Von wegen » Ich habe mir nichts getan« – ich habe eine gebrochene Rippe!

Ich wollte meine Arme aus der Unfällig-keit raushalten und habe sie mit Muskelanspannung vor dem Aufschlag auf dem Pflaster hochgehalten (deswegen der Massagebedarf, s. letzten Blockeintrag!) und damit geschont. Klar, irgendwo musste der Gehschwung im Aufknall enden – und das war dann mein geschätzter Brustkorb. Tatsächlich habe ich nun keine äußerlichen Anzeichen von Verletztheit. Rippen müssen von selbst heilen. Schmerzen? Kommt drauf an. Nach 3 Stunden Säubern der Dachterrassen-Ziegeln von Unkraut und dem anschließendem Scheuern der Platten – so am Donnerstag – hatte ich Schmerzen, aber wenn man gemütlich Karins Kreativtreffen in Reinbek genießt bei Torten, die so fotogen wie köstlich sind und lediglich die Spindel bedient, dann merke ich so gut wie gar nichts.

Ja, Spindel: ich spinne Schafvlies zu Schafwollefäden und stricke daraus ein Stuhlkissen. Das ist schon dreißig mal dreißig Zentimeter groß und herrlich unregelmäßig abzusehen. Selbstständig Wolle zu machen, das entstand aus der Wahrnehmung der Tätigkeiten während des Schreibens des dritten Buches meiner Trilogie »Von allem weniger und von Liebe mehr: Eine Welt ohne Geld«

Hinfallen gehört fraglos zum Älterwerden. Aber nichts ist nur schlecht. In meinem Falle beispielsweise: wäre ich nicht hingefallen, dann hätte ich nicht zu meinem Internisten gemusst, folglich hätte er auch nicht – fast zufällig beim Spaziergang mit dem Ultraschall auf meinem Körper – entdeckt, dass ich gutartige Knötchen in der Schilddrüse habe, die unbedingt medikamentös behandelt werden müssen. Also: wie gut, dass ich hingefallen bin!  

Überhaupt muss ich mal sagen: Älterwerden gleicht dem erleichterten, glücklichen Ankommen nach einer Wildwasserfahrt. So ist das Leben doch, oder? Nach der Pubertät koppelt sich dein Lebensboot immer mehr vom elterlich-mütterlichen Boot und du musst mit wechselnden gedanklichen Einflüssen und praktischen Hilfestellungen durch wilde Wasser, Strudel, Stromschnellen, Wasserabhänge mit steinigem Untergrund. Als wir in Amsterdam in den Zug gestiegen sind, da war der knallvoll mit jungen Europa-Interrail-Ticket-Menschen. Kräftig und bildschön, voll im Saft – wie man so schön sagen kann: knackig! Wohlwollend habe ich sie mir angesehen und ihnen zugelächelt. Ihre jugendliche Schönheit und ihre geballte Kraft und Energie haben sie auch nötig! Ich habe meine wilde Fahrt glücklich und heile überstanden und einen Sack voll Erfahrungen gemacht. Auf keinen Fall möchte ich wieder jung sein.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Nach einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück rutscht die dreijährige Tochter vom Stuhl, geht zur Tür, dreht sich zu den Eltern, sagt mit ernstem Gesicht »Ich geh mal grad eine rauchen!« und verschwindet nach draußen. Den verblüfften Eltern fällt der Unterkiefer runter. Haben sie richtig gehört? Im Kindergarten klärt sich dann alles auf: Wenn eine der Kindergärtnerinnen rauchen möchte, geht sie mit diesen Worten auf den Hof. Und mehr wollte die Kleine den Eltern auch nicht mitteilen.

Ich sitze im Bett, höre während des Schreibens im Hintergrund Django Reinhard von einer YouTube Aufnahme und das nur, weil Anna sein Foto auf Facebook gepostet hat. Danke, Anna!

Mein persönlicher G20 Gipfel – so far…

Blöderweise hatte ich vor Wochen bereits einen med. Fußpflegetermin im Dermatologikum am Stephansplatz für Donnerstag, den 6.7.2017, den Tag vor dem Gipfel, abgemacht. Ich war wild entschlossen hinzugehen. Um 13.30 soll ich dort sein. Der Bus Nr. 6 soll ja laut Ankündigung bis zur U-Bahnhaltestelle Hauptbahnhof oder Borgweg fahren. Ich will bis zum Hbf fahren und dann zu Fuß durch die Mönkebergstraße und den Jungfernstieg zum Stephansplatz gehen. Ich will mir unbedingt die vernagelten Schaufenster ansehen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle sehe ich einen Bus in Richtung Hbf vorbeifahren. Wunderbar! Das denke ich! Aber dann sehe ich, wie ein Polizeifahrzeug und zwei Polizisten den Hofweg für Autos absperren. Ich gehe zu ihnen und frage freundlich
« Lassen Sie den Bus durch?«
»Nein, die nächsten anderthalb Stunden nicht.«
»Und in die andere Richtung?«
»Da geht noch was.«
Ich drehe mich um und sehe entsetzt einen Bus an der gegenüber liegenden Haltestelle halten, von der ich aber viel zu weit entfernt bin. Auch ein Sprint von mir würde mich nie rechtzeitig zur nächsten – nicht weit entfernten – Haltestelle bringen.
»Oh«, ich sehe den Polizisten an »Sie halten doch hier alle Fahrzeuge an,…«
»Ja«
»Könnten Sie nicht auch den Bus für mich anhalten und ich steige ein?«
»Mach ich«
Der Bus nähert sich, er hebt den Arm, der Bus hält an, die Bustür öffnet sich und mit einem »Vorsicht!« lässt mich der lächelnde Busfahrer einsteigen.
»Danke« rufe ich zurück und winke dem Polizisten zu.
Im Bus lächeln auch die anderen Passagiere und ich denke glücklich: Die Polizei – dein Freund – dein Helfer!

Die Stadt ist gespenstisch leer. Ich steige Stephansplatz aus der U-Bahn und bin, wie gewollt, schön früh da. Ich gehe bis zum Rathaus. Die Stadt ist wirklich leer. Um 12 Uhr bekomme ich ja immer Hunger und seit meinem Jahr in Shanghai weiß ich ja, dass der Körper alle 4 Stunden neue Energie braucht. Ein Erkenntnis, die mir Spaß macht. Am liebsten esse ich in der Stadt bei Daniel Wischer. Früher in der Spitalerstraße und nun befindet sich der – vorm Rathaus stehend – gleich links in der Straße daneben. Bei Daniel Wischer stehen alle Angestellten vor der Tür. Es ist aber auch noch vor 12 Uhr – ihrer Öffnungszeit.
»Haben Sie geöffnet?« frage ich freundlich.
»Ja, ja. Wir stehen hier nur und sehen uns den leeren Rathausmarkt an.«
»Wo ist wohl die Toilette?«
»Einmal durch und rechts die Treppe hoch.«
»Und danach möchte ich »Fish and Chips« zum Hier-Essen! Geht das?«
Als ich von der Toilette komme, ist der Betrieb in vollem Gange. Ich bin der einzige Gast. Es schmeckt wieder köstlich. Dazu immer eine Fassbrause. Das gehört sich so für Hamburger.
Zurück zum Stephansplatz füllt sich die Stadt. Bei COS noch ein kleines T-Shirt gekauft. Die Sonne scheint. Es ist schön, in der leeren Stadt zu wandeln. Da, wie aus heiterem Himmel – habe ich geträumt ? – stolpere ich und falle der Länge nach auf das gepflegte gelbe Pflaster gegenüber der Oper. Schon im Fallen will ich es nicht wahrhaben und benutze den Schwung ganz schön lange um dann sanfter zu fallen – so kommt es mir wenigstens vor. Unten angekommen merke ich aber gleich, dass alles gut gegangen ist und ich mir »nichts getan« habe. Gleich stehen zwei junge Frauen bei mir:
»Kann ich Ihnen auf helfen?«
»Oh, ja, bitte!«
»Haben Sie sich etwas getan?«
»Nein! Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen einen schönen Tag.«
Das ging noch einmal gut ab. So hieß einmal mein Aufsatzthema, als ich in der 7. Klasse war..
Der Rückweg nach Hause ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln an der Hudtwalkerstraße zu Ende. Nicht weil die Busse nicht fahren, sondern weil der Verkehr schlichtweg steht. Der Busfahrer lässt uns raus und ich laufe nach Hause. Abends sind auf meinem Schrittzähler 16890 Schritte verzeichnet.

Freitag, am 1. Gipfeltag, merke meinen Fall in den Armen und im Oberkörper: ich habe eben fest-verkrampft den Fall aufzuhalten versucht. Ich muss schwimmen, entschließe ich. Ich rufe im Elysée an. Da schläft ja der chinesische Ministerpräsident. An der Lobby bekomme ich die Auskunft, dass die Wellness Abteilung grundsätzlich geöffnet sei. Was heißt grundsätzlich? Ich soll meinen Personalausweise dabei haben, soll nur eine kleine Tasche mitbringen – kein Problem, denn man bekommt dort Handtücher und Bademantel – und muss mit Verzögerung rechnen. Das finde ich hinnehmbar. Lege auf und fühle noch einmal nach: schwimmen reicht nicht, ich brauche eine Massage. Ich rufe an. Der Diensthabende nimmt netterweise noch ab und sagt dann aufgeregt:
»Ich habe das Massagebett für den chinesischen Ministerpräsidenten in der Hand und muss das schnell hinbringen. Bitte rufen Sie in 10 Minuten an.«
Mir ist klar, dass ich von der Herbert-Weichmann-Straße bis zum Elysée zu Fuß gehen muss. Ich komme ausschließlich an Polizisten vorbei, die ich immer freundlich grüße und wenn ich ein anderes Bundeslandwappen am rechten Arm sehe, dann sage ich noch »Danke« zu ihnen. Die Kennedybrücke ist gesperrt und zum ersten Mal in meinem Leben in Hamburg ‚tauche‘ ich zur Lombardsbrücke unter der Kennedybrücke durch. Ich gehe in Richtung Dammtor, als sich ein anderer einsamer Spaziergänger an meine Seite gesellt. Er sieht so proper und freundlich aus, dass ich mich über die Gesellschaft freue. Ein Schweizer, der bereits vor langer, langer Zeit seinen Hamburger Urlaub bereits geplant hatte. Hotel in St. Georg. Er mag Hamburg. Die Stadt sieht wirklich anders aus, keine Autos, Sonnenschein und wenig Menschen, am Dammtor viele Pferde. Er fragt, ob er mich bis zum Elysée begleiten darf. Natürlich! Ich gebe ihm meine Karte. »Sie sprechen auch Chinesisch?« Sagt er in seinem wunderbaren Schweizer Akzent. Er hat den wunderschönen Namen Caspar Felix. Da sind wir vor der Sperre zum Ballsaal des Elysée.
Nein, da komme ich nicht rein. Das glaubt mir keiner von den Polizisten, dass ich einen Massagetermin habe. Haben sie das schriftlich? Alle lachen, ich bin im Augenblick die einzige Abwechslung für sie. Ich muss durch den Haupteingang. Also noch einmal:
»Ich möchte in die Wellness-Abteilung?«
»Wieso?
»Ich habe einen Massage – Termin.«
»Haben Sie etwas Schriftliches?«
»Nein.«
Ein netter junger Polizist soll meine Umhängetasche kontrollieren und mich bis zur Lobby begleiten. Ich nehme alles aus dem Hauptfach: Badeanzug, Handy, Geldbörse. Er winkt ab. Ich sage, nein, ich habe noch zwei geräumige Vortaschen. Ich bin Lehrerin. Die müssen Sie jetzt eigentlich auch noch ansehen. Er tut es. Wir treten aus dem Zelt und man ruft etwas. Ich drehe mich um. Ich bin nicht gemeint, sondern mein junger Polizist muss zurück und ein anderer freundlicher ersetzt ihn zu meiner Begleitung.
»Der kann Russich, darum haben sie den gerufen. Jetzt komme ich mit.«
»Können Sie denn Chinesisch?«
»Nein.«
»Ich kann Chinesisch.«
»Waaas? Können Sie mir dann sagen, wie man auf Chinesisch sagt: Ich kann kein Chinesisch?«
»Ja, das kann ich.“
Ich singe ihm in der chinesischen Melodie vor:
»我不说中文« Wo3 bu4 shuo1 zhong1 wen2.
Er wiederholt es ziemlich genau. Ich bin erstaunt. Ich und dann er wiederholen es noch einmal. Wir sind inzwischen an der Lobby. Ich bitte ihn noch einmal, es zu wiederholen. Die Damen an der Lobby können das nicht sagen. Sie sagen uns, sie hätten ein Buch. Ich muss lachen. »Na, das ist ja nicht so leicht abzulesen, oder?«
Wir verabschieden uns und ich bin oben mit der chinesischen Kontrolle konfrontiert. Die Gesichter sind ohne jedes Lächeln, eisig, da weht ein anderer Wind. Glücklicherweise öffnet der Wellness Manager die Tür und winkt mich heran. Ich darf rein, ich bin allein dort und ich genieße.
Zurück nach Hause gehe ich wieder zu Fuß. Ich habe abends 12800 Schritte getan.
Ich finde gut, dass auf höchster Ebene Gespräche stattfinden, ich finde entsetzlich, was die Gewalt-Wilden mit Hamburg anstellen.

Amsterdam, Samstag, 1. Juli 2017, 15 Uhr 27, Leliegracht!

Leliegracht

Leliegracht

Genau hier befinden Rainer und ich uns im in diesem Augenblick. Aus den großen Fenstern können wir auf die Herengracht sehen. Auf beiden Grachten ist lebhafter, fröhlicher Schiffsverkehr. Wir haben über das Internet dieses schöne zentrale winzige Apartment gemietet. Gerade haben wir uns die halsbrecherisch kleinen, phänomenal steilen Stufen heraufgehangelt. Sie waren in der Wohnungsbeschreibung warnend angegeben. Dass vier schmiedeeiserne Griffe nötig sind, um die schwindelerregende letzte Windung unversehrt zu schaffen, das hatten wir uns nicht träumen lassen.

Von Hamburg fährt man – umweltfreundlich mit dem Zug – nach Osnabrück. Von dort hangelt man sich an 20 Minuten entfernten poetischen Haltestellen – Rheine, Bad Bentheim, Hengelo, Almelo, Deventer, Apeldorn, Amersfort, Hilversum – vorbei nach Amsterdam Central.
Von da aus mit der Tram 17 nach Westermarkt und dann geht es mit dem Rucksack auf dem Rücken zu Fuß über das holprige Pflaster zur Wochenendwohnung. Ein langes Wochenende – von Donnerstag bis Montag. Für Jahresferien echt kurz. Die Beschreibung »Ferien« passt nicht. Erholen können wir uns zu Hause, aber Ich BIN – LEBE – VERWEILE ja gern in anderen Ländern, Kulturen, Sprachgebieten. Genau so etwas bereiten WIR vor. Mit Niederländisch-Lernen haben wir ja schon begonnen und nun »sondieren wir hier das Gelände« (1€ in die Friedenskasse: wegen Gebrauch eines Sprach-Bildes aus dem Militär!).
Was wollen wir hier tun? An der Universität haben wir bereits Sprachkurse Niederländisch entdeckt. Für mich Chinesisch–Kurse. Ukulele würde ich auch gern richtig lernen. Für Rainer wäre Kompositionslehre sehr passend. Bisher hat er mehr oder weniger alles aus intuitivem Können geschaffen. Abgesehen von den Kompositionen für seinen Cello-Unterricht und anderem (siehe: http://www.Musicalion,  14 Stücke „Rhythmisch-folkloristische Miniaturen für 2 Celli“, ein kleines „Wiener Streichquartett“ – bisher 53 Downloads) bereits ein wunderschönes Singspiel: Text und Musik Rainer Naujoks, eine Revue für das Richtertheater: Texte und Musik Rainer Naujoks. Was wäre da noch möglich, wenn er tiefere Einsichten bekäme. Heute waren wir im Conservatorium. Das Café war geöffnet, aber sonst hingen die fliehenden Schattengestalten der gestern in die Semesterferien entlassenen Lehrenden und Lernenden noch auf den Treppen und zwischen den Tischen.
Jetzt scheint die Sonne. Hin und wieder trappelt ein Pferd mit einer Kutsche hinter sich vorbei. Gestern haben wir bei strömenden Regengüssen am Leidseplein gespeist. Über uns nur eine Markise. Zurück in der Wohnung waren wir so durchnässt, dass ich meine Schuhe 15 Minuten föhnen musste. Amsterdam ist voll von Touristen. Das Amsterdam der »Einwohner« müssen wir weiter noch entdecken. Sonnenschein macht alles schöner.
Etwas ganz Neues einschließlich einer neuen Sprache bis zum Wohlfühlen zu lernen strengt an. Aus meinen Auslandsaufenthalten weiß ich: Wenn man beginnt sich in der Fremde zu Hause zu fühlen, geht man wieder heim. Der wundersame Gewinn: Jahrelang kann man in Gedanken Ausflüge zurück machen – in ganz heimischer Atmosphäre Fremdes wie zu einem gehörig wachrufen. Dafür lohnt sich die Anstrengung.

17. Juni – 17 Uhr „Offene Gesellschaft“

17.06. Offene Gesellschaft 2

Hier ist der Beweis: ein Kaffeetrinken mit Freunden hat stattgefunden.

Eckhart von Hirschhausen habe ich erst im Nachhinein wahrgenommen, die Idee ist konkret an uns durch eine Einladung ins Wendland herangetragen worden. In der Einladung hieß es:

„der 17. Juni soll künftig Tag eines freundlichen und gastfreundlichen, selbstbewussten und demütigen Deutschlands werden, einer Offenen Gesellschaft. Da machen wir mit.
Am Sonnabend vor Sommerwende heißt es deshalb überall im Land: Tische und Stühle raus und schön eindecken! Freundinnen, Freunde, Nachbarn und Fremde einladen, essen, debattieren, feiern und gemeinsam zeigen, was für ein Land Deutschland sein kann. Das schlägt die Initiative „Die offene Gesellschaft“ vor. https://www.die-offene-gesellschaft.de/about
Die Tafeln werden auf Dorfplätzen und Rathausmärkten, auf Fußballfeldern, Bürgersteigen und Dachterrassen, in Stadtparks und Hinterhöfen stehen. Tausende werden zusammen speisen und miteinander reden, werden auch singen und tanzen.
Am 17. Juni Punkt 17 Uhr setzen wir ein Zeichen für Offenheit und Gastfreundschaft, für Großzügigkeit, Vielfalt und Freiheit.
Deutschland ein Entwicklungsland!
Geselligkeit, Gastmahl und Schönheit sind ein Nukleus der guten Gesellschaft.“
Bei mir hat es bei dem Wort ‚Dachterrasse‘ geklingelt: die haben wir doch – das machen wir. Wie man sehen kann, sind die Freunde mit kulinarischen Beiträgen zu uns gekommen. Nachbarn waren auch geladen und sogar eine ‚Fremde‘, aber die haben es nicht bis zu uns geschafft.
Ja, wir haben üppig gespeist, alle haben alles probiert: Süßes und Salziges. Genauer aufgezählt:
eine köstliche Preißelbeertorte von Aga,
eine ebenso wunderbare Aprikosentarte von Doris,
eine Sahne-Quark-Erdbeer-Kreation von Bernd und Dorothea,
von Marita ein Linsensalat mit Lachs – dafür wurde ja schon – biblisch zitiert – eine Erstgeburtsrecht vergeben und genau so verführerisch hat auch dieser gemundet.
Karin hatte eine Quiche mit Spinat und Pinienkernen gezaubert, die auch alle probiert haben.
Ingrid hatte noch  Erdbeeren vom gestrigen Markt mundgerecht gemacht.
Es war ein Schmausen und nur wenig ist übergeblieben.
Ja, debattiert haben wir auch. Durch eine strenge Moderation meinerseits – einmal Lehrerin, immer Lehrerin! – hat jeder einmal seine Meinung zur politischen Situation, dem gerade beisitzenden gesellschaftlichen Ereignis und der eigenen gesellschaftlichen Befindlichkeit ausdrücken können. Als es dann in die Diskussion überging, haben wir zur allgemeinen Erheiterung festgestellt, dass, bis auf kleine Ausnahmen, alle einer Altersgruppe angehören und so ziemlich einer Meinung sind. Ach, ist das eine politische Diskussion? Nach einigen Vorschlägen – wenn man doch Andersdenkende überzeugen könnte, wo sind die bloß – kein Wunder, man gehört einem Freundeskreis an, WEIL man ähnlich denkt – , war der allgemeine Schlussakkord, dass so ein Treffen DOCH politisch wichtig ist, denn wie selten tauscht man sich expressis verbis über seine eigene politische Befindlichkeit aus?
Ganz zufrieden sind alle nach Hause gegangen und wir sind zu Hause geblieben.
Und nun zum dritten Mal ein Ja: nächstes Jahr feiern wir wieder den 17. Juni um 17 Uhr.

Nach 15 Jahren wieder einmal ein Workshop mit einer Gruppe – der BÜRGER STIFTUNG HAMBURG

Mittwoch Ich hatte mir geschworen, nicht mehr mit Gruppen zu arbeiten, denn wenn es für die Teilnehmer lohnend werden soll, muss ich aus dem Herzen agieren. Das habe ich zum Schluss meiner Lehrerinnentätigkeit heftig als Herzschmerz empfunden und gemerkt, dass ich aufhören muss. Da war ich 63 Jahre alt. Nun bin ich 78 Jahre alt und habe bei dieser Anfrage spontan ehrenamtlich zugesagt. Morgen ist es soweit. Ich bin so gespannt! Ich freue mich darauf.
Es soll ein Workshop sein, der die Teilnehmer kräftiger instand setzt, die eigene Organisation erfolgreich zu vermarkten. Vermarkten bedeutet in diesem Fall: ehrenamtliche Mitarbeiter oder begeisterte Spender gewinnen.
Ich habe meinen Workshop betitelt: „Darf ich Ihnen etwas erzählen?“ Weil darauf die/der Angesprochene antworten kann und schon ist der Anfang einer Kommunikation hergestellt.
Sonnabend Der Workshop hat stattgefunden. 12 TeilnehmerInnen haben in einem wunderschönen Raum mit Teppichboden bedingunlos aktiv mitgemacht. 11 Frauen und ein Mann.
Ich hatte Blumen und Äpfel mitgebracht, was den von Iris nach meinen Wünschen geräumten Raum noch schöner gemacht hat. Blumen helfen immer, weil sie unmittelbar zum Herzen sprechen und die blankpolierten Äpfel vom Goldbekmarkt lachen im Hintergrund und versprechen einen kleinen Genuss.
Die ehrenamtlichen Helfer arbeiten schon seit Jahren mit einzelnen Kinder (lesen, vorlesen, die Welt entdecken) oder mit Gruppen in Schulen oder nachmittags. Auch Flüchtlings-Jugendliche wird deutsche Kultur näher gebracht und Teilnahme am Bürgerleben so erst überhaupt wahrscheinlich. Projekte Dritter werden von der Bürgerstiftung nach Prüfung gefördert.

Mit den Worten der Bürgerstiftung selbst:
»Förderschwerpunkt Kinder und Jugendliche mit den drei Themenbereichen:
Bildung
Kultur
Bewegung

Förderschwerpunkt Stärkung des Bürgerschaftliches Engagement
Themenfonds „Hamburger Anker“ mit dem Schwerpunkt ‚Frühe Hilfen‘
Themenfonds: „Generation JA – Jung und Alt gemeinsam“«

Alle Workshop-Teilnehmer haben einen Arbeitstag hinter sich und schaffen dennoch 3 Stunden talentiert, sich mühelos auf meine Theaterübungen in Bezug auf Kommunizieren einzulassen. Wie »attrahiere« ich Vorbeigehende, mit anderen Worten: wie kann mein Aufmerksamkeit-Erregen so attraktiv erscheinen, dass ein ahnungsloser Mensch gern stehenbleibt und wissen möchte, was ich ihm mitteilen möchte.

Wir bewegen uns zügig, wir lachen viel: Von Kunstsprache-Interviews über Entspannungsübungen auf dem Teppichboden nähern wir uns auf ungewöhnliche Weise dem anvisierten Aufgabenbereich: Kommunikation zu provozieren, die den anderen dafür begeistert, hinterher wenige Stunden in der Woche auch dafür zu sein, sein Können, seine Erfahrung, seine mitmenschliche Wärme der Bürger*Innenstiftung zur Verfügung zu stellen und mitzumachen. Alle bestätigen meine Frage nach der persönlichen Belohnung: Man kriegt viel zurück! Es macht wirklich Spaß! Das ist befriedigend!

Wer beim Lesen vielleicht selbst zum ehrenamtlichen Engagement Lust bekommen hat, der muss nur einmal „BürgerStiftung Hamburg“ googeln und findet dort alle Wege zum Mittun. Mir hat es auch gefallen, ich habe versprochen, dass das nicht der letzte Workshop  von mir war.

Ein Highlight meines Lebens hatte seinen Ort in Venedig

Mein Graduiertenstudium an der „Central School of Speech and Drama“ (London) habe ich mit einer These über eine neue Theaterform abgeschlossen. (siehe: http://www.simultantheater.de) Die Form ist so neu, dass es dafür weder Theaterstücke gibt – noch Theatergebäude. Der Zuschauer sieht hier die Entwicklung eines Problems in zwei möglichen Varianten, aber nicht auf einer Perspektivbühne – denn das ist ja die übliche Form: der Bilderrahmen, in dem es lebendig zugeht – sondern auf einer Amphitheater-Rundbühne: Die Zuschauer sitzen im Kreis und sehen auf einer Drehbühne, die sich im Laufe des Bühnengeschehens in zwei sich unabhängig drehende kleinere Drehbühnen verwandeln. Ver-Zwei-flung wird so zum Kontrast von zwei Möglichkeiten, die man parallel erleben kann.
Ich habe in meiner These diese Theaterform in die Entwicklungsgeschichte der Theaterfomen – griechisches Theater, geistliches Spiel, Fürstentheater in der Renaissance – einzureihen versucht. Da die Doktorarbeit in Literaturwissenschaft war,  bestand ein Teil der Arbeit in einem für diese Form notwendigen Theaterstück von mir. Das Arrangement der zwei gleichzeitig spielenden Handlungen muss  orchestriert werden, sodass man tatsächlich der einen oder anderen Seite zuhören kann. Ich habe keinen Doktortitel damit erwerben können, aber trotzdem 100 Exemplare der Arbeit drucken lassen und auf einem Ball der »Gesellschaft zur Förderung des Simultantheaters« verkauft.
Ich würde mein Simultantheater heute Paralleltheater nennen, weil dieser Begriff den Vorgang auf der Bühne besser erfasst. Gewidmet habe ich dieses Buch Rainer und dem »Hamburger Richtertheater« (siehe auch dazu: http://www.richtertheater.de), mit dem ich ein Simultantheaterstück erarbeitet habe, mit dem wir bis nach Bonn zum Tag der Gesetzesänderung (den Inhalt unseres Stückes betreffend) im Bundestag mit einer anschließenden Aufführung im Augustinum gekommen sind.
Ich habe es gerade gegoogelt: Mein Buch „Vorstellung und Vorstellung – zur Theorie des Simultantheaters“- 293 Seiten – kann man antiquarisch erwerben!
Jetzt nähere ich mich Venedig. Mein Theaterstück hatte also Alma Mahler, geb. Schindler zum Gegenstand. In ihrer Biografie schreibt sie, dass Mahler ihr – der zwanzigjährigen Alma – das Komponieren untersagt, wenn sie seine Frau werden möchte. Alma ist genial begabt und von ihren welt- und weitsichtigen Eltern ungewöhnlich gefördert worden. Die Musik ist ihr Leben. Sie entsagt tatsächlich der eigenen Musik und widmet ihre Kenntnisse der Musik Mahlers. In meinem Theaterstück kann man nun beides sehen: sie entsagt ihrer Musik und heiratet Mahler UND sie steht zu ihrer außergewöhnlichen Begabung und heiratet ihn nicht.
Es war sehr spannend, die Bücher von und über Alma zu lesen. Durch einen Artikel in der »ZEIT« werde ich aufmerksam auf eine Aufführung über Almas Leben von dem Wiener Theatermann – Paul Mankar – in Venedig.
Alma Mahler und ihre außergewöhnlichen Männer: Klimt, Zemlinsky, Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel. Hochbegabte und ausdrucksstarke Männer neben einer Frau, der man untersagt hatte, ihre bereits gefundene Begabung und Stärke auszudrücken. Herzzerreißende Konflikte sind vorprogrammiert – bei Alma, aber genauso tiefschürfend  bei ihren Männern. Auf Youtube »Alma Mahler von Paulus Mankar« (https://www.youtube.com/watch?v=zHbzWkm0dCA) kann man das »Polydrama«, wie Mankar sein Jahrhunderprojekt nennt, anschauen.
Ich habe Paulus Mankar von meiner Symultantheater-Idee und meinem Theaterstück über Alma geschrieben und er hat mir freundlicherweise interessiert geantwortet. In Venedig treffen wir ihn einmal nachmittags vor dem Anschauen des Stückes und zum zweiten Mal am nächsten Tag zum späten Frühstück. Es sitzt eine kleine Runde am Tisch. Paulus Mankar ist besonders besorgt um die Rückreise seiner kleinen (erwachsenen) Schwester. Stellt mütterliche Fragen: Fahrkarten, Abfahrtszeiten, Gepäck, etwas zu essen… „A real mensch“, wie man in Englisch den jiddischen positiven Begriff Mensch benutzen würde.
Venedig. Der Aufführungsabend! Es ist Sommer. Unser Boot legt an einem Palazzo an. Wir Zuschauer empfinden uns als Gäste eines Geburtstagsfestes und sind entsprechend gekleidet. Am Eingang steht ein Butler, er nimmt unsere Karten entgegen. Drei Schritte hinter ihm ein in Schwarz mit weißer Schürze und weißem Häubchen gekleidetes Hausmädchen, das uns ein Glas Sekt reicht. Wir strömen in einen Festsaal. Wir sind so pünktlich, dass wir an der langen Tafel mit üppigen Kerzenhaltern einen Platz bekommen. Zur Pause des Stückes wird für alle Zuschauer in diesem Saal ein Dinner gedeckt sein. Ja, der stolze Eintrittspreis ist jeden Cent wert. Fulminant beginnt es mit der älteren Alma: Sie hat ein reiches Leben gehabt, das können wir jetzt gleichzeitig an allen Ecken und Enden des Palazzos sehen: von der Küche bis zum Garten über alle Salons und Schlafräume hinaus.
Paulus Mankar hatte Rainer und mich gebeten, nicht gemeinsam zu den Spielplätzen zu gehen, sondern unbedingt einzeln. Ich beginne in einem Schlafraum und mache eine einmalige Erfahrung: im Bett, vor dem Bett wird gespielt und ich stehe daneben. Das liest sich jetzt so einfach und scheint eine Beschreibung zu sein, aber es ist so viel mehr: die Atmosphäre ist total intim, ich bin plötzlich überpersönlich. Meine Augen sehen das Schauspiel, aber das Gespielte wird gegenständlicher als die realen Gegenstände. Viel später wird mir klar, dass meine spirituellen Begleiter sich vielleicht genau so im Raum meines Lebens befinden und mir zuschauen, wie ich mein Leben »spiele«.
Kleine Anekdote: Mir hat vor Jahren eine hellsichtige Frau einmal berichtet, dass in meinem Unterricht in der Schule oft ganze Gruppen von guten Geistern zugeschaut hätten. Da habe ich gelacht und mich gefreut. Heute kann ich mir das wie in diesem Polydrama vorstellen.
Ich weiß nicht mehr, was mein nächst gewählter Spielort im Palazzo in Venedig ist, aber nach einiger Zeit gehe ich zur Erholung in den wunderschönen Garten. Auf einer Bank treffe ich mit anderen, mir Unbekannten zusammen. Wir sind alle tief beeindruckt und erschöpft über die Nähe zum Geschehen und müssen uns ein Weilchen in der Wirklichkeit ausruhen, um neu aufnehmen zu können.
Aus einer Riesenküche wabert der köstliche Geruch von Hühnersuppe, die vor sich hinsimmert. Alma und Gustav Mahler sind dort, Mahler schält langsam einen Apfel. Beide streiten verzweifelt. Ich wusste von dem täglich geschälten Apfel am Abend aus der Autobiografie Almas. Hier bin ich lebendig dabei. Die sichtbare und die unsichtbare Welt haben sich ins Gegenteil verkehrt. Was für ein Erlebnis! Ein mir unvergessliches Highlight meines Lebens

Frühmorgens auf der Dachterrasse…

Kompost

80 qm ist unsere Dachterrasse und hier sieht man unseren kleinen Beitrag zum Wohlergehen der Natur: 2 Kompostbehälter, in die wir all unsere ungekochten organischen Abfälle bringen und kompostieren. Ich freue mich besonders, wenn ich welken Blumen sagen kann, dass sie nicht verbrannt werden, sondern im Lebenskreislauf bleiben. Im Hintergrund mein kleines Atelierhäuschen, in dem früher alle meine Skulpturen & Plastiken entstanden sind, siehe : http://www.elisabeth.scherf.de

Adler

Hier ist eine Holzskulptur, die ich in einem Kurs bei Hauke Jessen (Hamburg) in Holz geschlagen habe.  Hauke ist ein sehr empfehlenswerter Bildhauer und Lehrer.  Er war sogar mal ein Wanderbursche auf Wanderschaft. Romantisch, oder? Die Skulptur soll ein Adler sein. Damit man sieht, wie groß sie/er ist, habe ich das Nächstbeste, nämlich den 500g Joghurttopf neben der Regentonne, gegriffen und mitfotografiert.

E vor Regal

Das bin ich. Selfie! Morgens ungewaschen, ungekämmt, ungeschminkt im prallen Morgensonnenlicht. Brutal ehrlich! Man sieht alle Altersflecken, die ich mit dem Make-up „Dream – Satin Liquid“ von Maybelline von Budni ziemlich erfolgreich überschminke. Frauenkopf 2

Das soll ein Selbstpotrait in Stein sein. Mein erste Riesenskulptur in Kalksandstein. Entstanden auf einer Sommerakademie Bohrmann & Roth in Grebenstein bei Kassel. Wer Bildhauern lernen möchte, der ist da bestens bedient/aufgehoben.

Frauenkopf

Diese 360 kg Steinskulptur ist dort auch entstanden. Skulpturen müsste man ja eigentlich von allen Seiten sehen und der Fotoapparat ist nur eine Perspektivmaschine für eine Seite. Die Skulptur war punktuell zu schwer für die Dachterrasse und darum habe ich

etwas herausschneiden lassen: Frau o.o. das ist der Busen. Aus der Bodenfliese wächst ein wenig Lavendel.

3 Bilder

Dieses Bild hängt auf der Treppe hinunter in die Wohnung. In der Mitte ist Suzie Menkes auf einer Modenschau sein.

9 Bilder

Diese Collage besteht aus Fotos von der (2m x 1,80m) Riesenpforte  in die nächste Dimension aus Pappmaché. Das hing lange Zeit iin unserem Schlafzimmer und wurde immer unterschiedlich von Sonne beschienen. Darüber steht ein gerahmtes Foto von Ralph Giordano und mir nach einer Aufführung des Hamburger Richtertheaters (http://www.richtertheater.de). Rechts liegt meine Seifensammlung. Eigentlich sammle ich unterschiedliche Kernseifen, edler ausgedrückt: Savon de Marseille.

Rad

Das ist das Wheel of Life, das ich nach einer Idee aus einem Buch gearbeitet habe und in meiner aktiven Bildhauerinnen-Zeit auch oft verkauft habe. Es zeigt, wie wichtig es ist, dass in einem gelungenen Leben alle Bereiche des Lebens gleich stark ausgeprägt sind, wenn das Rad glatt rollen soll: personal growth, carreer, social life, contribution to the world, finance, health, friends, home, family. Die Zahlen sollen einen animieren, selber einzustufen, wie entwickelt die einzelnen Posten im eigenen Leben sind.

E in Wien

Das Foto hängt weiter unten auf dem Weg von der Dachterrasse in die Wohnung.  Susanne T. hat mich auf einer der wunderbaren Liegen im Innenhof der Museumsinsel in Wien fotografiert. Ich mag mich so entspannt.

chinesisch

Dieses chinesische Zeichen liest sich ‚fu‘ (im zweiten Ton, also wie erstauntes ‚was?‘) und bedeutet Glück und Segen und Wohlergehen. Und das wünsche ich allen von Herzen!

 

Heute einmal meine Gesundheit – wegen des Alters!

Habe gerade eine Serie von Instandhaltungsarbeiten hinter mir. Einige davon sind interessant für jede Frau.
Vor einem Jahr ungefähr hatte ich über den Smaragd Verlag eine Broschüre bestellt, in der ich noch einmal erfahren habe, dass Hormone alle Prozesse im Körper steuern und dass diese im Laufe des Alterns ihre Produktion nach und nach vermindern.
Wer spirituell interessiert ist, weiß, dass »Spirit« auf Deutsch »Geist« bedeutet und dass man im Laufe der Beschäftigung mit diesem immer mehr das eigene Sein zu steuern lernen kann. Die Drüsen des Körpers produzieren also weniger Hormone, die die notwendigen körperlichen Prozesse erfolgreich in Gang halten. Hier konnte ich in dieser Broschüre – die ich begeistert an eine Freundin über 50 weiterverschenkt habe, sonst würde ich sie hier zitieren – lesen, dass es eine Anrufung an Lady Nada, die ehemalige Maria Magdalena, gibt, die die Hormonproduktion (wieder) aktiviert.
Ich habe also jeden Morgen bei meiner meditativen Morgenfokussierung auf meinen Geist und meinen Körper – wo komme ich her, was will ich hier, wo gehe ich wieder hin; Danken und Bitten – diese kurze Anrufung gemacht.
Beim nächsten Besuch bei meiner Frauenärztin, einer rein wissenschaftlich orientierten Frau, fragt sie mich: «Nehmen Sie Hormone? Ihre Gebärmutter ist altersunspezifisch.« Ich bringe meine Anrufung an Lady Nada überhaupt nicht in Verbindung mit ihrer Frage und verneine. Nach 6 Monaten soll ich wiederkommen. Vorwurfsvoll erfahre ich da, dass meine Schleimhaut weiter gewachsen sei, was ich denn tue. Da fällt mir meine Anrufung ein und ich berichte ihr wortgetreu, was ich allmorgendlich erbitte:
»Ich grüße Lady Nada und bitte den dunkelrot goldenen Strahl auf meine Epiphyse und Hypophyse, meine Thymusdrüse und Schilddrüse, meine Nebennierenrinde und Bauchspeicheldrüse und meine Keimdrüse und bitte um so viel Hormone, wie für mich gut sind. Ich bedanke mich!«
Alarmiert ruft sie:«Das machen sie immer noch? Hören sie auf damit.« Für einen spirituell abstinenten Menschen fand ich die Wucht der Äußerung sehr interessant. Ich habe dann die Keimdrüsen in meiner Bitte gestrichen, den »Rest« animiere ich weiter. Jetzt weiß ich ja, dass es funktioniert. Eine Ausschabung war unumgänglich, denn von meiner Arzt-Freundin bin ich beim Mah Jong Spielen aufgeklärt worden: Wenn ich meine Menstruation nicht zurückhaben möchte, muss eine Ausschabung sein. Die habe ich hinter mir. Mit der Narkose von Michael Jacksons Schlafmittel war das ein Sonntagsspaziergang!
Die anderen Leiden nur als Randnotiz:
Den Bruder vom rechten kleinen Zeh gebrochen beim impulsiven Stoß gegen die Bett-Ecke;
Verödung von je einer Sehne in meinen Beinen (wieder mit Michael Jackson Narkose) und Lasertechnik – ich muss nun keine Stützstrümpfe mehr tragen: HURRA!
Bei der Zahnreinigung entdeckt meine Zahnärztin, dass eine Krone raus muss – lange örtliche Betäubung und €36,30 für das Gold der entfernten Krone;
Vor 16 Jahren die erste und letzte Darmspiegelung, muss unbedingt wiederholt werden. Wieder die nette Kurznarkose – bald moonwalke ich…

Glücklich habe ich alles hinter mir! Körper und Geist sind hochzufrieden! Danke!

So ein liebenswürdiger junger Mann…u.a.

Aber davon später. Erst einmal eine Neuigkeit, die in dieses Blog gehört, denn mein Thema ist die Geschichte einer privaten Buchveröffentlichung.  Vor einem Jahr war ich – wie beschrieben – Mitglied/Teilnehmer/Autor bei der Buchhandlung »Wortwerke« geworden. WORTWERKE, einer innovativen Initiative von Bianca Bolduan zur Verbreitung der Bücher von Selbstpublishern. Nun habe ich gekündigt.

Ihr erstes Geschäft war in Bad Seegeberg, das augenblicklich im Umbruch ist, ein zweites entstand in Bremerhaven, das mit Conny Wolf ein herzliches Ambiente hat, ein drittes in Husum, das inzwischen aus der »Familie« ausgestiegen ist. (Wie gesagt: Aus Husum wird nichts! siehe 1.11.2016 im Blog)

Seit kurzem gibt es einen weiteren Wortwerke-Buchladen, das CAFÉ BOOK in Jesteburg. Hier wurde die perfekte Mischung gefunden: eine mitreißende Musik-Szene wirkt als wahrer Publikumsmagnet: Musiker und Publikum fühlen sich lebendig am Puls der Zeit, Bücher, Kaffee und Kuchen profitieren davon.

Dreihundert Euro hat mich das Jahr bei Wortwerke gekostet PLUS Druckkosten für pro Buchhandlung die Trilogie als Schmökerexemplare, und mindestens 4 Exemplare von jedem Buch im Regal, macht 12 Bücher für jede Filiale = 36 Bücher musste ich zum Verkauf auf meine Kosten bei Books on Demand drucken lassen und 12 dazu zum Schmökern spenden: also 48 insgesamt. Die Portotkosten zum Versenden kommen dazu. Ich schreibe das so genau auf, damit, meinem blog-Thema entsprechend, andere von meinen Erfahrungen profitieren können wie die Bücher in dem Buch-Café in Jesteburg dort von der Musik.

Verkauft wurden 6 Bücher. Nun könnte ich jammern, von wegen finanzieller Verluste, aber das tue ich keineswegs. Das ganze Unternehmen war eine phänomenale Erfahrung mit unterschiedlichen Erkenntnissen: Bücher-Schreiben und Publizieren bringt einen mit spannenden Menschen zusammen; mit Büchern kann man kein Geld machen; meine Bücher verkaufen sich ausschließlich in enger Verbingung zu meiner Person und schließlich: sich mitteilen zu dürfen, ist ein Vergnügen UND DAZU IST EIN BLOG DAS PERFEKTE MEDIUM.

Nun habe ich das Haus wieder voller neuer Bücher, denn die vielbeschäftigte Bianca Bolduan hat alles korrekt zurückgeschickt. Ich hatte ein freudiges Gefühl beim Auspacken. Nach wie vor mag ich meine Bücher: ich habe darin alle wichtigen Erkenntisse und Gebrauchsanweisungen für ein Leben in der permanenten Schwingung der Freude in Romanform auszudrücken geschafft. Wer ein Buch geschrieben hat, der weiß, wieviel Disziplin dazu gehört, bis man so ein Werk schließlich in den Händen hält. Darauf/ darüber bin ich stolz, zufrieden, glücklich. Ich bin so gespannt, was ich nun weiter damit mache. Wohin mich die private Geschichte meiner Bücher führt.

Nun zu dem entzückenden jungen Mann: am Donnerstag war es brüllend heiß in Hamburg. Ich stand nach dem hektischen Kauf eines reizenden lockeren Tops bei meinem Lieblingsgeschäft OSKA im Kaufmannshaus und anderen Besorgungen halb verdurstet an der Bus-Haltestelle Lange Reihe. Hinter dem Haltestellenhäuschen entdecke ich Tchibo. Die Rettung, denke ich, da kauf ich mir ein Fläschchen Wasser. Alte Leute sollen viel trinken!!! Ich will den Bus nicht verpassen, rausche rein.
«Haben Sie eine kleine Flasche Wasser?«
»Nein, nur Kaffee.« sagen die junge Frau und der junge Mann wie aus einem Munde.
»Wie schade. ich habe großen Durst.« Ich drehe mich schon zum Gehen.
»Aber ich habe eine große Flasche Wasser gekauft und würde Ihnen einen Becher davon abgeben. Wie finden Sie das?« sagt der junge Mann lächelnd. Ich bin gerührt.
»Ach, das wäre ja nett.« Er eilt in den Keller, holt seine Flasche Wasser und schenkt mir Wasser in einen Becher. Tut das gut! Mein Durst ist gestillt.
»Danke« sage ich »das schreibe ich am Wochenende in meinen Blog«
»Was?« der sehr hübsche junge Mann sieht mich amüsiert an«Sie bloggen?«
»Ja« Ich reiche ihm meine Visitenkarte und deute auf die Blog-Adresse auf der Rückseite.
»Gut« sagt er »das werde ich dann mal kontrollieren« Wir lachen und ich denke:Tolle Jugend von heute!
»Nochmals großen Dank« sage ich zu ihm« Das hat gut getan«

Wir lachen uns noch einmal an, ich gehe und da kommt auch schon der Bus.

Das erste Konzert im großen Saal der Elbphilharmonie

Jan Vogeler war ein Hochgenuss-Erlebnis. Wieviel Luft der unterm Bogen hatte und dabei einen kernig-samtenen Ton.. Seine Begeisterung ging durch seinen ganzen Körper: Er hätte locker das Orchester gleichzeitig dirigieren können. Seine kurze Ansprache zur Instrumentenveränderung – auf seinem Cello keine Stahl- sondern Darmsaiten; die Bläser auf schwer sauber zu spielenden alten Instrumenten – stellte schnell einen direkten Kontakten zum Publikum her. Das war jeden Cent der 95 € pro Karte wert. Für uns, Rainer und mich, beide Cellospieler waren beide Stücke ein Hochgenuss. Rainer darf sich Cellist nennen, ich spiele nur Cello. Ich spiele Cello so, wie ich alles mache, nicht »ernst«, d.h. nicht mit geheimen Meister-Träumen. So habe ich gebildhauert, so habe ich gemalt, so habe ich meine Bücher geschrieben: weil es mir Spaß macht/gemacht hat. Nur meine Inszenierungen und mein Lehrerinnen-Sein hatte eine gewisse Meisterschaft und konnte sich sehen und vergleichen lassen.

Ich sage mal: So eine Passage kann man mit 78 Jahren doch gerne mal schreiben. Ich stehe dafür ja nicht mehr zur Debatte. Außer natürlich als private Sprachlehrerin bei meinen Einzelschülern, die inzwischen zu Freunden und Freundinnen geworden sind.

Die Elbphilharmonie als Bauwerk? Der Rundgang nachts außen in Plazahöhe ist ein Geschenk! Man freut sich, Hamburger Bürgerin zu sein. Hamburger zu sein, das schreibt man nicht so schnell, denn meine Eltern sind nicht in Hamburg geboren. Ich komme aus Minden in Westfalen!

Die Treppen in der Elbphilharmonie sind eine Katastrophe. Das sowohl beim Aufstieg und Abstieg in diesem Gebäude-Berg, als auch im großen Saal. Nur leicht übertrieben kann kam sagen: Jede Stufe hat ein anderes Maß; Es gibt kaum Geländer; 70% der Besucher sind über 50 und sehr viel älter. Man sieht sehr beschwerliches ängstliches Gehen. Die Sitze sind klein.

Der Saal erschien uns nicht hellhöriger als die Laiszhalle. Der Ausgang der 2200 Personen auf die einzige Rolltreppe hinunter war ein treffliches Beispiel für eine bewundernswert große Anzahl gut erzogener Personen.