„Digitale Zukunft“ bei uns

sieht frugal aus – kommt aber mehr

Schwerpunkt meiner Woche war nicht ein Streichquartett-, Doppelkopf- oder Ma Jong Abend. In der vergangenen Woche war die informelle Gruppe Grüne Digitale Zukunft bei mir, nein, bei uns, denn Rainer kocht für uns. Das liebevolle bereitete Essen und Bühnenbild finde ich existenziell für diese Abende. Nun sind wir schon 7 „MitspielerInnen“. Wenn ich das mal als den 4. Spieleabend ansehe, denn donnerstags sind unsere wöchentlichen Spielabende. Nun kommt noch Nele und dann sind wir vollzählig. Martin und André waren dieses Mal neu.

Ich habe gleich zu Anfang eine wunderbare Vorlage bekommen, um den Ball ins Tor zu kriegen. Ich hatte mir entschieden vorgenommen, noch einmal auf die Natur der Quanten, der kleinsten Teile unserer Wirklichkeit, aufmerksam zu machen. Diese entpuppen sich in ihrer letzten Wirklichkeit den Gedanken des Forschers gemäß. Welle oder Teilchen, beides ist möglich. Die Vorannahme der Gedanken des Forschers entscheidet das.

Gedankenkraft spielt – meiner Wahrnehmung nach – im wissenschaftlichen Diskurs gar keine Rolle. Zumindest entdecke ich das nirgends. Das wäre doch eine Revolution: Gedanken verbunden mit der nötigen Willenskraft, und schon könnte uns die Werbung nichts mehr anhaben. Werbung ist das Totmachen der eigenen Willensmuskel und der Schöpflöffel des Kapitalismus.

Noch einmal ins Reine: wir könnten durch unsere Gedankenkraft schaffen was wir brauchen! Die Natur der Quanten ist der Beweis!

meine Skulpturen, die von dieser Gruppe tatsächlich gesehen und kommentiert werden

Nun die Vorlage: André sitzt am Tisch, Philipp kommt rein, ich sage seinen Namen und Timo, der gegenüber sitzt, sieht beide verduzt an und sagt:“ Sehen die beiden nicht völlig gleich aus?“ Wir gucken überrascht. Die Ähnlichkeit ist leicht da, aber André sagt gleich, er habe einen Zwilligsbruder. Ich lache, sehe den verwunderten „Seher“ Timo an und sage: „Sieh mal, wie gut deine Gedanken Auren wahrnehmen. Du hast die Aura des Zwillingsbruders irgendwie wahrgenommen.“ Total überrascht sind wir alle später, als wir erfahren, was diese Bruder-Aura so klar produziert haben könnte: der Zwillingsbruder heißt auch Philipp und zack, war der unsichtbar im Raum. Timo sagt später, dass er oft schon vor einem Anruf wisse, dass es gleicht klingelt. Wir alle trauen unseren inhärenten Werkzeugen viel zu wenig. Oder? Quantenphilosophie! Das alles spielte sich natürlich nur am Rande ab. Wir diskutieren ernsthaft.

Es gab Radieschen, Karotten und Wasser vorweg, damit die Erstkommer schon beim Reden knabbbern können. Dann Sellerie-Apfel Suppe und Fingerfood gemäß große Pizza mit Spinat, Tomaten und Käse. Danach ging es in die gemütliche Sitzecke

Gar nicht so leicht, die Digitalisierung, die so präsent durch alle Medien geht, auf den gesellschaftlichen Punkt zu bringen.

Ich habe von meinem intensiven Studium der Themen und Workshops erzählt, die augenblicklich auf einem Kongress in Berlin (1.-10. November 2019) stattfinden und fand herzerfrischend die Überschrift einer Veranstaltung: ’42 – Künstliche Intelligenz und natürliche Dummheit‘. Die 42 stand davor, weil – wenn ich es richtig verstanden habe – eine künstliche Intelligenz-Maschine die Frage gestellt bekam, wie lange die Schaffung der Erde gedauert habe. Nach überwältigend exponentiellen – unglaublich schnell steigernd – Rechenvorgängen habe der Supercomputer dann das Resultat ausgespuckt: 42 Jahre! Haha…

Eine künstliche Intelligenz muss lange von Menschen trainiert werden, bis sie eine gewisse Intelligenz hat. Schräges passt gar nicht in ihr System.

Dann gab es Weintrauben und Pralinen, die von dem PolitSalon mit Katharina Fegebank übrig geblieben waren und die Rainer eingefroren hatte um zu sehen, wie die sich verändern. Sie waren nach wie vor köstlich.

Nach 4 Stunden intensiver Diskussion und mit Plan zur Strukturierung folgender Treffen haben wir uns getrennt. Ich fand es rundherum schön. So macht politisch arbeiten Spaß!

Alltags-Überraschungen

Es gibt laute und leise Überraschungen. Eine phänomenal laute überfiel unverhofft Gaby und mich. Ruhig über die Lektüre des italienischen Buches „La Ragazza Italiana“ von Lucinda Riley gebeugt, knallte es explosionsartig gegen ein Fenster. So heftig, dass wir den Ursprungsort nicht ausmachen konnten, denn der Lärm kurvte förmlich durch das große Zimmer. Nachmittags, als die Sonne die Fenster beschien, konnte ich den Ort ausmachen und den Abdruck des armen Vogels sogar fotografieren, der mit voller Wucht gegen die Scheibe geflogen war. Schnell habe ich aus dem Fenster auf die Erde gesehen, aber sein Körper lag dort nicht. Wie stabil muss so ein Tier gebaut sein. Ich habe mich gewundert.

sogar die Augen kann man erkennen

Eine innere Überraschung! Ich steige aus dem Bus. Augenblicklich ziemlich weit weg vom Eingang zur U-Bahn Borgweg. Als ich meinen Fuß auf den Bürgersteig setze, bleibt mein Blick am Fuß eines Baumes hängen, weil da doch tatsächlich ein Fliegenpilz wächst.

Ein Männlein steht im Walde – im Walde?

Ich sehe mich um. Sind da noch mehr? Ja, eine andere Pilzart hat sich auf der anderen Seite des Baumes dazu gesellt:

so ein schönes Farbspiel

Vom Borgweg geht es nach Eppendorf und dort in ein Lieblingscafé. Da bereite ich mir selbst eine ruhige Überraschung: einen knallheißen Milchcafé und die Lektüre von zwei Zeitungen. Eine regionale – klar, ich muss doch wissen, was so los ist – und eine überregionale.

Ich liebe dieses Leben. Auch jedes Wochenende. Heute ist wieder eins. Ich wünsche allen viel Freude. Auch Überraschungen, allerdings innere und selbstbescherte.

4. Politsalon mit Katharina Fegebank!

Wir Grünen duzen uns und darum sage ich: Katharina war bei uns und das war ein Höhepunkt in unserer kurzen Politsalongeschichte. Warum?

Jeder fängt in gleicher Weise an: 3 Tage – davon 2 sehr intensive Vorbereitungen. Rainer sammelt schon seit August interessante neue Salatrezepte und muss ein Woche lang Einkaufslisten mit Sonderzutaten kaufen. Ich muss weiße Decken und Servietten im Schrank haben. Rainer ist der Koch, ich bin die Bühnenbildnerin. Hier die Sicht des Wohnzimmers in Richtung Wandbild – von mir in Pappmaché gearbeitet. Es drückt die Quintessenz einer spirituellen Reise in die Bretagne aus.

Gegenrichtung zum Fenster

Das Buffet habe ich leider nicht fotografiert, weil Rainer dieses aufbaut während die Gäste bereits im Wohnzimmer sitzen. Jetzt liegen die Salatbezeichnungen des vegetarischen Buffets neben mir im Bett: Rosenkohlsalat – besonders bestaunt und gelobt, Mittelmeer-Salat, Sellerie-Obst-Salat – mit Ananas und Ei, mein Liebling, Couscous-Salat . den mochte Serbey Lagodinsky am liebsten, jetzt noch verbessert, Käsesalat, Alles- Grüne-Salat, selbstgemachter Hummus und dann eine ganze Batterie von köstlichem kleinen Fingerfood-Gebäck, das frisch aus dem Ofen kommt.

Ich stelle Katharina alle Gäste vor, dann ist sie an der Reihe. Sie erzählt aus ihrem sehr geschäftigen politischen Alltag. Wir hören ihre Pläne für Hamburgs Zukunft. Ja, sie sieht die ganze Stadt, schließlich ist sie stellvertretende Bürgermeistern! Sie begeistert uns allerdings genauso als Wissenschafts-Senatorin mit ihren Visionenen für Hamburg: „Mit Bodenschätzen sind wir nicht gesegnet, unsere Ressourcen liegen hier!“ Sie tippt an ihre Stirn: „Zwischen unseren Ohren!“ Bildung, Hamburg attraktiv für Wissenschaftler machen durch excellent ausgestattete Forschungseinrichtungen, die schließlich die wirtschaftliche Produktion anwerfen. „Wir kaufen nicht die Produkte der nächsten Digital-Transformation – die kommt, ob wir wollen oder nicht -, sondern diese Produkte und Innovationen kauft man bei uns!“ Politik machen, das heißt: sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Ja, Hamburg ist eine tolle und erfolgreiche Stadt! Aber was bringt die Zukunft? Die müssen wir heute schon gestalten. Die ausgezeichneten deutschen Wissenschaftler dürfen nicht in die USA abwandern. Ausländische Spitzenkräfte müssen sich nach Hamburg sehnen. Hier bei uns müssen sie Forschungseinrichtungen plus attraktive Infrastruktur für ihre Familien finden.

Eine Stunde ist herum. Alle haben Hunger und es duftet verführerisch. Da kommt noch eine kleine Einlage von mir. Ein Wahlkampf kostet Geld. Interessanterweise bekommt eine Partei im Nachhinein von der Bundesrepublik Zuschüsse, die unter dem Volumen von Mitgliederbeiträgen und Spenden liegen. Von der letzen Wahl sah das so aus. Der schwarze Strich ist nict die Andeutung eines Kastens, sondern das Spendenvolumen der CDU

mein Spendenaufruf

Nun habe ich das Buffet freigegeben, aber Ulrike St. wollte noch etwas über Katharina persönlich wissen, ihren Weg zur Politik. Und das hat uns geradezu umgehauen. Ihr müsst es selbst googeln. Es ist mehr als beeindruckend. Eine perfekte Ausbildung zu einem/r weltoffenen, europäitschenPolitikerIn. Besser kann man sich auf das höchste Amt in einer Stadt, die das Tor zur Welt ist, nicht vorbereiten. Chapeau! Wie alt ist sie denn, fragen sich alle – wie ich hinterher erfahre. Wie kann sie all das in ihr kurzes Leben gepackt haben. Sie hat uns überzeugt.

Nun geht es zum Buffet und ich denke, nun kommt der gemütliche Teil und auch für Katharina Entspannung. Aber nein! Alle wollen unbedingt noch eine Diskussionsrunde. Und so kann sie – auf meine Aufforderung – nur die Sitzseite ändern, damit die andere Gäste-Seite auch mühelos sehen kann, wie lebendig und engagiert sie unsere Fragen behandelt. Irgendwie straff geht es also weiter bis ich eine klitzekleine Pause zum Unterbrechen benutze und Kaffee und Rainers selbstgemachte 3 Sorten Pralinen anbiete. Aber den Genuss versagen sich viele, sie gehen. Um sieben sind sie gekommen, nun ist es etwas nach Zehn. Wir bleiben zu neunt (schreibt man 9 Personen so?) zurück. Auch Pralinen und Kaffee, oder gerade Pralinen und Kaffee heizen eine weiterhin lebendige auch kontroverse Diskussion an.

Dann gehen alle. Rainer und ich stellen nun den normalen Zustand der Wohnung wieder her: Rainers Reich ist die Küche, ich rangiere Tische und Sessel, aber Rainer trägt heute Morgen erst die Stühle zurück auf die Dach-Terrasse. Nach einer Stunde sitzen wir vorm Fernseher und sehen mal, was die Leute nachts so im Fernsehen serviert bekommen.

Heute Morgen wird Rainer und mir in der Nachbetrachtung erst klar, dass dies der erste PolitSalon war, bei dem von Angang bis Ende die Politik im Mittelpunkt stand. Die ersten Anrufer heute Morgen bestätigen unsere Einschätzung: es war wirklich ein PolitSalon. Danke an Katharina Fegebank, danke an alle Gäste und Rainer und ich waren auch top. Schönes Wochenende!

Das muss ich noch nachtragen: wir hatten so schöne „Gewinne“!!!! Wunderschöne Blumensträuße, Weine, feinste Pralinen, hochwertiges Olivenöl zu Spaghetti mit fleur de sel mit Trüffel, wundervolle Seife aus Madeira und eine CD von Oskar Wilde „Das wunderschöne Leben“ So’n bisschen wie Weihnachen. Freude!

Make America Gerecht Again Wie Andrew Yang die Amerikaner plötzlich fürs Grundeinkommen begeistert

von Stefan Perlebach | Gastautor am 07.10.2019
zum Thema Debatte

Wer hat die besten Chancen, bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen gegen Donald Trump zu gewinnen? Glaubt man den Wettquoten, könnte ausgerechnet ein Kandidat das Rennen machen, der allen Amerikaner*innen 1000 Dollar Bedingungsloses Grundeinkommen pro Monat zahlen will. Warum ist Andrew Yangs Kampagne mit einem Mal so populär?

Bisher hätte die Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen in einem US-Wahlkampf wohl das sichere Aus für den Kandidaten bedeutet. Viel zu sehr ist die Idee in den USA als sozialistisches Wohlfahrtsinstrument gebrandmarkt und damit mehrheitlich negativ besetzt.

Andrew Yang hat es jedoch geschafft, das Grundeinkommen in eine moderne Erzählung ohne jede Ideologie einzubetten. Das spricht plötzlich nahezu alle politischen Lager an.

Noch vor wenigen Monaten war Yang einer unter Vielen im Niemalsland dieses Wahlkampfs.

Seitdem ist viel passiert. Vor allem unter jungen Menschen hat der Sozialunternehmer aus New York City einen euphorisierten Unterstützerkreis aufgebaut, der stetig wächst. Tesla-Chef Elon Musk und andere namhafte Personen sprechen sich inzwischen für ihn aus.

Die breite und prominente Unterstützung wirkt: Schon jetzt haben über 300.000 Menschen für Yang’s Kampagne mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen als zentralem Wahlversprechen gespendet. In Umfragen konnte er bereits mehr als 20 andere Kandidat*innen, darunter sogar Senator*innen und Gouverneur*innen, hinter sich lassen. In einer aktuellen Umfrage rangiert er auf Platz 4.

Aber wie genau schafft es Andrew Yang, diesen neuen Hype um das Bedingungslose Grundeinkommen auszulösen? Vor allem mit diesen drei Strategien:

1. Reframing von Grundeinkommen: Raus aus der sozialistischen Ecke

Yangs Kampagne hat das Bedingungslose Grundeinkommen vom englischen “Universal Basic Income” in „Freedom Dividend“ umgetauft. Es ist kein Zufall, dass die Kombination dieser zwei Wörter zutiefst amerikanisch klingt. Der neue Begriff ermöglicht, das Konzept eines Bedingungslosen Grundeinkommens aus einer neuen Perspektive zu denken.

„Freedom“ löst das Grundeinkommen von der Wahrnehmung als wohltätigem Gefallen des Staates an seine bedürftigen Bürger*innen – und stellt es stattdessen als ein Freiheitsrecht dar, vergleichbar mit bereits vorhandenen Grundrechten wie dem Demonstrations- und Wahlrecht, dem Recht auf Meinungsfreiheit oder dem auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.

Alle diese Grundrechte gelten heute in westlichen Gesellschaften als selbstverständlich, dabei sind sie in der menschlichen Historie noch sehr jung und ihre Implementierung schien lange Zeit utopisch. Die “Freedom Dividend” versteht sich in diesem Kontext als ein finanzielles Freiheitsrecht, das allen Menschen eine bedingungslose Grundversorgung garantiert.

„Dividend“: Andrew Yang begreift das Grundeinkommen in Symbiose mit dem Kapitalismus. Er zieht gerne den Vergleich zu einer Aktiengesellschaft, bei der alle Aktionäre ein Anrecht auf Ausschüttung der Gewinne (in Form einer Dividende) haben. In einer Ökonomie, die Überschüsse an Gütern produziert und den gesamtgesellschaftlichen Wirtschaftskuchen jedes Jahr wachsen lässt, stellt sich die Frage: „Wer bekommt welches Stück vom Kuchen und unter welchen Bedingungen?“

Die Freedom Dividend will einen Teil des „Gewinns“ gleichermaßen an alle „Gesellschafter*innen“ eines Staates auszahlen. So bekommt jede*r ein kleines Stück vom Kuchen, bedingungslos.

2. Grundeinkommen als Teil einer größeren Zukunftsvision

Andrew Yangs Vision für die Gesellschaft der Zukunft trägt den Namen “human-centered capitalism” – damit meint er eine neue Form des Kapitalismus, in der die Märkte wieder den Menschen dienen sollen, nicht umgekehrt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Yang über 100 konkrete politische Ansätze veröffentlicht, die alle direkt oder indirekt ihren Beitrag dazu leisten sollen, die Lebensqualität der amerikanischen Bevölkerung zu erhöhen.

Nur ein Beispiel: Yang will einen alternativen Standard zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) einführen, der die Lebensqualität von Menschen anhand von über 20 Parametern misst und nicht nur das bloße Wirtschaftswachstum als Indikator dafür nimmt, wie gut es einer Gesellschaft geht.

Die “Freedom Dividend” ist ein zentraler Baustein in Yangs Vision und das Symbol seiner Kampagne, die einen humanistischen Kapitalismus vorschlägt. Yang nennt dieses Konzept einen „Kapitalismus, in dem Einkommen nicht bei Null startet“.

3. Die Automatisierung ist „Schuld“ – nicht die Mexikaner

Bis 2030 werden 20 bis 30 Prozent aller Jobs in den USA automatisiert werden. Laut Studien von Unternehmensberatungen wie McKinsey oder Bain und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) wird diese „vierte industrielle Revolution“ drei- bis viermal schneller stattfinden und dramatischere Auswirkungen haben als bisherige wirtschaftliche Umbrüche.

Yangs Kampagne macht die Amerikaner*innen immer wieder darauf aufmerksam, dass diese Entwicklung bereits jetzt zu beobachten ist, und vor allem in ländlichen Regionen zu schweren sozio-ökonomischen Verwerfungen führt. Konkret: Fragt man Menschen in einer beliebigen amerikanischen Kleinstadt nach dem Grund, warum die Geschäfte vor Ort schließen, lautet die Antwort fast immer: „Amazon!“

Yang sieht in diesem strukturellen Wandel die Ursache für den Erfolg Trumps bei der Wahl 2016. Anstatt in Reaktionismus zu verfallen und den Menschen mit Slogans wie “Make America Great Again” die falsche Hoffnung zu geben, man könne die Uhren zurückdrehen, redet Yangs Kampagne den Strukturwandel nicht weg, sondern sieht der Realität ins Auge: „Zukünftig wird der LKW autonom fahren, egal wie gut der LKW-Fahrer ist.“

Aber noch wichtiger: Yang bietet progressive Denkanstöße und konkrete Lösungen an. Er stellt die Frage, wie wir Arbeit und Leistung zukünftig neu definieren wollen, wenn sie sich im Zuge der Automatisierung in Bereiche verlagern, die nur Menschen abdecken können, nicht aber Maschinen. Die “Freedom Dividend” soll menschlicher Arbeit dabei eine finanzielle Grundwertschätzung zusichern.

Ganz besonders gilt das für Arbeit, die das Fundament unserer Gesellschaft bildet, aber im freien Markt keine Berücksichtigung oder Wertschätzung findet, etwa die Erziehung unserer Kinder, ehrenamtliche Tätigkeiten, soziales Engagement oder kreative und künstlerische Tätigkeiten.

Mit diesen drei Strategien hat Andrew Yang dem Bedingungslosen Grundeinkommen in den USA neues Leben eingehaucht. Wer das Grundeinkommen auch hierzulande will, sollte seine Präsidentschafts-Kampagne eng verfolgen.

Fotos: Gage Skidmore, Flickr, cc-by-sa-2.0 (Titelbild) | Screenshot, Yang 2020.com

Dieser Artikel hat mich begeistert und macht mir Hoffnung auf ein neues Verständnis für die Gesellschaft mit ihrer Digitalen Zukunft. DARUM HABE ICH IHN TOTAL ÜBERNOMMEN!

Künstliche Intelligenz – digitale Zukunft

interessiert mich enorm. Mein Handy und mein Laptop benutze ich für meine E-mails, ich appe bequem mit Freunden, ich tummele mich freudig auf Facebook, ich schreibe gern meinen Blog und kann da bequem nachlesen, was mich so seit 2011 bewegt hat. Einfach wunderbar!  Allmorgendlich schaue ich mir die Statistik meines Blogs und meiner Webseite www.welt-ohne-geld.de an und bin entzückt, dass sie täglich aufgerufen wird. Toll finde ich, wenn einzelne Besucher mehrere Beiträge lesen. Netterweise differenziert das die Statistik.

Mit Interesse höre ich ’ada podcasts’. Sehr zu empfehlen! Ihr Slogan: Heute schon das Morgen verstehen! Durch mein Zugehörigkeit zur Gruppe ’Digitale Zukunft’ erfahre ich das Neueste über Digitalisierung.

Interessant, dass in einigen Bereichen der Mensch zu einem Anhängsel der Künstlichen Intelligenz wird: prekär arbeitende Menschen – einzeln, d.h. die Freude, andere Menschen beiläufig als Kollegen zu treffen, fällt weg;  das Einkommen ist so gering, dass Nebenkosten für den Arbeitgeber nicht anfallen – verschaffen der Künstlichen Intelligenz tieferes Verständnis im Erfassen von Objekten aus unterschiedlichen Perspektiven. Das hat bestimmt jeder von uns schon irgendwann tun müssen, um zu beweisen, dass man kein Computer ist: alle Bilder ticken, auf denen beispielsweise ein Zebrastreifen zu sehen ist. Man muss echt hinsehen, denn der ist nicht so einfach dargestellt wie auf der Beatles Platte Abbey Road.

In Japan sind behinderte Menschen das Gehirn und die steuernde Hand von Bedienungs-Robotern. Sie setzen die notwendigen Handlungen von Zuhause in Gang, deren Situation ihnen die Kamera in den Augen der Roboter zusendet. Wieder ist der Mensch das Anhängsel von Künstlicher Intelligenz und womöglich nur ein Schritt auf dem Weg der Unabhängigkeit der Roboter von Menschen. Das wäre ja schön und gut, wenn alle Menschen auf jeden Fall am ökonomischen Reichtum der Digitalisierung Teil hätten. Meine Angst ist allerdings, dass die Besitzer und damit Profitempfänger dieser Technologie wieder Menschen sind, die sowieso schon über enormen Reichtum verfügen.

Ich wundere mich auch, wie viele Milliarden in die Forschungen zur Besiedlung des Mars gehen. Unten auf der Erde haben die Menschen keinen Sand zum Bauen mehr – Zementkrise – kein Trinkwasser – zu viel Müll, kostbare Erden fehlen und die Reichen entfliehen auf einen anderen Planeten, deren Erforschung und Besiedlung auch von Steuergeldern der Allgemeinheit kommt. Bestimmt spenden die Reichen dafür auch großzügigst. Es wird ja schließlich ihr ’Mallorca’.

Spannend finde ich, dass bei den Anfängen der Entdeckung der Quantenmechanik  den Physikern klar war, dass der der Quant, der kleinste Teil unseres Kosmos, mysteriöse Vorgänge erahnen lässt.

Dasselbe Quant befindet sich simultan in zwei unterschiedlichen Zuständen, die aber erst klar werden, wenn jemand sie abschließend untersucht. Und dann sind sie bei dieser Untersuchung auch noch das, was der Untersuchende vermutet hat: nämlich Teilchen oder Welle. Wo gibt es denn sowas in einer Welt, in der alles Entweder-Oder ist. Geht das? Sowohl-als auch? Wenn man das Quant trennt und macht etwas mit einem Teil, verändert sich der egal wie weit entfernte andere Teil identisch und das schneller als Lichtgeschwindigkeit! Damit wollte Einstein nichts zu tun haben. Es ließ sich ja nicht berechnen.

Aufgrund der Vorannahme des Untersuchenden, dessen Gedanken sich da im Moment der Untersuchung manifestierten, begannen die Physiker mit Gedankenübertragungs-Versuchen. Ihre Frage war: kann Psyche Materie bewegen? Es gab langwierige Kartenexperimente, die AußerSinnlichWahrnehmung (ASW) wissenschaftlich testen sollten.

Es gab aber privat auch allerliebste Gesellschaftsspiele auf diesem Gebiet.

Professor Gilbert Murrays Experimente zur Gedankenübertragung sind vielleicht die überzeugendsten… Gilbet Murray war nicht nur einer der bedeutendsten Altphilologen seiner Zeit, sondern eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, etwa Bertrand Russel vergleichbar.“

Hier beschreibt er: „Die Methode war immer dieselbe. Ich wurde aus dem Zimmer geschickt und hielt mich entweder im Esszimmer oder am Ende der Diele auf, wobei die Tür oder die Türen selbstverständlich geschlossen waren. Die anderen blieben in dem Zimmer. Jemand wählte ein Thema aus, das rasch stichwortartig niedergeschrieben wurde. Dann wurde ich hereingerufen, und meine Aussage wurde niedergeschrieben.“ Von den ersten 505 Experimenten waren sechzig Prozent als Erfolg gewertet. Hier einige Stichproben aus den Evidenz-Fällen.

Das Protokoll nennt zunächst den Namen des Senders; dann das Thema, das Murray erfassen sollte; dann Murrays Aussage, nachdem er wieder ins Zimmer hereingerufen war.

Gräfin von Carlisle (Sender): „Die aus dem Krimkrieg heimgekehrten Soldaten, denen Königin Viktoria, vor dem angetretenen Gard-Kavallerieregiment Orden überreicht.“

Professor Murray: Ist es der König, der Viktoria-Kreuze und anderes an Leute verteilt? Ja, ich glaube, es ist irgendeine Art der Verleihung.“

Gräfin von Carlisle (Sender) : „Ich denke an die Lusitania.“

Professor Murray: „Ich habe einen sehr heftigen Eindruck. Ich habe einen furchtbaren Eindruck von einer Schiffskatastrophe erhalten. Ich möchte meinen, es war die Torpedierung der Lusitania.“

Murrays Tochter Rosaling (Sender): „Ich denke daran, wie ich mit dem Chef des holländischen Außenministeriums in einem Nachtlokal in Den Haag tanze.“

Professor Murray: „Ein schwacher Eindruck von deiner Auslandsreise. Ich würde sagen, etwas Offizielles, eine Art offizielle Soiree oder Tanz oder so etwas. Fühle, als ob es in Holland wäre.“ (Zitiert aus Arthur Koestler „Die Wurzeln des Zufalls“ Suhrkamp Taschenbuch 1972)

Ich selbst habe mit Freunden vor Jahrzehnten einmal ein ähnliches Spiel gespielt. Ich hatte von Heisenberg, Born und Bohr gelesen, dass sie in den Ferien in Dänemark dieses Spiel gespielt haben. Einer geht raus,  die anderen legen etwas in einen verschlossenen Kasten. Wieder  hereingerufen muss man raten, was in dem Kasten liegt. Das Raten hat für die Sender/’Verstecker’ der Sache viel Spaß gemacht, weil natürlich anfänglich alle vermutet haben, man könne im Sinne von „was fehlt hier“ herausfinden, was drin liegt. Pia und ich hatten aber ziemlich schnell heraus, dass man nur seine Gedanken in den Kasten „gehen“ lassen muss und dann beginnt man zu beschreiben, was man sieht. Wir wussten dann immerhin, ob es glatt ist, welche Farbe es hat, ob es rund oder eckig ist und so etwas. Wie der Gegenstand sich nannte, hat meiner Erinnerung nach keiner geraten. Aber alle wollten einmal an die Reihe kommen.

Warum erzähle ich das im Rahmen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz? Weil ich mich wundere, dass heute meiner Kenntnis nach die Gedankenkraft kein wissenschaftlicher Forschungsgegenstand mehr ist. Das finde ich schade. Wir wollen doch die Quantenmechanik nutzen! Vielleicht hat sie unterschiedliche Zugänge?

Fremdsprachen sind wunderbar,

weil man mit ihnen die Welt in geistige Hände nehmen kann. Welche erfreuliche Erkenntnis allein zu realisieren, dass man im Kopf auch Hände haben kann. Wörter sind Architekten von Weltsicht!

Reden Fremde miteinander, deren Sprache ich nicht verstehe, fühle ich mich ausgeschlossen.  Ein trauriges Gefühl: ich gehöre nicht dazu! Oder im umgekehrten Fall kann es sein, dass ich andere ausschließe.

Sobald wir gegenseitig die fremden sprachlichen Räume betreten, beginnt die Sonne zu scheinen. Ich kenne die Anstrengungen eine fremde Sprache zu lernen und zu handhaben.  HANDhaben! Da sind ja wieder die Hände im Kopf als Instrumente des Umgangs.

Ich selber habe in der Schule Englisch gelernt und in unterschiedlichen Aufenthalten 3 Jahre in London verbracht.

Noch in London lebend habe ich auf der Volkshochschule an der Tottenham Court Road mit 40 Jahren mit Französisch-Lernen angefangen. Dann Institut Français Hamburg und schließlich ein Jahr Paris.

Mit 46 Jahren an der Uni Hamburg mit Italienisch angefangen. Sehr diszipliniert geübt. Morgens noch vor Schulbeginn – ich bin ja eine pensionierte Lehrerin – unregelmäßige Verben konjugiert. Dann ein Jahr Rom.

Mit 63 Jahren an der Uni Hamburg zunächst in einem Intensivkurs dann regulär eineinhalb Jahre Chinesisch/Sinologie studiert. Dann ein Jahr Shanghai.

Mit 77 Jahren an der Volkshochschule begonnen Niederländisch zu lernen. 4 Kurse durchgehalten. Immer noch dabei. In Eigeninitiative mit Birgit alle 14 Tage B1 und Konversation weitergemacht. Nun wird tatsächlich an der VHS ein B1 Kursus angeboten. Ich bin natürlich dabei. Bisher Reisen nach Amsterdam und Utrecht.

Chinesisch steht immer weiter auf dem Lernprogramm, die anderen Sprachen auch, weil ich Schüler habe, die mein Leben schön machen und von meinen Sprach- und Landeskenntnissen profitieren.

In den Ländern selbst ist die Kommunikation die große Befriedigung für meinen Einsatz. Was aber auf ewig bleibt, ist die Literatur der Länder in Buch, Film und Hörbuch.

Was für eine schöne Art sich durch Einsatz und Disziplin selbst glücklich zu machen!

Luxus für Kinofans: ASTOR Film Lounge HafenCity!

„Downton Abbey“! Ja, das wollte ich sehen und zwar sofort. Ich bin ein Fan der Serie. Also ab ins Kino. Von meiner Freundin Biggi wusste ich, dass Hans-Joachim Flebbe Hamburg wieder ein wunderschönes Kino ’geschenkt’ hat. Das ist nicht sein erstes! Wer mehr wissen will, gehe auf seinen Wikipedia Eintrag. Hier hat er sich für Hamburg selbst übertroffen. Erst einmal liegt es in der Hafencity und ist perfekt mit dem Metrobus 6 zu erreichen – Ankunft- und Abfahrthaltestellen vor der Kinotür. Kommt man in das Foyer – die Bar, begrüßt einen ein großzügiges, farblich heiteres Ambiente: edel und doch gemütlich. Mit der Karte kauft man übrigens einen Drink – mit oder ohne Alkohol – und sitzt dann auf sehr gemütlichen Sofas, Sesseln, Stühlen. Tageslicht flutet herein, an der Wand große Fotos von Kinostars.

Die Gemütlichkeit der Sitzgelegenheiten in der Bar wird noch übertrumpft durch die unglaublich bequemen Kinositze. Viel Raum ist vor den Füßen. Für niemanden muss man aufstehen, die Getränkebestellungen vom Kinosessel finden unfallfrei statt, ohne die gewohnte Platznot. Der Sektkühler neben dem Sitz hält sicher die bestellte Flasche fest. Das Servicepersonal ist superfreundlich. Hier kann man wirklich von KinoSESSEL sprechen. Ein Sessel, den man so angenehm mühelos in eine fast Liegeposition bringen kann, dass das entspannte Zuschauen garantiert ist.

In meinem Alter habe ich natürlich viele Kinos kennen gelernt. In Paris – hauptsächlich nachts und dann im O-Ton der Film und die Warnung: „Achten sie auf ihre Tasche unter dem Sitz! In Rom – eng und heiß. In Shanghai – großzügig der Raum, aber individuell um die Füße herum wenig Platz. Hier in der Astor Film Lounge gehen alle Wünsche in Erfüllung. Ein wirklicher ’Time Out’ Ort. Sehr empfehlenswert!

London habe ich noch nicht erwähnt und da habe ich ja am längsten außer Lande gelebt. Große und großzügige Kinos, aber das herausragendste Ereignis war ein Kinobesuch im Souterrain des Mayfair Hotels – wenn ich mich nicht irre. Jahrzehnte liegen dazwischen!

Da war ich zum ersten Mal mit meiner damaligen und langjährigen Freundin Inge Behrens. Ja, ich bin ein Mensch, der sich aus Beziehungen herausentwickeln kann, wie wäre sonst Zeit für neue Bekanntschaften? Beruhigender Weise werde ich auch ‚fallen gelassen‘ und mache passenderen Weggefährten Platz. Marcel Ophüls und noch andere aus der Film Crew von ’Memory of Justice’ waren bei diesem Mayfair Hotel Filmbesuch dabei. Inge hatte den Film geschnitten.   

Wir waren sehr spät im Kino. Erst haben wir einen Film gesehen, dann gab es eine Pause und – ÜBERRASCHUNG – ein Buffet im Foyer! Ohne Kostenaufschlag. Einfach so für Filmfans, die kleine Gemeinde. Es sollte aus Zutaten zubereitet worden sein, die im Hotel nicht aufgegessen wurden und am folgenden Tag nicht serviert werden sollten. So wurde mir erklärt. Man aß und trank und scherzte und dann gingen wir wieder in den gemütlichen kleinen Kinosaal und haben den zweiten Film in voller Spielfilmlänge gesehen. Das ist mein rasantestes Kino-Erlebnis. Besonders nachdem ich erfahren habe, was für eine Berühmtheit Marcel Ophüls und sein Vater Max Ophüls waren. Berühmte Leute sehen in Alltagssituationen so normal aus!

Ach ja, ich habe noch einmal eine Film-, nein Regisisseur-Legende getroffen und zwar in Paris. Sam Fuller! Cowboyfilme waren seine Spezialität. Nicht meine, darum habe ich damals wenig mit ihm assoziiert. Das war auf einer Party mit Laurens Straub, der vor Überraschung fast einen Herzinfarkt bekommen hat. Laurens hat auf unseren Großen Essen immer gezeichnet, obwohl er kein besonderes Talent dafür hatte. Rührend! 36 Gäste waren bei einem Essen einmal der Höhepunkt mit Gideon Bachmann, einem Filmkritiker, der lange Zeit der Liebste von Anouk Aimée war. Alles Berühmtheiten von früher.

Noch ein Wort zu „Downton Abbey“. Ohne meine persönliche Geschichte mit der Serie hätte ich den Film langweilig gefunden. So war es wie ein Familienbesuch. Alte Bekannte! Und für alle Filmpersonen ist nun bestens gesorgt. Julian Fellowes wird wohl keine weitere Folge schreiben. Wenn ja, sehe ich es mir an und natürlich auf jeden Fall wieder im Astor Lounge Filmtheater.

Klimastreik 20.9.2019

Gestern war ein großer Teil der Welt auf den Beinen. Sogar in Kabul unter Soldatenschutz. Gestern konnte man global fühlen: EINE WELT! Und welche umwerfenden Maßnahmen produziert die Regierung nach bestimmt anstrengenden 19 Stunden Kolloqium?

Wortbedeutung: zeitlich festgelegtes Gespräch … / Zusammenkunft von Politikern, Wissenschaftlern zu bestimmten Problemen

Also was ist herausgekommen? Nicht genug! Aber vielleicht ist es ein Anfang? Vielleicht kann die Erkenntnisfähigkeit dieser Politiker sich nicht mehr vorstellen? In Englisch: they can’t picture more. Da sieht man Bilder, die der Inhalt von Vorstellungen sind oder sein sollten.

Vielleicht haben sie durch ihr Unvermögen das Feld bestellt für eine kommende Regierung, die die mächtigen Einschnitte vornimmt, die allein unseren Planeten retten können.

Ich bin am Treffpunkt von uns Grünen gewesen. Habe ziemlich viele gekannt. Das macht Spaß. Ich hatte natürlich gedacht, dass wir laufen. Was sonst ist eine Demonstration! Aber siehe da, ich habe 2 Stunden auf mehr oder weniger einem Fleck gestanden, weil es so viele, SO VIELE Teilnehmer waren, dass man sich nicht bewegen konnte.

Nach 2 Stunden bin ich nach Hause gegangen und die Stadt war so etwas von gemütlich. Die Imbissstände auf dem Rathausmarkt hatten den Umsatz ihres Lebens! So viele Würstchen-Esser. Und in der Sonne saßen entspannte Leute, die auch die Stehzeit zum gemütlichen Plausch mit Kaffee genutzt haben. Es war sehr schön mit so vielen Menschen zusammen zu sein!

Aber: es muss sich noch viel ändern und ich bin sicher, das wird es auch. Greta Thunberg wird keine Ruhe geben – dank Asperger wird sie das auch durchhalten!

Schönes Wochenende an alle!

Social Design Hamburg

Diese Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg macht einen bei all dem Trump & Johnson & Erdogan & so Getöse richtig froh – und ich meine RICHTIG FROH. Wie der Name schon sagt, sieht man lauter Entwürfe die sozial sind, d.h. die der Menschheit gut tun. Und ich meine DER MENSCHHEIT: den 99%, die sich so viel teilen müssen oder den 50 %, für die Leute, die ich auch nicht so viel übrig lassen.

Wenn wir – und das ist nicht der Pluralis Majestatis, denn meine LeserInnen sind meist in ähnlich guten Lebensverhältnissen – über Rohstoffe nachdenken, dann doch wohl über Gas, Kohle, seltene Erden und so. Hier in der Ausstellung erfährt man, dass das, was alle 100% Menschen als Rohstoff produzieren, ihre Fäkalien sind. Erste normale Reaktion:“IIIIhhhhgitt!“ und „Stinkt!“ Nein, stinkt nur, wenn das große und das kleine Geschäft vermischt werden. Das vermeidet man anstrengungslos mit diesem Klo, das nicht in irgendeine Kanalisation Zugang hat.

Ich habe solche eine Toilette schon einmal in meinem Workshop Permakultur ausprobieren dürfen und war überrascht. Ich dachte natürlich, da muss man was tun. Nein! Wir sind ganz schön gut konstruiert: das kleine und das große Geschäft entladen sich räumlich so gezielt getrennt, dass alles wie von selbst geht. Und so geht es dann weiter:

Was aus dem Flüssigen wird, das habe ich nicht näher ergründet, aber aus dem Festen wird etwas noch Festeres, ein Baustoff = Ziegel. Toll! Das muss man wirklich gesehen haben. Ich war offensichtlich so beeindruckt, dass ich den schwarzen, absolut appetitlichen Ziegel nicht fotografiert habe. Also: selber hingehen!

Sehr toll auch der leicht aufbaubare Kiosk mit Licht, da Photovoltaik auf dem Dach.

Oder der auf- und abbaubare Webstuhl:

Man konnte gewebte Beispiele betasten. toll!

Hier ein verschließbarer Handwagen für Obdachlose. ein Beispiel davon stand auch dort:

Und noch viel, viel mehr. Es geht einem das Herz auf! Bitte, bitte hingehen. Der Imbiss im Restaurant ist sehr gut, auch u.a. mit vegetarischen Köstlichkeiten ausgestattet.

Schön und passend war auch die gegenüberliegende Ausstellung mit Kunstwerken aus Knete, ja KNETE wie für Kinder: ganze Filme gab es zu sehen. Und dann durfte man selber etwas kneten und es dann auf der Wall of Fame hinterlassen. Ich habe meine Frau neben die beiden bereits dort stehenden „Kunstwerke“ gestellt:

Ich fand, nun sieht sie aus wie eine Lehrerin, die sich fragt, wie sie den Stoff am besten vermitteln kann.

Schönes Wochende und viel Spaß bei der Ausstellung: bis zum 3. November 2019.

Woody Allens neuer Film ‚A Rainy Day in New York‘

10 Tage nur Sonnenschein und viele schöne Konzerte und den neuen Film von Woody Allen im Original mit holländischen Untertiteln. Wieder eine sehr schöne Art Niederländisch zu lernen. Der Film ist unterhaltsam und total im Stile aller Woody Allen Film: irgendwie beiläufig und am Schluss dieses Films haben zwei sehr junge Menschen Erkenntnisse gemacht. Der Hauptdarsteller natürlich wieder Woody in jung. Herrlich! Immer leicht nach vorn gebeugt: die Last des Lebens vom Kindergarten an… Die Hauptdarstellerin eine hübsche unbekannte Schauspielerin, die aber keinem Klischee entspricht. Ihre karriere-interessierten Motive und ihre Empathie lassen sie von einer Situation in die nächste taumeln und der freundlich interessierte junge Mann erfährt ein dunkles Geheimnis seiner Mutter – was Woodys echte Mutter vermutlich entsetzt hätte. Hat mir gefallen – auch New York als selbstverständliche Kulisse hat mich an meine 3 Monate in New York erinnert.

In Utrecht ist es wie in Paris: man sieht alle neuen Filme SOFORT, in Deutschland werden wir ja immer mit Deutsch sprechenden Schauspielern verwöhnt und die Synchronization dauert natürlich. Also, man kann sich auf diesen Film freuen.

Wir haben hier in Leiden gegenüber an der Gracht gesessen und ich fand, die Ausstattung der Müllmänner harmonisierte sehr mit den hübschen Geranien.

Hier hören wie eines von den Gratis-Konzerten. Wir mussten 30 Minuten vor der Kirche warten, weil das Cembalo gestimmt werden musste. Ganz rechts außen sitzen die Sänger, die auf ihren Einsatz warten. Es war sehr schön, aber die Sitze geradezu phänomenal schlecht. Ich habe mich schließlich auf das Betkissen gesetzt.

„Big Band Barock“ hieß das Ensemble des letzten Konzertes. Viele alte Instrumente und Schlaginstrumente im alten Stil: Tambourine, Trommeln für einen Musiker. Sehr schön anzuhören. Eine große Überraschung war die Zugabe: alle Musikanten erhoben sich und sangen ein Madrigal. Nach der ganzen Zeit des Spielens an den Instrumenten, ohne Einstimmung, mit einam Schlag war ihre volle sanfte Stimmkraft da. Bewundernswert! Wir haben es genossen und begeistert beklatscht.

Die Stühle hätten keine weitere Zugabe von der Zuschauerseite aus möglich gemacht. Zumindest unsere Stühle, wir saßen nämlich auf den leichtgebauten: eine Zuhörer ist mit Knall in einer Pause zusammengebrochen und umgefallen. Die Musiker haben eine Weile geschaut und gewartet und dann ging es weiter.

Sieht das nicht aus wie ein Flughafenhalle? Das ist der Haupftbahnhof von Utrecht. Der öffentliche Verkehr ist wunderbar geregelt: man hat eine Plastikkarte, auf die man Geld überträgt. Sowohl bei Bussen wie bei Zügen (Bahnhofseingang) lässt man seine Karte einlesen und fährt los. Am Ankunftsort hält man die Karte wieder vor das Lesegerät und fertig. Kein lästiges Fahrkartenkaufen mehr. Das hat uns auch sehr gefallen.

Utrecht war wunderbar. Niederländisch zu sprechen geht immer besser. Wir freuen us schon auf die nächste Fahrt nach Utrecht!