner Wohnungsvermieterin und bedauern ziemlich laut, dass es ihnen nicht gelungen ist, meine dreimonatige Kaution mit fadenscheinigen Begründungen – alles auf Chinesisch natürlich und viel zu schnell für mich gesprochen – einzubehalten.   

So kann ich viele „Bücher“ aus meinem ganz persönlichen Regal holen und mich immer wieder freuen und innerlich jubeln, dass ich alles so positiv folgenreich erlebt habe. Und dabei sehe ich nicht nur zurück.

es bleibt schön

Mit diesem Gesicht mache ich immer weiter und ich liebe es jeden Morgen, strahle es an, danke ihm und meinem lieben Körper und würde nichts lieber, als allen Frauen ein Stück davon abgeben. Dieses „Ich liebe mich bedingungslos“. Ist das nicht ein tolles Weihnachtsgeschenk?

Gutes Wetter – innen und außen

Heute scheint die Sonne. Es sind fast 10 Grad Celsius. Ich habe einen neuen Wintermantel, den ich nur tragen kann, weil mein Kleid aus Baumwolle ist. An sich finde ich „gutes Wetter“ gut. Aber im Garten nebenan sieht der Magnolienbaum bereits beängstigend blühwillig aus. Das finde ich natürlich nicht gut. Auch der Reiher steht schon wieder – oder immer noch? – bewegungslos im Hofweg Kanal. So:

doppelt, wegen der Spiegelung

Der Himmel sieht heute so aus:

Jetzt, beim Ansehen des Fotos, merke ich, dass mich dieser Himmel an Skifahren erinnert. Da hat man ja immer wieder zum Himmel gesehen – nicht nur nach den sanften Stürzen. Einmal bin ich inmitten meiner Gruppe ziemlich spät wieder auf dem Sammelweg nach unten gefahren. Da man sich da leicht ins Gehege kommt, bin ich tatsächlich einem sehr gediegenen Herrn von hinten zwischen die Skier gefahren. Ich musste mich an ihm festhalten. Er hat ein Gesicht gemacht wie: dieser Schmutz an mir! und die Gruppe und mein damaliger Mann haben immer gerufen:“Elisi, lass den Herrn in Ruhe!“ Es war mir sooo peinlich und ich war hilflos. Wie hat mir die Ovomaltine danach unten geschmeckt, bevor wir uns wieder in die Autos verteilt haben. Das war in St. Antönien, in der Nähe von Klosters. Hinterher habe ich erst erfahren, dass das ein ziemlich feines Skibgebiet geworden ist. Oder war es das damals schon?

Soviel zu außen und draußen. Drinnen drängt alles nach Weihnachten. Man schmückt und freut sich, oder?

So sieht mein großer Vorweihnachtsstrauß aus, wenn man nachts ins Zimmer kommt und nur ein Licht anmacht. Der Goldzweig schimmert und glänzt. Bei noch mehr Lichtquelle sieht das anders aus.

Das fand ich witzig. Der Läufer auf der roten Unterlage ist ein Geschenk, das ich zur Pensionierung bekommen habe. Auf dem Läufer steht liebevoll gestickt geschrieben: ARBEIT MACHT DAS LEBEN SÜSS. Und was soll ich sagen: das stimmt. Erst fand ich es befremdlich, diesen Spruch rot auf weiß zur Pensionierung zu bekommen. Aber im Nachhinein habe ich mich daran gehalten: ich mache viele Tätigkeiten, zu denen ich mich „zur Ordnung“ rufen muss, um sie anzugehen. Und danach freue ich mich.

Nicht andere geben mir allerdings die Arbeitsaufträge, sondern ich selber. Diesen Blog wöchentlich zu schreiben ist einer davon. Mein neuester – jetzt, da man ja durch Corona mehr Zeit haben soll – ist der Versuch eines Sprichwörter-Vergleiches in den Sprachen, die ich kenne. Ein italienisches Sprichwörter Buch hat mich dazu angeregt. Ich habe mir dann ein chinesisches und englisches und deutsches dazu bestellt. In Französisch ginge es auch noch. Denselben Sinn anders ins Bild gesetzt herausfinden, das suche ich vermutlich. Der Arbeitsauftrag ist also noch nicht klar. Heute ist mir folgendes italienische Stprichwort aufgefallen

A rubar poco si va in galera, a rubar tanto si fa carriera

Übersetzt heißt das: Wer wenig raubt, kommt ins Gafängnis, wer viel raubt, macht Karriere. Da muss ich natürlich gleich an Wirecard denken. Und wenn meine Gedanken dort ankommen, fällt mir auch gleich die Warburg Bank und Herr Olearius ein und Hamburger Politiker…

Aber alles in allem bin ich außerordentlich zufrieden mit und glücklich im schönen Hamburg. Und dankbar! Allen von Herzen einen angenehmen 4. Advent.

Meine schöne große Welt

Ja, so kann man es gut vergleichen: meine tägliche Laufstrecke zum Einkaufen. Total positiv überrascht war ich über die Knallfarben-Westen-Männer, die das Kraut am Ufer entfernt haben. Warum? Sie hat richtig – wie früher !!!! – Besen und Hacken und keine Ohrschützer gegen irgendwelche motorbetriebenen lärmverschmutzenden Gartenwerkzeuge. Ich hätte sie umarmen können. Aber nicht nur Corona hat mich davon abgehalten. Warum das Kraut weg muss? Ich habe nicht Unkraut gesagt, das sage ich nicht mehr, denn es gibt nur Kraut, das eventuell irgendwo nicht angebracht ist. In diesem Fall graben die Pflanzen ihre Wurzeln zu tief ein und die Mauer bricht weg und damit das Gelände. Auf die Dauer.

das ist eine Gedanken.Waschmaschine

Was ist eine Gedanken-Waschmaschine? Wenn man etwas für sich selbst, einen anderen Menschen, eine gesellschaftliche Situation oder für die Erde Negatives gedacht hat, dann legt man das hinein. Drinnen liegt ein kleiner Kristall.

Der ist das Waschpulver. Wenn das für das Univesum Negative rausgewaschen ist, bleibt nur die reine Energie über.

Von diesen Waschmaschinen aus Speckstein habe ich 18 Stück gemacht. Andere, verkaufte Modelle, kann man auf meiner Skulpturen-Plastiken-Website www.elisabethscherf.de sehen. Diese kleine Gedanken-Waschmaschine ist für mich übergeblieben. Ich liebe und gebrauche sie. Die Idee dazu stammt nicht von mir. Die habe ich in einem meiner spirituellen Bücher gelesen. Da sollte man sich nur einen Waschmaschinen-Anhänger um den Hals vorstellen, in den man negative Gedanken legt und durchwäscht. Ich fand diese steinernen großen Maschinen eine viel massivere lautere Erinnerung.

Gerade jetzt in diesen Zeiten ist es total wichtig, dass wir alle das kollektive Feld mit lauter guten, lichten, positiven Gedanken füllen, damit die Welt leichter wird. Am 21.12.2020 um 18.55 MEZ ist übrigens weltweit Meditation angesagt. Menschen wie ich setzen sich dann hin, schließen die Augen und stellen sich vor, wie wir über uns selbst und die Erde Riesensäcke prall gefüllt mit Liebe schütten. Wir werden ja sehen, ob es was bringt.

Hier ist eine meiner diesjhrigen Weihnachtskarten. Für die ZEIT hatten Kinderbuchautoren Weihnachtskarten entworfen. Diese ist von Cornelia Funke. Ich fand die so witzig, dass ich sie ausgeschnitten und auf 160 g Papier gedruckt habe und nun eine schöne aufklappbare Weihnachtskarte habe.

Das Teil darunter ist ein runder Kasten, den ich in Clapham/London gekauft habe. Eine Freundin hatte mir ihr Haus überlassen und Joyce Schonfield, meine Freundin aus Pariser Tagen, hat uns besucht. Wir sind gemeinsam zu einem streetmarket gegangen und haben beide diesen Kasten gekauft. Er erinnert mich immer wunderbar an sie. In ihrer tollen Wohnung im 16. Arrondissement habe ich am Cello gesessen und inszeniert „Bastian und Bastienne“ von Mozart. Habe ich hier in einem früheren Blog drüber berichtet.

Dies ist meine 2. Weihnachtskarte. Die Zeichnung habe ich im letzten Jahr von einer Freundin erhalten. Ich glaube, ein Kind hat das gezeichnet. Entzückend – fand ich.

Allen einen schönen 3. Advent. Mit Kerzen und Tannen und netten Anrufen und erfrischenden Whatsapps!

Wie viele aus dem „Corona-Schlaf“ aufwachen und zu gestalten beginnen

das ist eine reine Freude. Wie sich viele gegenseitiger Hilfe versichern, wie die Künstler andere Ausdrucksformen finden und im Internet und Radio auf unterschiedlichen Kanälen wieder zu sehen und zu hören sind, wie viele Menschen es schaffen, die neuen „Spielregeln“ als interessante Unterbrechung zu interpretieren, wie viele nach außen hin schmücken, um Vorbeigehende zu erfreuen. Toll!

Wundervoll auch, wie ein großer Teil der Menschheit begriffen zu haben scheint, dass das Gebot der Stunde ist, ganz, ganz viel Freude und Zufriedenheit ins kollektive Feld zu füttern. Ja, jede gute Einzel-Stimmung erhöht die Stimmung von uns allen. Auch Herabgestimmte können sich da andocken und Freude abholen. Super! Und so geht es vorwärts – wohin, das wissen wir ehrlich gesagt alle so richtig gar nicht.

zum 1. Advent draußen, so lohnt es sich bis Weihnachten

Meine Literatur-Projektwahl für Charles Dickens war goldrichtig. Kein Wunder, dass Charles Dickens ein Klassiker ist und nach wie vor begeistert gelesen wird. Er kann herausnehmend fesselnd schreiben. Er schafft es, sehr eindringlich völlig unterschiedliche Charaktere zu schaffen. Und das in einer Weise, dass man selbst – stante pe – heftig eine emotionale Haltung zu diesen Personen entwickelt.

Stante pe, was für ein schönes altes Eigenschaftswort, habe ich 50 Jahre nicht mehr gebraucht. Verkürzt aus stante pede, Synonyme: auf der Stelle, augenblicklich, sofort, sogleich, unverzüglich und stehenden Fußes.

A Tale of Two Cities hat zum überraschenden Helden den Tunichtgut des Romans. Ja, da flossen zum Schluss meine Tränen, weil ich die widerstrebenden Gefühle dieser emotionalen Lücke füllen musste.

ganz anders, aber man sieht die Absicht und freut sich

Auch in Great Expectations ist man ohne Unterlass durch die Personen mit Gut und Böse konfrontiert. Da die Geschichte einerseits aus der Perspektive des anfänglich kleinen Helden „Pip“ und gleichzeitig aus der Perspektive eines  zurückschauenden, sinnierenden, alles bewältigt habenden erwachsenen Pip erzählt wird, ist man als „third party“ ganz schön gedanklich und gefühlsmäßig beschäftigt. Gut und Böse entwickeln ihre Wesen und schärfen den eigenen Blick. Das Gute siegt auch hier und der Held bekommt wortwörtlich auf der letzten Seite – wie ein Sahnehäubchen – sogar seine große Liebe „Estella“. Ich war schon ganz unbefriedigt besorgt, aber dann… Na, ein Glück!

Das erste Abendessen von Pip bei seinem Tutor in London ist so „vivid“, so meisterhaft geschildert, dass ich mich tatsächlich mit den anderen im Raum befand. Man hätte mich bitten können, mich dort, über das von Dickens Beschriebene hinaus, umzusehen und ich hätte sagen können, was bisher unbeschrieben auch noch in dem Zimmer stand. Ich hätte Schubladen öffnen und hineinsehen können. So sehr war ich leibhaftig in der Geschichte.

irgendwie einfach lieb

Bei David Copperfield begeistert bereits das Vorwort. Dickens schreibt dort, dass es ihm schwer fällt etwas so Trockenes, Abstandhaltendes wir ein Vorwort zu schreiben, weil er bis vor kurzem zwei Jahre seines Lebens mit allen seinen Roman-Gestalten gelebt hat und David Copperfield mehr liebt als alle Leser es jemals vermögen werden können.

Vorbereitung zu David Copperfield war nicht die sehr eingeschränkte und unvollkommene   Benutzung des Buch-Plots in einem chinesischen Büchlein, sondern der Film „David Copperfield Einmal Reichtum und zurück“, den ich in der Zwischen-Lockdown-Zeit im bequemsten Kino Hamburgs „Astor Film Lounge Hafencity“ erhascht habe. Ich liebe Kino!

In diesem Film wurde der/das Plot allerdings lediglich „benutzt“: man wurde von Schwerpunkt zu Schwerpunkt der Geschichte ge-beamt. Jedes Moment von Copperfields Leben erschien wie unabhängig voneinander in Lackbild-Manier.

auch schön – und alle Fotos auf einem kleinen Spaziergang gemacht

Wer kennt noch die für Kinder wunderschönen farbstrotzenden Lackbilder, die man bevorzugt auf dem Schulhof tauschte? Wie die Geschichte von einem filmisch hingeschmetterten Zustand zu dem nächsten kam, das wurde nicht gezeigt. Rainer und ich fanden, dass da was fehlte. Hamburger sagen dazu „Butter bei die Fische“ und möchten damit ausdrücken, dass jemand auf den Punkt kommen oder etwas vollständig darstellen soll. Das hole ich nun in vielen Advents- und Weihnachts-Lesestunden nach.  

Ich wünsche allen ähnlich schöne Beschäftigungen. Und natürlich ein angenehmes Wochenende und einen schönen 2. Advent. Wir genießen, was es nur zu genießen gibt. Dass wir das stärker bewusst wahrnehmen als zuvor, das hat uns diese Zeit bereits gelehrt, oder?

Angebote von Herz zu Herz

Der Buddha ist ein Mitbringsel für Rainer von meinem Shanghai-Jahr, die Blätter habe ich auf dem vorletzten Sonntagsspaziergang gefunden und die Rose stammt aus einem Rosenstrauß von Penny

Der Buddha lacht. Das tue ich auch nur zu gerne. Auch jetzt. Zu dieser Zeit, in der wir alle – die ganze Welt – eine gewaltige Denkpause geschenkt bekommen. Geschenkt! Denn so ging es ja nicht weiter – – – – – wenn die Menschheit weiterhin auf diesem wunderschönen Planeten leben will.

Übringens fällt mir auf, dass mir die Künstler*innen zwar alle leid tun, aber mir nach all diesen Monaten langsam dämmert, dass diese Pause überrschaschend zeigt, wie weit sie sich von ihrer innersten Aufgabe entfernt haben. Echte Künstler sind Medien, die begabt sind, die Stimmung einer Gesellschaft in Kunst zu übersetzen, für alle sichtbar zu machen. Aber das kommt sicher noch. Oder ich habe es noch nicht wahrgenommen.

noch Tannen mit Obst

Wo ich augenblicklich richtig viel food for thought bekomme, sind die Channeling Krongresse. Wer spirituell interessiert ist, der weiß, wovon ich rede, wer nicht, der kann sich freundlich wundern, was mich so interessiert. Ich finde allerdings sehr empfehlenswert, wenn man mit 81 Jahren ziemlich eindeutig fühlt, dass man ein Wesen ist, das IST. Ich bin! Und das macht großen Spaß. Besonders auch, weil das mit der Gedankenkraft bei mir schon richtig schön funktioniert. Natürlich muss ich noch doll lernen, nur Positives zu denken und damit das kollektive Feld zu füttern. Damit ich und alle, das große WIR davon profitiert.

Ich habe die zwei Channeling-Nachmittage mit Christina von Dreien am letzten Sonntag gehört und gesehen und dabei 7 Collagen gleichzeitig gemacht. Zu den Collagen – immer wieder ein Dank an Johanna Vedral und ihr tolles Collagen-Anleitungsbuch – war ich angeregt worden durch meinen Kauf einer britischen VOGUE. € 13,75 – für eine Illustrierte! Aber die Reklamebilder der teuren Mode- und Schmuckhersteller sind so schön in Formen und Farben, dass ich nicht widerstehen konnte. Anschließend habe ich die erinnerten Inhalte des Channelings den 7 Collagen zugeordnet und es in ein hartes Cover pressen lassen und Biggi geschenkt. Die hat sich doll gefreut.

Nun höre ich Channelings von Judith Haferlands Kongress „Die Reise deines Lebens“. Ich bin begeistert!!! In disem Sinne allen einen wunderschönen 1. Advent!

Spannende Fragen

Zu schön, wenn man auch jüngere Feunde hat. Jakob studiert Webdesign und im Rahmen des Studiums wird ein Film produziert zum spannenden Thema ZEIT. Unterschiedliche Kommentare sollen für die Endproduktion dazu eingeholt werden und so bekomme ich auch eine Anfrage zu 5 tollen Fragen: 1. Wie verbringst du deine Zeit?, 2. Was ist Zeit für dich?, 3. Darf man Zeit verschwenden?, 4. Hast du schon einmal Zeit verschwendet? und 5. Hättest du gerne mehr Zeit?

Wunderbare Fragen für einen Menschen, der bereits 81 Jahre gelebt hat. Also ausreichend Bekanntschaft mit der Zeit gemacht hat. Die Anfrage mit der Nennung der Fragen bekomme ich per Whatsapp um 17.02 Uhr. Um 17.05 Uhr sage ich zu und um 17.19 Uhr sende ich ihm die eingesprochenen Antworten. Sie brauchen für den Film ja die gesprochene Sprache. Die Antworten flossen nur so aus mir heraus und ich fand sie überraschend klar.

Erste Frage: wie verbringst du deine Zeit?

Ich verbringe meine Zeit immer höchst angenehm und zwar am Tag und auch in der Nacht. Ich habe das Gefühl, dass die Zeit wie eine Freundin oder wie ein Freund ist. Es ist komisch, ich habe auch nie das Gefühl ich hätte zu wenig Zeit. Je nachdem wie viel ich vorhabe, ist es so, als wenn die Zeit sich weitet, so eine freundliche Beule bekommt, dann kann ich das auch noch machen und dann kann ich das auch noch machen.

Mich fragen oft Leute, wann machst du das alles, aber ich habe immer das Gefühl, ich hab genug Zeit. Das Schöne an meinem  Zeit-Verbringen ist, dass ich total da bin, wo ich bin. Ich war ja Lehrerin und ich habe das sehr gerne gemacht. Ich weiß noch, wenn ich in der Klasse angekommen war und die Tür zugemacht habe, war ich richtig glücklich. Da saßen alle und freuten sich auch schon. Ich wusste, wir haben jetzt 45 Minuten, da können wir machen, was wir wollen. Es gab natürlich einen Stundenplan, klar, aber auch der lässt sich in jede Richtung irgendwie biegen. Also, Zeit verbringe ich mit meinen Ideen. Ich setze in der Zeit meine Ideen um, damit ich das, was in mir ist, ein bisschen angucken kann.

Frage 2 Was ist Zeit für dich?

Zeit ist für mich das größte Geschenk, was man mit der Geburt bekommt und Ich glaube noch nicht mal, dass das irgendwie vorbestimmt ist, sondern dass man die Zeit generieren kann. Je nachdem, wie offen man ist und wie viel man umfassen kann – so viel Zeit bekommt man. Ich glaube auch zum Beispiel, dass die Gedanken ganz viel Zeit schenken, denn das ist ja nicht etwas, was eine abgemessene Sache ist. Man kann ja die Zeit auch nicht zurück laufen lassen, sondern die entwirft man und die kommt aus einem selbst heraus und dann teilt man sie mit anderen.

Zeit ist ein ganz kostbares Geschenk und ich glaube, es ist ein Ausgang für Glück, dass man das begreift und generieren kann. Zeit ist zu schön.

Ihr habt da aber auch ein schönes Thema Jacob, toll!

Darf man Zeit verschwenden? ist die dritte Frage.

Ich weiß gar nicht, was ist denn „Zeit-Verschwendung“ – doch nur dann, wenn einem hinterher leid tut, dass man etwas gemacht hat oder so, aber eigentlich ist ja alles, was man an Tätigkeit in Zeit umsetzt, eine Erfahrung. Ich glaube, verschwenden kann man so etwas nur, wenn man es nicht zu schätzen weiß oder wenn man es nicht mitkriegt, weil man nie aufwacht. Ich glaube, Zeit ist etwas, in das man hinein aufwacht und wer sehr wach wird, der freut sich ganz oder hat Grund zur Freude, glaube ich.

Frage 4: Habe ich schon einmal Zeit verschwendet?

Nein, sag ich, verschwenden heißt ja, dass du hinterher nicht eine Erfahrung aus dem ziehst, was du in dem Augenblick, in dem Abschnitt von Leben, erlebt hast. Zeit ist eigentlich die Quintessenz von Leben. Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass ich jemals Zeit verschwendet habe. Großes Wort!

So, die letzte Frage, 5: Hättest du gerne mehr Zeit?

Also, wie gesagt, ich bin 81 und es gibt ja ganz viele Leute, die sagen: so schade, ich hab nicht mehr viel Zeit. Ich glaube, wenigstens empfinde es so: Ich habe so viel Zeit, wie ich noch Ideen habe. Also mein Inneres und mein Äußeres haben sehr viel mit dem „Zeit-Konto“ oder mit dem, wie viel Zeit man hat, zu tun. Ich glaube, wenn man aufhört etwas in der Welt ausdrücken zu wollen, dann hört irgendwie auch die Zeit auf. Ja.

Hättest du gern noch mehr Zeit?  Ich finde, das macht mir keine Sorgen. Ich hab noch genug Zeit, und wenn nicht, kommt etwas Neues, aber nicht im Sinne von Zeit. Ich glaube, Zeit ist etwas total Erd-Verbundenes. Ich glaube ja daran, dass dann was kommt, dass sieht dann wieder ganz anders aus. Das lerne ich dann und darauf freue ich mich auch schon.

Mit Rainers großer Hilfe und seinem Word-Diktierprogramm haben wir den gesprochenen Text in Schrift übertragen. Die Musik meiner Stimme koloriert den Text natürlich schöner, weil dadurch mehr Leben darin aufgehoben ist, aber wir fanden den Inhalt interessant. Besonders auch durch die Tatsache, dass mir berichtet wurde, dass Jakob die Antworten mit einem Freund einen ganzen Abend diskutiert hat. Auch dass mehrere Freundinnen nach dem Anhören sich selber die gesprochenen Antworten gepostet haben, war für mich eine Ermunterung dazu.

Hoffentlich finden meine Leser den Text auch lesenswert. Aber, da ich die meisten persönlich kenne, bin ich davon überzeugt. Natürlich wünsche ich allen ein schönes Wochenende. Kerzen und zarte Weihnachtsblumen sollen das unterstreichen. Ich finde übringens auch das Blog-Schreiben zu schön. Reaktionen sind natürlich immer eine Extra-Praline. Dafür bedanke ich mich von Herzen!