Als Mitglied bei den Grünen interessieren mich die Schwesterparteien in Europa

Da ich Niederländisch lerne, bin ich augenblicklich natürlich an GroenLinks – unserer Schwesterpartei in den Niederlanden –  interessiert.

Jesse Klaver ist ihr Vorsitzender – also offensichtlich machen die Holländer nicht in Doppelspitze ! – Er hat gute Gewinne bei der letzten Wahl eingefahren. Er schreibt Bücher, wie unser Robert Habeck übrigens, und er hat ein unübersetztes geschrieben:

De mythe van het economisme (Dutch Edition)

17 Sep 2015

by Jesse Klaver
Das lese ich gerade auf meinem e-reader und übersetze es. Eine sehr schöne Übung! Ich bin so begeistert von einer Passage, dass ich sie hier einfüge. Absätze und Hervorhebungen sind von mir:

 

JESSE KLAVER

Der Mythos vom Ökonomismus

Während ich an meinem Buch arbeite, wird es mir zunehmend klarer. Der Ökonomismus ist die herrschende Ideologie geworden, das Fundament unseres Poldermodells. Nach den Wahlen von 2012, die für GroenLinks katastrophal verliefen, trat ein Koalitionskabinett von vvd und PvdA an. Scheinbar zwei ideologische Gegensätze regieren seitdem verhältnismäßig brüderlich das Land.

Natürlich, ich sehe die Unterschiede zwischen vvd und PvdA, aber in der täglichen Praxis liegen die tatsächlichen politischen Entscheidungen weniger weit auseinander als oft gedacht wird, wie sehr sich auch die (Wahl) Rhetorik anders gibt und das vermuten lässt. Beide Parteien gehen in ihrer Politik von dem ‚homo economicus’ aus, dem kalkulierenden Menschen. Alle beide setzen sich ein für ökonomisches Wachstum und sie teilen die Vermutung, dass jeder davon profitieren wird. Sowohl die vvd als auch die PvdA ist davon überzeugt, dass der Markt es oft besser weiß als das Kollektiv, die Regierung. Und sie sehen – nicht unwichtig – hohe kollektive Ausgaben als ein Problem und private Ausgaben als ein Segen.

Diesen Ökonomismus finden wir übrigens genauso in der Vergangenheit bei der cda in bei der D66 (Eine linksliberale Partei in den Niederlanden. Anmerkung von mir E.S.)

Für Wirtschaftsexperten sind die Gewinnspannen, in denen man Politik betreibt, klein. Die politischen Annahmen vom cpb auf der einen Seite und die hektischen finanziellen Märkte auf der anderen Seite bestimmen für ihn den Handlungsspielraum. Oder wie Joris Luyendijk in seinem Vorwort von ’Das kann nicht wahr sein’ schreibt: „Demokratie scheint immer mehr ein System, in dem Wähler bestimmen, welcher Politiker ausführen wird, was der finanzielle Sektor ihm diktiert.“

 

Ich fand das erhellend und werde weiter übersetzen und Wesentliches hier veröffentlichen. Natürlich erinnert mich diese Passage an die Unmöglichkeit, in einer Welt mit Geld und ihrer kapitalistischen Verteilung ein friedlich kreatives Leben FÜR ALLE vorzustellen. Das habe ich in meinem 3. Buch zu entwerfen versucht:

 Von allem weniger und von Liebe mehr – eine Welt ohne Geld

Ich gebe zu, etwas hilflos – ich habe dieses Buch nie beworben – aber doch veröffentlicht, weil die Richtung  etwas für sich hat.

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„Sollte jeder Mensch eine Liebhaberei haben“

hieß das Aufsatzthema im Kindergärtnerinnen Seminar in Münster im zweiten Jahr meiner schönen Ausbildungszeit dort. Nach dem Schreiben treffen wir die Mitschülerinnen, die gerade abgegeben haben und noch den konzentrierten und hochroten Kopf der gerade geleisteten Anstrengung haben. „Was für ein Thema! ruft die besonders attraktive Carla und lässt sich erschöpft auf den Sessel fallen. Das war richtig schwer, so Intimes über meine Beziehung zu schreiben.“ Wir sehen sie entgeistert an. „Was meinst du damit.“ „Ja, fandet ihr das einfach? Zu beschreiben, was ihr mit eurem Freund macht?“ Wir sind noch verblüffter. „Ja, das war doch das Thema: „Sollte jeder etwas zum Liebhaben haben.“ „Quatsch!“ rufen wir – das sagte man 1959 noch gern – das Thema war: Sollte jeder Mensch ein Hobby haben. Das sollte ein deutsches Wort für Hobby sein. „Oh Gott!“ Tiefer Seufzer, hochroter Kopf! Ich weiß nicht mehr, wie sie aus der Nummer rausgekommen ist. Thema verfehlt, Sechs? Wohl nicht. Bestimmt hat unsere Dozentin nicht wenig geschmunzelt.

Ecke

 

Diese Anekdote ist mir bei diesem Foto wieder eingefallen, weil es viele ‚Liebhabereien‘ von mir zeigt.

Mittig das neue Kleid für das neue Sommerwetter, links davon mein Cello, das ich zum Streichquartett spiele, auf dem – übrigens Schrank mit Vasen – eine Portrait, das ich aus Pappmachée gemacht habe von Hatschipsut, einer Pharaonin, die 20 Jahre Frieden und intensive öffentliche Bautätigkeit geschaffen hat und nach ihrem Tod von der Bildfläche raikal radiert wurde. Erst jetzt ist ihre Grabstätte als ihre wieder entdekt worden.  – Ja, die damaligen Männer wussten schon um die Kraft von Vorbildern!

Neben dem Schrank das elektrische Klavier mit Anschlagdynamik, das ich mir mit sehr freundlichen Ratenzahlungen von Marita und Nico gekauft hatte, als ich noch vermutete, dass ich mein Leben bis zum Ende allein gestalten müssen würde und die Klaviermusik ein guter Geselle sein könnte. Ich spiele es immer wieder. Ich übe gar nicht, aber die Noten von Anne Terzibatschitsch helfen mir zu sehr schönen Musikerlebnissen. Ich spiele immer ab und mit ihren Noten kann das fast jeder.

Über dem Klavier hängt meine Ukulele, die ich fast täglich spiele und zu der ich mit Freude singe – immer besser werde ich da.

Rechts von der Ukulele hängt ein Bild von Dante, das mich seit meiner Scheidung begleitet und mir immer ein Vorbild war. Ich glaube, wegen des Bildes und durch das Bild habe ich  WOLLEN gelernt. Die wichtigste Zutat zu meinem wundervollen Leben. Was den Muskel des Wollens betrifft und wer ihn entdecken und stärken will: das ist ein Thema in meinem ersten Buch.

Kleiner Hinweis: der Film von AGNES VARDA und einem jungen Event-Künstler AUGENBLICKE ist sehr berührend. Es ist ein Dokumentarfilm, der eine Geschichte erzählt. Wie ermunternd auch, dass eine Frau mit 93 Jahren 90 Minuten so kraftvoll mit ihrem sehr sympathischen Partner gestalten kann. Sehr empfehlenswert! Läuft augenblicklich im Abaton und darum veröffentliche ich diesen Beitrag auch schon heute.

„In deinem Buch herrscht eine schöne Stimmung“, sagt sie,

„als ich es durchgelesen hatte, habe ich einfach wieder vor vorne angefangen.“ Das war eine beglückende Kritik.

„Ich hatte während des Lesens die ganze Zeit das Gefühl, du redest mit mir.“ Das hat mich auch erfreut.

„Ich habe eins zu eins die Erkenntnisse aus der Denkstruktur Sitzung über das Mutterproblem bei meiner schwierigen Mutter angewendet – und es hat funktioniert.“ Das fand ich auch sehr gut.

„Mich ruft immer mal wieder eine Freundin an und bittet mich, die Liste vorzulesen mit den Punkten: woran man in einer Liebesbeziehung einen guten Mann erkennt. Ich habe schon Fotokopien von der Seite gemacht.“ Das fand ich phänomenal schön. Ich meine, dann hat man doch nicht umsonst gelebt, wenn die eigenen Erfahrungen anderen das Leben schöner machen, oder?

…und last but not least:

Dass ich nach einer Wunsch-Liste – Ich will jetzt mit 50 Jahren doch wieder heiraten! – mit 23 Punkten nach 3 Wochen bereits meinen Mann gefunden hatte, mit dem ich beim Erscheinen des 1.Buches kurz vor der Silberhochzeit stand, hat auch viele neugierig aufs Lesen gemacht …. und zu einem netten kleinen Geschenk für beziehungsinteressierte Singles.

Soviel zu einem meiner 3 Bücher, denn die sind ja eigentlich Gegenstand meines Blogs.

 

Das unveröffentlichte Leben floriert aber auch ganz schön: Donnerstag wieder Mah Jong. Ich habe ein wunderschön neues Mah Jong Spiel aus Bakelit geschenkt bekommen. Die Steine sind schneeweiß mit den schönen Zeichen darauf. Sie anzufassen ist ein haptisches Vergnügen. Die dazugehörigen Bänkchen, ebenfalls aus Bakelit, haben intensive Grundfarben. Nun macht das Spielen noch mehr Spaß!

Am Freitag, 25. Mai war ja wieder ‚Tag des Nachbarn’, den Eckart von Hirschhausen im letzten Jahr so intensiv beworben hat. Im letzten Jahr hatten wir 10 Freunde eingeladen – ich habe hier berichtet – in diesem Jahr hatten wir Nachbarn eingeladen. Wir waren zu siebt. Rainer hatte phänomenal köstliches Fingerfood gemacht. Wir haben sehr schöne Blumen bekommen. Das Wetter war gut und das bessere Kennenlernen war so, wie wir es uns erhofft hatten: rundherum schön!

Am Sonnabend UND Sonntag hatte ich von 10 – 14.15 Uhr Niederländisch. Es geht immer besser, ist aber noch lange niet goed genoeg.

 

 

 

Johanna Vedral: Collage – Dream – Writing

Nun findet der Kurs von Johanna Vedral in Jesteburg (37 km von Hamburg entfernt) leider, leider doch nicht statt. Aber alles Gesagte über Collagen, ihre Schöpfung und ihre Wirkung stimmt weiter. Ich selber bin durch Johannas Buch zum Collagieren gekommen und deswegen möchte ich ihr Buch hier noch einmal empfehlen:

Johann Vedral

COLLAGE DREAM WRITING Geschichten aus der Tiefe schreiben

Verlag-punktgenau.at

€ 27,00

(mit 80 höchst inspirierenden Collagen)

 

Dann habe ich einen empfehlenswerten Film gesehen: Wohne lieber ungewöhnlich Thema ist das Leben von Kindern in Patchworkfamilien. Auch das Leben ihrer Eltern, aber die Kinder sind hier die Konzentrierten. Das erste Drittel des Films ist verwirrend und langweilig, aber dann nimmt die Handlung Fahrt auf und man amüsiert sich und freut sich und hofft mit den sieben Kindern. Deswegen geht man doch ins Kino, oder: um emotional in eine andere Welt abzutauchen. Für mich persönlich war es besonders schön, weil mich die Türen im Film mit ihren so französischen Türklinken schmunzelnd an mein Jahr in Paris erinnert haben. Überhaupt war der Film sehr französisch. Tja, Frankreich – Europa – auch ein Stück von mir! In Hamburg spielt der Film im wunderschönen Passage Kino!

Glück – Begeisterung – Erkenntnis

Schreibworkshop Collage Dream-Writing mit Johanna Vedral

25. Mai um 14:00 und 26. Mai um 14:00

Café Book, Kirchweg 3,

Eingang Hauptstr. 24
Jesteburg, 21266

Hundertfünfundzwanzig Euro

„Sie ist der absolute Star der Szene – und wir sind froh, dass sie bei uns in Jesteburg vorbeiguckt: Johanna Vedral vermittelt Collage Dream-Writing. Vedral: „Collage ist ein wunderbares Medium für alle, die nicht malen oder zeichnen können und trotzdem in die eigene Bildersprache eintauchen wollen. Eine Collage ist ein Traum auf Papier und ein offenes Tor in innere Landschaften: Unvorhergesehenes darf erscheinen.“ Collage Dream Writing ist ein von Johanna Vedral entwickelter Ansatz, mittels selbst gefertigter Collagen und Schreibübungen Zugang…“ (zitiert aus der website von Café Book Jesteburg)

Wer je gern Kunst gemacht hätte, aber keinen finanziellen oder begabten Einstieg schaffen konnte, hier findet frau/man den Schlüssel. Die Mittel liegen herum oder sind für Pfennige zu haben und der Klebestift vertrocknet gar in der Schublade. Johanna Vedral comes all the way from VIENNA, Johanna Vedral kommt den ganzen Weg aus Wien und zeigt allen wie es geht  im CAFÈ BOOK in Jesteburg. ES LOHNT SICH SEHR!

Welche Frau noch nicht überzeugt ist, lese  und/oder höre dies:

Johanna Vedral und das „Collage Dream Writing“

https://oe1.orf.at/player/20180520/513907

Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

„Ich spreche aus dem Bild.- Träume, Collagen, Texte“. Von Johanna Vedral. Es liest: Silvia Meisterle. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

„Collage Dream Writing“ heißt ein kürzlich erschienenes Buch der Wiener Psychologin, Autorin und Schreibtrainerin Johanna Vedral. Es enthält nicht nur viele farbige Bildbeispiele, sondern auch einen historischen Abriss der Methode des „Collage Dream Writings“ sowie Anleitungen und Erklärungen zu den verschiedenen Schreibtechniken, die auf selbstgefertigten Bildcollagen basieren.

Seena Frost, Sheila Assato, Charlotte Kollmorgen oder Victoria Rabino heißen einige der bildenden Künstlerinnen, „Imagination Coaches“, Kunsttherapeut/innen oder „Professional Dreamers“, von denen Johanna Vedral in den letzten Jahren inspiriert wurde. Die Wiener Schreibtrainerin versteht ihre eigene Arbeit als Zusammenfassung und Fortführung der verschiedenen Ansätze.

Frisch aus den „Collage Dream Writing“ Notizbüchern liest Silvia Meisterle Texte von Johanna Vedral selbst sowie collage-inspirierte Texte der Autorinnen und „Collage Dream Writing“- Seminarteilnehmerinnen Michaela Muschitz, Ulli Sarcletti, Gerlinde Ehrenreich und Brigitte Guschelbauer.

Gestaltung: Edith-Ulla Gasser

Johanna Vedral, „Collage Dream Writing“, Verlag punktgenau, 2018, sowie in Johanna Vedrals Seminaren entstandene Kurztexte verschiedener AutorInnen

Ich bin Johanna so dankbar und intensiviere mein Leben aufs schönste mit Collagen-schneiden-kleben-fühlen-schreiben. I love it!

Im Kaisersaal im Hamburger Rathaus

fand im Rahmen der EUROPAWOCHE 2018 am Montag, den 14.05. um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion statt, zu der ich als Mitglied der LandesArbeitsGemeinschaft Europa der Grünen seit neuestem gehören und von Julia zur Veranstaltung eine Mail bekam.

Es stimmt weiterhin, dass ich mich für die Utopie der Gesellschaft auf lokaler Ebene interessiere und einsetze: Stichwort: lokale Resilience – ein Begriff, der viel weiter und positiver gefüllt ist als Widerstandsfäigkeit, essbare Stadt gehört dazu. Dazu empfehle ich Andernach essbare Stadt auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=CSI3ckG5Y9g Das ist wirklich etwas Neues und beruhigend Heimatliches :))

Auch das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wende ich in Gedanken immer wieder hin und her und bekomme dank Thomas T. auf meinen Wunsch Beiträge, die gegen dasselbe sprechen – einfach, weil ich so sehr dafür bin/ inzwischen war, dass ich wissen wollte, was dagegen spricht. Leider, leider, leider – die Tränen hüpfen förmlich aus meinen Augen –  ist auch das BGE inzwischen von den regierenden Oligarchen durchdacht und als ‚Lösung‘ aus der Verbraucherkrise entdeckt worden. Wenn man diesen Artikel liest, hält man es nicht mehr für eine mögliche gute Lösung der Übernahme der Arbeit durch intelligente Maschinen, sprich: künstliche Intelligenz KI in deutsch/artificiell intelligence AI in Englisch. Schluchz!!! Zum Nachlesen hier der Link:

https://linkezeitung.de/2018/05/06/der-oligarchen-schwindel-das-bedingungslose-grundeinkommen-ist-eine-mogelpackung

Den Großraum meines politischen Interesses nimmt Europa ein. Eine gute Idee ohne Alternative – obwohl ich nach wie vor die Einführung des Euro einen Beschubs erster Klasse finde: die Hälfte der Pension und den gleichen Preis wie vorher für die Pizza (‚Pizza‘ natürlich stellvertretend für alle Käufe!)

Ich möchte auf der Europaebene mit den Grünen Parteien anderer europäischer Länder konkret private Kontakte aufnehmen. Unser Urlaub in Utrecht soll eine erster Versuch werden. Mal sehen, ob ich jemanden treffen oder an einer Gruppensitzung teilnehmen kann. Mal sehen, ob ich Kontakte zu den Ländern, ich denen ich wenigstens ein Jahr gelebt und deren Sprache ich spreche, herstellen kann: London, Paris, Rom leider kürzer: Wien.  Ich muss ja nicht immer hinfahren, auf ihren websites erfahre ich ja auch Einiges. Mich interessiert der Geist, der dort herrscht und ihre Behandlung grüner Themen.

Herrlich fand ich das Interview zwischen Jesse Klaver und Robert Habeck  in der taz, nachzulesen: http://www.taz.de/!5499262/ Ich habe mir gleich das Buch von Jesse Klaver „De mythe van het economisme“ (Dutch Version) auf meinen E-Reader runtergeladen. Ist es nicht toll, dass ich das in Niederländisch lesen kann? Mit eingebautem Wörterbuch Niederändisch-Englisch auf dem Reader.

Wie war es nun im Kaisersaal? Natürlich räumlich höchst edel, ein Vergnügen dort zu sitzen. Wer noch keine Rathausführung mitgemacht hat, sollte das nachholen – empfehlenswert! Leider, leider hat die Hauptperson, für die vermutlich die meisten gekommen sind – wie ich anschließend bei dem Umtrunk, dargereicht von den Senatsdinern in den antichambres, gehört habe – in letzter Minute abgesagt, wie eine einführende Staatsrätin (?) mitteilte, die leider das Publikum blickmäßig sehr erfolgreich gemieden und nur schwer verständlich ihr Manuskript zur Begrüßung vorgelesen hat. Herr Annen (SPD) hat außerordentlich sympathisch moderiert und den Titel der Veranstaltung „Die Zukunft der Europäischen Union – ist Europa wieder im Aufwind“ in Hamburgisch übersetzt: Hat Europa Wind in den Segeln.

Der wunderschöne Kronleuchter zeigte ein solches Schiff in voller Fahrt. Dann waren dort zwei Minister aus Brüssel, die sehr smpathisch rüberkamen und interessanterweise ein Blogger. Also jemand, der regelmäßig schreibt was er erlebt und denkt und für mitteilungswürdig hält. Das hat mich beeindruckt, dass die Bezeichnung Blogger einen auf Augenhöhe mit Ministern bringen kann. Wow! Wer ihn lesen will: Manuel Müller Blogger foederalist.de. Ich habe aufmerksam gelauscht, nicht alle haben für mich deutlich genug gesprochen. Fragen wurden auch gestellt, hauptächlich von Frauen, da hat mich gefreut. Und hat Europa nun Wind in den Segeln: Ja! 

 

 

„Peterchens Mondfahrt“ daran hat mich „Jesus Himmelfahrt“ als Kind immer erinnert

Ich komme ja aus sehr frommen Verhältnissen. Mein Vater war Küster und hat hin und wieder als Laienprediger fungiert. Mein Bruder hat Theologie und Biologie studiert und als Humangenetiker geforscht – sogar u.a. zwei Jahre in Ann Arbor in den USA an einem Forschungsauftrag.

Als er eines Tages zuhause meine Mutter, die eine durch und durch wunderbar angenehme fromme Frau war, mit der Feststellung konfrontierte:“ Wenn Christus tatsächlich in den Himmel gefahren ist, dann kann man nachrechnen, wo er sich augenblicklich befindet.“ Meine Mutter hat gelacht und gesagt: “So war das doch nicht gemeint!“ „Aha, du glaubst also nicht die Bibel Wort für Wort, du bist eine Bultmann-ianerin, lass das nur Vater nicht hören.“

 

Ich möchte jetzt etwas über ‚Jesus’ schreiben, aber er mag das Wort Jesus für die Bezeichnung seiner irdischen Person nicht, weil das nur den Gekreuzigten meint mit allen seinen Folgen. Er möchte lieber Joshua genannt werden. Es ist natürlich überhaupt nicht so, dass alle Menschen von Geburt an Sünder sind. Wir sind alle nach dem Ebenbild Gottes – den nenne ich ja MutterVaterGöttin – geschaffen und leben in den dem phänomenal genial geistigen Raum von Gut und Böse, der auf der Erde sehr real ist. Wir können uns immer entscheiden zu welcher Seite wir uns neigen wollen. Das ist unsere Freiheit. Joshua wollte uns daran zurück erinnern, dass das Ziel eines jeden Lebens die Liebe sein sollte.

1.Korinther 13

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber erwachsen (da steht eigentlich ‚ein Mann’ verbessert von mir, Elisabeth) wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

 

Oft denke ich: natürlich hätten wir alle bereits perfekt vollendet in Liebe geboren werden können, aber dann wäre der ganze Witz der menschlichen Existenz weg. Ist das nicht wundervoll auf diesem blauen Planeten (den wir leider gerade kaputt machen) mit allen Mitmenschen, die uns erst die Chance geben Liebe zu leben.

Natürlich ist der Beginn des Liebenlernens sich selbst bedingungslos zu lieben. Das verleidet einem jedes Kreuz in der Kirche, das einen denken lassen soll: ich bin für dich gestorben, du Nichtsnutz du! Diese Verachtung ist unserer Aufgabe abträglich, denn nur ein sich selbst liebender Mensch kann auch andere lieben. Die Kirche als Institution sichert sich so ihre Macht – denke ich mal.

Ich bin beispielsweise ganz sicher, dass ich ein winziges Teilchen der allumfassenden Quelle der Energie bin, die ich in meinem Kulturkreis MutterVaterGöttin nenne. Andere nennen diese Urquelle allen Seins anders. Ich bin sicher, dass ich nach dem Sein auf dieser Erde schließlich dorthin zurückgehe. Darum heißt mein erstes Buch ‚ewig leben’, denn ich bin unsterblich, ich gehe nur aus dieser Existenz, aber natürlich geht es weiter. Vielleicht kann ich in anderen Dimensionen auch einmal leben, wo ich zu anderen Spielregeln wieder meiner Bestimmung nachgehe: Lieben zu lernen, Liebe zu leben.

 

 

 

 

Mittags im Kino habe ich

„Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus“ gesehen. Im wunderschönen Kino Passage in der Mönckebergstraße, aber leider in dem klitzekleinen ihrer drei Säle, das nur wenig größer ist als unser Wohnzimmer.

„Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!« Mit diesen Worten beginnt Walter Gropius sein Bauhaus-Manifest von 1919. Damit war die legendäre Kunstschule geboren, die Kunst und Handwerk zusammendenkt, den Menschen und die Gemeinschaft ins Zentrum rückt und das radikale, das utopische Denken fördert. Für das konservative Weimar war die Schule damals, das macht Niels Bolbrinkers und Thomas Tielschs Dokumentation ‚Vom Bauen der Zukunft‘ deutlich, ein Schock. Da war plötzlich »die fleischgewordene Ruhestörung«, wie es einmal heißt. … Die Filmemacher zeichnen einerseits die Geschichte der Schule nach: von den Anfängen in Weimar, der Idee des Zusammenlebens und der Gemeinschaft, die Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee formulierten, über den Umzug nach Dessau, die Vertreibung von dort nach Berlin durch die NSDAP und schließlich die Auflösung 1933 infolge der Nazidiktatur. Die Materialstudien von Johannes Itten klingen ebenso an wie ­Oskar Schlemmers Triadisches Ballett oder ­Gropius’ Baukastenprinzip aus vorgefertigten Elementen, das die Meisterhäuser in Dessau vorwegnahm.“ (zitiert aus ‚Newsletter epd FILM mehr Wissen‘, Hervorhebungen von mir)

Aber das Bauhaus war nur der Anfang des Films, die Idee des Bauhauses in der Welt und in den Herzen und Hirnen der Architekten wurde klar. Richtig berührt war ich von zwei leibhaftigen Architekten-Engeln: sie standen vor eindeutigen Favelas, Gebäuden, die wir keines Blickes würdigen würden und betonten, dass die Menschen sie aus Abfall und sonstigem Material – manche auch ganz aus Holz – gebaut hatten und schon seit Generationen darin lebten. Um sie urban zu machen, hatten die beiden liebevollen Menschen Ideen. Bei dem ersten Objekt haben sie nach Plätzen gesucht, in dem genügend Raum für einen Sportplatz und großes Gemeinschaftshaus war und festgestellt, dass die Kriminalität in dem Areal mit 80 000 Menschen anschließend um 30% gefallen war. In dem zweiten Objekt mit 40 000 Menschen haben sie Urbanität hergestellt. Wie? Sie haben überdachte Rolltreppen gebaut, sodass der Gang ins Stadtzentrum von 90 auf 10 Minuten verringert wurde und so konnte Schwangere für ihre Geburt rechtzeitig ein Krankenhaus erreichen. Das hat mir gefallen. Solche Menschen mit dieser Haltung und einem Weitblck anf das Nahe – welch ein Geschenk für die Menschheit.

 

…eine neue Sprache…

Letzten Sonnabend wieder von 10 – 14.30 Uhr Niederländisch. Langsam gewöhne ich mir ab ‚Holländisch’ zu sagen. Holland heißt eine Provinz und ich meine ja das ganze Land Niederlande. Dass ich gleichzeitig die Sprache von der einen Hälfte Belgiens lerne, war für mich neu. (Seit 1830 ist Belgien von den Niederlanden getrennt.)

Warum sagen wir Deutschen eigentlich immer Holland? Das habe ich jetzt gegoogelt und unter ‚gute frage’ eine interessante Antwort gefunden. Hier ist sie kopiert:

„Hi, wir sprechen ja auch vom fliegenden Holländer und nicht vom fliegenden Niederländer. Und im „Kalten Herz“ von Hauff ist der „Holländer Michel“ der „Gottseibeiuns“. Holland (Hollant, Holtland, Hollandria, Holsacia, Hulutria) gehörte lange zum Deutschen Reich (the flying Dutchman – der fliegende Deutschmann) und war eine mächtige Grafschaft. Friesenfürst Dietrich erkämpfte es nach 900 von den Wikingern fürs Reich zurück. Später (Neuzeit) gab’s auch ein Königreich Holland (aus der batavischen Republik hervorgegangen). War de facto das Kernland der 7 Provinzen, Keimzelle der späteren Niederlande. Klar, dass der Begriff Holland historisch fest verwurzelt ist. Gruß Osmond“

Interessante Information! Danke, Osmond – wer und wo immer du seist.

Ich lebe wirklich in tollen Zeiten. Wenn ich eine Frage habe, schreibe ich sie in die Interwelt – das Internet und finde Antworten. Super! Das ist doch Fortschritt! Die Gegenwart hat sehr schöne Seiten. Es gibt allerdings große ABERS: Das Bienen- und Insektensterben beispielsweise ist zum Fürchten. Wir GRÜNEN versuchen großflächig aufzuklären und die Leute aktiv zu machen. Auf dem Eppendorfer Straßenfest am 2.+3. Juni wird ein hochinteressanter Stand von uns sein. Andrea Nunne bereitet sehr aktiv mit vielen Mitstreiter*innen vor. Ich selbst habe viele bienen- und insektenfreundliche Blumen gesät und werde demnächst ein Bienen- und Insekten-Hotel auf der Dachterrasse aufhängen. Auf dem Straßenfest kann ich leider nicht dabei sein.

Zwischen den Unterrichtsstunden lerne ich wie eine Wilde. Ehrlich! Ich mache meine Übungen, höre wieder und wieder die CDs und —– lese meinen 1. Niederländischen Roman. Übersetzt aus dem Französischen. Übersetzungen fallen mir auch in anderen Fremdsprachen leichter zu lesen. Holländische Autoren würden vermutlich holländische Idiome verwenden – und die kenne ich natürlich noch gar nicht. Dann fängt eine Fremdsprache eigentlich an Spaß zu machen. Im Englisch-Unterricht ernte ich Lachen wenn das Idiom für ‚elend aussehen’ kommt:„You look like death warmed up.“ Den aufgewärmten Tod haben wir im Deutschen in keinem Bild in diesem Bedeutungsumfeld!

Meine größte Freude ist allerdings, dass ich durch die freundliche Vermittlung einer Doppelkopf-Partnerin eine niederländische Schreib-’freundin’ habe: Lydia. Sie ist wunderbar: gleich den ersten Brief, in dem ich mich vorgestellt habe, hat sie nach 10 Minuten korrigiert und beantwortet zurückgemailt. Ich war schwer beeindruckt.

Also wieder eine hoch befriedigende Wochenbilanz. Zwei neue Collagen habe ich auch gemacht! Nach wie vor eine hochvergnügliche, besinnliche Tätigkeit. Allen ein wunderschönes Wochenende und großen Dank fürs Lesen. Zu schön, wenn ich merke, dass ich eine Leserin oder auch – seltener sicher ?! – einen Leser gefunden habe.

 

 

…und bei den GRÜNEN erlebe ich

am letzten Montag zum ersten Mal eine LandesArbeitsGemeinschaft und zwar die, die sich mit den Themeninhalten Europa, Frieden und Internationales befasst.

LAG Europa, Frieden und Internationales

„Die Landesarbeitsgemeinschaft Europa, Frieden und Internationales befasst sich mit grünen Perspektiven auf die Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit sowie Europapolitik. Wir beschäftigen uns mit aktuellen Entwicklungen wie beispielsweise mit den Sanktionen gegen Russland und der europa- und völkerrechtlichen Dimension von Flucht und Migration. Außerdem haben wir Schwerpunkthemen. Im Hinblick auf die Europawahl im kommenden Jahr liegt uns besonders am Herzen, ein positives Bewusstsein für die Vision Europa zu schaffen (ohne dabei notwendige Diskussionen über Schwächen der EU zu vernachlässigen).“ zitiert aus der website der GRÜNEN.

Wir waren dort 7 Männer und 7 Frauen. Das fand ich schon mal sehr gut. Zu Beginn freundliche Wahrnehmung der Teilnehmer durch Jan.  Von uns Grünen Nord ist noch Christoph dort, der bewunderungswürdig unvorwurfsvoll in seinem komplizierten Rollstuhl sitzt und total normal aktiv an allem teilnimmt, auch an den Sitzungen in unserem Nord-Büro, wo dank Hajo einmal monatlich Themenabende stattfinden, die ich sehr empfehlen kann. Das Organisatorische, das bei anderen den ganzen Abend einnehmen soll, ist bei uns nur in der zweiten Hälfte des Abends Gegenstand der Gespräche und Entscheidungen.

Weswegen ich auch noch die Arbeit in der Partei der Grünen empfehlen kann: alle Abend beginnen und um 19 Uhr und enden um 21 Uhr. Das ist wunderbar, denn so bleibt noch Zeit vom Abend. Und immer sitzen dort interessante freundliche Menschen – eben GRÜNE – natürlich sitzen in – fast –  allen anderen Parteien auch freundliche Menschen. Diese hier Sitzenden gefallen mir natürlich so, weil sie ähnlich denken wie ich. Haha… Klar, was sonst.

Heute ist es für mich alterspensionierte Lehrerin für Sekundarstufe I besonders interessant, denn Michael – Sport und Musik (leider habe ich nicht gefragt, welches Instrument er spielt) stellt Rahmenrichtlinien von der Grundschule bis zum Abitur vor. Hier wäre schulischen Planung nach der Ort für Europa als Unterrichtsgegenstand für Europa als  Friedensidee und Traum. Gut finde ich, dass die richtlienien dem Lehrer Freiheit lassen, aber Europa kommt zu selten vor als Thema vos.

So unterschiedlich, so anders wir in den europäischen Ländern sind, gehören wir doch zusammen. Was für eine bewunderungwürdige Entwicklung von der Kleinstaaterei und Willkür kleiner deutscher Fürsten zu Rechten (und Pflichten- politisch mitarbeiten!) dieses großen Gebildes – an dem es zweifellos noch viel zu tun gibt.

Ich möchte persönlich Kontakte zu GRÜNEN-Gruppen in anderen Ländern aufnehmen. Als erstes Land natürlich in den Niederlanden, in Utrecht. Falls jemand eine/n Grüne/n in Utrecht kennt, der bei GroenLinks ist, würde ich mich über die Vermittlung der Adresse sehr freuen.

Mich interessiert politisch also die lokale Ebene – local resilience – und die Idee Europa. Das ist mein politischer Spagat. Übrigens fand ich erfrischend, wie Julia an dem LAG Europa Abend selbstverständlich nicht nur Nachwahlen organisiert hat, sondern ihr schlafendes Kind im Nebenraum und kurzzeitig auf dem Schoß betreut hat. Mir gefällt es bei den GRÜNEN.