Michael Kellner auf unserem 7. PolitSalon

Michael Kellner, der politische Bundesgeschäftsführer der GRÜNEN, war mein absoluter Wunschkandidat für den Auftakt der PolitSalons für den Bundestagswahlkampf. Meine Idee war dabei, für dieses Ereignis im nächsten Jahr alle Ehrengäste aus anderen Bundesländern zu laden.  

Spenden sind immer wichtig

Ganz zu Beginn des Lockdowns habe ich ihn eingeladen und zu meiner großen Freude kam umgehend eine Zusage.  

hier im DIN A 5 Format

Das war im März! Da konnte man noch nicht ahnen, welche Vorschriften im September die Situation diktiert. Wie beruhigend, als dann 25 Privatgäste und Buffet wieder auf der  to-do-Liste standen. Aber eben Abstand! Die Dachterrasse schien uns die Lösung.

so sieht es vorher aus

Und der Himmel hat mitgespielt!!! Zwei Vorbereitungs-Informations-Verhaltensregel-Briefe habe ich unseren Gästen geschrieben. Mit unterschiedlichen Ankunftszeiten, einer genauer Anleitung der beiden Buffet-Räume, damit es kein Gedränge gibt und…und…und. Einigen kam es wie die Anleitung zu einem Themen-Kindergeburtstag vor, anderen wie die Wiederauferstehung eines Richtertheater-Probenabends mit mir als Regisseurin. Und alle haben perfekt mitgespielt! Wie gesagt, einschließlich und besonders zu unserer allergrößten Dankbarkeit der Himmel mit seinem Wetter: noch einmal ein Schlag Sommer!

um Drängeleien an nur einem Buffet zu vermeiden wurde das Schlafzimmer „fremdgebraucht“

Michal Kellner erschien, sah und siegte. Das klingt zu kriegerisch? Hier anders: wenn ein zwei Meter und vier Zentimeter Mann mit einem Asternstrauß vor einer fast Zweiundachtzigjährigen steht, die bereits vom ersten Moment von weitem diesen Mann als eine Art Herzens-Anker von uns Grünen empfunden hat, dann sind tatsächlich alle Wünsche in Erfüllung gegangen. „Der hat dich bestimmt an deinen Schwager erinnert!“, hat später  Wolfgang Z., ein pensionierte Kriminalkommissar, gesagt. Das stimmte, er hat mich an Henning erinnert. Mit seinem Bruder war ich 10 Jahre verheiratet, den Namen Scherf habe ich behalten. Henning spricht auch zum Herzen.

hier der ursprüngliche, nun der 2. Buffet-Raum

Ich habe hier den Anfang beschrieben, aber dieser glückliche zufriedene Stern stand über dem ganzen weiteren PolitSalon Abend. Die Gäste waren so wundervoll wie der Speaker. Und mich muss ich auch loben, denn meine Vorstellungsrunde hat ganz offensichtlich total gefallen. Und erst einmal Rainer! seine Kochkünste! – dieses Mal dazu die Herausforderung vegane Angebote zu machen! – und die Köstlichkeiten, von denen keiner genug kriegen konnte. Am Schluss Kaffee und Gastgeschenk-Pralinen. Das Leben ist schön!

Es waren auch viele Junge da. Aus „meiner“  Digitalen Zukunftsgruppe. André und Jakob waren beeindruckt: „Wir sind ja so jung!“, sagten sie unten als erstes leicht bestürzt. „Die anderen haben ja alle schon so viel Tolles gemacht!!“ Das stimmte. Das konnte man gut sehen. Glückliche, gestandene Erwachsene sind etwas Schönes. „Ja, ist das nicht wunderbar? So reich kann man sein, wenn man älter und alt wird.“

zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Feuer auf der Dachterrasse

Wir müssen die Bedingungen politisch so gestalten, dass die jungen Menschen tätig und in Frieden so älter werden können wie wir,  habe ich dann gedacht.

Ich habe natürlich wieder um Spenden gebeten. So ein Wahlkampf ist ja teuer. Es war ein rundherum schöner Abend. Danke!

Automatisch gespeicherter Entwurf

Ich hatte einen Beitrag mit vielen Fotos über den Eingang der Mönkebergstraße 11 und das Rappolt-Haus geschrieben und dann wohl einen falchen Knopf zu hektisch gedrückt. Da war alles verschwunden. Es tut mir leid, aber nun kann ich nur noch allen Leser*innen ein wunderschönes Wochenende wünschen!

Erfahrungen mit dem Spiel

Die Arbeit mit den Steinen geht weiter. Diese sind bereits entstanden:

Inzwischen habe ich schlichte Anlegemilch für Blattgold und so sehen sie dann aus:

Aufforderungscharakter hat das Spiel. Nach dem Lunch beim Italiener sind Ingrid und ich im Wohnzimmer und wollten eigentlich auf der Dachterrasse Kaffee trinken. Sie lässt sich das Spiel erklären. Der Kaffee ist fertig. „Ach, lass uns doch ein wenig spielen!“ Rainer kommt dazu, ich hole Pralinen. Jeder „darf“ nur zwei. Nicht wegen der Sparsamkeit, sondern wegen der Pfunde.

Wir spielen zu dritt: würfeln, setzen unsere Steine, nehmen die Karte vom Stapel 1, 2 oder 3, finden eine positive Interpretation für eine ärgerliche Begebenheit und wir alle müssen meist lachen über dieses:“Dann sage ich zu mir…“

Auf der Dachterrasse sagt Ingrid.“Jeder dieser Ärgerlichkeiten ist mir schon untergekommen. Aber zu dem Kartenstapel der Frage 3 sind noch mehr Karten nötig. Es ist der Stapel mit den schlimmen Klima-Auswirkungen auf den Planeten Erde und so weiter. Beispielsweise: 1. Die pflanzliche Erde wird immer unfruchtbarer. – 2. Natürlich Energie-Gewinnung zerstört die Landschaft. – 3. Alle Geräte Künstlicher Intelligenz (besser: Kollektiver Intelligenz!) brauchen für ihre Herstellung selten vorkommende Rohstoffe. – 4. Frauen haben zu wenig Bildung und Männer keine Arbeit: Überbevölkerung!5.Digitalisierung produziert eine negative CO 2- Bilanz.6. Die Autos werden immer größer.

Es gibt lediglich 4 Felder auf dem Spielfeld mit der Nummer 3, aber ich bin immer wieder auf eine 3 gekommen. Die Spielregel sagt, dass jeder zu dem Thema der Karte sagt, was ihm dazu einfällt. Man gibt die Karte also von Spieler*in zu Spieler und legt sie dann wieder zuunterst auf den Stapel.

Gestern Abend waren Birgit und Detlef bei uns zu einer von Rainers köstlichen Pilz-Quiches und zum Spielen. Birgit hatte Hamburg nach Objekten abgesucht, die man auch als Spielfiguren nehmen könnte und war sehr fündig geworden: kleine Spielzeughäuschen, Pfeffermühlen, Entchen, usw.

Wir waren alle begeistert, denn so kann jeder das Spiel nachbauen und muss kein Atelier haben, um Steinfiguren herstellen zu können.

Neu waren auch Komplimentekarten in dem Stapel selbstgeschriebner Karten, von denen Birgit sehr viele beigesteuert hatte. Auch mit Ärgernissen hatte sie auf von mir zurecht geschnittenen Karton-Karten geschrieben. Auch Rainer hat von wundervolle Spielkarten verfasst und Ingrid hat leere Karten mit nach Hause genommen, um ihrerseits Karten zu beschriften, aber vornehmlich Karten des Stapels 3.

Interessant war, dass bewusst mehr zum Ärgernis-Stapel gegriffen wurde als zu dem mit der Mischung von Ärger und Komplimenten.

Ich hatte ständig die Zahl 3 und so mussten wir die Welt-Probleme immer wieder erörtern und haben dabei eine interessante Entdeckung gemacht. Die Behauptung auf der Karte in ein sprachlich zu behandelndes Problem zu verwandeln ist richtig schwierig. Erst dadurch, dass jeder einen Kommentar gemacht hat und dieselben Karten immer wieder besprochen werden mussten, bekam das Riesenproblem für uns sprachliche „Griffe“, mit denen wir es erörtern konnten.

Ich freue mich doll, dass das Spiel so ein positives Echo findet. Dankbarkeit auf der ganzen Linie! Schönes Wochenende an alle an alle euch freundlichen Leser! Darüber freue ich mich auch SEHR!

In meinem Atelier

Da ich alle Werkzeuge plus Werkbank und Regale verschenkt habe, musste ich mir meine „Einrichtung“ zusammensuchen.

Schlicht, aber funktioniert. Natürlich habe ich den Korb für und mit meinen Kobolden nicht weggegeben. Die fühle ich jetzt wieder: Sägen und Raspeln und Schmirgeln finden wir gut. Und da ich weiß, dass der Sprecher von ihnen Hallifax heißt, kann ich sie sogar ansprechen. Kommt der Arbeit atmosphärisch zugute. Hier ihr altbewährter Korb:

Mein Blick geht auf die schöne Terrasse und die gefüllte Regentonne. Danke für den Regen!

So sieht es auf meinem Arbeitsplatz aus:

Und die ersten Steine sind fertig. Obwohl alles noch Probe ist.

Specksteine mit echtem Blattgold. Blattgold anbringen muss ich noch üben. An den Formen der Steine muss ich auch noch arbeiten. Und immer schön meinen Händen zwischendurch Schonung zukommen lassen.

Letzten Sonnabend habe ich mit Birgit, meiner Niederländisch-Sprachpartnerin, das Spiel auf Holländisch gespielt. D.h. jeder hat gewürfelt, gesetzt und dann die der Zahl entsprechende Karte hochgenommen und ins Niederländische übersetzt und das jeweilige Ärgernis mit einem positiven Gedanken-Kommentar versehen. Wir mussten jedesmal lachen. Toll! Kurz vorm Gehen hat Birgit gesagt: „Das Spiel ist richtig kurzweilig.“ Da habe ich mich sehr gefreut.

hier das ganze Spiel mit Klima-Kinderbuch für die Zahl 3

wieder in Stein schlagen…

mein Adler

Lange her – im Atelier bei Hauke Jessen im Unterricht in Holz geschlagen. Ein Material, das ich viel schwerer zu bearbeiten finde als Stein.

Bei Mona Schewe-Bugea in Ton geformt, dann Negativform hergestellt und in Beton gegossen. Hatte ich geformt und vergessen und wollte ich eigentlich wieder zu einem Kloß kneten. Aber dann hat mich das Gesicht so lebendig angesehen. „Ok, du musst bleiben. Du hast Energie in dir!“

gestern stundenlang Terrasse neu arrangiert und
neue Pflanzen gepflanzt: Hibiskus
bunte Blumen für die Schmetterlinge, die gleich da waren
Diese Specksteine habe ich – danke, liebe Italienisch-Gabi – von Boesner aus Glinde geholt. Da es schwer ist, für junge und besonders für ältere Hände gut handhabbare Spielfiguren zu finden, habe ich mich entschlossen selber welche herzustellen. Das war ein sehr schönes Gefühl, nach Jahren wieder Steine zu kaufen! Sie überraschen einen immer.
Hier habe ich die Steine nur einmal intensiv mit Wasser übergossen und schon beginnen sich die Farben zu zeigen. Das ist jedesmal eine Entdeckerfreude!!!
Nun muss ich wieder das Atelier einrichten, denn das Steine-Bearbeiten macht Staub. Hier ein Kopf aus Draht. In Paris habe ich vor Jahrzehnten eine Ausstellung gesehen, in der nur Skulpturen aus Draht zu sehen waren. Sehr durchsichtig, aber erstaunlich, wie der Geist die Form während des Betrachtens füllt. Ich finde, sie ist mir gut gelungen, aber kaum einer bemerkt sie. Das ist verständlich.
Auf der Treppe von der Dachterrasse in die Wohnung lassen mich meine – ebenfalls vor Jahren – gemalten 7 Freundinnen und 2 Freunde wissen, dass sie das Unternehmen gut finden.

Feedback und 1. Spielerfahrung

Ich bin immer wieder glücklich über schriftliche Feedbacks. Beispielsweise nach einer Einladung die Rückmeldung zu lesen: es war schön! Dann lächelt es in meinem Bauch. Auch nach einer App, auf die ich geantwortet habe, noch ein emoji zu erhalten, finde ich total befriedigend. Aha: hin – her – hin = angekommen und abgeschlossen. Super!

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Spiel, Spielkarten und -figuren verpackt

In meinem von mir ausgedachten, entwickelten und gestaltetem Spiel kommen an zwei Ecken Aufforderungen: Gib ein Feedback zum rechten, bzw. zum linken Tischnachbarn. Beim gestrigen Telefongespräch mit meinem Freund Bernd löste allein das Wort Feedback den gestöhnten Ausruf aus: „Oh, ein Minenfeld!!!“ Und tatsächlich werde ich diese Aufforderungen wieder aus dem Spiel herausnehmen. Was ist passiert?

Ich habe mich beeilt mein Spiel schnell in eine Spiel- und Verpackungsform zu bringen, weil wir bei den Inhabern des wunderschönen Harvestehuder/Eppendorfer Spielzeuggeschäftes SPIELZEUG LIENAU eingeladen waren. Wer richtig gute Spiele und Spielzeuge für Jung und Alt sucht, der findet es am Eppendorfer Baum und schon hier: http://www.spielzeug-lienau.de. Ich dachte, wer weiß besser als Lienaus, ob etwas Spaß zum Auspacken und Spielen macht. Den Test hat mein Spiel bestanden.

Wir haben gespielt und amüsiert für alltägliche Ärgernisse gute momentane Umleitungen erfunden und gelacht. Dann kam mein Ehemann auf das Eckfeld mit der Feedbak-Aufforderung in meine Richtung. Es war ein warmer Sommerabend, wir saßen im  Garten bei wunderschöner Kerzenbeleuchtung und einem warmen kräftigen Licht aus der Balkontür. Mein Mann sieht mich an und sagt: „Bei dieser Beleuchtung siehst du noch jünger aus.“ Ich reagiere spontan befremdet. „Was?“ Er formuliert den gleichen Inhalt leicht um. Meine Reaktion neigt der Verstimmung zu. Jürgen Lienau erklärt, das komme wohl daher, dass in dem Feedback das Licht im Hauptfokus gestanden habe. Durch meine Schuld ist die Stimmung eine Etage tiefer.

Das macht mich nachdenklich. Im Richtertheater https://richtertheater.de/ gab es jahrelang Runden mit heftigem Feedback, die ich immer gut fand. Mein Kriterium war: wenn es mich ärgert, ist Wahrheit drin. Das war natürlich auch hier der Fall. Es ist doch nicht so leicht nicht mehr jung und knackig zu sein. Besonders als Frau! Ich muss es einsehen. (Nebenbemerkung: Das war sicherlich ein weiterer Grund, das regelmäßige Streichquartett-Spielen aufzukündigen. Es wird immer anstrengender die Noten zu sehen und meine vom Fahrrad-Unfall verletzte Hand kann den Bogen immer weniger wunschgemäß handhaben.)

Dann habe ich über Feedback recherchiert. Ja, es ist ein Minenfeld, das besonders im Berufsleben sein Dasein hat. 10 goldene Feedback–Regeln für Führung, Beziehung und Alltag habe ich gefunden. So soll ein Feedback sein: beschreibend im Gegensatz zu bewertend; gut verständlich formuliert; sachlich richtig und nachvollziehbar; ohne moralische Verurteilung; mit konkretem Beispiel; auf Beobachtung fußend; erbeten und nicht aufgezwungen; den Empfänger berücksichtigend; so unmittelbar wie möglich.

Mein Mann hatte tatsächlich jede einzelne Regel beachtet. Jetzt freue ich mich, dass ich beim ersten Spielen am eigenen Leib erfahren habe, wie verstimmt ich war. Dieses Minenfald verschwindet aus dem Spiel. „Du hast ein Wochenende im Luxus-Retreat gewonnen! 2x aussetzen“ bleibt in einer Ecke. „Du hast Geburtstag und darfst 2x würfeln!“ kommt in die gegenüberliegende.

„Beende mal einen Satz mit „Ich finde…“, rufe ich zwischen Waschen und Abtrocknen aus dem Bad. Ohne Zögern kommt aus dem Arbeitszimmer: „Ich finde, es geht mir richtig gut!“ Super! Diese Aufforderung kommt in die dritte Ecke. Das findet Beifall. Da gibt es so viele Möglichkeiten! „Ich finde das Spiel ganz schön anspruchsvoll.“ Haha…

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Italienisch auf der Terrasse! Ich wollte das Licht einfangen.

Das Spiel liegt auf dem Tisch. Wir reden Französisch und probieren das Spiel aus. Die erste Karte präsentiert das Ärgernis: ein Bekannter riecht aus dem Mund un kommt dir immer zu nah! Er ist entsetzt. Weit entfernt von einem NUR POSITIV KOMMENTIEREN – und so heißt das Spiel doch. Den Spielregeln nach, kann man in so einem Fall die Karte weiterreichen. Wer die meisten Karten hat, gewinnt! Später,  bei der Französich-Lektüre habe ich eine Idee:“Ich weiß jetzt einen positiven Kommentar! zum Mundgeruch“, rufe ich. „Lass hören!“ „Da lob ich mir doch Corona: verordneter Abstand und Maske! So ist es erträglich!“ Wir lachen amüsiert.

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Wochenendstrauß mit meinen Bronze-Schuh-Skulpturen http://www.elisabethscherf.de/

Nun ist das Spielinteresse geweckt und Bernd äußert die gute Idee: „Ich finde, du solltest die Spielkarten in alle Sprachen übersetzen, die du sprichst. Dann könnte man es auf Französisch, Englisch, Italienisch und Holländisch spielen. Ins Chinesische vielleicht wohl nicht.“ Gute Idee!

(Die Karte mit dem Mundgeruch nehme ich wieder raus, oder?)

Ein Spiel 4.0 für mehr Freude

„In der Industrie ist 4.0 die Bezeichnung für ein Zukunftsprojekt zur umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion, um sie für die Zukunft besser zu rüsten.“ Das habe ich bei wikipedia unter 4.0 gefunden. Mein Spiel soll nicht die industrielle Produktion sondern die Menschen besser „rüsten“ (1€ in die Friedens-Kasse, so hieß es früher in Wohngemeinschaften beim Gebrauch eines Begriffes aus der Rüstung. remember = wer erinnert sich?)

Ich habe ein Spiel entwickelt. Quasi ein „Mensch Ärgere Dich Nicht 4.0“ Ein Spiel, das dazu anleitet, inhaltlich spielerisch mit Ärger umzugehen. In meinem vorletzten Blogbeitrag habe ich bereits davon berichtet.

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so sieht es aus

Besonders begeistert bin ich von den schönen Spielfiguren:

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ein Delphin aus Onyx, wirkt jedenfalls so

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ein Elefant aus Holz

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ein roter Holzelefant

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und ein schmuckes Metallpferd

Hier sieht man mein Spiel mit roten Spielkarten.

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so sieht es fertig aus

Im Ur-Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ will man nach Hause und wird immer wieder rausgeschmissen. In meinem Spiel werden über die roten Spielkarten mit täglichen Ärgernissen konfrontiert, die wir für einen Augenblick durch einen unverhofften positiven Kommentar in eine Ecke schieben, in der wir über sie lachen können. Ja, lachen müssen, denn Gegensätze kann man gefühlsmäßig nur so in der momentanen Befindlichkeit versöhnen.

Wenn auf der Karte beispielsweise steht, dass der Partner fremdgegangen ist und der „Rausgeschmissene“ lakonisch antwortet:„Das ist ja eine gute Idee! Sollte ich auch mal machen.“ Dann kann man nur lachen oder wenigstens schmunzeln, weil der Abstand zur tatsächlichen Betroffenheit eine emotionale Atlantiküberquerung ist. Eine andere Antwort war: „Ach! Wie schön für dich, dass dich noch jemand wollte!“

Oder wenn mein Mann und ich beim Zuknallen der Haustür durch einen Mitbewohner lächelnd ausrufen: „Oh welche Lebensfreude!“ Oder wenn auf der Karte steht: jemand begrüßt dich mit den Worten:„Du hast aber zugelegt!“ und du anwortest:„Jedes Pfund ein Genuss und oft in so netter Gesellschaft!“ Dann ist der Vorwurf umgeleitet. Man ärgert sich nicht.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass kleine Ärgernisse die Gesundheit viel mehr beeinträchtigen als große tragische Ereignisse. Bei solchen bekommt man ja auch Mitgefühl der Umwelt, aber bei kleinen Ärgernissen ist oft niemand bei dir und nur du kannst das Unangenehme durch einen positiven humorvollen Kommentar in eine andere Ecke schieben – 4.0 eben. Fit für die Zukunft!

Die „Zukunft“ bedeutet in diesem Fall für mich; das Spiel, was hier auf der Erde seit Anbeginn gespielt wird, immer besser zu begreifen. Ich wollte ein Spiel entwickeln, in dem man entdeckt, dass alles einen positiven und einen negativen Pol hat. Dieser Abstand zwischen Gut und Böse ist unser aller Spielraum!

Ich wollte ein Spiel machen, in dem man einübt, das Positive herzustellen und das Negative lediglich (Haha „lediglich“!) als das andere Ende vom Guten zu begreifen, das seinen ärgerlichen entmutigenden Einfluss verliert, wenn man es nur positiv kommentiert und dann darüber lachen muss.

Das Ärgerliche ist und bleibt natürlich ärgerlich, aber man hat ihm durch den Kommentar gefühlsmäßig den anderen Pol zugewiesen. Hat man drüber gelacht, dann hat man schon gewonnen. Man ist nicht mehr das Opfer.  Die ganze Welt wird durch diesen positiven Kommentar leichter und lichter. Denn jeder einzelne Mensch ist Teil von und produziert die gesamte Stimmung auf der Welt.

(Die Schwingung des Planeten Erde! Je fröhlicher, leichter und lichter er schwingt, desto liebevollere Gedanken und Verhaltensweisen können wir finden und desto schneller kriegen wir die Nähe zu den Geschwister – Planeten wieder hin. )

Nach meiner Spielregel, darf man in jeder 4. Runde auf die auf den Karten genannten Ärgernissen „die Sau rauslassen“, also negativ kommentieren, wie man möchte. Auch ein guter Lacher! Man würde das ja nie in Wirklichkeit tun. So bekommt man einen guten Kontakt zu beiden Polen. Aber die Richtung ist und bleibt die Liebe! Das Licht! Das Positive. Darum habe ich das Spiel so genannt wie die Hauptaktivität, die durch dieses  Spiel auch als Empfehlung für die alltägliche Wirklichkeit heißt: nur positiv kommentieren!

Über Kommentare und Vorschläge und die Mitteilung kleiner Ärgernisse würde ich mich enorm freuen.

 

 

 

 

Kunst in Hamburg

Zur Zeit – ich meine die augenblickliche Corona-Zeit – bekommt man Kunst im Entstehungsprozess nur mit, wenn man sie selber produziert. Wir haben uns zum ersten Mal wieder zum Streichquartett spielen getroffen. Des Weiteren habe mein Gesellschaftsspiel/Brettspiel „ÄRGER – nur positiv kommentieren!“ weiter entwickelt und gestaltet. Ist das Kunst produzieren? Was ist Kunst eigentlich?

„Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit von Menschen, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind.“ (aus Wikipedia zitiert)  Also, das Cellospiel verlangt eindeutig Übung. Und mein neues Brettspiel gründet auf Intuition: ich hatte die Idee. OK, also Kunst wurde aktiv produziert.

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Das Treppenhaus im Museum für Kunst und Gewerbe. Grafisch interessant!

Dann habe ich mit meiner Kunst-Künstler-Freundin wieder einmal eine Ausstellung besucht. Dieses Mal im Museum für Kunst und Gewerbe. Gerade richtig viele Menschen mit Maske dort.  In der Kantine haben wir uns erst einmal über die vergangenen Monate (!!!) ausgetauscht. Die Welt hat sich sehr unerwartet verändert. Wir Alten haben es gut. Das ist uns bewusst. Wir sind dankbar.

Von Peter Lindbergh, deutscher Fotograf ( 1944 – 2019) ist die große Ausstellung. Überdimensionale Schwarz-Weiß-Fotos! Ihr Inhalt? Durch die Größe werden duie Gesichter zur Landschaft. Aus der Zeit, als man einzelne junge Frauen so hochstilisiert hat, dass alle jungen Frauen ab 13 Jahren so aussehen wollten. Eine Super-Fessel für alle Frauen! Die Männer-Portraits: alle ausnehmend interesssant und interessiert im Ausdruck. Ja, Männer sollten sich weiter bilden! Alles in Überdimension: ein Gesicht so ungefähr 2m x 5 m. Vielleicht übertreibe ich, aber ich habe keinmal meine Kamera gezückt. Ich war nicht be-geistert. Es tat mir natürlich auch leid, das Peter Lindbergh vor Ausstellungseröffnung seine von ihm selbst gestaltete Ausstellung nicht mehr sehen konnte: er starb vorher.

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Über der Hauptausstellung im Gebäude war noch eine Plakat-Ausstellung. Sind Plakate nach der obigen Definition Kunst? Haben eindeutig eine Funktion: Werbung! Dieses Plakat hat mich begeistert, d.h. mein Handy spontan zum Einsatz gebracht.

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Fand ich auch interessant im Sinne von Magrittes „Dies ist keine Pfeife“.

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Und hier noch eine kleine Simultantheater Erinnerung aus unserer Küche. Ich habe  Früchte nach reifer und noch nicht so reif sortiert und sah und dachte dann sofort: was für ein Sinnbild für ein Simutlantheaterstück! Die eine Seite nimmt diese Entwicklung und die andere eine andere und beide haben die gleichen Ausgangssituation.

Was wäre, wenn? Zu schön! Hat mich begeistert. Handy her, fotografieren, als Sinnbild benutzen: wir haben immer eine Wahl. Kein Weg ist in Stein gemeißelt. Wir können mutig oder ängstlich sein, dieser Idee folgen oder jener. Die Welt vor uns öffnet sich. Entwirft sich weit. Ganz im Sinne Hockneys. Nach und nach, so träume ich, werden einige Menschen den Charme meiner Simultantheater-Idee verstehen.

Dann wundere ich mich…

Also: heute mein Alltag. Ich kriege eine Idee und dann versuche ich die umzusetzen. Jetzt möchte ich ein Brettspiel, ein Gesellschaftsspiel herstellen/gestalten, in dem man Ärgerliches mit einem positiven Kommentar versieht. Die Reaktion ist oft Lächeln bis Lachen. Auslöser für diese Idee war ein dem Spiel-Inhalt entsprechendes Ereignis. Unter uns war für einige Zeit ein sympathischer Gast im Haus, der die Haustür allerdings immer mit einem Knall zuzog. Nun ist so ein Bauhaus-Bau mit seinem Beton eine wahre Akustik-Überraschung: man hört verstärkt von unten nach oben.  Rainer und ich hatten immer mehr Mühe, den Knall zu verkraften. Da hatte ich die Idee des Spiels und danach war unser Kommentar nach jedem Knall der erfreute Ausruf: „Diese Lebensfreude!“ Jetzt müssen wir jedes Mal lachen, wenn die Tür knallt und einer von uns beiden ruft:„Diese Lebensfreude!“  Vielleicht müssen wir lachen, weil wir die negative Energie so geschickt in positive uminterpretiert haben. Man bleibt „König“ der Situation und ist kein bisschen das arme Opfer.

Sonntag  habe ich eine Collage als Spielfeld hergestellt. Mein Spielfeld Vorbild war das „Spiel des Jahres“ aus dem Jahre „Anno Krach“ – so haben wir früher immer „vor ewig langer Zeit“ ausgedrückt. Haha! Das Spiel heißt „Hase und Igel“. !979 hatte es den Siegertitel. Ich habe es gerade gegoogelt. Das Spiel gibt es immer noch. Es ist ein Spiel, in dem man Nachhaltigkeit spielerisch erleben kann. Es macht großen Spaß, ist gut für immer neue Strategien und lehrt, nicht immer mehr haben zu wollen. Man kann nämlich nur Schluss machen, wenn man weniger als 10 Karotten Nahrung überbehält. Und wenn der letzte vorletzte Spieler mit weniger Karotten aufhört, hat der gewonnen. Clever, oder? Sehr zu empfehlen von 6 – 99 Jahren!

Ein anderes Vorbild war gedanklich auch Monopoly. Das ist ja ursprünglich von einer Frau erfunden worden und hieß „The Landowners Game“. Sie wollte zeigen, wie ein Grund- und Bodenbesitzer alle bankrott machen kann. Interessant, dass sich im Laufe der Zeit die Spielidee umgedreht hat. Es ist schick, alle fertig zu machen und als reicher Gewinner die Szene zu verlassen.

Mein Spiel ist natürlich mehr ein Psycho- und Gedankenspiel, braucht aber auch ein Spielbrett mit Würfel und Spielfiguren mit denen man auf den Spielfeldern weitergeht.

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Nun ist mein Spielfeld so schön anzusehen, dass ich gar kein Feld darauf arrangieren mag. Ich habe bei Boesner, unserem Kunst-Fachhandel, schon unterschiedliche farbige Pappen besorgt, aber bei allen Farben finden Rainer oder ich, dass es das schöne Spielfeld beeinträchtigt. Heute Nacht hatte ich eine neue Idee.

Dass das Spielfeld fertige goldene Zahle haben soll, das steht schon fest. Ich habe sie im Internet geordert, weil sie auch bei Boesner nicht zu haben waren. Und da kommt doch für zwei flache DIN-A4 Briefumschläge ein unverhältnismäßig großes Paket:

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Eigentlich unmöglich. Menschen hätten das besser gemacht, aber die Maschinen haben ihre eigenen Gesetze. Unser armer Planet! Ihr wisst, wie ich das meine.

Wenn ich länger geschnippel habe, sehe ich zur Erholung aus dem Fenster und werde sehr erfreut:

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Ein Traum! Bitte beachtet vorne das Wildschwein! Ja, das ist Gisela G.s wunderschöner Garten. I love it! Danke, Gisela!

 

Sommer und so

Das Schönste am Sommer sind die Farben! Sag ich mal so. Und die Früchte! Ich werde heute die Kirschen fotografieren, die so groß wie kleine Äpfel sind: man kann einige Male hineinbeißen – na ja, fast. Und süß sind sie! Wie die kleinen knackigen Aprikosen. Wenn Spargel und Erdbeeren sich neigen, kommt der Sommer und die nächsten Früchte. Sehr schöne aus der Türkei. Ich war noch nie in der Türkei, aber ich denke mir die Türkei immer ohne Politiker. Was für ein schönes Land! Am Mühlenkamp kann man wählen: Obst aus dem Alten Land – alt ist groß geschrieben, weil so der Teil Hamburgs auf der anderen Seite der Elbe heißt  – oder aus der Türkei? Als gute GRÜNE wähle ich natürlich meist die kurzen Wege, aber eben auch manchmal die süßen Früchte aus der Türkei.

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Auf der Dachterrasse sind die Hummeln total aktiv. Hier eine mitten in der Blüte. Man kann sie kaum entdecken.

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Hier im Anflug. Ich musste die Kapern von den zarten Clematis trennen, denn die gingen langsam ein. Ich lerne jedes Jahr mehr! Auf dem Saatzettel der Kapern stand, dass sie klettern. Stimmt aber gar nicht: sie ranken fallend! Nicht kletternd! Also dieses Jahr pflanze ich an das vertrocknete Wisteria-„baum“ Überbleibsel Clematis. Da kommen doch die Kapern wie verrückt. Und die Clematis werden traurig … Ich lerne!

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Gestern haben ich mit unserer informellen „Digitale Zukunft“ Gruppe endlich mal ein Treffen auf der Dachterrasse machen können. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, drei-D-Drucker und Bedingungsloses Grundeinkommen war und ist unser umfassendes Thema. Ich persönlich finde Bedingungsloses Grundeinkommen aufgrund der Digitalisierung ja total wesentlich: Maschinen zahlen keine Steuern und sie konsumieren nicht. Und leistungsloses Einkommen erhalten alle Finanz-Aktiven und Erben und so. Arbeit schafft Werte, diejenigen, die mit Geld „spielen“ und gewinnen profitieren leistungslos davon. Ist ja ok, wenn es demokratisch auch für den Rest der Gesellschaft gilt. Künstliche Intelligenz, so habe ich in der Zeitschrit „ada“ – Herausgeberin Miriam Meckel – gelesen, sollte Kollektive Intelligenz heißen. Auch KI. Denn die Künstliche Intelligenz ist genau das!

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Levkojen stehen bei mir auf dem kleinen Tisch vorm Sofa – auf dem ich nun enorm zwischendurch Ruhe einnehme. Sie duften wundervoll nach Sommer und erfreuen mein Herz!

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Und dieses beeindruckende Elefantenbein ist ein Baum, der sich kunstvoll um sich selber schlingend wächst. Entdekt auf dem Spaziergang mit meiner Freundin Aga – wir kennen uns länger als 60 Jahre! Er steht gegenüber vom Leinpfad Café. Ist das Leben nicht schön? Ja! Allen ein wunderschönes Wochenende!!!